Gedanken oder Fragen

05.04.2008 um 21:04 Uhr

Panikattacke und Depressionen

Stimmung: gut

Panikattacken, Angsterkrankungen, Depressionen kommen recht häufig vor.
Geschätzt leidet jeder fünfte einmal darunter.
Oftmals ist es aber ein langwieriger Leidensweg, den der Betroffene geht. Voller Verzweiflung und sich zurückziehen. Zurückziehen aus dem Leben, aus seinem eigenen Leben.
Ein Gefühl als ginge es nicht einen Schritt mehr weiter. Nicht einen einzigen. Ein Gefühl, als fiele man in ein tiefes Loch, ohne entkommen zu können. Angst in sich selbst zu versinken, ohne dass die Tür nach aussen je wieder sich öffnet.

Gestern auf NDR-Info gab es zu diesem Thema eine informative Radiosendung.
Die Disposition für Angsterkrankungen, Panickattacken und Depressionen ist vererbbar.
Wenn ein Elternteil einmal daran erkrankt war, dann ist die Möglichkeit, im Leben selbst depressiv zu werden bis zu viermal höher, als wenn dieses nicht der Fall wr.
Es wird wohl über eine Gensequenz vererbt.
Andere Gründe sind Schicksalsschläge, Traumata, Burnout Syndrom, Partnerverlust, Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit etc.
Die Panikattacken können so schlimm werden, dass die Angst vor der Angst so gross ist, dass der Betroffene kein normales Leben mehr führen kann. Sich zurückzieht, sich nichts mehr zutraut. Was eine Depression fördert.

Die Fachleute sind der Meinung, dass eine Verhaltenstherapie in diesen Fällen die höchsten Aussichten auf Erfolg hat.
Natürlich kann man sich nicht sagen, ich habe keine Angst, wenn man sie doch sehr deutlich und genau spürt. in diesen Fällen sollte wohl durch die Angst hindurchgegangen werden, sich ihr aussetzen um zu spüren, dass sie einen nicht vernichtet. Einfach wird dieser Weg wohl nicht sein, aber die Angst vor der Angst loszuwerden, wieder normal leben zu können, dieses ist es wohl wert.

Selbst wenn in Gensequenzen diese Angst und Depressionssauslöser programmiert sind, so lassen sie sich durch die Psyche doch für eine gewisse Zeit oder auch für immer ausschalten und umprogrammieren.

Mehr Infos zum Thema Depression, Panikattacken und Burnoutsyndrom findet ihr hier:
NDR Info Angst
NDR Niedersachsen Depression
NDR Niedersachen Depression Burnout

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitiereninge schreibt am 05.04.2008 um 21:17 Uhr:*seufz* mein dad ist depressiv. oft, immer wieder, jedes jahr im november, dezember. und zwischendurch.
    "wozu denn eine brücke, mein balkon tuts auch".
    meine mutter.. ich kann nur vermuten, was sie hat, aber in diese richtung geht es allemal.... zusätzlich mit burnout, ganz sicher.
    tja, schon ein seltsames gefühl.... zu wissen, was ich da geerbt habe.....
    aber trotzdem kann man, wie du sagst, lernen, damit umzugehen... und ich weiß, dass ich diesen hang zu depressionen und "böse-welt-gedanken" habe.... ich weiß es.... auch wenn ichs manchmal nicht wissen will....
    liebe grüße
  2. zitierensternenschein schreibt am 05.04.2008 um 21:41 Uhr:Liebe Inge,
    ja. der Brief Deines Vaters sagt ja schon sehr viel aus.
    Ich weiss auch wie es ist, wenn die Mutter häufig depressiv ist-
    Man als Kind mit diesen Phasen der Mutter fertig werden muss. Dieses zeitweise nichts mehr wirklich wahrnehmen. nicht mehr leben zu wollen. Dann wieder diese manischen Phasen, in denen es alles ganz anders ist. Aber nie zu wissen, was morgen ist.
    Dazu noch als Kind manchmal die Schuld dafür zu bekommen. *Ihr bringt mich noch unter die Erde*

    Es ist nicht gerade schön, aber ich hatte es wohl trotzdem noch besser, als Du es hattest.

