Gedanken oder Fragen

12.06.2009 um 09:16 Uhr

Wie Behinderte manchmal schikaniert werden

Berufsbildungswerk für Menschen mit Behinderungen sollten für die Behinderten da sein.
Dort sollten die Ausbilder die ihnen anvertrauten behinderten Menschen doch fördern und nicht schikanieren.

Wie geschehen bei Sibebo.
Sibebo hat das Noonan Syndrom, ein Defekt des PTPN 11 Gens, welches zu Minderwuchs, Sehnenverkürzung, Herzfehlern etc. führt.

Mit sechs Jahren musste sich Sibebo einer Herzoperation unterziehen..
Während ihrer Schulzeit wurde sie häufig von Mitschülern gemobbt, als Missgeburt beschimpft, bespuckt, ihre Sachen wurden geklaut und versteckt, einfach umgerannt, auf dem Nachhauseweg vom Radweg von den anderen in den Graben gedrängt und vieles mehr.

Wirklich keine schöne Schulzeit, wenn man schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, dann noch so von Mitschülern behandelt wird.
Ausgegrenzt- Schilderung der Schulzeit

Wohl froh war Sibebo als sie ihre unschöne Schulzeit endlich hinter sich gebracht hatte.
Sibebo freute sich auf die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk für Menschen mit Behinderungen.
In dem sie zur Hauswirtschaftshelferin ausgebildet werden sollte.

Doch auch dort, in dieser Instutition die für Behinderte da sein sollte, gingen die Demütigungen und Schikanen weiter.
Da Sibebo aufgrund ihrer Beinsehnenverkürzungen und Knieoperation nicht so schnell gehen kann, trat ihr die Ausbilderin immer wieder in die Hacken, damit sie schneller geht.
Sagte noch, "Was, du kannst nicht schneller gehen? Dann werde ich es dir schon noch beibringen"
Demütigte sie beim essen, nahm keinerlei Rücksicht auf Sibebos Behinderung.

Negative Erfahrungen auch in der Ausbildung

Ich finde es schlimm, wenn in Behinderteneinrichtungen derartige Ausbilder arbeiten dürfen, die die Behinderten eher fertigmachen anstatt sie zu fördern.
Ja, so etwas macht mich wütend und traurig.
Auch dass die Lehrer und die anderen Eltern während ihrer Schulzeit nicht dafür gesorgt haben, dass sie gut behandelt wird.

Klar, Kinder können grausam sein, aber die Lehrer hätten doch da eingreifen können.
Es läuft wohl vieles falsch hier bei uns im Umgang mit Behinderten.

Wie man schon an den Kürzungen des Blindengeldes sieht. In nordischen Ländern haben Blinde zum Beispiel für Veranstaltungen und ähnliches, Anspruch auf Blindenassistenten die sie dorthin begleiten. Davon können unsere blinden Menschen wohl nur träumen.

Als ob das Leben mit einer Behinderung nicht sowieso schon schwieriger ist, werden diese Menschen dann in der Schule noch ausgegrenzt und gemobbt, und wie bei Sibebo vielleicht sogar auch noch in ihrer Ausbildung.

Sibebo hat aufgrunddessen heute noch Albträume aus dieser Zeit in denen sie das geschehene immer wieder erlebt.
Jetzt hatte sie in ihrem Blog darüber geschrieben um es zu verarbeiten und sich davon lösen zu können.

Sibebo ist sehr hilfsbereit, hilft gerne anderen Menschen. Sagt, wenn man hilft, dann wird einem auch geholfen. Man sollte nur fragen und "sich bedanken".

Es macht ihr auch nichts aus, wenn sie gefragt wird, was mit ihr los ist, dann bekommen die Frager auch eine vernünftige Antwort.
Dieses ist ihr lieber, als wenn sie angestarrt und über sie getuschelt wird.
wir sollten mehr hinsehen, aufmerkamer sein, sagt Sibebo, Zivilcourage ist gefragt.

