Gedanken oder Fragen

16.03.2011 um 09:07 Uhr

Warum werden die Kernkraftwerke in Japan nicht einfach abgeschaltet

Warum werden die havarierten AKW's in Japan, an der Küste von Fukushima nicht einfach abgeschaltet?
Dieses scheinen sich viele Google Nutzer zu fragen, wie ich an den Suchbegriffen sehe.

Doch ganz so einfach ist es bei einem Kernkraftwerk mit dem abschalten nicht.
Da kann man keinen Stecker herausziehen und es bleibt stehen.

Einige der sechs Reaktorblöcke in Fukushima waren schon vor dem Erdbeben "abgeschaltet". Die restlichen wurden durch das Erdbeben automatisch heruntergefahren.

Doch dieses herunterfahren heisst noch lange nicht, dass nichts mehr passieren kann.
Die Brennstäbe im Reaktorkern entwickeln noch eine sehr lange Zeit eine grosse Hitze und müssen permanent weiter gekühlt werden.
Da der Kühlwasserkreislauf und auch die Notkühlung mit Strom aus Notdieselstromgeneratoren scheinbar versagte, erhitzten sich die Brennstäbe im Reaktorkern stark, teilweise sank auch der Wasserspiegel des Kühlwassers zu stark. Teilweise lagen die Brennstäbe zeitweilig trocken, was zur Kernschmelze führen kann.
Zeitweilig stieg auch der Druck in den Reaktoren so stark, dass er über Ventile abgeführt werden musste, wodurch es zu diesen Wasserstoff Knallgasexplosionen kam.

Also, einfach abschalten und alles ist vorbei, ist nicht. Selbst Brennstäbe im Abklingbecken können noch gefährlich werden und sich überhitzen, wenn sie nicht gekühlt werden.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Bloomsbury schreibt am 16.03.2011 um 09:14 Uhr:Und wie wird das Wasser zum Kühlen eingepumpt? Mit Strom, oder? Habe auch erst jetzt erkannt, dass AKWs anscheinend immer an Flüssen stehen (oder am Meer), um ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben.
  2. sternenschein schreibt am 16.03.2011 um 09:41 Uhr:liebe Bloomsbury,
    ja, da kommen stromgetriebene Pumpen zum Einsatz. Deshalb auch die Notstromgeneratoren, die in diesem Fall den Dienst versagten, da sie durch den Tsunami wohl Wasser abbekamen und ihren Dienst versagten.
    So wie man jetzt mit Seewasser kühlt, wird wohl das kontaminierte Wasser wieder ins Meer zurückgeleitet.
    Ein AKW hat zurständigen Kühlung einen sehr grossen Wasserbedarf. So gross, dass es das Flusswasser, an dem das AKW steht erhitzt. Deshalb musste im Sommer die Leistungen von Brunsbüttel oder Krümel heruntergefahren werden, da die Elbe aufgrund der Flusswassertemperatur unter für die Fische gefährlichen Sauerstoffmangel litt.
    Dieser Flusswasserkreislauf ist natürlich ein sekundärkreislauf zum kühlen, denn es soll natürlich nicht das kontaminierte Reaktorbehälterwasser in die Flüsse geleitet werden.
    Liebe Grüsse
  3. Bloomsbury schreibt am 16.03.2011 um 12:48 Uhr:Danke für die Erklärung, Sternenschein ^^.
  4. aenne schreibt am 16.03.2011 um 17:32 Uhr:...und dann kommt ja noch hinzu, dass Japan keine Rohstoffe besitzt und seinen Strom (fast?) ausschließlich in Atomkraftwerken produziert.
  5. colUxVx schreibt am 17.03.2011 um 14:09 Uhr:Danke für den Kommentar
    Alles gute
  6. sternenschein schreibt am 17.03.2011 um 19:37 Uhr:Viele fragen auch:
    "Weshalb zieht man die Kernbrennstäbe nicht einfach aus dem Reaktor heraus".
    Wohl in dem Glauben, dann sei der Fall gelöst und es könnte nichts mehr passieren.
    Nur, wenn die Brennelemente herausgezogen werden würden, dann müssten sie wegen der Resthitzeentwicklung in das Wassergekühlte Abklingbecken.
    Dort müssen die Brennstäbe noch über eine lange Zeit weitergekühlt werden, durch einen funktionierenden Kühlwasserkreislaufes.
    Die Situation in dem havarierten Reaktoren ist ja gerade zur Zeit faktisch fast so, als seien die Kernbrennstäbe herausgezogen worden, da das sie umgebende Kühlwasser verdampfte und sie zum Teil im trockenen stehen und sich daurch immer mehr erhitzen.
    Liebe Grüsse

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