Gedanken oder Fragen

31.05.2009 um 05:36 Uhr

Schiller und das Schicksal

Stimmung: gut

Friedrich Schiller schien an das Schicksal und die Vorbestimmung zu glauben.

So führt das Schicksal an verborgenem Band
Den Menschen auf geheimnisvollen Pfaden;
Doch über ihm wacht eine Götterhand,
Und wunderbar entwirrt sich der Faden.

Schrieb Schiller ( Turandot, Prinzessin von China )

In der Jungfrau von Orleans schrieb er:

Und wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht.

Schicksal, Vorherbestimmung, Vorhersehung, drei unfassbare Worte. Drei Worte die nicht zu fassen sind, nicht belegbar sind.
Gibt es sie wirklich, gibt es so etwas wie Schicksal und Vorhersehung?
Oder denken wir es nur, glauben es nur?

Ist Schicksal beweisbar?
Was ist mit dem Schicksal wenn wir einfch etwas anderes machen, es nicht zu unserem Schicksal kommt, weil wir uns dem entziehen. Oder ist dieses dann unser vorherbestimmter Weg, unser Schicksal?
Er hat sich dem Schicksal, der Vorhersehung entzogen.
Ein entzogenes Schicksal, ein Schicksal welches nicht seinen Zweck erfüllt.

Vorherbestimmt. Ist es alles vorherbestimmt?
Ist ein Mensch für uns vorherbestimmt als Partner?

Ich mag ja Filme, in denen die Protagonisten sich vor der Geburt verabreden um sich hier auf Erden zu treffen.
Die Spannung, wenn sie sich begegnen, aneinander vorbeilaufen, ohne sich zu erkennen, um sich am Schluss, wie es in Filmen nun einmal so ist, dann letztendlich doch finden.
Finden, weil sie füreinander geschaffen sind.
Füreinander geschaffen.
Diese zwei Worte muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Schiller glaubte wohl auch in der Liebe an die Vorsehung:

Es ist ein holder Gedanke, freundlicher Gedanke,
Dass über uns, in unermessnen Höhn,
Der Liebe Kranz aus funkelnden Gestirnen,
Da wir erst wurden, schon geflochten war.


Vorsehung oder eben nur ein holder, ein schöner Gedanke?

Vorsehung oder Schicksal.
Die, die in einer glücklichen Beziehung leben, ja sie werden sagen, es war Schicksal. Und wenn sie genau hinschauen, werden sie auch tausend Gründe finden, die dahin führten, dass es genauso kommen musste, wie es kam.

Nur wenn die Beziehung nicht so glücklich ist, ist es dann auch Vorsehung, Schicksal? Ist es dann trotzdem der Richtige, auch wenn er vielleicht falsch ist. Gibt es den falschen Richtigen? Wieviele falsche Richtige kann es geben, bis der oder die ganz Richtige auftaucht? Wenn überhaupt.
Alles nur Auslegungssache, selbstgemacht, oder doch Schicksal?

Es heisst ja auch: "Dem Schicksal auf die Sprünge helfen". Irgendwie muss ich bei dem Gedanken lachen, ein springendes Schicksal. Mal springt es hier hin, dann wieder dort hin.
"Das Leben ist ein grosser fliessender Strom" sagt man, da mögen ja auch mal Stromschnellen kommen, aber springende Schicksale? Das Schicksal ist doch kein scheues Reh auf der Flucht.
Ich glaube ich will kein springendes Schicksal.
Aber dem Schicksal auf die Sprünge helfen, dann doch schon manchmal.

Alles nur Zufall im Leben?
Es gibt keine Zufälle, sagen andere.
Ja, was denn nun?
. Manche spielen mit ihrem Schicksal, andere möchten gerne mal Schicksal spielen.
Was teils sogar gelingt.
Dem Schicksal lässt sich sogar die Schuld in die Schuhe schieben, selbst wenn es nicht schuldig war.
Er konnte gerade noch seinem Schicksal entkommen. Auch das gibt es. Selbst wenn gesagt wird, "Niemand kann seinem Schicksal entkommen".

So ist das Schicksal doch allgegenwärtig in unserem Sprachgebrauch. Aber gibt es das Schicksal auch wirklich?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Arydale schreibt am 31.05.2009 um 11:55 Uhr:Hallo,

    meine Freiheit ist es zu denken, dass es eben nicht so ist. Meine Freiheit ist es auch nicht mal daran zu denken, dass es diese Möglichkeit der Vorbestimmung, des Schicksals überhaupt gibt.

    Und dann hängt man halt so rum am Band :-))
  2. Muffin schreibt am 31.05.2009 um 13:43 Uhr:Ich glaube an Schicksal^^ Aber das weißt du ja bereits^^ Und daran, dass man eben immer die Wahl hat zwischen zwei oder vielleicht auch mehrern Wegen... Das Leben ist demnach wie ein Spiel: Das Schicksalsspiel - Und welchen Weg wirst du wählen. Und egal ob glückliche oder unglückliche Beziehung...ich glaube fest an die Vorherbestimmung. Und je nachdem welchen Weg man wählt, kann man vielleicht reich und beühmt werden oder arm und in der Gosse landen... Vielleicht aber auch nur ein Mittelding ;) ... Wie auch immer, ich schließe mich dem Sprichwort an: Es gibt keine Zufälle.
    Liebe Grüüüße^^
  3. AngelInChains schreibt am 31.05.2009 um 16:49 Uhr:Zu der "Verabredung vor der Geburt" faellt mir ein chinesischer Aberglaube ein, der das nicht so ganz trifft, aber irgendein auch einen aehnlichen, interessanten Gedanken darstellt.

