Gedanken oder Fragen

29.04.2010 um 05:35 Uhr

Gut leben

Gut leben statt viel haben.

Lautet ein Motto der Bürgerinitative
"Zukunftsfähiges Deutschland", die sich für nachhaltige Strukturen einsetzt.

Ein schönes Motto, finde ich. Eines welches zum Nachdenken anregt..

Wird man wirklich immer zufriedener, lebt besser je mehr man hat, wie es viele zu glauben scheinen.
Oder kann nicht doch weniger auch mal mehr mehr sein? 
Vielleicht ist es wirklich ein Rezept für die Zukunft:
Gut leben statt viel zu haben.
Ein Satz über den es sich lohnt nachzudenken.
Und vielleicht auch danach zu handeln.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Muffin schreibt am 29.04.2010 um 13:14 Uhr:Vielleicht kann man ja, wenn man gut lebt mehr haben^^ Aber was bedeutet schon "gut" - Gut ist auch wieder so ein nichtssagendes Wort, genauso wie nett... Wenn jemand sagt, dass es ihm gut geht, muss es doch noch lange nicht so sein. Die Frage: Wie geht es dir? bekommt ja desöfteren im Leben gestellt, aber niemand erwartet darauf wirklich einen halben Lebensbericht, warum es denn nun jemanden gut geht oder nicht. Die Standardantwort ist doch meistens: Mir geht es gut. Auch in England ist das eine reine Höflichkeitsfloskel "How are you?" - "I'm fine." ... Was anderes wird man da kaum zu hören bekommen^^

    Also frag ich mich doch eher, was ist schon gut?^^

    Liebe Grüüüße von der wiederaufgetauchten Muffin :D

    (schön, wieder in deinem Blog zu lesen :)
  2. AngelInChains schreibt am 29.04.2010 um 13:48 Uhr:Ich finde das Motto nicht so sinnvoll. Sicherlich ist das Wichtigste, gut zu leben. Nur definiert das jeder anders, und man kann niemanden zwingen, es gut zu finden, wenig zu haben. Manche Leute finden das sicher gut, aber einige wären damit eben nicht glücklich. Und kann man jemandem das Recht auf sein individuelles Glück absprechen, nur, weil man selbst Glück anders definiert? Eben nicht.

    Bei solchen Sprüchen werd ich das Gefühl nie los, dass man Menschen seine eigene Meinung aufzwingen möchte, oder denen, die davon abweichen, ein schlechtes Gewissen machen will.
  3. GrafKroete schreibt am 29.04.2010 um 19:05 Uhr:Jo, wenn mich jemand fragt was er mir schenken soll sag ich immer: WOHNRAUM
    Ne Kiste mit nix drin, mach ich dann auf, freu mich, falt das Ding zusammen und hab immer noch soviel Platz wie zuvor.
    Also ich find Besitz echt lästig, der ganze Mist will ja auch verwaltet werden.
  4. Unbreakable schreibt am 30.04.2010 um 23:02 Uhr:Omnia mea mecum porto.
  5. AngelInChains schreibt am 01.05.2010 um 01:31 Uhr:Nur bringt einem jeglicher ideeller Besitz nichts, wenn man kein Geld hat - in unserer Gesellschaft. Ohne Geld kein Dach ueber dem Kopf, keine Nahrung, kein Trinkwasser, im Winter erfriert man...

    Selbst, wenn man es nicht moechte, in unserer Gesellschaft braucht man Geld, um zu ueberleben. Selbst Aussteiger brauchten vorher mal Geld, um den Besitz, die sie dann noch haben, jemals erworben zu haben.

    Aber wieso reden wir ueberhaupt ueber Materielles? Der diskutierte Spruch lautet ja bloss: "Gut leben statt viel zu haben." Da stellt sich mir die Frage: Viel was? Auf viel Ruhm kann ich verzichten, auf viel Geld, viel Ruhe oder viel Freiheit nicht.
  6. Unbreakable schreibt am 02.05.2010 um 21:56 Uhr:Liebe AngelInChains, in unserer Gesellschaft beweisen sehr viele Menschen täglich, dass man kein Geld braucht, um zu überleben - schon gar nicht viel Geld. Erfrieren muss niemand (ich spreche von Deutschland), man hat die Wahl.

    Es kommt auf den Anspruch an.

    Viel Geld zu haben macht sicher nicht ruhig und frei - das Gegenteil ist der Fall.
  7. AngelInChains schreibt am 02.05.2010 um 22:28 Uhr:Dann nenn mir mal ein Beispiel, wo man in Deutschland nicht erfriert, wenn man kein Geld hat. Die Bahn wirft hier die Obdachlosen im Winter von ihren Bahnhöfen, die Obdachlosenhilfe nimmt Obdachlose pro Winter 3x auf, danach muessen sie selbst zusehen, wo sie hingehen. Wer die 3x aufgebraucht hat, wird danach gescheucht, auch, wenns minus 30 Grad draussen sind...
  8. Unbreakable schreibt am 02.05.2010 um 22:36 Uhr:Angel, wir hätten jährlich tausende von Erfrorenen, wenn es so wäre, wie du es beschreibst. Hier gibt es sehr viele "Ehrenamtliche", die im Winter einschlägige "Locations" abfahren, um Decken, warme Getränke usw. zu verteilen.
  9. AngelInChains schreibt am 02.05.2010 um 23:28 Uhr:Was heißt wäre? In unserer netten Bundeshauptstadt ist es so. Ein Glueck, dass es zusaetzlich Ehrenamtliche gibt, die auch Getraenke und Decken verteilen! Nur, ob das fuer alle Obdachlose reicht? Ich sehe so viele, die sind krank, haben Finger durch Erfrierungen verloren... Mitten in Deutschland. Man kann schlimme Dinge hoeren, wenn man sich einfach mal die Zeit nimmt, sich mit ihnen zu unterhalten.

