Discounter sind Unternehmen, die Lebensmittel und Industrieprodukte verkaufen. Sie sind dadurch bekannt und beliebt, weil Sie Produkte “zum niedrigsten Preis verkaufen”, was teilweise auf Kosten anderer Werte wie der Produktqualität geschieht. Ähnlich ist die Situation bei den Supermärkten, wo der Preis auch der höchste Wert zu sein scheint, aber wir können dort auch Produkte aus dem “Premiumsegment” finden, die sich durch gute Qualität auszeichnen.

In den letzten Jahren haben Supermärkte ständig Preiskämpfe geführt. Laut Forschung ist es der Preis, der den Hauptfaktor für die Wahl eines Geschäfts darstellt. Es stellt sich heraus, dass drei von vier Personen die Hälfte der Lebensmittel in großen Discountern kaufen. Märkte und Messen sind weniger beliebt.

Gewinnmaximierung von Discounter & Supermärkten

Supermärkte konzentrieren sich auf die Gewinnmaximierung und profitieren von ihrer Dominanz. In einem Markt, in dem nur wenige Marken regieren, sind Käufer, Lieferanten und Landwirte gezwungen, niedrige Preise zu akzeptieren, was sich auf die niedrigen Löhne der Arbeitnehmer auswirkt. Verspätete Zahlungen an die Lieferanten, das Fehlen von Verträgen zur Preisregulierung und kurzfristige Auftragsänderungen sind nur einige der Maßnahmen der europäischen Mächte. Die Arbeitgeber respektieren oft nicht die Rechte der Arbeitnehmer, weil sie die strengen Qualitäts-, Zeit- und Preisanforderungen der großen Firmen erfüllen wollen.

Gut zu wissen: 5 Supermarktketten kontrollieren etwa 60-80 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland, Frankreich und Großbritannien

In ganz Europa haben die Discounter ihre Spuren im Einzelhandel hinterlassen. Sie zwangen die Einzelhändler nicht nur, ihre Denkweise über das Geschäftsmodell neu zu definieren, sondern sie veranlassten die Hersteller auch, sich Fragen über den Mehrwert ihrer Markenprodukte für die Verbraucher zu stellen.

Discounter wie bspw. Aldi, Lidl, Penny und Rewe haben in den letzten Jahren die Distanz zu “etablierten” Supermärkten in einigen Bereichen schrittweise vergrößert. Der Anteil der Discounter am europäischen Markt wird laut Prognosen von 15,1% im Jahr 2018 auf 16,2% im Jahr 2021 steigen und damit deutlich zur Konsolidierung des Lebensmittelmarktes beitragen. Wenn man sich beispielsweise die Penny Prospekte genauer ansieht, so fallen Woche für Woche immer neue Schnäppchen auf, die für den Discounter augenscheinlich gar nicht mehr rentabel sein können. Diese Werbestrategie der drastischen Preisreduzierung weniger ausgewählter Produkte wird von vielen Discountern als Köder benutzt, um Kunden für den Wocheneinkauf zu gewinnen.

Lidl, der bedeutendste von ihnen in Europa, soll seinen Marktanteil von 4,89 Prozent im Jahr 2018 auf 5,71 Prozent im Jahr 2021 erhöhen und damit den Abstand zu  Aldi (Aldi Nord und Aldi Süd) fast verdoppeln.

Arbeitsbedingungen auf Plantagen im Ausland

Es ist anzumerken, dass die größten Akteure auf dem Markt immer häufiger die Einstellung von Mitarbeitern auslagern und damit ihre Verantwortung für die Arbeitsbedingungen auf Plantagen verringern. Und diese lassen viel zu wünschen übrig. Die Mitarbeiter werden vorübergehend beschäftigt und wandern je nach Saison oft von Plantage zu Plantage. Die Arbeitsbedingungen auf Plantagen sind sehr schwierig – 10-12 Stunden bei Hitze, sogar 6 Tage die Woche. Häufige Unfälle, die Belastung durch viele Pestizide, mangelnde medizinische Versorgung und Entschädigung sind die Regel. Kinderarbeit ist weit verbreitet, und Frauen, die auf Plantagen arbeiten, verdienen ein Vielfaches weniger als Männer. Das Gehalt reicht oft nicht aus, um die Grundbedürfnisse zu decken, wie z.B. den Unterhalt einer Wohnung, den Kauf von Lebensmitteln, Kleidung oder die Deckung der Bildungskosten.

Gut zu wissen: Plantagenarbeiter erhalten maximal 4% des Preises der Banane, die wir kaufen, während der Supermarkt bis zu 40% Gewinn einfährt. Gleiches gilt für Ananas- und Zitrusplantagen.

Es liegt auf der Hand, dass kleine Unternehmen nicht mit den niedrigen Preisen der Supermärkte konkurrieren können, die ihre Position erreicht haben, indem sie kleine Käufer vom Markt verdrängt haben.

Kleine lokale Geschäfte verlieren einen ungleichen Kampf gegen Discounter, die alles unter einem Dach anbieten. Große Ketten profitieren von dem wirtschaftlichen Effekt der Monopolisierung und Optimierung ihrer Strukturen, die so organisiert sind, dass die Effektivität eines einzelnen Mitarbeiters maximiert wird (die Maßeinheit ist die Anzahl der verkauften Produkte pro Kundenbesuch). Darüber hinaus geht das in Supermärkten ausgegebene Geld an Aktionäre und Manager, anstatt in der lokalen Gemeinschaft zu bleiben.

Es ist kein Geheimnis, dass viele Eigenmarkenprodukte, die von Discountern und Supermärkten so stark beworben werden, in Fabriken bekannter Hersteller hergestellt werden. Von “offiziellen” Markenprodukten unterscheiden sie sich manchmal in der Zusammensetzung und manchmal nur in Etikett und Preis.

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