Tao 598
Musik: Stephen DeRuby – Infinity

Musik: Stephen DeRuby – Infinity

Musik: Gerald Jay Markoe – Mindfulness
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Musik: Terry Oldfield – Shadows Dancing

Musik: Oliver Rehbinder – M44 Beehive Cluster
Wenn das Ego Aufmerksamkeit möchte,
das Denken seine konstante Bewegung fortsetzt,
dann lass das Ego sterben.
Du klammerst dich an das Ego --
du bist bereit, den Körper zu zerstören,
aber du bist nicht bereit, das Ego zu zerstören.
Wenn das Ego das Problem ist, dann lass das Ego fallen.
Der Körper hat dir nichts getan,
der Körper ist eine schöne Sache.
Der Körper ist genau wie ein Tempel,
er ist eines der größten Wunder,
den es in der Existenz gibt.
Genieße ihn, feiere ihn,
denn durch ihn wird alles Feiern möglich.
Ohne ihn wirst du ein Geist in einer Maschine sein.
Aber du möchtest alles nett haben.
Darin liegt deine Sehnsucht.
Du möchtest eigentlich ein nettes Leben haben --
"nett" bedeutet ein Leben des Dahinvegetierens,
nichts tun und alles bekommen,
alles erhalten
ohne irgendeine Anstrengung zu unternehmen.
Musik: Gandalf – Blossoms Falling Like Snow
Methoden sind bloß Spiegel.
Sie reflektieren unser eigenes Unbewußtes.
Das ist nicht viel. Sie geben uns niemals irgendetwas Neues,
sie spiegeln uns einfach wider.
Aber wir kennen uns eben nicht selbst,
darum denken wir, wir hätten etwas Neues erreicht,
wir hätten durch diese Methoden
irgendein neues Wissen gewonnen.
Als der russische Diktator Chruschtschow nach Paris kam,
besichtigte er eine Ausstellung mit modernen Gemälden.
Er war ein unkultivierter Mensch
und in keiner Weise ästhetisch,
er hatte keinen Sinn für Schönheit.
Er war genau genommen vulgär.
Aber er war eingeladen worden und mußte hingehen.
Großartige Gemälde wurden in dieser Ausstellung gezeigt.
Er sah sich ein Gemälde an und sagte:
Ich verstehe es nicht. Das schaut häßlich aus.
Der Mann, der ihn herumführte, ein großer Kunstkritiker, sagte:
Dies ist ein Picasso und es ist eines der schönsten Dinge,
die in diesem Jahrhundert geschaffen wurden,
aber es braucht ein Vorverständnis.
Es ist nicht so gewöhnlich, daß es jeder verstehen könnte.
Sie müssen Ihr ästhetisches Gefühl,
Ihre Sensitivität schon steigern,
nur dann werden Sie sehen können, was es darstellt.
Sie gingen weiter. Chruschtschow fühlte sich unwohl.
Er hätte sich niemals vorstellen können,
daß so etwas passieren könnte.
Tatsächlich hätte auch in Rußland so etwas
niemals geschehen können.
Kein Kritiker, kein Künstler wäre so mutig gewesen,
ihm zu sagen, daß ihm das Verständnis fehlen würde.
Dann stand er vor dem nächsten Gemälde,
betrachtete es minutenlang intensiv,
und sagte dann: Ich denke, dies ist auch ein Picasso.
Der Kritiker sagte: Es tut mir leid, mein Herr,
dies ist bloß ein Spiegel.
Sie betrachten sich gerade selbst in ihm.
Er war ein häßlicher Mann –
für ihn mag es wie ein Picasso ausgesehen haben –
ein Gemälde von Picasso, eine Verzerrung, eine Karikatur.
Musik: Music from the World of Osho – Wild Birds
"Natur
Von all den Leuten, die auf dieser Erde erkannt haben, ist Lao-tse unvergleichlich, er ist einzigartig. Ein Mensch mit gewöhnlichem Intellekt kann leicht irgendeine seiner eigenen Ideen Krischnas Bhagavadgita hinzufügen. In gleicher Weise kann alles Mögliche den Worten von Mohammed, Buddha oder Christus hinzugefügt werden, und es würde schwierig sein, dies zu entdecken. Die Aussagen dieser Heiligen stehen nicht im Widerspruch zur Moral und dem Verständnis des normalen Menschen. Darum sind all die Schriften der Welt interpoliert worden, sie wurden ständig erweitert. Jede Generation fügte etwas Neues hinzu, das zu ihr gehörte. So ist es nicht möglich gewesen, die Reinheit dieser Schriften zu bewahren. Aber Lao-tses Buch ist eines dieser ganz wenigen Bücher auf der Erde, das sich seine Reinheit bewahrt hat. Nichts kann ihm hinzugefügt werden. Der Grund dafür ist: Nur ein Mensch von dem Kaliber des Lao-tse kann jemals irgendetwas hinzufügen.
