Gedanken oder Fragen

09.11.2010 um 16:23 Uhr

Ziele erreichen

Mir scheint, der Mensch kann sich nicht an seinem Ziel einrichten.
Gerade als würde er einer Fata Morgana hinterhereilen. Einem Gedankengebilde welches er erreichen will.
Er kämpft, er strengt sich an, malt sich aus, wie es sich anfühlen wird, dort am Ziel angekommen zu sein.

Doch steht er dann da, an seinem Ziel, scheint es ihm fad zu werden. Nicht mehr so erstrebenswert zu sein, wie es vorher in seiner Gedankenwelt erschien.
Es sich dort einzurichten, erscheint ihm fast schon langweilig.
Noch etwas dafür zu tun, weshalb?
Er hat es doch schon erreicht, wozu also noch mehr in dieses Ziel investieren.
Neues muss her, neue Ziele braucht das Land.
Immer weiter geht die Jagd.

Gewöhnlich hört die Anstrengung auf,
wenn der Mensch am längst erstrebten Ziele seiner Glückseligkeit landet, der Ehrgeiz und die Tatenbegierde ziehen ihre Segel ein wenn sie dem Hafen sich nähern.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( in einem Brief an Körnen, Leipzig, 07.05.1785 )

Werden die Segel des Ehrgeizes und der Tatenbegierde wirklich eingezogen, so wie Goethe es sagt?
Oder wird eher im Handumdrehen ein neuer Hafen gesucht, den es anzusteuern gilt? Dem das Interesse gilt, auf neuem Kurs durch die Untiefen des Lebens.
Ein Schiff ist ein Schiff, es wurde nicht dafür gebaut im Hafen zu liegen, sich dort wohl zu fühlen. Es wurde gebaut neue Ufer zu erreichen.
Manchmal scheint mir, wir Menschen haben mit Schiffen mehr gemeinsam als wir denken.
Und vielen widerstrebt es, irgendwo für immer vor Anker zu gehen. Selbst wenn es das Ziel war, welches vorher, vor dem Erreichen die höchste Glückseligkeit versprach.

Nicht umsonst wird die Ehe wohl oftmals als
"Hafen der Ehe" bezeichnet, in dem zwei Menschen dann vor Anker gehen. Im scheinbar seichten Gewässer des Hafens vor sich hindümpeln, mit eingeholten Segeln.
Von anderen Kontinenten und Häfen zu träumen, den Anker zu lichten und wieder auf die offene See hinauszufahren um hoch oben am Mast, im Ausguck nach fernen Ländern, neuen Zielen, Ausschau zu halten.
Weshalb in die Ferne schweifen,
sieh, das Gute liegt so nah.
;-)
. .

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Bloomsbury schreibt am 09.11.2010 um 17:38 Uhr:Der sichere Hafen klingt sehr beruhigend, ist aber wahrscheinlich so wie er klingt - langweilig.
    Da bleibt einem nur, ins Bett zu pissen, dann können sich wenigstens die Pfleger (oder Eule) um einen kümmern.
  2. elfatuo schreibt am 10.11.2010 um 12:29 Uhr:Irgendwann in der Evolution hat der Mensch Gene entwickelt, die ihn nie zufrieden werden ließen - Jene Gene haben dazu geführt, daß der Mensch von den Bäumen in die Savanne, von Afrika in die ganze Welt und von den Höhlen in die Hütten und weiter in die Wolkenkratzer getrieben... andere Gene haben dafür gesorgt, das der Mensch nicht nach dem ersten Sex tot umfällt oder gefressen wird (wie es bei den meisten Lebewesen der Fall ist)- sondern locker 80 Jahre älter werden kann... und deshalb liegen Ziele und Perfektionismus dem Menschen nicht - und irgendwelche Gene haben dafür gesorgt, daß der Mensch sich über Zufriedenheit und Unzufriedenheit überhaupt Gedanken macht...
  3. MariaHilf schreibt am 11.11.2010 um 12:46 Uhr:Was ist ein Ziel - was kann eins sein?....Wenn ich mir immer ein kleines Haus erträumte und nun darin sitze.....was dann?....welche Ziele gibt es noch?....wenn das Ziel Partnerschaft heißt....EHE....welches Ziel kommt danach?.....ist vielleicht ein Zuhause und ein liebevoller Weggefährte Vorraussetzung für eine gute Lebenspilgerfahrt?....So wie man Kleidung und Schuhe braucht um gut auf einen hohen Berg steigen zu können....such ich weiter nach neuen Schuhen, wenn ich endlich welche gefunden habe, mit denen ich auf den Berg steigen kann?....Will ich dann überhaupt auf den Berg, wenn ich bei dem Ziel Schuhe zu finden hängen bleibe.....vielleicht hinkt ja das was ich sage....hmmm....vielleicht suchen wir uns manchmal aber auch Ziele, die gar keine sind, sondern Vorraussetzungen um Ziele erreichen zu können....und ....ich kenne es gut....ein Ziel erreicht zu haben und dann dort zu sitzen und zu denken...."UND JETZT"....war nicht richtig - dieses Ziel....warum auch immer, denn von dem hatte ich mein Leben lang geträumt.....ich muss nachdenken....und danke dir für deine Gedanken....

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