Island

24.09.2011 um 15:58 Uhr

5 Tage Ende August

Im Rahmen des Comenius-Projekts stand ja Ende August noch einemal ein Treffen mit unseren Partnerschulen in Island an.

Weil die Flüge über London bzw. Kopenhagen viel billiger waren, buchte ich den Hinflug am Freitag nachmittag von Köln vie London und hatte daher den ganzen Samstag Zeit für mich, denn das Programm begann erst Sonntag.

Hier gibt es jetzt eine kleine Diashow , die ich nach und nach ergänzen werde. Für einen richtigen _Reisebericht gibt es nicht so viel zu erzählen, da das meiste doch Arbeit im Projekt war.

07.09.2011 um 20:36 Uhr

Bitte nicht......

Die wird doch nicht, die Katla! Schließlich möchte ich, obwohl grade erst zurückgekehrt, in drei Wochen nochmal hin.

Das ist die Übersetzung des MBL-Artikels via Google, den ich heute im Net gefunden habe:

 


"Es ist bereits ein deutliches Zeichen, dass ein Ausbruch der Katla bevorsteht. Dies war das Ergebnis der Wissenschaftler im Rat für den Katastrophenschutz in den Tag, um die Ereignisse der vergangenen Woche Mýrdalsjökull diskutieren.

In einer Pressemitteilung vom Zivilschutz sagte, dass seit Juli etwas seismischen Aktivitäten in der Katla Caldera erhöht. "Das seismische ist nicht größer als einige in den letzten Jahren. Es hat einen deutlichen Anstieg der geothermischen Aktivitäten in Süd-Ost-Feld gewesen. GPS-Messungen zeigen auch, dass es erhebliche Landris innerhalb der Caldera im Laufe der letzten Jahre.

Der Abschluss des Treffens war, dass es bereits ein klares Zeichen dafür, dass ein Ausbruch der Katla bevorsteht. Events im Gange sein könnte Vorbote eines langfristigen Eruption. Vergleichbare Stoffkreisläufe haben in der Katla vor, ohne dass ein Ausbruch führte aufgetreten.
Erhöhte seismischen und geothermische Aktivität erhöht, jedoch bedarf es einer verstärkten Überwachung Geowissenschaftlern und den im Katastrophenschutz eingebunden. "
 
 
Bild aus MBL, 7/9/2011

25.08.2011 um 18:30 Uhr

Ausverkauf des Landes

  Chinese Investor to Build Hotel on Remote Icelandic Land

Wenn ich sowas lese, kriege ich immer die Krise. Wie schon mehrfach vorher erwähnt, scheint sich Island in den nächsten Jahren zum Disneyland-Adventurepark zu wandeln, abgesichert - aber dennoch mit dem Ruch nach Freiheit und Abenteuer. Da mag manch einer sagen, dass es nur einzelne sind, aber in den letzten Jahren häufe die Einzelnen sich.

Auf der anderen Seite gibt es den Ausverkauf für die Energiehungrigen

 

 Hydropower Plants in Thjórsá River Greenlighted

Dieses und andere Themen werden kontrovers diskutiert im Islandforum, z. Bsp. hier oder hier , wo es um die (Aus)Nutzung durch ausländische Reiseunternehmen geht.

Wer nicht nur glücksverklärt durch Island reisen mag und unbequeme Wahrheiten bewusst übersieht, weil sich sonst das ach so strahlende persönliche Islandbild trüben könnte, sollte durchaus mal aufmerksam diese und andere Beiträge durchlesen und selbst die Augen aufmachen; es gehört dazu - zum Zauberland, wo auch dunkle Mächte am Werk sindWütend.

22.08.2011 um 18:27 Uhr

Kaum zu glauben

Es ist grade mal drei Wochen her, dass ich aus Island zurück bin und mache schon wieder die Planung für die nächste Reise. Am Freitag Abend gehts los von Köln über London nach Keflavik. Diesmal bin ich ja sozusagen im Auftrag der EU unterwegs und daher dauert die Reise auch nur fünf Tage, aber immerhin!

