Gedanken oder Fragen

11.04.2012 um 00:57 Uhr

Schiller und das Unglück

Wer ins Unglück fällt,
verliert sich leicht aus der Erinnerung der Menschen!

Zitat: Friedrich Schiller ( Turandot, Prinzessin von China )

Ist es wirklich so, wie Schiller es hier behauptet?
Ich kann es nicht ganz glauben.

Sollten sich wirklich die Menschen abwenden, von denen die im Unglück sind, von denen die im Dunkeln stehen, wenn das Licht des Erfolges und des Lebens sie nicht mehr berührt? Ertragen die Menschen das Unglück der anderen nicht, haben sie Angst es könnte auch sie treffen?

Gerade dann sollten sich Freundschaften und Mitmenschlichkeit doch beweisen.
Fortlaufen kann jeder, doch stehenbleiben und die Hand reichen, es ist eine Kunst.

Selbstschutz, klar ist auch dieser wichtig, denn niemand sollte sich mehr Lassten aufbürden, als er auch wirklich tragen kann. Ein Helfer, der unter Last selbst zusammenbricht, ist kein Helfer mehr, sondern eher eine zusätzliche Last.
Wie gehen wir damit um? Wenden wir uns ab, oder wenden wir uns zu?
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. S_Hase schreibt am 11.04.2012 um 15:50 Uhr:Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Das bekam ich mal zu hören, als das Glück mich verließ.
    Ja, so ist das, es bleiben nur wenige bis sehr wenige übrig, die einem beistehen, wenn es einem wirklich schlechtgeht, vor allem, wenn abzusehen ist, dass man eventuelle Gefallen vorerst nicht zurückgeben kann!
  2. sternenschein schreibt am 11.04.2012 um 16:32 Uhr:Liebe S_Hase,
    das ist ja eine sehr unschöne Erfahrung, die du da machen musstest.
    Hilfe sollte von Herzen kommen und mehr oder weniger selbstlos sein, finde ich.
    Nicht aufrechnend und erwartend.
    Liebe Grüsse
  3. teddy42 schreibt am 11.04.2012 um 18:26 Uhr:Auch ich habe die Erfahrung machen müssen, daß sich viele Menschen zurückziehen, wenn man mal das Gegenteil von Glück hat, sogar Arbeitskollegen, die eigene Familie und eigentlich beste Freunde tun es!
    Es ist so, daß man mit solchen Unglücksfällen nicht umgehen kann, weil man dann überlegt, das kann einem selber auch passieren, wie gehe ich mit diesem Menschen jetzt um, will er überhaupt noch Kontakt, störe ich vielleicht, wie spreche ich ihn an, oder lasse ich es lieber, was soll ich sagen, dann ziehe ich mich lieber ganz zurück, dann kann ich nichts falsch machen.......so sind die Gedankengänge vieler Menschen in so einer Situation.....es kann kaum einer damit umgehen,
    ........und die, die sich erst "kümmern" sind oft nur neugierig und ziehen sich dann nach einigen Wochen auch ganz zurück, auf solche Menschen kann man dann aber auch verzichten!
    Ich weiß inzwischen, daß ich ähnlich so gedacht und gehandelt hätte, weiß aber jetzt auch, wie ich mit so einem Ereignis umgehen könnte. Eigene, wenn auch schlimme Erfahrungen können uns auch etwas lehren, nur daß es eine verdammt harte "Schule" ist, die man dann durchlebt, die ich keinem wünsche.
    Mein Unglück war während meiner Arbeit ein von mir verursachter Verkehrsunfall mit fatalen Folgen: ein Mann(54 J.) ist dabei gestorben.
    Ich kann seitdem auch nicht mehr arbeiten, weil ich einen Job hatte, bei dem ich jeden Tag wieder mit dem Auto hätte fahren müssen, das war nicht möglich für mich. Ich wurde dann auch nach mehreren Monaten Krankschreibung nach sechs Monaten aus dem Job gekündigt.
    Das Ganze ist jetzt mehr als zehn Jahre her, mit der Erinnerung an dieses Unglück muß ich weiterleben, dann merkt man aber, wer trotz allem zu einem hält, hilft und beisteht, einige Menschen gibt es für mich schon noch, zum Glück!!


  4. Rabenmutter schreibt am 11.04.2012 um 21:27 Uhr:Ich denke, oftmals sind es auch diejenigen selber, die sich dann zurückziehen. Man hat dann erst mal mit sich selber zu tun und will mit seinem Unglück auch niemandem auf den Geist gehen...
  5. Gast schreibt am 21.04.2012 um 17:16 Uhr:Alle wenden sich ab. Können diese dunkle trostlosigkeit, die nichtmal mit Traurigkeit zu vergleichen ist ertragen. Niemand will es um sich haben, und helfen kann man den unglücklichen, glücklosen Menschen sowieso nicht, denn wer sich nicht selbst helfen will/kann, dem kann man nicht helfen. Also wenden sich alle ab, und die letzten, die versuchen zu helfen, die werden dann abgewiesen, vertrieben bis auch sie sich zurückziehen.

    Es wird dann oft gesagt wo steckst du nur, du meldest dich nie, ziehst dich in dein Rattenloch zurück. Doch kommt einer dieser Menschen mal auf die Idee in das Rattenloch zu gehen und seine Hand anzubieten? Oder einfach nur seine Nähe? Sein Dasein würde ja schon reichen. Aber nein, zu dunkel und trübe, das will man nicht haben.

    Ob es bewußt oder unbewußt geshieht, es geschieht, die Menschen wenden sich ab von traurigen, kranken, glücklosen.
  6. sternenschein schreibt am 23.04.2012 um 20:12 Uhr:@Teddy42,
    mit so etwas umzugehen ist ja auch schwer, dieser Schock verfolgt einen noch sehr lange und doch muss und soll man damit leben.
    Oder besser gesagt, wie bei dir, einfach so weiter funktionieren wie zuvor, als sei nichts geschehen.

    @Rabenmutter,
    sich selbst zurückziehen ist das eine, aber ich glaube dennoch ist man dankbar und froh, wenn ein Mensch auch in solchen Situationen offen ist, ein offenes Ohr hat und einem die Hand reicht, um dort wieder herauszufinden.

    @Gast,
    hört sich traurig an was du schreibst. So endgülig verloren, ohne Hoffnung auf Änderung.
    Es mag wohl schon schwierig sein, wenn jemand sich nicht selbst helfen will oder kann, nichts an seiner schlimmen Situation ändern will oder emint ändern zu können. Immer und immer wieder an den alten Vorstellungen und auch "Ausreden" festhält, da ist es dann für einen von aussen schwierig die Hand anzubieten, wenn sie mehr oder weniger "weggeschlagen" wird.
    Es ist ja auch unmöglich, diesem in seinem Loch sitzenden, wie du es sagst, einfach irgenndetwas #vo aussen überzustülpen, was er garnicht selber ist.
    Aber vielleicht tröstlich, in solchen Momenten tzu wissen, es sind da welche, die lehnen einen nicht ab, aufgrund des Unglücks.

    Liebe Grüsse

Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.