Musik: Spielen Prem Joshua & Manish Vyas – Moon Song
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Musik: Kadang – Maktub
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Musik: Paul van Dyk – In Between
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Musik: Planet Bliss – Halo
Und so geschieht ein Wunder: Wenn der andere zu fühlen beginnt, dass du wahrhaftig bist, dann fällt nach und nach, durch diesen Respekt, der Konflikt weg. Wenn du einen Menschen liebst, wenn du eine Person respektierst, wenn du siehst, dass diese Person wahr und authentisch ist, dann gibt es immer weniger Konflikt. Zwischen zwei falschen Personen gibt es immer Konflikt. Konflikt ist eine Konsequenz davon, dass zwei falsche Persönlichkeiten zusammen sind. Wenn zwei wahre Menschen zusammen leben, verschwindet der Konflikt nach und nach, weil sie beginnen, sich gegenseitig zu verstehen und dann gibt es niemals Verwirrung, es besteht keine Möglichkeit für irgendeine Konfusion. Alles ist klar und transparent. Dann verschwindet der Konflikt nach und nach. Ohne irgendetwas von deiner inneren Harmonie zu riskieren, verschwindet der Konflikt. Und dann bist du und der andere auch in Harmonie. Aber der erste Schritt ist, mit dir selbst in innerer Harmonie zu sein. Nur dann kannst du in Harmonie mit anderen sein, sonst nicht. Wenn du keine innere Harmonie erreicht hast, wie kannst du dann die äußere erreichen? Der grundlegende Faktor fehlt noch. Du kannst ein sehr authentischer Mensch werden, wenn du weißt, wo es noch fehlt, wenn du nicht bloß intellektuell bist, dann kannst du verstehen, was dein Problem ist, weil du tief in dein Wesen hineinsehen kannst.
Musik: Clone – Token Toker
Eines Abends, die Sonne ging unter und die Nachbarschaft entdeckte sie, wie sie nach etwas auf der Straße suchte -- eine alte Frau, jeder liebte sie; natürlich hielt sie jeder für ein bißchen verrückt, aber sie war eine schöne Person -- also rannten sie alle hin, um ihr zu helfen und sie fragten: Was ist denn verloren gegangen? Nach was suchst du denn? Sie sagte: Meine Nadel. Ich machte gerade etwas Handarbeit und dabei habe ich meine Nadel verloren. Helft mir! Ihr seid so freundlich! Also machten sie sich alle auf die Suche. Dann ging ein Mann, dem klar geworden war, dass die Straße so groß und die Nadel solch ein kleines winziges Ding ist, und dass es fast unmöglich sein würde, sie zu finden, bevor sie nicht exakt wüßten, wo sie fallen gelassen worden war, zu Rabia und sagte: Nenn uns genau die Stelle. Rabia sagte: Frag das nicht, denn eigentlich habe ich sie nicht außerhalb meines Hauses verloren, ich verlor sie im Haus. Da hörten alle das Suchen auf und sagten: Verrückte Frau! Warum suchst du dann hier draußen auf der Straße, wenn du sie innerhalb des Hauses verloren hast? Rabia sagte: Aber dort ist es so dunkel. Hier ist es noch ein bißchen hell, wie kann man suchen, wenn es dunkel ist? Und ihr wißt. ich bin arm, nicht einmal eine Lampe ist im Haus. Wie kann man suchen, wenn es dunkel ist? Also suche ich eben hier, weil ein wenig Sonnenlicht noch da ist und noch etwas getan werden kann, um sie zu suchen. Die Leute begannen zu lachen. Sie sagten: Du bist wirklich verrückt! Wir wissen, dass es schwierig ist, etwas in der Dunkelheit zu suchen, aber dann gibt es nur einen Weg: sich von jemandem eine Lampe zu borgen und dort danach zu suchen. Rabia sagte: Ich hätte niemals gedacht, dass ihr Leute so weise seid. Warum sucht ihr dann immer im Außen? Ich folgte bloß euren Wegen. Wenn ihr so verständig seid, warum borgt ihr euch dann keine Lampe von mir und sucht in eurem Inneren? Ich weiß, dass es dort dunkel ist...
