25.7.
Montag
30.
Tag
Ich
schlafe sehr gut, muss nur mitten in der Nacht mal für kleine
Königstiger und laufe durch - strömenden Regen. Nun ja, im
Schlafsack zurück trockne ich recht schnell und bin auch rasch
wieder eingeschlafen.
Wie
üblich treibt mich mein innerer Wecker um halb acht auf. In der
Nacht ist ein weiterer Zelter dazugekommen und steht nun wie wir in
der Nässe und Kälte. Ich scheuche Jonas auf, der nicht sehr
glücklich klingt. Sein Zelt hat die Regenmassen der Nacht nicht
überstanden und die Nässe dringt inzwischen auch ins Innenzelt
:-((( Da der, der den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen
braucht, erhält sein Zelt, auch wegen des nun wieder verstärkt
auftretenden Geruchs nach Kuhstall, von nun ab den Namen: Jonas'
cowshed!!!
Um uns
herum gibt es nur Nebel, keine Berge, keine Eisfelder mehr zu sehen.
Wir beratschlagen kurz, sind aber beide der Meinung, dass es sinnlos
ist, bei diesem Wetter bis zu Askja zu fahren, die Sichtweite ist
einfach zu gering. Immerhin wollen wir mal bis Laugarvellir und
schauen, ob sich das Wetter bis dahin verbessert.
Jonas
fährt, durch den Regen der Nacht kreuzen nun deutlich mehr
Wasserläufe unseren weg und die Furten von gestern sind zwar noch
absolut harmlos, haben ihr Volumen aber verdoppelt. Irgendwann ist
die Hoppelei auf dem Track zu Ende und wir erreichen wieder die
Teerstraße, Richtung Stausee.
Es
geht oben auf der Heide an zahlreichen Seen und Schafen vorbei (von
den Bergen ringsherum ist immer noch nichts zu sehen) bis die erste
Staumauer in Sicht kommt. Dann lässt sich die Hafrahvammagljúfur
erahnen. Wie schade, dass diese Naturschönheit dem Staudamm zum
Opfer fallen müsste. Über den Damm führt die Straße und wird dann
wieder zur Piste. Irgendwann kommt ein Abzweig auf eine schrecklich
zu fahrende Strecke voller Schlaglöcher und dicker Steine. Dann
führt die Strecke bergab und wir erkennen unter der untersten
Wolkenschicht ein grünes Tal mit einem Bach der noch zu furten ist,
bevor wir die Dampfschwaden des heißen Wasserfalls schon im
Hintergrund erkennen. Es gibt noch ein kurzes Gespräch mit zwei
Deutschen, die dort vor Ort übernachtet haben und dann darf ich
Jonas im Wasserfall fotografieren ;-))
Da
sich die Wolken inzwischen nicht so ganz zwischen Regen und Nieseln
entscheiden können und die Suppe immer dicker wird, treten wir
endgültig den Rückzug an, Egilsstaðir mit Schwimmbad und Cafe
Valny locken. Das fehlende Frühstück macht sich inzwischen durch
knurrende Mägen bemerkbar, wir nehmen dennoch die etwas längere,
nördliche Strecke am Lögurinn entlang, in der Hoffnung endlich das
Lagarfljótsormurinn, der Cousin von Nessie zu Gesicht zu bekommen,
leider wieder vergeblich. Die nördliche strecke ist übrigens die
schönere, weil keine Bäume die Sicht versperren!!!
Hier
unten im Tal ist es übrigens recht angenehm, die Wolken halten sich,
kommen aber nicht bis auf den Talgrund. Nach einem Mittagsimbiss und
dem Schwimmen werden noch rasch die Vorräte aufgefüllt, bevor wir
Richtung Süden aufbrechen, der Plan, die Ostfjorde zu umrunden hatte
schlussendlich Priorität vor dem Norden.
Wir
fahren die Öxi, die ich immer schon mal nehmen wollte, weil sie so
tolle Aussichten verspricht. Das bisschen, was am Anfang noch zu
erkennen ist, ist auch wirklich vielversprechend, aber der Nebel wird
immer dichter, bis die Sichtweite auf unter 25 m sinkt. Erst beim
Abstieg lassen sich wieder grandiose Schluchten, Wasserfälle,
Berghänge erkennen. Beim Folaldafoss machen wir eine Pause, kraxeln
bis hin und staunen - mal wieder - darüber, wie mannigfaltig Wasser
doch ins Tal stürzen kann.
Unser
heutiges Ziel ist Djúpivogur, den Zeltplatz kenne ich ja noch vom
letzten Jahr und weiß, dass es dort auch eine Hütte gibt, in der
man bei schlechtem Wetter warm und gemütlich sitzen kann.
Dort baut
auch eine holländische Großfamilie (groß im wahrsten Sinne des
Wortes, keiner der Familienmitglieder ist unter 1,95 m
schätzungsweise) und ich staune, wie man in so ein kleines Auto fünf
Leute und die gesamte Campingausrüstung unterbringen kann. Sie
werden uns noch öfter begegnen.
Da wir
noch nicht müde sind nach dem Essen in der Kochhütte, gehen wir zum
Hafen und in die Gleðivík die im Reiseführer erwähnten Steineier
bestaunen und das Haus des verrückten Künstlers, der Steine und
Knochen sammelt und verarbeitet.
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