Anstatt defekte Geräte zu reparieren, kaufen wir oft neue. Die Hersteller sind damit zufrieden, aber sowohl unser Geldbeutel als auch die Umwelt sind es nicht. Was ist also besser und wann lohnt sich eine Reparatur?

Die Ära der Einweg-Elektronik

Wir leben im Zeitalter der Einweg-Elektronik. Immer seltener reparieren wir elektronische Gerät. Wenn sie ausfallen, ersetzen wir sie meist oder kaufen neue. Warum?

Es besteht die gemeinsame Meinung, dass die Ära der irreparablen Elektronik das Ergebnis bewusster Bemühungen der Hersteller ist. Es lohnt sich jedoch, andere Faktoren zu berücksichtigen, die beispielsweise dazu führen, dass wir lieber eine Actionkamera wegwerfen als die zerkratzte Linse zu ersetzen, und der banale Batteriewechsel in einem Laptop wird zur Herausforderung, wenn alles mit einem festen Klebstoff fixiert ist.

Dokumentation zur Wegwerfgesellschaft


Wir können uns von morgens bis abends beschweren, aber es geht nicht um Worte, sondern um Taten, d.h. unsere Kaufentscheidungen. Wir erklären oft, dass wir beschädigte Elektronik reparieren möchten, aber im Geschäft werden wir ein dünneres Smartphone, einen dünneren Bildschirm oder eine leichtere Kamera wählen. Das heißt, Geräte, die schwieriger, unmöglich oder unrentabel zu reparieren sind.

Austausch statt Reparatur

Eine Verschwörung der Hersteller dazu gibt es nicht: Die gewünschten Gewichts- und Größeneinsparungen lassen sich durch die zunehmende Integration von Komponenten erreichen. Gleiches gilt für den Preis: Je mehr Teile, desto teurer die Montage und Logistik. Deshalb lohnt es sich, ein Smartphone zu entwickeln, bei dem man den Akku nicht austauschen kann. Ein Handy, bei dem die wichtigsten Komponenten in einem einzigen Modul integriert sind.

Die Folgen liegen auf der Hand: Der Ausfall einer Kleinigkeit bedeutet oft den Austausch des gesamten Gerätes. Aus Sicht des Herstellers ist es eine komfortable Lösung: Selbst wenn es Geld kostet, entfällt die Notwendigkeit eines Servicenetzes, die logistischen Probleme bei der Teileversorgung, Schulungen, Zertifizierungen von Personal und eine Million anderer Dinge, an die wir als Kunden nicht einmal denken.

Theoretisch ist es gut für alle: Im Falle eines Defekts hat der Kunde ein neues Produkt, so dass er zufrieden ist, und das Unternehmen hat – nach Abzug aller oben genannten Kosten – auch keinen Grund zur Reklamation. Aber ist es wirklich gut für uns?

Alternativ können wir defekte Geräte auch selbst reparieren. Dazu bedarf es allerdings etwas Fachwissen im Bereich Elektronik und die richtige Ausrüstung. Bei beweglichen Geräten finden wir oftmals einen Kabelbruch. Mit neuen Kabeln und entsprechenden Flachsteckern (bspw. von der Firma RS Components) ist ein Kabelbruch schnell selbst repariert.

Ist unser Konsumverhalten ökologisch?

Man kann lange und eher sterile Überlegungen über Ökologie, Konsumverhalten oder die verfügbaren Ressourcen unseres Planeten anstellen. Vielleicht wird das letztgenannte Problem in naher Zukunft durch die Nutzung von Raumressourcen seine Bedeutung verlieren. Die Einrichtungen zur Nutzung von Asteroiden sind bereits weit fortgeschritten, die Landungen der ersten Sonden liegen hinter uns, und immer mehr Länder stellen rechtliche Einrichtungen für Unternehmen bereit, die sich in Zukunft im Space Mining engagieren wollen.

Das ist alles wahr, aber bevor wir nach Raumressourcen greifen, kann viel passieren. Es ist daher vernünftig anzunehmen, dass die Ressourcen, zu denen wir Zugang haben, schließlich begrenzt sind. Deshalb sollten die Vorbilder für uns diejenigen sein, die sie sinnvoll managen können. Gewinner könnten die Länder sein, die das, was sie bereits haben, am besten nutzen.

Schweden geht mit gutem Beispiel voran

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde von Schweden unternommen, das ein Gesetz zur Förderung der Reparatur von Elektrogeräten einführte. Bürger, die verschiedene Geräte reparieren, können mit der Hälfte der Erstattungskosten und einer Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Dienstleistungen rechnen. In der Praxis bedeutet dies, dass aus Sicht der Kunden die Reparaturkosten um ein Drittel sinken werden.

Die Idee scheint nicht nur aus Umweltgründen Aufmerksamkeit zu verdienen. Diese sind offensichtlich, aber erinnern Sie sich, wann Sie Ihre elektronischen Geräte zuletzt zur Reparatur zurückgegeben haben? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Rechtsvorschriften zur Förderung der Reparatur den Dienstleistungssektor, dazu anregen werden, die Effizienz der verschiedenen Geräte wiederherzustellen.

Reparieren Sie es, anstatt es wegzuwerfen!

Gleichzeitig ist es ein kluger Schachzug, der die Gewinne von Weltkonzernen begrenzt. Diese verkürzen den Lebenszyklus der Elektronik durch moralisches Altern und gehen bis zur Absurdität von 2 Jahren. Ein voll funktionsfähiges Smartphone gilt als alt, und ein 3-jähriger Fernseher bekommt keine Updates mehr und zwingt den Benutzer, über den Kauf eines neuen Modells nachzudenken.

Das schwedische Recht löst dieses Problem, indem es die Richtung des Geldflusses ändert. Anstatt aus den Taschen der lokalen Kunden zu einem großen Unternehmen zu gehen, das noch irgendwo in China produziert und Steuern in einem der Steueroasen zahlt, geht das Geld an lokale Dienstleister.

Die Vorteile scheinen offensichtlich: Sie kommt sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft zugute. Bei der Suche nach Modellen und Lösungen lohnt es sich, dem schwedischen Experiment sorgfältig zu folgen und zu versuchen, einem guten Beispiel zu folgen.

Weiterführende Informationen

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/nachbesserung-und-ersatzlieferung-5068

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