Dieses Gleichnis ist bedeutungsvoll.
Musik: James Asher – Return to Egypt
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Wenn du zum ersten Mal in die innere Leere eingehst, den Zustand des Nicht-Denkens betrittst, dann geschieht es, dass du von der Erde entwurzelt wirst. Bevor du dann deine Wurzeln in den Himmel hinein wachsen läßt, wird es eine Zeitlücke geben, ein Intervall, in dem es viel Leid geben kann, wenn da niemand ist, der dich auf den Segen aufmerksam macht, der schon dabei ist, sich für dich zu ereignen. Wenn es niemanden gibt, der dir Hoffnung geben kann, dann kann die dunkle Nacht der Seele zu deinem Grab werden.
"Lung Schu sagte zum Arzt Wen Schi: "Deine Heilkunst ist subtil. Ich habe eine Krankheit. Kannst du sie heilen?"
"Du mußt mich nur beauftragen. Erzähle mir die Symptome deiner Krankheit."
"Ich halte es für keine Ehre, wenn mich der ganze Distrikt preist, noch für eine Schande, wenn der ganze Staat mich verunglimpft; ich habe keine Freude daran, wenn ich gewinne, kein Unbehagen, wenn ich verliere; ich betrachte in gleicher Weise das Leben und den Tod."
Musik: David & Steve Gordon – Spirit Vision

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Musik: Liquid Mind – Lullaby For Grownups
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Musik: Corciolli – Jasmim - Sensibilidade (Yasmin - Sensibility)
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Wahrheit ist ein Tanz. Sie ist wie wachsende Bäume und fließende Flüsse und Wandelsterne. Wahrheit ist niemals, an keinem Punkt, ein statisches Phänomen. Sie ist keine Stase, kein Stillstand; sie ist äußerst dynamisch, sie ist Bewegung. Damit sie lebendig bleibt, muss sie in Bewegung sein.Nur der Tod ist statisch, nur der Tod stagniert. Daher mögen die Leute, die tot sind, oberflächlich lebendig aussehen, aber wenn ihre Wahrheit nicht mehr weiterwächst, sind sie tot. Ihre Seele wächst dann nicht mehr. Wahrheit ist keine Idee, sondern dein eigentliches Sein, deine eigentliche Seele.Daher fragte Meister Buko Basho: "Wie steht es zur Zeit um dein Verstehen?" Er fragt damit nicht nach der Vergangenheit. Wissen ist immer Wissen über die Vergangenheit, Imagination ist immer Vorstellung von der Zukunft. Er aber fragt nach der Gegenwart, er fragt damit nach dem Unmittelbaren.![]()
Musik: Franz Schubert – Impromptu No. 3 In G Flat Major

Sogar ein Judas wird eines Tages
ein Buddha, ein Christus werden.
Und die Zeit macht nicht viel aus.
Die Zeit spielt nur für das Denken eine Rolle,
aber für einen Menschen,
der über das Denken hinausgegangen ist,
ist Zeit nicht von Bedeutung.
Jemand ist heute aufgewacht,
jemand wird morgen aufwachen,
ein anderer übermorgen –
aber das ist unwichtig für einen,
der zum Nicht-Denken-Sein gelangt ist.
Das ist Ewigkeit.
Jemand fragte Jesus:
Warum berührst du unsere Füße ?
Was tust du da ?
Und es wird berichtet, Jesus habe gesagt:
So daß ihr euch daran erinnert
daß der Meister
die Füße der Schüler berührt hat;
so daß ihr nicht hochmütig werdet
so daß ihr nicht stolz werdet
so daß ihr die Leute nicht dazu zwingt,
euch die Füße zu küssen
so daß ihr daran denkt,
daß schließlich bloß der Meister
die Füße der Schüler zu berühren
und sich zu verneigen hat.
Denn auch im Schüler ist der Morgen verborgen.
Es mag immer noch dunkle Nacht sein,
aber je dunkler die Nacht
desto heller wird der Morgen sein.
Er ist schon im Kommen,
er ist bloß noch um die Ecke;
ihr könnt es nicht sehen,
aber der Meister kann es sehen
und er verbeugt sich vor euch –
vor dem Morgen, der sich in euch ereignen wird.
Musik: Gabrielle Roth & The Mirrors – Eternal Dance
Die tibetische Hölle ist absolut eisig and die indische Hölle ist voll mit Feuer.
