Gedanken oder Fragen

18.07.2009 um 16:43 Uhr

Montaigne und das Schicksal

Stimmung: gut

Unser Fehler ist, glaube ich,
dass wir unser Schicksal nicht genug dem Himmel anheimstellen und es mehr in die eigene Hand nehmen wollen, als uns zukommt;
deshalb misslingen unsere Pläne so oft:
der Himmel missgönnt uns, dass wir den Rechten der menschlichen Voraussicht soviel Macht einräumen, wodurch seine Rechte benachteiligt werden; er beschneidet uns diese Rechte in dem Masse, wie wir sie überspannen.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Ist es verkehrt dass Schicksal in die eigene Hand nehmen zu wollen? Sollten wir es alles so hinnehmen wie es kommt, schicksalsergeben geniessen aber auch ertragen?
Ich denke nicht. Und dennoch bewahrheitet es sich oftmals, dass die menschliche Vorraussicht auf Sand gebaut ist.
Wir glauben oftmals wir hätten alles in der Hand, und merken dann doch, wir haben garnichts in der Hand, wenn das "Schicksal" es nicht will.

Es kommt wie es kommt, sagt man im Kölner Raum. Aber doch mag und will ich nicht glauben, dass unser Leben von uns eben so wenig beeinflussbar ist, wie wir das Wetter, den Tag und die Nacht, den Lauf der Gestirne beeinflussen können.
Auf unser Leben haben wir einen Einfluss, es läuft nicht nach einem geheimen vorbestimmten Uhrwerk des Schicksals ab.
Oder etwa doch?
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Erdbeerkuchen schreibt am 19.07.2009 um 23:07 Uhr:Ich denke, das Leben ist durch eigenes Zutun und durch Schicksal geprägt. Manchmal überwiegt das Schicksal und manchmal das eigene Zutun. Aber sich nur auf dem Schicksal auszuruhen, finde ich falsch.
  2. sternenschein schreibt am 19.07.2009 um 23:24 Uhr:Hallo Erdbeerkuchen,
    ausruhen sollte man sich da wohl nicht drauf, und es ist auch sehr wichtig was man selbst für ein schöneres Leben macht.
    Natürlich gibt es dann auch Schicksal, welches alles wieder hinfällig machne kann, oder es eben befördert und beflügelt.
    Eine interessante Aussage, die ich in den letzt Tagen in diversen Blogs gelesen hatte, war, auch wenn man wartet, lösen sich oftmals viele Probleme mit der Zeit von selbst.
    Dieses gilt ganz sicher nicht für alle Probleme, aber für einige wohl schon.
    Ich weiss auch nicht, ob wir immer beurteilen können, ob das Schicksal es gut oder schlecht mit uns meint, wenn etwas nicht so läuft wie wir es gerne hätten und wollen. Manchmal stellt es sich erst im nachhinein heraus, dass es doch gut so war, wie es war.
    Liebe Grüsse

