Gedanken oder Fragen

11.09.2009 um 16:15 Uhr

Vom tun und denken

Stimmung: gut

Das sicherste Mittel,
ein freundliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten, finde ich darin, dass man sich wechselweise mitteilte, was man tut; denn die Menschen treffen viel mehr zusammen in dem, was sie tun, als in dem, was sie denken.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( An August Herder )

Das sagte Goethe zu Zeiten, als es noch keine SMS oder Twitter Nachrichten gab.
Vielleicht würde der Freiherr von Goethe heute simsen oder twittern, der Welt mitteilen was er gerade macht.
Und sicher würden ihm zahlreiche Follower folgen.

Ist es uns wirklich fast egal, was und wie ein Mensch denkt? Kommt es mehr darauf an, was er tut, was wir gemeinsam mit ihm machen und unternehmen können. Unabhängig von dem wie er denkt?

Bleibt gemeinsames Denken leer, wenn kein gemeinsames handeln vorhanden ist.
Schafft erst gemeinsames tun Gemeinsamkeiten und Nähe, ganz und gar unabhängig vom denken?

Das waren meine Gedanken zum Wochenende.
Wünsche euch ein schönes, egal ob ihr für euch alleine oder gemeinsam etwas tut.

PS.: Eine meiner Töchter würde sicher wieder das Wort "tut" monieren. Aber wenn Goethe es verwenden darf, darf ich es auch.
Es gab sogar mal einen recht "blöden" Song:
"Ich und mein Tut Tut", aber das ist eine andere Geschichte.;-)
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. MariaHilf schreibt am 11.09.2009 um 16:44 Uhr:Das gemeinsame denken ist wichtig...und das gemeinsame Tun lässt ebenso die Nähe entstehen, ein Ziel...das Denken allein reicht nicht....über das alleinige gemeinsame Tun?...wahrscheinlich wird dort viel Gemeinsamkeit erschaffen...deine Gedanken sind schön!
  2. Fool schreibt am 11.09.2009 um 16:49 Uhr:ich glaube gemeinsames Tun,setzt gemeinsames Denken voraus....ohne gleiches,oder ähnliches Denken, kein gutes Team im Tun...
  3. Rabenmutter schreibt am 11.09.2009 um 17:10 Uhr:Geht dem gemeinsamen Tun nicht das Denken voran???

    Oh, das hat Fool ja schon gesagt - ich schließe mich also dem Vorredner an! :-)
  4. rougenoir schreibt am 12.09.2009 um 04:03 Uhr:Vielleicht ist es auch nur eine Empfehlung Goethes, wie man Freundschaften erhält und kein Vorschlag für den idealen Inhalt von Gesprächen.
    Wie ein Rezept; So erreicht man auf jeden Fall das "richtige" Ergebnis, aber der Inhalt ist egal ;). Ich persönlich fände Gespräche über den Tagesablauf ziemlich ... eintönig, vor allem wenn ich von meinem Erzählen würde, da passiert nämlich nix interessantes, also meistens.

    Und wenn ich meiner schweigsamen MB zur Erhaltung der Freundschaft erzählen würde, was ich am Tag erlebt hätte ... wäre das noch ... uninteressanter für sie, weil sie sowieso meistens dabei ist ;).

    Eine gesunde Mischung kann auch nicht schaden, um eine Freundschaft zu erhalten *g*.

    Liebe Grüße
  5. MariaHilf schreibt am 12.09.2009 um 08:53 Uhr:Die Gedanken, die wir teilen...minuziöse Beschreibung sind meist auch nur Urlaubsbilder...was steckt hinter den Urlaubsfotos...das Gefühl an diesem Platz...was hat es in mir angeschubst, welchen Eindruck hat es hinterlasssen? das ist es doch...
  6. sternenschein schreibt am 13.09.2009 um 03:51 Uhr:@MariaHilf,
    das gemeinsame Tun schafft Nähe, manchmal sogar mit Menschen, von denen man dieses nicht erwartet.
    @Fool und
    @Rabenmutter,
    ich glaube bei manchen Dingen langt schon ein partiell gemeinsames Denken.
    Ich konnte schon von vielen Menschen etwas lernen, dadurch, dass sie auf bestimmten Gebieten ähnliches machten wie ich auch.
    Da muss das denken insgesamt nicht übereinstimmen, da trifft man sich einfach nur der Sache wegen. Und das kann auch schön sein, wenn zwei die gleichen Interessen haben, voneinder lernen, und sonst weiter nichts miteinander zu tun haben, weil sie ansonsten recht unterschiedlich sind.
    Denn man kann nicht sagen, dass zum Beispiel alle Menschen die Musik machen, oder Interesse daran haben, von der Art und dem Charakter gleich sind. Da machen schon viele gemeinsam Musik, auch wenn sie sich sonst nichts zu sagen haben und grundverschieden sind.
    Vielleicht ausserhalb dieser Interesse, mit dem anderen garnichts zu tun haben wollten.
    So ist es ja auch oftmals in den Firmen, dass dieses gemeinsame Arbeiten verbindet, aber ansonsten ausserhalb von den Tätigkeiten kaum Gemeinsamkeiten da sind, ja manchmal sogar Aversionen dem anderen gegenüber bestehen können.


