Gedanken oder Fragen

06.05.2010 um 04:23 Uhr

Michel de Montaigne und die Jugendliebe

Ich habe mir in meiner frùhen Jugend
an der Frauenliebe die Finger verbrannt, und ich habe all die rasenden Leiden durchgemacht, welche denen zuteil werden, so sagen die Dichter, die sich ihr hemmungslos und sinnlos hingeben; freilich habe ich mir dieses schmerzhafte Erlebnis später zur Lehre dienen lassen.

Zitat: Michel de Montaigne (1533 - 1592 )

Kennen wohl die meisten von uns, dass die Liebe auch rasende Leiden bescheren oder schmerzhaft sein kann. Da hat sich wohl in den letzten 500 Jahren nicht sehr viel verändert.
Und doch, kann oder sollte man sich dieses als Lehre dienen lassen? Der Liebe entsagen, oder sich nicht mehr hemmungs und sinnlos hingeben.
Der Liebe aus dem Wege gehen?
Dieses kann doch auch nicht der Weg sein.
Nimmt man sich damit nicht mehr, als man eventuell dadurch gewinnen wùrde?
Die Liebe fragt nicht, sie ist oder sie ist nicht.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Sarah_Marwing schreibt am 06.05.2010 um 19:22 Uhr:..und sie ist, was sie ist. Ich beziehe das mal auf die Liebe ganz allgemein und nicht nur auf die "Frauenliebe" (Partnerliebe).
    Ich glaube an die Liebe und könnte ohne zu lieben gar nicht leben. Dennoch weiß jeder Mensch, wie verletzlich die Liebe macht und es ist unmöglich durch das Leben zu kommen, ohne von einem geliebten Menschen verletzt zu werden. Bei großen Enttäuschungen machen viele Menschen "dicht" und "verbieten" sich die Liebe. Es ist schade, obwohl es verständlicher Selbstschutz ist. Ich sehe es wie Du: Geht man Liebe aus dem Weg oder versagt sie sich/verdrängt sie, nimmt man sich mehr weg, als man gewinnen kann.
  2. sternenschein schreibt am 06.05.2010 um 19:50 Uhr:Liebe Sarah,
    ja, ich meinte die Liebe allgemein.
    Den Schmerz den die Liebe verursachen kann habe ich, wie du wohl auch schon, zu desöfteren zu spùren bekommen.
    Frage mich, ob er von der Liebe die man empfindet herrùhrt, oder ob er eher vom eigenen Ego verursacht wird, denn von der Liebe.
    Aber ich glaube, ich habe niemals mir gesagt jetzte will ich nie mehr lieben.
    So wie man es oftmals hören kann. Wenn Menschen sich, um den vermuteten Schmerz zu vermeiden, verschliessen und innerlich dadurch verhärten.
    Liebe Grùsse
    sternenschein
  3. Findus schreibt am 07.05.2010 um 13:29 Uhr:Es gibt ein Zitat von Goethe:
    Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
    Im Grunde ist es egal, ob es das Haustier ist, die Blume auf der Fensterbank oder das Lesen eines Buches. Wenn ich das alles nicht mehr lieben kann/will, oder mir verbiete mich auf die Liebe und die Gefühle die damit verbunden sind einzulassen, was habe ich dann noch von meinem Leben?
    Ich weiß es gibt Momente und Ereignisse im Leben , in denen man glaubt nie wieder Lieben zu können und man sogar ein schlechtes Gewissen hat, weil man sie wieder spürt und zuläßt und nicht mehr dagegen ankämpft.
  4. ameparia schreibt am 07.05.2010 um 15:33 Uhr:Kommt drauf an, was man unter "Liebe" versteht... Ich finde das gerade unglaublich schwierig... Eine alles aufopfernde, nur für das Liebesobjekt existierende Liebe? Eine allgemeine, in sich ruhende Liebe, ohne sich selbst dabei nicht zu verlieren? Fragt man einen Teenager, versteht er vielleicht andere Nuancen von Liebe als ein Erwachsener oder Rentner.
    ...also, welche Liebe nicht aufgeben?
  5. Schlafblume schreibt am 09.05.2010 um 21:25 Uhr:Man sagt, das Ende der ersten großen Liebe ist am Schlimmsten. Ich glaube das kommt daher, weil man sich eben als Teenager oder junger, noch unerfahrener Mensch, der Liebe mit Leib und Seele hingibt, ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Danach "lernt" man daraus und ist vorsichtiger. Man kann es einfach nicht mehr so einfach, dieses "sich voll und ganz hingeben". Sicher kann man da nicht für jeden sprechen. Aber mit der Zeit wird man ruhiger, so wie Ame es angesprochen hat. Sich der Liebe aber ganz zu versagen, das käme mir nicht in den Sinn. Das wäre schrecklich glaub ich. Sicher kann man die eigenen Gefühle vielleicht schon von vornherein sabotieren, sodass man keine Schwierigkeiten haben wird, sich zurückzuhalten. Die Augen verschließen. Aber da verpasst man doch was... Ich will nichts verpassen...
  6. sternenschein schreibt am 12.05.2010 um 17:02 Uhr:@Findus,
    ich finde, diese Momente die du beschreibst, wo man glaubt niemals wieder lieben zu können, sie sind mit die dunkelsten im Leben.
    Zu der Zeit hat man wirklich nichts mehr vom Leben und alles scheint so hoffnungslos.

    @ame,
    eine alles aufgebende, sich aufopfernde Liebe halte ich auch fùr problematisch.
    Eine in sich ruhende und aus dem inneren Ùberfluss geben könnende seiht da schon anders aus.
    Wieweit sich Liebe ändert, im Laufe des Lebens und der Jahre, da muss ich noch drùber nachdenken.*g*

    @Schlafblume,
    die Augen vor einem Gefùhl derLiebe zuverschliessen, wùrde ich auch als fùrchterlich ansehen. Und spùren, selbst wenn man es nicht will, wùrde man sie dennoch.
    Was du sagst, von dem "ganz hingeben" in der Jugend, ich glaube da kommen dann auch noch die eigenen Vorstellungen und Ansprùche hinzu, wie eine Liebe sein sollte.
    Nur das Leben ist ja oftmals anders und hält sich nicht an Vorstellungen und Regeln die man fùr sich selbst aufstellte.
    Daran dann festzuhalten kann schon fatale Folgen zeitigen und einem Schaden zufùgen. Deshalb und aus diesem Lernprozess heraus ändert sich wohl mit der Zeit und dem älterwerden das "lieben".

    Liebe Grùsse an euch alle.
    sternenschein
  7. ameparia schreibt am 12.05.2010 um 17:49 Uhr:"Wieweit sich Liebe ändert, im Laufe des Lebens und der Jahre, da muss ich noch drùber nachdenken.*g* "

    Ich finde die Frage interessant.. Dass eine Veränderung von der anfänglichen Verliebtheit hin zur Liebe gibt, steht - glaube ich - außer Frage. Aber ja, gibt es unterschiede im Alter..? Keine Ahnung, aber deine Gedanken dazu würden mich sehr interessieren! :)

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