Gedanken oder Fragen

27.01.2010 um 00:15 Uhr

Jugendmedienschutz Staatsvertrag

Soll das bloggen verhindert werden?
Wenn man den neuen Entwurf zum Jugendmedienschutz - Staatsvertrag ( JMStv )ansieht, könnte es einem fast so erscheinen.

In dem Entwurf ist festgelegt, dass die Internetinhalte eine freiwillige Selbstkontrolle mit Altersfreigabe beinhalten sollen.
Was bedeuten würde, wir müssten zu jedem unserer Einträge eine Alterfreigabe angeben. Zum Beispiel
FSK 12 oder FSK 16 Jahre.
Weiter muss dafür gesorgt werden, dass Jugendliche "deren Entwicklung beeinträchtigende" Einträge nicht zu Gesicht bekommen können.

Angedacht ist auch eine Sendezeitbegrenzung.
Heisst, Inhalte die nicht jugendfrei sind, dürfen nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr aufrufbar sein.

Dazu kommt, dass der Provider bzw. der Plattformbetreiber für alle Inhalte die über ihn bzw. die Plattform verbreitet wird verantwortlich gemacht werden kann. Er muss zeitnah den Zugang zu Seiten die die Entwicklung von Jugendlichen gefährden unzugänglich machen.

Dieses würde bedeuten, dass der Blogigo Betreiber z.B. verplfichtet wäre, alle alten und auch die neuen Blogeinträge zu lesen und eventuell zu löschen, um nicht für deren Inhalte haftbar gemacht werden zu können.

Wie bitte sollte dieses gehen?
Gut, unser Blogplattformbetreiber mag sich vielleicht manchmal nur wenig um diese Plattform kümmern. Aber um alle Einträge erst einmal vor der Veröffentlichung zu überprüfen, dafür müsste er wohl erst einige Mitarbeiter zum durchlesen der Einträge einstellen. Was schlichtweg wohl unmöglich ist.

Die 1&1 Internet AG stellt sich auch gegen den neuen Entwurf des JMStv, denn wie soll der Provider alle Inhalte die er überträgt überprüfen, ebenso wie alle Seiten die bei diesem Anbieter gehostet sind?
Und dieses müssten alle Anbieter um nicht haftbar gemacht werden zu können.
Einfach ein Unding.

Genauso ein Unding, dass der jeweilige Bloginhaber nach diesem Entwurf auch für Fremdbeiträge, also Kommentare etc. auf seinem Blog verantwortlich ist, diese vor Veröffentlichung zeitnah überprüfen muss, ob sie den Altersfreigaben entsprechen.

Wenn dieser Jugendmedienschutz- Staatsvertrag so durchkommen sollte, könnten wir das Bloggen wohl vergessen.
Deshalb wehrt sich auch der
Arbeitskreis Zensur dagegen.*klick*

Während dem Bundesverband der Verbraucherschützer dieser Jugendmedienschutz Entwurf nicht weit genug geht.

Da die Länder einstimmig diesen Staatsvertrag verabschieden müssen, bliebt nur zu hoffen, dass einige Bundesländer diesen Wahnsinn nicht mitmachen werden.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Jari schreibt am 27.01.2010 um 09:43 Uhr:Auf sowas kommen wohl auch nur Leute, die selber keine Ahnung vom Bloggen haben. Ich stimme dir zu, wenn du sagst: Wie soll das denn gehen?
    Oder wollen sie von oben her ein paar Leute bestimmen, alle Blogeinträge durchzulesen, die wir publizieren und unseren Einträgen dann einen Stempel "moralisch" oder "nicht-moralisch" aufdrücken?
  2. Pierre_Blamage schreibt am 27.01.2010 um 12:59 Uhr:Der Plan bringts doch-mindestens 1 Million Arbeitsplätze.
    Außerdem erinnere ich mich gerade an eine Meldung,so vor 30 Jahren-als in einer Stadt vom Stadtratbeschlossen wurde Bücher mit anstößigem Inhalt aus der Stadtbücherei zu verbannen.Auf diesem Index landeten dann Werke wie "Das Bikini-Atoll"....
  3. JOblogt schreibt am 27.01.2010 um 14:44 Uhr:wenn der politk keine wirksamen mittel gegen finanzkrise, den schuldenberg, die armut und die arbeitslosigkeit oder die klimaerwärmung eifallen, dann müssen solche nebenkriegsschaupätze her auf denen sich dann insbesondere die hinterbänkler austoben können. nicht zu fassen!
    dieser beitrag war übrigens jugendfrei - wobei durchaus vorstellbar ist, dass er als zu subersiv eingestuft wird, und deshalb bald aus der Blogospäre verbannt wird. *schulterzuck und kopfschüttelt.
  4. Wari schreibt am 28.01.2010 um 09:52 Uhr:Ich finde auch, damit könnte man Tausende von Arbeitsplätzen schaffen, womit die Ein-Euro-Jobber doch bestens bedient wären. Was für ein Klasse-Job, den ganzen Tag surfen dürfen!!!
    ;-)
  5. Arydale schreibt am 28.01.2010 um 12:04 Uhr:Ich hoffe, dass dies so nicht passiert.

    Und sollte es so kommen, dann schafft das herzlich wenig Arbeitsplätze, wenn überhaupt. Die Blogbetreiber stellen dann eher ihre Dienste ein, ändern die AGBs entsprechend, öffnen ihre Server nur für bestimmte Zeiten, setzen Filter, firmieren sich ggf. im Ausland wo das Gesetz dann eventuell nicht greit, etc. pp.

    Bloggen lebt ja auch vom Austausch untereinander und mit Links auf genauere und vielfältigere Informationen und Artikel. Und das fällt ja dann wohl weg wenn man als Blogger(in) denn dafür haftbar gemacht wird für die Inhalte der verlinkten Seiten, die ja auch widerrum auf verlinkte Seiten verweisen können...
  6. rougenoir schreibt am 29.01.2010 um 17:51 Uhr:Und wer legt dann fest, was "moralisch" oder eben "unmoralisch" und ab 16 oder 18 freigegeben wird?! Ist doch kompletter Schwachsinn! Was man nicht schon alles verbieten wollte (Killerspiele usw.) ...

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