Wer bis nächstes Jahr warten muss, sollte sich den Film von Ulla anschauen um die lange Zeit zu überbrücken:  Islands Osten .

Wunderbare Bilder, wunderbare Musik und es kommen bei mir gleich die Reminiszenzen auf, denn ich war ja zur gleichen Zeit am gleichen Ort; wir haben es nur nicht geschafft uns tatsächlich über die Füße zu laufen. Nun ja, vielleicht beim nächsten Mal.

Nach Skálanes haben wir es ja diesmal nicht geschafft, aber wir konnten wenigstens zweimal vom Sciff aus einen Blick drauf werfen.

 

 

05.08.2011 um 12:04 Uhr

Zu schnell vorbei......

 

Eine Reise mit dem eigenen Jeep vom 26.6. bis 30.7. 2011

Zurückgelegte Kilometer incl. der An- und Abreise: 8939 km!

Bereiste Gebiete: alle bis auf die Region Smyrlabjörg - Djúpivogur und das mittlere Hochland

Reisebegleiter: mein lieber Mann (10 Tage), Marion (7 Tage), Jonas (8 Tage)

 

Mein Reisebericht wird in der nächsten Zeit chronologisch ergänzt und aufgearbeitet, über Kommentare würde ich mich freuen!

 

Tag 1: Zwischenstopp                                              18. Tag: Der letzte Tag mit Marion

Tag 2: Weiter gehts                                                              19. Tag:

Tag 3: Auf Deck                                                      20. Tag: Staubfahnen

Tag 4: Wiegenlied                                                   21. Tag: Westfjorde

Tag 5: Fantastisch                                                   21. Tag: 2.Teil

Tag 6: Wale, Wale, Wale...                                       22. Tag: Nix für Marion

Tag 7: Landsmót                                                      Zwischenbilanz

Tag 8: Es gibt auch in Island Regen...                        23. Tag: Fast 400 km

Tag 9: Pläne ändern                                                 24. Tag: Elfenheim

Tag 10: Und immer wieder Snæfellsnes

Tag 11: Hans' letzter Tag                                          26. Tag: Hexenküchenzauberland

Tag 12: Unterwegs nach Osten                                   27. Tag: Jonas kommt                                        

Tag 13: Kaum visuelle, dafür Geruchserlebnisse        28.Tag: Bræðslan

Tag 14: Hoch hinaus und Pläne ändern                       29. Tag: Lazy sunday

Tag 15: Auf Umwegen                                               30. Tag: Pläne ändern

Tag 16: Wonderland                                                31. Tag: Auf der Suche nach den Wasserfällen

Tag 17: Lazy day                                                     32. Tag: Ein letztes Mal 

33. Tag: Zu schnell vorbei

29.07.2011 um 14:01 Uhr

Aktualisierungen

Da die Zeit auf der Fähre langsam vergeht, hatte ich genügend Muße sechs neue Beiträge online zu stellen. Sie sind chronologisch geordnet und beginnen mit Jonas Ankunft:

   Tag 27

28.07.2011 um 20:48 Uhr

Zu schnell vorbei........

28.7.

Donnerstag

33. Tag


Island entschwindet so langsam im Seedunst, nur noch die Schneefelder sind zu erahnen. Ich sitze hier im Heck der Norræna und schreibe den Bericht für den heutigen Tag, obwohl es erst 13.03 Uhr. Aber viel wird heute nicht mehr passieren, höchstens das Wetter ändert sich.