    Und deshalb bewundere ich Dich, wie Du mit den Dingen umgehst, die guten Dinge auch in den schlechten, noch erkennst-
    Und ich wunsche Dir, dass diese *böse Welt Gedanken* nie überhand nehmen werden.
    Dass das Leben Dir noch zeigt, wie schön es sein kann.
    Zum Thema Panikattacken hatte ich in Kommentaren gelesen, wie sehr Betroffene darunter leiden.
    Wie schwer es ist. sich der Angst auszusetzen und dennoch weiter zu gehen.
    Was dieses an Kraft anfangs kostet.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  3. zitierenArydale schreibt am 05.04.2008 um 22:55 Uhr:Du schreibst das jeder fünfte unter Depressionen, Panikattacken oder Angsterkrankung leidet oder schon gelitten hat. Stellt man sich da vor, dass bei einer Bevölkerung wie in Deutschland von mehr als 80 Mio. Einwohner jeder fünfte heute davon betroffen wäre, dann wären das 16 Mio. Betroffene. Und diese Krankheiten nehmen, so wie's aussieht leider eher noch zu als ab.

    Ein "Erfolg" ist schon mal gewonnen wenn der Betroffene erkennt, was ihm fehlen könnte. Also, wenn man selbst merkt das da was nicht stimmt. Bis zu dieser Erkenntnis, diesem sich-selbst-eingestehen vergeht oft wertvolle Zeit.
    Und manch einer, macht auch eine Odysee durch Arztpraxen durch bis dann endlich festgestellt wird das körperliche Ursachen auszuschließen sind. Aber auch umgekehrt sind/können körperliche Versehrungen auch Ursächlich für Panikattacken, Depressionen und Angsterkrankung sein.
    Was ich eigentlich sagen will, ist, das der Weg ziemlich lang und beschwerlich sein kann bis man erste richtige und ernstgemeinte Hilfe erfährt. Und das weitere wie-geht's-weiter hängt dann sehr von einem selbst ab. Vom Willen, vom Eigenverständnis, Durchhaltevermögen, dem Umfeld etc.

    Viele Grüße
    Arydale
  4. zitierenNeori schreibt am 05.04.2008 um 23:46 Uhr:Es ist unglaublich schwer .. zu wissen dass ein anderer Momente gehabt hat in denen er sich phasenweise aufgegeben hat, den Willen verloren hat weiter zu leben: das Leben zu genießen. Ich nehme es viel bewusster war ~ vielleicht hängt es mit dem Verlust meines geliebten Vaters zusammen, ich weiss es nicht ~ aber ich weiss auch dass dieser Weg (einem anderen Menschen zu helfen) mehr als beschwerlich ist da es nicht durch eine Kleinigkeit oder mit einem Wink mit dem Zaunpfahl wieder hergerichtet ist. Man geht zu oft zu sehr an seine Grenzen. Manchmal ist es ein schleichender Prozess den andere so gar nicht bemerken: zumindest zu Anfang. Umso hilfloser fühlt man sich wenn man sieht, dass der andere innerlich Leid mit sich trägt das viel tiefer ist als man sich im ersten Augenblick ausmalte.
    Ich bin froh dass ich meiner Mutter eine derartige Stütze sein kann... sicherlich ist es oft schwer und es wäre nicht die Wahrheit würde ich sagen es gehe mir leicht von der Hand, aber ich sehe wie viel solchen Menschen gerade dieser Halt [am Leben] bedeuten kann: sie müssen nur einen Punkt/eine Stelle/eine Person finden nach der sie greifen können und von der sie aufgefangen werden...

    Ich wünsche jedem der davon betroffen ist (ob nun direkt oder indirekt) alles erdenklich Liebe und vorallem dass jemand da ist der einen in dieser Situation nie alleine lässt.

    ~Danke Sternenschein *umarm*
  5. zitierensternenschein schreibt am 09.04.2008 um 03:55 Uhr:@Arydale,
    manche sprechen auch von jeden vierten der in seinem leben einmal betroffen ist.
    Ich denke dass die ganze Mentalität unserer gesellschaft auch mit dazu beiträgt, siehe mobben, Zwänge etc.
    Und viele merken es nicht selbst, spüren nur die körperlichen Symphtome, werden vielleicht noch als Hypochonder abgestempelt, machen wirklich eine Odyssee durch die Arztpraxen durch. Denn die Hausärzte fragen auch nicht gezielt danach, wenn sie sich überhaupt die Zeit für ein längeres Gespräch nehmen.

    @Neori,
    das glaube ich Dir gerne, dass es nicht gerade leicht von der Hand geht, zu helfen.
    Da kommt man ganz sicher oft genug an seine Grenzen. Verzweifelt schon fast selbst.
    Umso mehr ist es zu schätzen, was Du machst. Zumal es für Dich selbst ja auch nicht leicht ist, mit diesem Verlust deines Vaters umzugehen.

    Und ich denke auch, jeden kann es selbst treffen, gefeit ist man da wohl nie vor.

    Wünsche Euch auch alles liebe
    sternenschein

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