Gedanken oder Fragen

04.11.2009 um 13:14 Uhr

Goethe und die Vernunft

Von der Vernunftshöhe herunter
sieht das ganze Leben wie eine böse Krankheit und die Welt einem Tollhause gleich.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe ( An Voigt )

Daran hat sich bis heute nichts verändert.
Da brauchen wir nur die TV Sendungen sehen, oder andere Medien lesen, , egal welcher Art, und wir wähnen uns in einem Tollhaus.

Nicht nur das, selbst wenn wir mit Vernunft auf unser eigenes Leben und Handeln blicken, können wir uns manchmal wohl nur noch wundern und darüber lachen.
Selbst bei Dingen die vernünftig erschienen, lauerte die Unvernunft in dem Kleingedruckten unseres Ich's um die Oberhand zu gewinnen.

Aber was wäre ein Leben nur in Vernunft? Fern und abseits jeder Unvernunft.
Irgendwie kein sehr erstrebenswertes.
Macht nicht erst die Unvernunft das Leben lebenswert? Macht nicht erst sie es möglich, dass der Mensch lernt und fortschreitet?
Und...gibt nicht erst die Unvernunft uns den Spass am Leben?

Selbst wenn das Leben von der Vernunftshöhe wie eine Krankheit aussehen und einem Tollhause gleichen mag, so bin ich doch gerne auch mal unvernünftig.

Selbst Goethe wird nicht immer nur der Vernunft gehorcht haben, ganz gewiss nicht.

Zeige mir den Menschen, der immer nur nach der reinen Vernunft handelte, ich glaube du wirst ihn nicht finden. Und wenn, dann wird es wohl ein armes vernünftiges Würstchen sein, welches zu bedauern sein würde. Bei aller Vernunft.
Nur der Vernünftige würde es nicht bemerken, wieviel ihm am Leben fehlt.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Marainge schreibt am 04.11.2009 um 18:42 Uhr:Ich bin ganz deiner Meinung, lieber Sternenschein.
    Der gute Goethe ist nur leider zu früh, gestorben um den allzu vernünftigen Immanuel Kant kennen zulernen. Für ihn hatte alles Unvernünftige einen "pathologischen Charakter", -besonders Gefühle.
    Nach Kant´s Definition erachte ich die Vernunft als nicht sehr erstrebenswert!
    :-)))

    So long
    Marainge
  2. ZooStation schreibt am 04.11.2009 um 19:29 Uhr:Äh, sorry, aber Kant und Goethe haben locker 50 Jährchen gleichzeitig auf Erden gewandelt (Kant: 1724-1804; Goethe: 1749-1832)!
    Was die Frage aufwirft: Kannte Kant Goethe?
    Ihre Schriften waren ihnen jedenfalls sicher bekannt...
    *klugscheissmodus aus*
  3. AngelInChains schreibt am 04.11.2009 um 19:42 Uhr:Da hat Goethe sehr recht. Wobei er unvernünftiges Verhalten ja nur beschreibt, aber nicht bewertet.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass man Unvernunft nicht einseitig betrachten kann. Ich finde, sie ist in Ordnung, es sei denn, sie ist der Auslöser für Schaden und Unglück. Dann wäre es besser, vernünftig zu sein. Aber Späße, die harmlos sind und keinen Schaden anrichten, finde ich okay.
  4. sternenschein schreibt am 04.11.2009 um 23:11 Uhr:@Marainge,
    also Unvernunft und Gefühle kann ich nun garnicht als pathologisch ansehen.
    Ich würde eher Gefühllosigkeit als pathologisch ansehen.
    Mangelndes Einfühlungsvermögen wird ja auch real als Mangel angesehen.
    Mit nur Vernunft ist dieses schwer auszugleichen.

    @Zoostation,
    interessanter Einwurf. Muss da mal nachlesen ob der eine auf den anderen in irgendeiner Art Bezug nimmt.

    @AngelInChains,
    wenn die Menschen nur nach Vernunft gehen würden, dann hätten viele Erfindungen und Entdeckungen wohl nicht gemacht werden können.
    Es galt ja auch mal als unvernünftig zu glauben die Erde sei keine Scheibe. ;-)
    Ich glaube auch, selbst wenn man denkt man hätte alles im Leben aus Vernunftgründen gemacht, so wird man doch im Rücklick erkennen, wieviel von dem scheinbar vernünftigen in Wirklichkeit höchst unvernünftig war.
    Wenn Unvernunft andere schädigt, dann ist allerdings wirklich Vernunft vorzuziehen.

    Liebe Grüsse
    sternenschein
  5. ZooStation schreibt am 04.11.2009 um 23:56 Uhr:Äh, sorry, und der geht diesmal direkt an
    @Marainge: ich wollte nicht besserwisserisch sein - oder vielleicht doch, und wenn das so war, dann war das nicht nett von mir! Nicht nett und überhaupt nicht wertschätzend dir gegenüber! Das tut mir Leid, ich entschuldige mich dafür bei dir!
    ...und eine (Erklärung) Ausrede dafür erspare ich uns! ;-)
  6. Marainge schreibt am 06.11.2009 um 16:59 Uhr:@ZooStation:
    anscheinend warst du besserwissend als ich. Wann Kant lebte, weiß ich. Ich muss mir den im Philounterricht geben. Aber Goethe hätte ich früher eingestuft. Jetzt weiß ich´s aber auch :-))
    Kein Problem. Fand ich gar nicht. Aber das Kommentar aus der SG könntest du erklären. -Mit Ausrede...
    LG Marainge
    Danke für deine Wertschätzung

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