Erwartungsgemäß war meine Nachtruhe eher schwach, wie immer vor einer Abreise. Der Morgen beginnt daher früh, um halb sechs, mit Sonnenschein auf dem Zelt und ich überlege nicht lange und fange gleich an alles zusammenzupacken. Um mich herum sind schon viele emsig damit beschäftigt, ihre Autos reisefertig zu bekommen. Jonas kommt ein wenig später in die Gänge und weil ich schon in der Nacht irgendwelche allergischen Reaktionen auf die Pflanzen des Campingplatz gezeigt habe, machen wir, dass wir dort wegkommen. Vor der Fähre ist die Wartezeit nicht lang, wir bekommen unsere Kabinenkarten (5001) in die Hand gedrückt und stehen schon in der Schlange zum Boarden. Jonas verlässt mit seinen Siebensachen das Auto, die Anweisung zum Auffahren kommt und ich stehe wenig später auf dem Deck - diesmal merke ich mir auch die Gruppe: Lundi!!!

Bis wir ablegen, vergeht noch etwas Zeit und wir beobachten die Autos, die noch den Zoll und eine Scannerüberprüfung passieren müssen, bevor sie endgültig in Island einreisen dürfen.

Dann heißt es: Leinen los und wir schippern den Seyðisfjörður entlang. Ich kann noch einmal Skálanes, wie bei der Hinfahrt, fotografieren und Dalatangi, wo wir gestern im Sturm gestanden haben und schon ist Island vorbei..........

 

 

Zurück zu Tag 32

27.07.2011 um 20:50 Uhr

Ein letztes Mal

27.7.

Mittwoch

32. Tag


Meine Nacht ist sehr unruhig, immer wieder wird mein Zelt wie von Riesenfäusten ergriffen und durchgeschüttelt - neben absoluter Windstille kommen heftige Windboen für Sekunden auf, in unregelmäßigen Abständen.

Als ich morgens aus dem Zelt schaue, ist der Himmel immer noch stark wolkenverhangen und es nieselt leicht.

Es wird dann immerhin so trocken, dass wir gemütlich frühstücken und den Plan für den heutigen Tag machen können. Die deutsche Familie verabschiedet sich, sie gehen im Hotel Edda zum Frühstück. Wir werden uns wahrscheinlich auf der Fähre wiedersehen.

Bevor wir einkaufen werden, steht noch ein bisschen Abenteuer an; ich möchte so gern endlich den Mjóifjörður sehen, der schon bei meiner ersten Reiseplanung vor 25 Jahren als damals unerreichbares Ziel abgehakt werden musste, aber durchaus schon ins Bewusstsein rückte.

 

Wir fahren also zurück durch den Tunnel inclusive Schrecksekunde, als uns im Eingang plötzlich mit ziemlicher Geschwindigkeit ein LKW entgegenkommt. Aber Jonas reagiert schnell und überlegt und schafft KaJott rückwarts aus der Gefahrenzone!

Diesmal sehen wir das Aluminiumwerk von Reyðarfjörður von vorne. Dafür wurd der Staudamm gebaut und Teile des Hochlands geflutet. HÄSSLICH!!!!

Wir schlagen die Straße ins Fagridalur ein, das wirklich ein 'Schönes Tal' ist mit saftig grünen Hängen und rieselnden Bächen.

9 km vor Egilsstaðir geht der Weg ab mit einem Hinweisschild: nur gebremste Anhänger, 18% Gefälle.

Der erste Teil führt durch eine schneeige Hochplateaulandschaft mit Seen, auf denen noch das Eis schwimmt, aber dann führt die Straße in engen Serpentinen mit atemberaubender Aussicht ins Tal. Wir müssen oft anhalten, um die diversen Wasserfälle oder Felsformationen festzuhalten.

Unten in Solbrekka angekommen würden wir uns gern ein Pylsur leiten, aber das Restaurant hat noch zu und auch das Dutzend anderer Häuser dort wirkt wir ausgestorben. Kein Mensch zu sehen.

Wir entschließen uns weiterzufahren zum östlichsten erreichbaren Ende Islands, zum Leuchtturm Dalatangi.

