Gedanken oder Fragen

10.03.2011 um 07:00 Uhr

Dr. Hope Bridges Adams

Ein Denkmal setzte Arte der ersten Frau, die in Deuschland Medizin studierte und mit einem Staatsexamen abschloss.
Mit dem Spielfilm
Dr. Hope, Eine Frau gibt nicht auf.

In diesem Film wird das Leben der
Hope Bridget Adams Lehmann
geb. 17.12.1855 bei London, gest. 10.10.1916 in München gezeigt und dokumentiert.
Dr. Hope, sehr eindrucksvoll von Heike Makatsch gespielt. Wenngleich der Film einige Längen haben mag, er erstreckt sich über fast 3 Stunden, so nimmt er einen doch mit auf eine beeindruckende Zeitreise, in eine Welt in der die Frauen noch recht wenig Rechte hatten und von Gleichberechtigung noch keine Rede war.
In eine Zeit, in der Frauen noch ein Kind nach dem anderen bekamen, dabei in grösster Armut lebten, kaum wussten wovon sie ihre Kinder und sich selbst ernähren sollten.

Dr. Bridgets Hope, die Frau, die es schaffte trotz aller männlichen Widerstände, als erste Frau in Deutschland das Staatsexamen in Medizin ablegte, in der Schweiz promovierte, als erste Frau in Deutschland praktzieren durfte, als Ärztin und Gynäkologin.

Diese Frau Dr. Hope, die fast in Vergessenheit geriet, von der niemand spricht und die dennoch so vieles geschafft hatte.

Klar, ich hatte mich beim Filmsehen auch geärgert, geärgert über die Borniertheit ihres Ehemannes, des Arztes Dr. Otto Walther Weber, der wie selbstverständlich meinte, jetzt wo sie ja verheiratet sind, bräuchte Bridget Hope nicht zu praktizieren, es reiche ja wenn er es täte, und sie, sie solle lieber für ihn da sein, für den Haushalt und die Tochter. Das sei der ihr zugewiesene Platz.
Doch Dr. Hope liess sich nicht kleinmachen, nicht einsperren. Sie behandelte Frauen, selbst wenn diese die Behandlung nicht bezahlen konnten. Ging zu Hausbesuchen in die Armenquartiere der Arbeiter.

Starb fast, als sie sich mit einer Lungentuberkulose ansteckte. Entwickelte gegen TBC ein ganz neues Heilkonzept und eröffnete mit ihrem Mann ein Lungensantorium in den Bergen.

Doch das war ihr nicht genug, sie wollte mehr erreichen.
Zurück in München wollte sie ein Mütterhaus bauen, eine Geburtsklinik mit einem modernen Kreissaal. Doch sie stiess auf grosse Widerstände aus der Ärzteschaft und der Hebammenorganisation. Die in ihr eine Konkurenz sahen.
Sie schrieb ein Buch
"Der ärtzliche Ratgeber für die Frau".
Ein Buch, welches die Frauen aufklären sollte, über Sexualität, Hygiene und Verhütung. Dieses Buch liess sie teilweise kostenlos in Krankenhäusern verteilen. Selbst wenn der Inhalt bei der Kirche und der Ärzteschaft verpönt war, da das Buch die Dinge beim Namen nannte und die gynäkologischen Zeichnungen der weiblichen Organe in ihrer Direktheit "Neu" war.

Ja, Dr Bridget Hope, eine Frau die beeindruckend war.Sie traf sich häufig mit Clara Zetkin, die auch längere Zeit bei ihr zu Gast war.

ALS Clara Zetkin in dem Film auftauchte, dachte ich der Name kommt mir bekann vor.
Klar, Clara Zetkin, die Frau die den internationalen Frauentag begründete. Ich schrieb vor zwei Jahren einmal daüber:
Heute ist der internationale Frauentag

Hier noch einige Filmzitate aus dem Film, die mich berührten:

"Denk an das was ist, nicht an das was kommen kann.

"Mache nicht schlecht, was so lange gut war"

"Das was wirklich zählt, ist das was man sich erkämpfen musste"

"Den einen Wassertropfen im Meer, der für einen bestimmt ist, den findet man nur einmal im Leben".

Hope Bridges Adams glaubte wohl zweimal in ihrem Leben, dass sie diesen einen Tropfen im Meer, der für sie bestimmt war, gefunden hatte.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. khiira schreibt am 13.03.2011 um 17:57 Uhr:Hope hat sehr poetrisch ausgedrückt, was für viele Menschen tatsächlich zutrifft, diese aber desöftern mal vergessen.
    Und sie war eine sehr beindruckende Frau, ich finde ein Vorbild für viele Frauen damals und heute.
  2. sternenschein schreibt am 14.03.2011 um 03:15 Uhr:Hallo khira,
    beeindruckend ganz sicher, wenn man dazu noch die Zeit betrachtet in der sie lebte. Eine Zeit in der Frauen doch sehr wenig Rechte hatten, in dieser Zeit nahm sie sich ihr Recht und versuchte es auch den Frauen in den Arbeitersiedlungen zu geben, die teils in bitteren Verhältnissen lebten.
    Ja, im Grunde war sie ein Licht, welches heute noch ausstrahlt und leuchtet.
    Und wie lange es noch dauerte, bis Frauen ihre Rechte eingeräumt wurden.
    Bis Ende der sechziger durfte der Ehemann noch bestimmen ob und wo die Frau arbeiten darf. Die ehelichen Pflichten waren noch im Gesetz festgeschrieben.
    Wurde erst unter Willy Brandt geändert, und bis zum Tatbestand der Vergewaltigung in der Ehe dauerte es noch wesentlich länger.
    Ja, Hope war eine Vorkämpferin für dieses alles.
    Danke für deinen Kommentar und
    liebe Grüsse an dich.
  3. khiira schreibt am 17.03.2011 um 20:35 Uhr:hallo sternenschein, danke für die Grüße und auch liebe Grüsse an dich.

    ich denke, es gibt heute auch Frauen, die vorbilder sind für andere. mir fallen aus meinen umfeld und meiner vergangenheit so einige ein...

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