    Klar kann man sagen "Selbst Schuld, die nutzen die Hilfen wohl nicht", wenn man von erfrorenen oder verdursteten Obdachlosen hoert Nur muss man erstmal an die Informationen kommen, wo man als Obdachloser was bekommen kann. Je nachdem, wieso die Leute obdachlos wurden, haben sie die Infos nicht.

    Abgesehen davon, auch, wenn die Obdachlosen nichts fuer diese Hilfen zahlen muessen: Diese kosten auch Geld. Nicht den, der sie erhaelt, aber zumindest denen, die die Decken und Getraenke kaufen, um sie weiter zu geben. Geschenkt bekommen die sie jedenfalls nicht, nicht in der ausreichenden Menge. Und wenn ich persoenlich Kleider spende oder Nahrungsmittel an eine Suppenkueche, ja, woher habe ich die Sachen? Nahrung wurde gegen Geld in einem Laden gekauft, wenn nicht selbst angebaut, und wenn ich einen selbst gestrickten Pullover verschenke, so musste ich immernoch die Wolle dafuer gegen Geld erwerben.

    Alles auf die Welt kostet irgendwem Geld, ob wir es wollen, oder nicht. Wuerden wir alle ganz ohne Geld leben wollen (Einzelfaelle funktionieren, wie zB Moenche ohne eigenen Besitz, die nur von Spenden leben, aber das sind eben Einzelfaelle), braeuchten wir einen radikalen Wandel in der Gesellschaft, nur, da muesste die Mehrheit mitmachen, und daran wuerde es wahrscheinlich scheitern.
  10. sternenschein schreibt am 03.05.2010 um 02:18 Uhr:@Muffin,
    freue mich, dass du wieder "aufgetaucht" bist. Jetzt aber nicht wieder untertauchen. Wir sind doch hier nicht beim Geheimdienst.
    ;-)
    Liebe Grüsse
  11. sternenschein schreibt am 03.05.2010 um 03:13 Uhr:Für mich heisst es eher, dass man nicht jedem Hype nachlaufen muss, nicht immer das neueste besitzen "muss", ohne zu überlegen ob man es wirklich gerade braucht. Eben haben um haben.
    Ich glaube nicht, dass dieser ewige Konsum glücklicher oder zufriedener macht. Vielleicht befriedigt es kurzzeitig bis es dann wieder etwas neues gibt.
    Und eben auch, diese Achtsamkeit was man kauft. Nicht auf Werbung hereinfallen, auf unnötige Verpackungen achten. Vielleicht auch darauf achten, welche Auswirkungen es auf alles und die Umwelt hat.

    Es soll wohl auch nicht heissen, kein Geld besitzen zu sollen. Geld ist in der Form wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist schon wichtig.
    Geld ist per se ja auch nicht schlecht.
    Soll ja im Grunde als Tauschmittel gegen Waren dienen.
    Nur wenn der Geldumsatz das achtzigfache des Warenumsatzes ausmacht, ist diese Idee schon durch die Dpekulationen pervertiert.
    Auch durch die Spekulationen und Zinseszins, wodurch man mit Geld mehr verdienen kann als durch Arbeit oder Warenverkauf. So häuft sich das Geld immer mehr bei denen an, die es besitzen und die nichts haben verschulden sich dadurch immer mehr. .

    Deshalb gibt es ja auch regionale Ersatzwährungen, mit denen nicht spekuliert werden kann und die den regionalen Absatz in der jeweiligen Region fördert. Was dort dann für mehr Arbeitsplätze sorgt.
    Zudem ist mit dieser Ersatzwährung häufig eine Entwertung des Geldes verbunden. So dass das Geld nach einer bestimmten Zeit an Wert verliert. Weshalb es natürlich nicht gehortet sondern ausgegeben wird.
    Quasi eine Art Negativzins.
    Vielleicht wäre so eine Art Negativzins auch für den Euro ganz sinnvoll.;-)

    Jetzt war mein ganzer Kommentar verschwunden und ich musste alles noch einmal schreiben.*urgs*

    Liebe Grüsse
  12. GrafKroete schreibt am 03.05.2010 um 07:54 Uhr:Nun, wie lautet eine alte Weisheit:

    Besser reich und gesund als arm und krank.

    Jeder, der hier geboren wurde, hat doch im Grunde die Wahl wieviel seiner Lebensenergie in Konsum investiert wird. Ob man in ein schickes neues Auto investiert oder doch lieber die Leiden der Hungernden lindert ist eine Frage deren Antwort frei gewählt werden darf. Wenn ich mir vorstelle wieviel "Hunger" ich jetzt gleich wieder auf der Autobahn sehen werde ......
  13. Unbreakable schreibt am 03.05.2010 um 09:04 Uhr:Ich seh das ähnlich wie du, Sternenschein. Eben eine Frage des Anspruchs.
    Du musstest das alles noch einmal auf dieser Winzlingstastatur schreiben? Oh mein Gott!!! ;o)

    Und ja, Herr Graf, auch mir begegnete der Hunger morgens auf den Straßen und natürlich viel Ruhe und viel Freiheit.

    Wie singt Eric Fish? "Du hast die Wahl, lebe dein Leben in Glück oder Qual, doch deine Tage sind gezählt." So what? ;o)
  14. GrafKroete schreibt am 03.05.2010 um 09:23 Uhr:Ja, die Qual der Wahl ......... heute denke ich

    Glück oder Qual
    können mich mal

Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.