Eine abenteuerliche Strecke erwartet uns mit vielen verfallenen alten Häusern, die die Frage aufkommen lassen, wie man hier am Ende der Welt so lebt. Der Pass ist im Winter zu und der Ort nur durch Schiffe zu erreichen.

Gesteigert wird das Gefühl der Abgeschieden- ja sogar Abgeschnittenheit am Dalatangi. Dort stehen ein alter und ein neuer Leuchtturm und ein noch bewirtschafteter Hof. Der Wind bläst heftig, es ist kalt und ich fühle regelrecht die Einsamkeit dieses Ortes. Auf dem Rückweg kommen Gedanken auf, wie es wohl sein mag, hier mal einen Winter oder vielleicht besser einen Sommer zu verbringen.

Edit am 18.8.:

Die Möglichkeit eröffnet sich nach meiner Rückkehr, leider für mich nicht durchführbar, mein Arbeitgeber würde mich kaum für einen Winter am äußersten Rand Islands freistellen :-(

Anzeige bei geysir.is:

Marzibil Erlendsdóttir vom Leuchtturm Dalatangi in Ostisland sucht eine Mithilfe für den kommenden Winter.
Sie betreibt dort mit ihrem Mann einen Hof mit Schafen, Pferden und Hunden; letztere werden fürs Schafehüten trainiert. Daneben betreut sie den Leuchtturm und eine Wetterstation. 
Zur Lage: Dalatangi ist der östlichste bewohnte Punkt Islands, zwischen den Fjorden Seyðisfjörður und Mjóifjörður gelegen (wer schon mal mit der Fähre auf Island war, hat vielleicht den orangen Leuchtturm gesehen). Anbindung besteht an das Dörfchen Brekka im Mjóifjörður (15 km). Nach weiteren 30 km erreicht man die Straße nach Egilsstaðir (Bergpass jedoch im Winter meist geschlossen). Von Brekka außerdem Schiffsverbindung nach Neskaupstaður.
Weitere Informationen sind bei Marzibil per E-Mail erhältlich: dalatangi@hotmail.com

 

Dagegen wirkt Egilsstaðir, das wir am frühen Nachmittag erreichen, schon fast großstädtisch und angesichts des bevorstehenden Feiertagwochenendes (Verslunarmannahelgi) herrscht ziemlich viel Betrieb. Die Einkäufe sind schnell erledigt, wir wollen ja noch in Seyðisfjörður ins Schwimmbad. Der Zeltplatz dort ist schon recht voll (ich schätze mal so auf 75% Deutsche), aber es gibt noch ein nettes Plätzchen für uns. Das Schwimmbad entpuppt sich als Schwimmhalle, die Hotpots sind im Keller, was mir persönlich keinen Spaß macht, denn draußen ist es inzwischen richtig warm und sonnig.

Am Abend gibt es nochmal Maggidiät und der KaJott wird neu beladen.

Die Tagesrucksäcke für die Fährfahrt stehen schon bereit und ich schlüpfe zum letzten Mal für diesmal in meinen Schlafsack auf isländischem Boden.

 

 

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26.07.2011 um 21:03 Uhr

Auf der Suche nach Wasserfällen

26.7.

Dienstag

31. Tag


Die Nacht bringt wieder kleinere Regenschauer und Jonas liegt morgens wieder etwas im Nassen. Während sein Zelt auf der Leine trocknet (der Himmel ist bewölkt, aber es ist trocken), nutzen wir noch einmal Küche und Aufenthaltsraum zum Frühstück - es hat was, im Warmen an einem richtigen Tisch auf einem richtigen Stuhl zu sitzen.

Das sehr empfehlenswerte Heftchen East Iceland, das es übrigens für alle Regionen Islands gibt, zum Teil auch auf Deutsch, empfiehlt im Breiðdalur zwei Wasserfälle, einen 60 m hohen, der durch ein Loch in der Klippe stürzt und einen relativ niedrigen aber sehr breiten. Wir machen uns auf die Suche.

