Champagner ist das teuerste und edelste Getränk überhaupt. So schmeckt es fruchtig, samtig und cremig und ein ausgewählter Tropfen lässt die Herzen der Genießer höher schlagen und krönt die schönen Momente des Lebens. Die aufwendige Produktion rechtfertigt hierbei den Preis dieses Schaumweins und sichert außerdem eine gleichbleibend hohe Qualität. Dazu gehören die Hand verlesenen Trauben, die Gärung in der Flasche sowie ein kompliziertes Verfahren, bei welchem der Winzer die Flaschen schüttelt. Diese Prozesse machen den Champagner zur Königin unter den Schaumweinen. Um einen erlesenen Champagner von einem Durchschnittsprodukt zu unterscheiden, gibt es viele Aspekte, die einen guten Tropfen ausmachen.

Die Geschichte und die Herstellung des Champagners

Die Geschichte dieses edlen Schaumweines begann bereits in der Zeit der Römer, denn diese waren es, welche die ersten Reben in der Champagne anpflanzten und den ersten, stillen Wein herstellten. Gegründet wurde diese Weinregion im Jahre 1114. Anhand der Urkunde, welche der Ordinarius von Chalons-en-Champagne dem Abt dieses Klosters über den Grundbesitz und das Rebland, wie Ay und Oger, ausstellte, ist dies belegt. Diese Urkunde ist zugleich als „grande charte champonoise“ bekanntgeworden.

Der Begriff „Vin de Champagne“, welcher noch ein stiller Wein gewesen ist, setzte sich erst in den folgenden Jahrhunderten durch. Auch König Ludwig XIV. machte den Wein zu seinem persönlichen Hauswein, aber auch an den Höfen der Adligen Europas wurde der Wein getrunken. Die Herstellung dieses Schaumweins ist einem Zufall, welcher sich im 17. Jahrhundert ereignet hat, zu verdanken.

Heute werden in der Anbauregion im Jahr etwa 300 bis 350 Millionen Flaschen des „kaiserlichen“ Getränkes hergestellt, welche nicht wie früher nur von Königen und Kaisern getrunken wurden, sondern von einer großen Anhängerschaft.

Die Herstellung des Champagners beginnt mit der Weinlese, welche meist im August bis September erfolgt. Hierzu werden die Trauben mit der Hand gelesen und bedachtsam in Körben zur Kelterei gebracht. Hier wird aus diesen Trauben in drei Pressungen der Traubensaft entzogen.

Die erste Gärung ist die alkoholische Gärung. Diese findet für jede Sorte und jede Lage in einem separaten Fass statt. Diese erste Gärung stellt einen stillen Weißwein her. Ein Teil der Produzenten lässt im Anschluss eine malolaktische Gärung, d. h. einen Säureabbau zu.

Im nächsten Schritt erfolgt die Assemblage. Der Kellerer beobachtet die Weine während des Reifeprozesses genau und beginnt nach etwa5 Monaten mit der Zusammenstellung der unterschiedlichen stillen Weine für die zweite Gärung, die im Anschluss folgt. Danach wird der Reifeprozess, das Rütteln und das Dégorgement vollzogen. Hierin wird die Champagnerflasche durch ein Eisbad gezogen und steht dabei auf dem Kopf. Danach erfolgen die Dosage sowie das Verkorken und das Verschließen der Flaschen.

Die Bedeutung eines guten Champagners

Der Begriff Champagner ist geschützt. Dieser bezieht sich nur auf die Schaumweine aus Trauben, welche aus den Körperschaften Marne, Aisne, Aube, Seine-et-Marne und Haute-Marne stammen. Die kalkhaltigen Böden geben dem Champagner seinen ganzen Geschmack und die recht kühle Atmosphäre in der Champagne sorgt für ein langsames Reifen der Weintrauben.

Wie auch bei Wein gibt es bei Champagner kein eigentliches Patentrezept für guten Geschmack. Um die Vorlieben der Genießer zu treffen, lohnt sich jedoch ein Blick auf die Dosage. Sie kommt zum Getränk vor dem Verkorken dazu und ergibt einen Dessertwein mit Zucker. Dieser süße Champagner trägt den Namen Doux und enthält über 50 Gramm Zucker je Liter.

Die Keller-Lagerung beeinflusst die Qualität des Champagners sehr. Oftmals werden die Flaschen zehn, 15, 25 oder noch mehr Jahre gelagert. Voraussetzung ist, dass sie viel Potenzial haben. Für die Lagerung, die den Geschmack ausmacht, gibt es zwei Möglichkeiten. Hierzu gehört die Hefesatzlagerung des Champagners, ohne das Dégorgieren, nach der zweiten Gärung. Die zweite Möglichkeit ist eine Lagerung nach dem Auffüllen und Dégorgieren des hierbei entstandenen Champagnerverlustes.
Jede einzelne Methode für sich schafft verschiedene Farb- und Geschmacksempfindungen, die ein gutes Getränk ausmachen. Effekte auf die Bildung des Schaums hat jedoch lediglich eine längere Lagerung. Da diese verlängerte Lagerung einen Druckverlust mit sich zieht, wird der Schaum geringer und die Perlage dagegen feiner.

Generell ist Champagner aus einer von drei unterschiedlichen Rebsorten hergestellt. Dies ist der Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, die am häufigsten verwendet werden. Zudem gibt es noch weitere Sorten, welche jedoch seit der Reblauskrise im 19. Jahrhundert fast gänzlich verschwunden sind: Dies waren der Arbane, Pinot Gris Vrai, Petit Meslierund Pinot Blanc. Diese Rebsorten sind anfälliger, wodurch eine gute Weinlese seltener wird. So ist ein Champagner aus diesen Sorten etwas Besonderes.

Besonders gute Vertreter des Champagners stammen aus dem Elsass, von der Loire, aus dem Jura und aus dem Crémant de Bordeaux (Bordeaux) und dem Crémant de Bourgogne (Burgund).

Die klassische Gärung in der Flasche der Champagne ist seit dem Jahre 2015 das UNESCO-Weltkulturerbe und die renommierteste Herstellungsmethode auf der Welt. Die Flaschengärung bringt besonders hohe Qualitäten und eine sehr feine Kohlensäure hervor, doch macht diese der hiermit verbundene Aufwand zugleich zur teuersten Produktionsmethode. Der Kellerer vinifiziert diesen Most zu einem trockenen Weißwein, welcher der Grundwein ist.

Ein guter Champagner wird daran erkannt, dass die Fruchtaromen besonders unaufdringlich und zart sind. Zudem strahlt dieser den Duft von Brioche und Hefe aus und die Kohlensäure wirkt hier nicht aggressiv. Ein derartiges weiches Gefühl im Mund wird jedoch nur mit einer langen Reifezeit erreicht.

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