    Freue mich übrigens, dass Blogigo heute noch!!! wieder on gegangen ist.;-)
  3. Rabenmutter schreibt am 20.07.2009 um 07:50 Uhr:Nichts geschieht ohne Grund... Irgnedein Sinn steckt wohl immer dahinter, hinter den Dingen, die unerwartet passieren. Wie auch immer man es nennen mag, Schicksal - religiöse Menschen denken dann wohl eher an göttliche Fügung - irgendwo gibt es einen großen "Masterplan". Aber wir können schon ganz gut mitarbeiten, glaub ich!
  4. Sadeyes schreibt am 20.07.2009 um 12:44 Uhr:Ich glaube schon, dass es mehr gibt, als nur bloße Zufälle. Aber wer denkt, dass alles Schicksal ist, der will nur keine Verantwortung übernehmen, denke ich.
    Vielleicht ist es ja mit dem Schicksal auch so, wie mit diesen Abenteuer-Heften. Das ganze Heft ist ja schon geschrieben und für jede Entscheidungsmöglichkeit gibt es unterschiedliche Ergebnisse, auf die sich die ganze Geschichte teils anders und teils über Umwege aufbaut.
    In meinen Augen ist es auf jeden Fall wichtig, vor wichtigen Entscheidungen zu überlegen. Genauso auch Vergangenes zu überdenken und Bilanz zu ziehen. Nicht einfach nur sagen, so ists nun und gut.
    Wirklich schicksalhaftes sind die magischen Momente, die man selber vielleicht gar nicht so beeinflusst hat, wie wahre Geschenke.
  5. ZooStation schreibt am 22.07.2009 um 10:08 Uhr:Schicksalsergebenheit ist nicht mein Ding und der freie Wille ist auch immer wieder beschränkt durch äußere Umstände - aber ich weiß, dass ich nicht alles beeinflussen kann, dass Dinge geschehen, die ich nicht anders hätte geschehen lassen können.
    Ob dieses Unbeeinflussbare aber von einer unpersönlichen Macht oder einer Gottheit oder dem Sack Reis gelenkt wird...ich glaube nicht.
    Ich glaube eher an bestimmte Strömungen, Dynamiken zwischen den Menschen, eine Art kollektives Unterbewusstsein, dass dazu führt, dass wir bestimmte Dinge, die geschehen, als vorherbestimmt ansehen.
    Da hilft dann auch keine Physik oder Mathematik weiter.
    Aber ausgeliefert sind wir nicht!
  6. Sterntalermaedchen schreibt am 23.07.2009 um 22:17 Uhr:Ich finde den Gedanken der Stoa sehr schön. Nämlich dass es eine Vorherbestimmung gibt, die auf uns Menschen einwirkt, aber dass wir durch unsere Vernunft selbst in der Lage sind zu entscheiden, ob wir ihr folgen der nicht.
    Das ist so das eheste was ich mir vorstellen kann. Bis mir etwas über den Weg läuft, was mir noch überzeugender erscheint. ;)

    Achja, hallo... ich bin wieder da. Das war sicher vorherbestimmt. ;)
  7. Galahad schreibt am 24.07.2009 um 17:27 Uhr:Hallo, lieber Sternenschein,

    kann es sein, dass du dich im Moment ungewohnt rar machst? Du schreibst doch sonst hier jeden Tag... *suchendguck*

    Alles ok bei dir? Gibst du bitte mal ein Lebenszeichen???

    Lieber Gruß
    Danny
  8. eineReisende schreibt am 27.07.2009 um 03:03 Uhr:Hallo Sternenschein,
    ich glaube an Gott und mein Glaube wird immer fester, je älter ich werde.

    Bei Deiner Frage fällt mir das folgende, schon "ziemlich abgenutzte" Zitat ein:

    "Gib mir die Kraft hinzunehmen, was ich nicht ändern kann.
    Gib mir die Kraft zu ändern, was ich ändern kann.
    Und gib mir die Weisheit zwischen den beiden zu unterscheiden."

    In ihm liegt für mich die Antwort auf Deine Frage. Ich denke, Gott hat uns unseren Verstand geschenkt um ihn zu gebrauchen.
    Wenn ich etwas bewegen kann liegt es in meiner Verantwortung dies auch zu tun, so ist meine Meinung. Auch versuche ich, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Braucht ein Mensch links oder rechts neben mir Unterstützung, und ich habe die Kraft und bin in der Lage sie zu leisten, halte ich mich dazu an dies auch zu tun.

    Eine Schlüsselfrage für das eigene Handeln ist in meinen Augen die Frage, wer Einfluß auf die Situation hat. Komme ich in der Antwort "gar nicht vor", brauche ich mich auch nicht verantwortlich zu fühlen.

    Es gibt Situationen, in denen habe ich das Gefühl gegen Wände an zu laufen. Ich denke, in diesen Fällen ist es nicht vorgesehen, daß ich jetzt und hier zum Ziel komme. Dann ist es "Energieverschwendung", mich weiter zu bemühen.


    Sadeyes:Genauso auch Vergangenes zu überdenken und Bilanz zu ziehen. Nicht einfach nur sagen, so ists nun und gut.


    Sadeyes, da bin ich ganz Deiner Meinung. Vergangenes ist dazu da, verarbeitet zu werden und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

    Herzlichen Gruß
    eineReisende

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