Wer genau wissen will, was das Noonan Syndrom ist, unter dem rund 80.000 Deutsche leiden, kann es in den Einträgen vom Mai, bei Sibebo nachlesen, wo sie diese Erkrankung die nur symptomatisch behandelt, aber nicht geheilt werden kann, ausführlich dokumentiert.
Ich finde Sibebo ist ein bemerkenswerter Mensch.;-)
Ein Mensch, der sagt, ich bin wie ich bin, und für meine Behinderung kann ich nichts.

Siehe auch:
: Eintrag bei Rabenmutter
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLunaPiena schreibt am 12.06.2009 um 09:41 Uhr:danke *top*
  2. zitierensibebo schreibt am 12.06.2009 um 11:43 Uhr:Danke für Deinen sehr ausführlichen bericht den Du hier geschrieben hast.
    Während der Schulzeit hab ich mich schon an die Lehrer gewant.Die haben dann mit den Mitschülern geredet.Aber noch einigen Tagen machten sie munter weiter.Geholfen hat es also nicht richtig.Mein Deutschlehrer der bekam die Sache besser in den Griff.Nach dem z.B.was versteckt wurde mußte es wieder geholt werden und die Person mupte sich bei mir entschuldigen.

    LG Sibebo
  3. zitierenAngelInChains schreibt am 12.06.2009 um 18:17 Uhr:Nunja, leider reicht es in der Schule auch schon aus, nicht die "richtige" Kleidung oder Frisur zu tragen, oder ein deutsches/auslaendisches (je nach Umfeld) Elternteil zu haben, schon wird man gemobbt... Es kann quasi jeder zum Mobbingopfer werden. Dass Koerperbehinderte da nicht ausgenommen sind, sondern leider wegen der sichtbaren Behinderungen erst recht verspottet werden, ist grausam, aber einige logische Konsequenz dieser menschlichen Intoleranz und Gewaltlust. Die Frage, die wir uns aber stellen sollten, ist: Was koennen wir dagegen tun?

    Dass aber selbst an Ausbildungsstellen extra fuer Behinderte schlecht mit den Azubis umgegangen wird, haette ich nicht gedacht.
  4. zitierenLunaPiena schreibt am 12.06.2009 um 18:33 Uhr:AngelinChains

    viele können solche Dinge nicht glauben, dass ausgerechnet Betreuer oder Pflegepersonal
    die eine spezielle Ausbildung genossen haben um es besser zu machen, sich in der Rolle eines Mobbers oder Missbrauchers wiederfinden.
    Egal wohin man schaut, immer und immer wieder lassen sich solche Menschen finden die
    Behinderte und/oder Pflegebedürftige teilweise aufs übelste quälen.
    Anstatt hier auf genügend Personal zu achten, wird gespart auf teufel komm raus und
    ebnet somit den Weg für solche Sadisten die in so einem Job echt nichts zu suchen haben
    und dringend so schnell wie möglich weg müssten.
    Aber nööööö lieber Vogelstrausspolitik und Geld sparen auf den Schultern der Schwächeren
    und da haben wir Kinder im allgemeinen noch nicht mit dabei *kotz*
  5. zitierenAngelInChains schreibt am 12.06.2009 um 19:27 Uhr:Naja, eigentlich haette ich es mir schon denken muessen. Ich weiss ja, was fuer Menschen "da draussen" herumlaufen. Ich sehe taeglich, allein schon im Studium, Medizinstudenten, die ich wegen ihrer Verantwortungslosigkeit nie fuer eine aerztliche Behandlung aufsuchen wuerde, und ich sehe Leute, die Paedagogik studieren, und wo es mir dann schon graut, wenn ich daran denke, dass sie mal mit Kindern und Jugendlichen umgehen sollen.

    Ich frage mich nur manchmal, wieso diese Leute sich nicht einen Beruf suchen, der ihren Faehigkeiten entspricht. Das wuerde jedem Probleme sparen.
  6. zitierenLunaPiena schreibt am 12.06.2009 um 20:09 Uhr:AngelinChains

    da hast du völlig recht !