Im Osten sind die Sehenswürdigkeiten selten ausgeschildert und so fahren wir auf gut Glück eine Piste. Tatsächlich, wir haben Glück und der Wasserfall wird sichtbar. KaJott darf stehenbleiben, den Rest geht es zu Fuß weiter. Der Wasserfall ist sehr hübsch, aber die Steine im Flussbett haben es mir noch mehr angetan und ich nehme gleich drei dicke Brocken und mehrere kleinere mit. Auch Jonas wird fündig.

Der zweite Wasserfall liegt irgendwo in der Breiðdalsá und ist schwieriger zu finden, aber auf einer sehr welligen Piste, die anscheinend für die Angler angelegt wurde kommen wir dann doch zum Ziel. Vom Ufer aus sehen wir auch den eigentlich Aussichtsplatz auf der anderen Seite, DEN Abzweig haben wir wohl verpasst. Der Fluss fällt hier auf einer Breite von vielen Metern ein wenige Meter hohe Stufe hinab, einfach hübsch.

Petras Steinsammlung im nächsten Fjord schauen wir uns nicht an, weil sich da so viele Leute knubbeln. Auf der nächsten Landspitze sucht Jonas nach der Saxa, einem Meeresgeysir, der Fontänen von Seewasser emporschleudert. Ich mache in der Zeit ein Mittagschläfchen.

Weder die Orte Reyðar- noch Eskifjörður reißen uns irgendwie vom Hocker und so fahren wir durch bis zum östlichsten Städtchen Neskaupstaður. Dort erwartet und ein erstaunlich großer, recht hübscher Ort, dessen einziges Manko der einspurige Tunnel vorher ist, das Schwimmbad ist jedenfalls klasse.

Dort treffen wir auch die Familie aus Deutschland wieder, die Frau hatte ich in Vopnafjörður auf dem Camping angesprochen, weil sie dort auf einem Felsen saß und nadelband. das hatte sie in Húsavík bei der Besitzerin des Handwerksgeschäfts gelernt, bei der ich auch meine Spindel kaufte.

Nach dem Schwimmen haben wir keine Lust mehr zum Kochen und erlauben uns eine recht leckere Pizza im Capitano!

Da der Himmel vielversprechend nach Regen aussieht,

baut Jonas das Cowshed mit meinem footprint als oberstem Schutz auf, es wird sich als hilfreich erweisen.

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25.07.2011 um 22:26 Uhr

Pläne ändern

25.7.

Montag

30. Tag


Ich schlafe sehr gut, muss nur mitten in der Nacht mal für kleine Königstiger und laufe durch - strömenden Regen. Nun ja, im Schlafsack zurück trockne ich recht schnell und bin auch rasch wieder eingeschlafen.

Wie üblich treibt mich mein innerer Wecker um halb acht auf. In der Nacht ist ein weiterer Zelter dazugekommen und steht nun wie wir in der Nässe und Kälte. Ich scheuche Jonas auf, der nicht sehr glücklich klingt. Sein Zelt hat die Regenmassen der Nacht nicht überstanden und die Nässe dringt inzwischen auch ins Innenzelt :-((( Da der, der den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen braucht, erhält sein Zelt, auch wegen des nun wieder verstärkt auftretenden Geruchs nach Kuhstall, von nun ab den Namen: Jonas' cowshed!!!

Um uns herum gibt es nur Nebel, keine Berge, keine Eisfelder mehr zu sehen.

Wir beratschlagen kurz, sind aber beide der Meinung, dass es sinnlos ist, bei diesem Wetter bis zu Askja zu fahren, die Sichtweite ist einfach zu gering. Immerhin wollen wir mal bis Laugarvellir und schauen, ob sich das Wetter bis dahin verbessert.

