Trachten sind seit Jahren eine begehrte Bekleidung im Bereich traditioneller Oktoberfest-Mode. Als Minimum kleiden sich die in- und ausländischen Besucher von regionalen Bierfesten damit ein. Doch Dirndl und Lederhosen verkörpern längst mehr als urtümliche bäuerliche Traditionen.

Neben den regional unterschiedlichen Trachtenmoden setzen sich immer mehr moderne Dirndl-Varianten oder luxuriöse Haute Couture-Dirndl durch. Bei den Männern sind mittlerweile Lederhosen in knalligen Farben zu finden. Gemeinsam ist jeder Tracht aber das Basis-Rüstzeug: das Dirndl für die Damen und die Lederhose für den Herren.

Was kennzeichnet ein Dirndl?

Der Ursprung der Dirndl ist in den traditionellen bäuerlichen Trachten Österreichs und Bayerns zu suchen. Traditionell ist ein Dirndl ein zwei- oder dreiteiliges Trachtenkleid. Es besteht aus einem kurzärmligen Kleid und einer kontrastfarbigen Schürze. Optional ist eine Dirndlbluse die Dritte im Bunde.

Manche DirndlKleider haben ein Mieder mit weniger tiefen Ausschnitt. Hier kann die Dirndlbluse weggelassen werden. Das enge Mieder aller Dirndl betont die weiblichen Attribute. Der Dirndlrock wird hingegen in Falten gelegt. Er ist weit geschnitten. In der Summe ergibt sich ein kleidsames und Figur-freundliches Bekleidungsstück für die Dame.

Neben den historischen Dirndlkleidern setzen sich heute auch die moderne Trachtenmode und die Landhausmode in Szene. Beide lehnen sich zwar an die traditionelle Dirndlmode an. Sie wirken aber weniger urtümlich. Moderne Dirndl können aus Baumwolle, Leinen, Seide oder Mischgeweben bestehen. Samt, Brokat oder Leder werden bevorzugt in Edel-Modellen verarbeitet. Die Dirndlschürze besteht meist aus demselben Material. Sie wird teils mit Spitzenapplikationen verziert.

Die Länge der Dirndlkleider variiert von Jahr zu Jahr. Mal dominieren Mini- oder Midi-Dirndl, mal lange Dirndlkleider. Gerüchten zufolge zeigt die Position der Dirndlschürzen-Schleife an, ob die Trägerin schon vergeben ist oder nicht. Wer nicht “angeflirtet” werden möchte, sollte das beachten.

Das Trachten-Basic für den Herrn: Die Lederhose

Trachtenlederhosen – manchmal auch als Krachlederne bezeichnet – gehören beim Oktoberfest zum männlichen Standard-Outfit. In Österreich und Bayern tragen Männer ihre Lederhosen aber auch bei ländlichen Hochzeiten, in der Freizeit oder bei Biergarten-Besuchen.

Auch die “Krachlederne” steht in zahlreichen Ausführungen zur Wahl. Sie kann mit oder ohne lederne Hosenträger getragen werden. Die Patina weist eine hochwertige und langjährig getragene Trachtenlederhose aus. Hersteller preiswerter Trachtenhosen statten diese manchmal mit künstlichen Alterungs- und Tragespuren aus. Damit soll ihre Authentizität bewiesen werden. Einheimische erkennen den Unterschied aber sofort.

Hochwertige Trachtenlederhosen bestehen aus Wildleder

Solche Lederhosen halten ein Leben lang. Lederhosen-Modelle für Touristen sind deutlich preiswerter. Sie bestehen aus minderwertigen Lederarten.

Beide Lederhosen-Arten sind als Shorts, Kniebundhose oder lange Trachtenlederhose zu haben. Früher waren nur Festtags-Lederhosen reich bestickt. Alltags-Lederhosen wiesen weniger Zierstickereien auf. Als weitere Accessoires sind Schmuckketten über dem Hosenlatz (Charivaris), Trachtentücher am Hals oder Trachtengürtel mit Zierschnalle denkbar.

Stickereien können in Flachstick oder plastisch ausgeführt werden. Alle Flachstick-Motive werden maschinell ausgeführt. Plastische Stick-Motive entstehen händisch. Auch diese sind ein Hinweis auf hohe Qualität.

Die Passform der Trachten-Lederhose

Die hochwertigen Leder-Trachtenhosen weiten sich mit der Zeit. Sie passen sich dem Träger an. Daher wird eine Anprobe empfohlen. Die Passform von Lederhosen sollte beim Kauf eng sein. Bei den Touristenmodellen ist das Leder weniger flexibel. Die Nähte halten oft nicht lange. Die Passform wird etwas weiter gewählt. Durch einen eingearbeiteten Zwickel am hinteren Bund kann die Hosenweite angepasst werden.

Handgearbeitete Trachtenlederhosen weisen eine Säcklernaht auf. Es handelt sich um eine nach außen weisende Doppelnaht mit hellerem Futterleder. Diese Naht gilt als Qualitätsmerkmal von Lederhosen. Die hochwertigsten Lederhosen-Modelle werden an beanspruchten Stellen mit Nappaleder unterfüttert. Der Tragekomfort solcher Trachtenlederhosen ist hoch. Hirschlederhosen sind anschmiegsam. Rindspaltleder hat einen deutlich geringeren Tragekomfort.

Die verwendeten Lederarten von Trachtenhosen

Trachtenlederhosen können aus Rauleder bzw. Nubuk- oder Veloursleder gefertigt werden. Echtes Wildleder stammt immer von frei lebenden Hirschen, Gämsen oder Rehen. Solche Lederhosen sind strapazierfähig, weich und langlebig. Bei den preisgünstigen Lederarten werden Schweinsleder und Spaltleder vom Rind verarbeitet. Als Futterleder hochwertiger Lederhosen dient Nappaleder. Es ist glatt und stammt von Kälbern oder Schafen.

Ein zünftiger Trachtenlook verlangt nach derben Halbschuhen oder Haferlschuhen, Trachtensocken (Loferl) und einem karierten oder weißen Trachtenhemd. Heutzutage gehen aber auch Turnschuhe, Loafer oder Chucks. Viele Trachtenlederhosen zeichnen sich durch einen Hosenlatz bzw. einen Quersteg und Hosenträger aus Leder oder Leinen aus. Sofern sie nicht mit Knöpfen befestigt werden, sind die Hosenträger fest vernäht.

Bei traditionellen Trachtenlederhosen können die Hosenträger einen Hinweis auf die Herkunft des Trägers beinhalten. Die Querlätze sind oft reich bestickt. Manche Hosenträger haben einen integrierten Hosenlatz. Auch dieser wird meist reich bestickt.

Die korrekte Pflege einer Lederhose

Achtsamer Umgang ist für Trachtenlederhosen wichtig. Eine Lederreinigung sollte nur selten erfolgen. Vor dem ersten Tragen sollte Imprägnier-Spray aufgetragen werden. Nach dem Tragen sollten Lederhosen ausgelüftet werden. Dabei sollten sie weder Heizungsluft, noch Feuchtigkeit oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Flecken werden mit einem Ledertuch ausgerieben. Größere Reinigungsaktionen sollten nur Fachbetriebe durchführen.

Wichtig: Gelagert wird eine Lederhose immer liegend. Vor dem nächsten Tragen sollte das Leder weichgeknetet werden.

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