    Ich weiss ja z.b. von mir das ich sehr ungeduldig bin und immer alles zack zack
    gehen muss, sonst werd ich ranzig. So nun hätte ich den Wunsch Menschen mit
    Behinderung oder pflegebedürftigkeit zu betreuen.
    Na also mit meiner Ungeduld habe ich mal ganz sicher nichts zu suchen als Betreuerin
    oder Pflegerin im direkten Kontakt.
    Wo ich mit meiner Art nützlich sein könnte wäre als ne art Beistand, wo solchen Menschen
    die keine Selbständigkeit mehr haben im Papierkrieg und Finanzkram den Rücken freihalten.
    Bei den Ämtern ist es manchmal notwendig gar die Faust auf den Tisch zu hauen, damit
    sie erwachen, aber diese Faust dürfte nie bei einer zu betreuenden Person auf den Tisch
    donnern.

    Die Ausbildnerin von der Sibebo hätte auch besser im Hintergrund den Behörden in die
    Hacken getreten und der Sibebo wäre um einiges besser geholfen gewesen, als das sie
    ihr in die Hacken getreten ist.

    Deine Medizinstudenten wären vermutlich super aufgehoben in der Forschung
    aber niemals im direkten Kontakt mit den Patienten

    Hmmm aber was macht man mit Pädagogen wo man nicht auf die Menschheit los lassen
    darf *grübel*
  7. zitierenLunaPiena schreibt am 12.06.2009 um 20:11 Uhr:AngelinChains

    da hast du völlig recht !

    Ich weiss ja z.b. von mir das ich sehr ungeduldig bin und immer alles zack zack
    gehen muss, sonst werd ich ranzig. So nun hätte ich den Wunsch Menschen mit
    Behinderung oder pflegebedürftigkeit zu betreuen.
    Na also mit meiner Ungeduld habe ich mal ganz sicher nichts zu suchen als Betreuerin
    oder Pflegerin im direkten Kontakt.
    Wo ich mit meiner Art nützlich sein könnte wäre als ne art Beistand, wo solchen Menschen
    die keine Selbständigkeit mehr haben im Papierkrieg und Finanzkram den Rücken freihalten.
    Bei den Ämtern ist es manchmal notwendig gar die Faust auf den Tisch zu hauen, damit
    sie erwachen, aber diese Faust dürfte nie bei einer zu betreuenden Person auf den Tisch
    donnern.

    Die Ausbildnerin von der Sibebo hätte auch besser im Hintergrund den Behörden in die
    Hacken getreten und der Sibebo wäre um einiges besser geholfen gewesen, als das sie
    ihr in die Hacken getreten ist.

    Deine Medizinstudenten wären vermutlich super aufgehoben in der Forschung
    aber niemals im direkten Kontakt mit den Patienten

    Hmmm aber was macht man mit Pädagogen wo man nicht auf die Menschheit los lassen
    darf *grübel*
  8. zitierenAngelInChains schreibt am 12.06.2009 um 20:22 Uhr:Naja, selbst in der Forschung waeren diese Mediziner wohl nicht so ganz richtig. Sie schludern ziemlich, und das dabei herauskommen kann, wenn man gerade mit Praeparaten hantiert... Nee, das ist schon zu riskant. Schon so koennen Verwechselungen und Fehler passieren, aber bei Leuten, die dann noch andauernd unkonzentriert und auch desinteressiert an was arbeiten... nach dem Motto "Egal, was rauskommt, hauptsache, es gibt Geld dafuer"...
  9. zitierenamoremia schreibt am 13.06.2009 um 11:26 Uhr:Die Schikane beginnt sogar schon bei den Krankenkassen. Wir sind privat versichert wohlbemerkt.
    Und ich habe nahezu täglich Kämpfe mit Kranken- und Pflegeversicherungen, dass ich manchmal als verhältnismäßig starke Frau schon an den Rand meiner psychischen Grenzen gerate.

    Es geht um Hilfsmittel oder Bescheide die einem pauschal gekürzt werden, wenn man nachfragt, ist es ok, wenn man sich informiert, wurde man besch**** und man ruft dann an und plötzlich heißt es: ok, wir ändern den Bescheid ab!

    Als behinderter Mensch ist man darauf angewiesen, dass einem geholfen wird. Aber nicht nur in Alltagsdingen, sondern auch bei solchen Kämpfen, denn woher soll gerade ein Mensch mit Einschränkungen die Möglichkeit haben, sich da so durchzuboxen...