    Und zwar heisst es, als mythische Erklaerung dazu, dass die Eltern ihre Kinder ungern erwachsen werden und von zuhause ausziehen lassen, dass ein Elternteil im vorherigen Leben der Lebenspartner und das andere der beste Freund oder die beste Freundin des Kindes gewesen sei. Im Umkehrschluss hiesse das, der Lebensgefaehrte/die Lebensgefaehrtin, an dem/der einem am meisten lag und der beste Freund (maennlich oder weiblich) werden im naechsten Leben die Eltern sein. Natuerlich funktioniert das logisch nicht, aber irgendwie ist es schon eine interessante Gedankenspielerei.
  4. Sterntalermaedchen schreibt am 31.05.2009 um 18:12 Uhr:Ich weiß nicht ob ich an Schicksal glaube. Irgendwie will man oft daran glauben, wenn irgendetwas nicht so läuft wie man es geplant hat. Wenn wir allerdings etwas aus eigener Kraft erreichen und stolz darauf sind.... dann sagen wir nicht einfach "Das war nicht ich, das war Schicksal!".
    Ich bin da Vaclav Havels Meinung, nämlich, dass "etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht".
    Welchen Anteil wir Menschen daran haben, wage ich nicht zu beurteilen.
    Ich kann nur das Beste aus allem machen und hoffen das es ausreicht. Ich versuche den gutmöglichsten Kompromiss zu finden, der mich und mein Umfeld glücklich macht.
  5. sternenschein schreibt am 01.06.2009 um 16:47 Uhr:@Arydale,
    an unsere Freiheit der Entscheidungen glaube ich auch. Nur wissen wir eben nicht, ob auch dieses im gewissen Rahmen vorgegeben ist.
    Wo wir aus einer Handvoll Möglichkeiten aussuchen können.
    Meinst du wir hängen alle rum am Band?
    @Muffin,
    ansich ja ein komisches "Schicksal", wenn es mehrere Möglichkeiten gibt.
    Aber da hatten wir ja schon drüber gesprochen, und über die Frage, ob in Parallelwelten dann die anderen Möglichkeiten gelebt werden. Was nicht ganz auszuschliessen ist, wie einige Wissenschaftler behaupten bzw. denken.

    Liebe Grüsse
  6. sternenschein schreibt am 01.06.2009 um 17:03 Uhr:@AngelInChains,
    finde ich auch eine interessante Gedankenspielerei.
    Die Menschen die einem nahe sind, oder denen man begegnet und das Gefühl hat man kennt sie schon "ewig" lassen in diese Richtung denken.
    @sterntalermaedchen,
    komisch, ich denke eher genau andersherum. Wenn es gut läuft, gute Zufälle und Ereignisse auftreten, dann denke ich es sei Schicksal, so gewollt.;-)
    Bei den schlechteren, denke ich eher, ich hätte etwas verkehrt gemacht, bin nicht meinen Weg gegangen, habe mich meinem (guten) Schicksalsvorgaben nicht gefügt. Man muss ja schliesslich auch mal aufmüpfig sein. *g*
    Und das weniger gute Ergebnis ist für mich dann die Quittung des Schicksals, wenn ich nicht meiner "Bestimmung" gefolgt bin.
    Ob es überhauot eine Bestimmung für jeden Menschen gibt, der er folgen kann. Und ist alles gut, wenn er ihr dann folgt?

    Erstaunlich finde ich, dass dieses alles im Grunde reine Glaubensfragen sind, ählich wie der Glaube an einen Gott.
    Ich frage mich, ob die, die nicht an Gott glauben, dennoch an eine Art Schicksal und Vorherbestimmung glauben, oder glauben können.
    Im Sprachgebrauch, wird Schicksal ja viel selbstverständlicher verwendet, als wie zum Beispiel Gott.
    Und eigenartiger Weise, gibt es diesen Glauben an das Schicksalhafte, die Vorsehung oder auch Vorherbestimmung ja so gut wie in allen Kulturen.
    Die Chaostheorie würde dem Schicksal auf einer Art widersprechen, aber auch sie läuft scheinbar nach bestimmten Mustern und festen Regeln ab.

    Liebe Grüsse
  7. AngelInChains schreibt am 02.06.2009 um 15:37 Uhr:Ich glaube weder an Gott, noch an ein Schicksal, was ja dasselbe in unpersonalisierter Form ist (quasi Gott fuer manche Atheisten, wenn man so will) ;) Ich glaube auch an keine Naturgeister oder Aehnliches. Ich glaube daran, dass die Welt komplett Naturgesetzen unterliegt, darunter auch solchen, die wir heute nicht kennen, die Einfluesse auf "Seele", Geist, usw, haben.

    Wie aber je Leben enstanden ist? Woher der Urknall kam? Das kann meiner Meinung nach auch kein Gott erklaeren, denn da waere meine Frage auch wieder, wo der denn herkaeme. Wenn man nun sagen wuerde, der haette nie entstehen muessen, sondern waere immer da gewesen, dann muesste man das ja als logische Erklaerung akzeptieren. Dann koennte man diese Erklaerung aber auch dazu nutzen, zu sagen, dass das Universum eben schon immer da gewesen sei. In einem Fall naturwissenschaftlich logisch, im anderen nicht, gibts fuer mich nicht ;) Ob man je wissen wird, wie es wirklich aussah - irgendwie glaube ich nicht, dass as so bald geschehen koennte. Aber vielleicht gibt es ja wenigstens kleine Ergebnisse bei der weiteren Erforschung des Universums, die dann neue Gedankengaenge ermoeglichen.

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