Jonas fährt, durch den Regen der Nacht kreuzen nun deutlich mehr Wasserläufe unseren weg und die Furten von gestern sind zwar noch absolut harmlos, haben ihr Volumen aber verdoppelt. Irgendwann ist die Hoppelei auf dem Track zu Ende und wir erreichen wieder die Teerstraße, Richtung Stausee.

Es geht oben auf der Heide an zahlreichen Seen und Schafen vorbei (von den Bergen ringsherum ist immer noch nichts zu sehen) bis die erste Staumauer in Sicht kommt. Dann lässt sich die Hafrahvammagljúfur erahnen. Wie schade, dass diese Naturschönheit dem Staudamm zum Opfer fallen müsste. Über den Damm führt die Straße und wird dann wieder zur Piste. Irgendwann kommt ein Abzweig auf eine schrecklich zu fahrende Strecke voller Schlaglöcher und dicker Steine. Dann führt die Strecke bergab und wir erkennen unter der untersten Wolkenschicht ein grünes Tal mit einem Bach der noch zu furten ist, bevor wir die Dampfschwaden des heißen Wasserfalls schon im Hintergrund erkennen. Es gibt noch ein kurzes Gespräch mit zwei Deutschen, die dort vor Ort übernachtet haben und dann darf ich Jonas im Wasserfall fotografieren ;-))

Da sich die Wolken inzwischen nicht so ganz zwischen Regen und Nieseln entscheiden können und die Suppe immer dicker wird, treten wir endgültig den Rückzug an, Egilsstaðir mit Schwimmbad und Cafe Valny locken. Das fehlende Frühstück macht sich inzwischen durch knurrende Mägen bemerkbar, wir nehmen dennoch die etwas längere, nördliche Strecke am Lögurinn entlang, in der Hoffnung endlich das Lagarfljótsormurinn, der Cousin von Nessie zu Gesicht zu bekommen, leider wieder vergeblich. Die nördliche strecke ist übrigens die schönere, weil keine Bäume die Sicht versperren!!!

Hier unten im Tal ist es übrigens recht angenehm, die Wolken halten sich, kommen aber nicht bis auf den Talgrund. Nach einem Mittagsimbiss und dem Schwimmen werden noch rasch die Vorräte aufgefüllt, bevor wir Richtung Süden aufbrechen, der Plan, die Ostfjorde zu umrunden hatte schlussendlich Priorität vor dem Norden.

Wir fahren die Öxi, die ich immer schon mal nehmen wollte, weil sie so tolle Aussichten verspricht. Das bisschen, was am Anfang noch zu erkennen ist, ist auch wirklich vielversprechend, aber der Nebel wird immer dichter, bis die Sichtweite auf unter 25 m sinkt. Erst beim Abstieg lassen sich wieder grandiose Schluchten, Wasserfälle, Berghänge erkennen. Beim Folaldafoss machen wir eine Pause, kraxeln bis hin und staunen - mal wieder - darüber, wie mannigfaltig Wasser doch ins Tal stürzen kann.

Unser heutiges Ziel ist Djúpivogur, den Zeltplatz kenne ich ja noch vom letzten Jahr und weiß, dass es dort auch eine Hütte gibt, in der man bei schlechtem Wetter warm und gemütlich sitzen kann.

Dort baut auch eine holländische Großfamilie (groß im wahrsten Sinne des Wortes, keiner der Familienmitglieder ist unter 1,95 m schätzungsweise) und ich staune, wie man in so ein kleines Auto fünf Leute und die gesamte Campingausrüstung unterbringen kann. Sie werden uns noch öfter begegnen.

Da wir noch nicht müde sind nach dem Essen in der Kochhütte, gehen wir zum Hafen und in die Gleðivík die im Reiseführer erwähnten Steineier bestaunen und das Haus des verrückten Künstlers, der Steine und Knochen sammelt und verarbeitet.

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