    Behinderte Kinder untereinander mobben auch. Das ist auf keinen Fall richtig. Aber ist es nicht auch bei gesunden Kindern so?!?!?!?! Ich kenne ein Mädchen, das immer mit meinem Kind spielen will und mein Kind WILL nicht. Es mag dieses Mädchen nicht. In der Schule hat das Kind keine Freunde, wird von anderen behinderten Kindern gehänselt etc. Aber das Kind hat einfach ein Verhalten, das dazu vermutlich....als Fluchtreflex aufruft, weil es so vereinnahmt (mein Kind wird angefummelt etc). Es ist natürlich Aufgabe der Lehrer, da einzuschreiten!!!! Aber wenn ein Verhalten auf einer Ebene der "Normalen" abläuft, ist es doch auch klar, dass es Mobbing unter Behinderten gibt, weil einfach ein Sozialverhalten bei der Spezies MENSCH vorhanden ist.

    Mein Kind wurde in der Schule von einem Jungen gequält. Kam mit Würgemalen und schwersten Blutergüssen heim. Der Junge- das war mir klar- hatte selber eine Behinderung (sonst wäre er wohl nicht auf der Schule). Mir wurde gesagt, er habe noch weitere Probleme. Für mich war klar, dass es mir total egal ist, ob der Junge behindert ist oder Probleme hat- denn das rechtfertigt in KEINEM Fall, dass mein Kind darunter leidet.
    Ich habe die Lehrer, Schulleiter und Tagesstättenleiter zusammengerufen und wir haben das geklärt. Mein Kind wird von dem Kind fern gehalten. Ich habe klar gesagt, wenn noch einmal dieser Junge meinem Kind ein Haar krümmt, werde ich rechtliche Schritte einleiten wegen der Aufsichtspflicht....

    Genauso hätte ich übrigens bei einem gesunden Kind agiert. Meinem Kind tut niemand was an, nur weil er selber Probleme hat. ICH lasse gar nicht zu, dass die Probleme anderer zu denen meines Kindes werden und ich hoffe, dass mein Kind diese Einstellung übernimmt und frühzeitig später erkennt, wenn ihr Unrecht angetan wird!!!!
  10. zitierensternenschein schreibt am 14.06.2009 um 03:11 Uhr:Danke für eure Erlebnisberichte und Meinungen, die ihr durch Erleben gewonnen habt.
    Es gint ganz sicher sehr viele Ausbilder, Lehrer, Erzieher, die ihren Beruf wirklich als Berufung ansehen, und ihre Arbeit sehr gut im Sinne der Kinder oder Behinderten durchführen.
    Auf der anderen Seite zieht es sich aber durch die Zeit, dass auch Menschen, die man schon sadistisch nennen könnte, zu solchen Berufen greifen, ohne dass dieses Konsequenzen hätte.
    In den 50er bis Teil Ende der 80er Jahre sah man dieses ja an den Misshandlungen und Quälerein der Schützlinge in stattlichen, aber noch mehr in kirchlichen Kinderheimen. In denen Kinder wie Gefangene und Sklaven gehalten wurden.
    Sieht man teils auch an Pflegeeltern, die das Wohl der Kinder nicht immer im Sinn haben.
    Und eben wie bei Sibebo in diesem Berufsbildungswerk. Manchmal auch noch bei den alten Menschen in den Altenheimen.
    Liebe Grüsse
  11. zitierensibebo schreibt am 15.06.2009 um 19:28 Uhr:Ich wollte mich nochmal ganz lieb für diesen Bericht hier auf Deiner Seite bedanken.Heute hatte ich meinen fünfhundertsten Besucher.Das habe ich auch ein Stück weit Dir zu verdanken.

    Vielen herzlichen Dank!!!

    LG Sibebo
  12. zitierensternenschein schreibt am 17.06.2009 um 06:19 Uhr:Liebe Sibebo,
    gerne doch, freut mich mit den 500 Besuchern, die jetzt ja schon mehr geworden sind.
    Und ich freue mich, dass es hier so eine schöne Diskussion zu diesem Thema gab.
    Liebe Grüsse
  13. zitierensibebo schreibt am 17.06.2009 um 10:42 Uhr:Ja interesant mal so die Meinung anderer zu lesen.

    LG Sibebo

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