    Bei Paaren verbinden gemeinsame Handlungen und Erlebnisse schon ungemein.
    Dieses ist ja auch oftmals das, was als Erinnerungen an diese Zeit bestehen bleibt, selbst wenn man sich trennt.
    @Rougenoir,
    Gespräche ansich, sie haben ja so schon einen Wert um sich dem anderen verständlich zu machen. Miteinander zu reden ist ja in diesem Sinne auch schon ein gemeinsames tun, wenn es denn von zwei Seiten geschieht.;-))
    Bei deiner MB ist es schon seltsam, denn durch die gemeinsame Wohnung müsst ihr doch das eine oder andere gemeinsam machen, was richtiggenommen doch verbinden sollte?
    Mich wundert auch ihre Schweigsamkeit, denn ihr müsst doch sicher einiges gegenseitig absprechen, oder schreibt ihr euch da Zettel?;-)
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  7. MariaHilf schreibt am 13.09.2009 um 08:30 Uhr:Lieber Sternenschein,

    als ich bei dir kommentierte dachte ich an Menschen die eben wenig oder vielleicht sogar gar keine Gedanken miteinander teilen, wie du schon schreibst - manchmal verbindet einen das Vögel beobachten, das gemeinsame singen oder was auch immer und mehr eben nicht. Tun verbindet ungemerin und schützt uns in Partnerschaften nebeneinander her zu leben. Man bewegt sich gemeinsam in einem Rahmen, hat ein Ziel, fühlt sich als EINS...Gedanken verbinden auch, obwohl ich glaube, dass das in unsere zunehmend virtueller werdenden Welt für Menschen zum Problem wird, es wird immer weniger greifbar, i unseren Blogs kann Wahrheit oder Lüge stehen - vielleicht ist es die Verbindlichkeit , die uns fehlt. Viele Schriftsteller, Dichter und Künstler haben früher nur gedanken in Briefform getauscht und es hatte einen unglaublichen Wert für den Einzelnen. Heute? Plötzlich können wir mit Hinz und Kunz tiefsinniges erzählen - wären wir denn in der Lage dazu...es ist wohl die Beliebigkeit, die uns zu schaffen macht darin....und vielleicht der Anspruch einzigartig zu sein und einzigartiges mit dem Andern zu teilen. Im Tun finden wir eben dieses klare miteinander...einen Garten anlegen...neue Fliesen legen...sich gegenseitig aus dem Buch vorlesen was grade so fasziniert...oder was auch immer

    Liebe Grüße
    m
  8. rougenoir schreibt am 13.09.2009 um 10:31 Uhr:Ich habe wirklich vor ihr einen Zettel zu schreiben ... :D
    Hmmm ....
    Ich habe das so verstanden, dass man sich gegenseitig erzählt, was man tut und das fand ich nicht sehr ... ähm verbindend. Gemeinsames Tun ist dann wieder etwas anderes, denke ich. Gemeinsames Tun tut verbinden :)
  9. sternenschein schreibt am 14.09.2009 um 00:25 Uhr:@MariaHilf,
    Briefe und schriftliche Mitteilungen hatten zu früheren Zeiten wirklich einen sehr hohen Wert.
    Obwohl der schriftliche Austausch zu früheren Zeiten wohl sehr viel schwieriger war als es heute der Fall ist.
    Dann noch die längeren Brieflaufzeiten.;-)
    Führte auch oftmals trotz grosser Entfernung zu enormer Nähe.
    Aber dieses kann auch heute noch, zu Zeiten von E-Mails und Chats wohl dennoch genauso sein, denke ich.
    Diese Unwahrhaftigkeit hätte genauso auch in Briefkonversation stattfinden können.
    Nur, wenn sie nicht als diese und als reine Unterhaltung deklariert wird, werden solcherlei Kontakte doch nicht von sehr langer Dauer sein werden.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass selbst ohne jedes gemeinsame tun, nur über das denken auch eine grosse Nähe und gegenseitiges Verstehen entstehen.
    Allerdings wieder ein anderes, als würde man gemeinsame Dinge erleben.
    Finde dieses Thema ausserordentlich interessant.

    @Rougenoir,
    einen Zettel zu schreiben ist ganz sicher nicht verkehrt. Denn er muss erstmal gelesen und verarbeitet werden, bevor man darauf antwortet.
    Das schriftliche Wort ist meistens mächtiger und langanhaltender tiefergehend, als das gesprochene.
    Ich glaube sogar die Abwehr aufgrund persönlicher Aversionen sind bei etwas geschriebenes geringer, als wenn die direkte Kommunikation inclusive der wirklichen oder vermeintlichen nonverbalen Sprache doch eher Widerstände erschafft.

    Liebe Grüsse
  10. Rabenmutter schreibt am 14.09.2009 um 08:14 Uhr:Also ich finbde Briefe imemr noch großartig und es gitb Menschen in meinem Leben, mit denen ich per Mai lkommunizieren könnte aber wir tun s dennoch liebr per Brief, udn wen ndie Zeit zwischen 2 Briefen zu lang wird, kommt ziwschenrein eben eine Postkarte als Lebenszeichen... schon toll.
    Auch muss ich sagen, dass es mir oftmals leichter fällt, zwischenmenschliches lieber schriftlich zum Ausdruck zu brigne. Wenn ich möchte, dass mir derjenige wirklich zuhört (auch wenn er es dann gar nicht hört sondern löiest) oder wirklich das gesagt wird, was ich ausdrücken will - beim sprechen bleibt man doch manchmal hängen, oder es kommt schon eine Antwort ehe man fertig ist... etc.
    Dieses "sich über den Tag" erzählen finde ich persönlich sehr wichtig, aber natürlich ist es nur dann sinnvoll, wenn man denselben nicht gemeinsam verbringt. Aber das gibt mir das Gefühl, der andere lässt mich an seinem Leben teilhaben, ihm ist wichtig, dass ich weiß, was er tut und was er dabei gedacht hat. Das verbindet unheimlich, meiner Meinugn mehr noch als gemeinsames tun.

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