Nun, so viele Höllen und so viele Paradiese kann es nicht geben; das sind unsere Projektionen. Was wir auch immer ersehnen, das projizieren wir in den Himmel und vor was wir auch immer Angst haben, das projizieren wir auf die Hölle. Die Hölle ist für die anderen, für diejenigen, die nicht an unsere Ideologie glauben, und das Paradies ist eine Belohnung für diejenigen, die an unsere Ideologie glauben -- die gleichen weltlichen Dinge. Das sind keine religiösen Menschen.
Im mohammedanischen Himmel gibt es Ströme von Wein. Das ist sehr eigenartig: Hier verdammst du den Wein -- er ist eine Sünde -- und dort belohnst du deine Heiligen mit Wein!
All die Paradiese aller Länder sind voll von schönen Frauen, denn sie sind alle von Männern kreiert worden, es gibt keine Beschreibung von schönen Männern. Wenn also Frauen... und natürlich werden die Emanzen früher oder später über ihr eigenes Paradies schreiben. Sie werden nicht über schöne Frauen reden, sie werden von schönen Männern reden -- Pantoffelhelden, die immer den Frauen wie ein Schatten folgen, gehorsam, und so weiter und weiter, genau wie Diener. So haben sich die Männer die Frauen in ihrem Himmel ausgemalt. Und sie sind immer jung, sie werden niemals alt. Das ist seltsam!
Wenn du dir die Idee von Gott anschaust, so halten all die Religionen Gott für einen sehr, sehr alten Mann. Hast du dir jemals Gott als einen jungen Mann vorgestellt? Kein Land hat jemals Gott für einen jungen Mann gehalten, denn jungen Leuten kannst du nicht trauen: Sie sind gefährlich und sie sind auch ein wenig töricht. Ein weiser Mann muss sehr alt sein, also ist Gott sehr alt. Aber die Frauen, von denen er umgeben ist, sind alle sehr jung, genauer gesagt immerwährend achtzehn Jahre alt; über dieses Alter wachsen sie nicht hinaus. Die totale Stagnation! Sie müssen es doch schon müde sein, seit Millionen von Jahren achtzehn Jahre alt zu sein!
Aber das ist die Idee des Menschen: Hier entsagen die Heiligen den Frauen, sie verzichten auf Sex; sie verdammen den Sex, sie preisen das Zölibat -- und natürlich hoffen sie darauf, dass sie gut dafür bezahlt werden, dass sie belohnt werden. Das sind unsere weltlichen Sehnsüchte, wie sie wieder zurück aus dem Unbewußten kommen; du kannst sie nicht wegschieben. Bevor du dich ihnen nicht gestellt hast, bevor du sie nicht beobachtet hast, kannst du sie nicht einfach bloß unterdrücken.
Musik: Spielen Chinmaya Dunster & Niladri Kumar – Village Songs
Ein Teil kann nicht das Ganze erobern;
und wenn der Teil das versucht, wird der Teil wahnsinnig werden.
Das Ganze wird nichts dabei verlieren,
der Teil wird alles verlieren
denn der Teil existiert mit dem Ganzen,
niemals dagegen.
Die Wissenschaft ist destruktiv geworden
wegen dieser aggressiven Einstellung.
Und dann ist da noch ein anderer Aspekt des Konflikts:
diesen Aspekt nennst du Religion.
Der eine Aspekt ist der Kampf mit der Natur im Außen;
die Wissenschaft ist so entstanden, sie ist destruktiv.
Das letztendliche Ziel kann nie etwas anderes sein als Hiroshima,
und das wird erreicht werden --
die ganze Erde wird ein Hiroshima werden.
Das Kämpfen führt zum Tod,
der Konflikt führt schließlich zum äußersten Tod;
die Wissenschaft steuert in diese Richtung.
Dann ist da noch der andere Konflikt:
Der innere Konflikt, der Kampf mit sich selbst.
Das ist das, was du Religion nennst -- sich selbst zu bezwingen.
Wieder der Kampf, und auch das ist destruktiv.
Die Wissenschaft zerstört die Natur von außen her,
und die sogenannte Religion zerstört die Natur von innen her.
Dschuang Dsi ist gegen beide Aspekte des Konflikts.
Die sogenannte Wissenschaft und die sogenannte Religion sind keine Feinde,
sie sind Partner, sie haben eine tiefe Affinität.
Musik: Chinmaya Dunster & Niladri Kumar – Jhinjhoti Revisited
Das Leben, das wir leben, ist nicht einmal Leben, das kann es nicht sein. Wie kann es Leben sein, wenn kein Licht in uns ist ? Wie kann es Leben sein, wenn keine Liebe in uns ist ? Wie kann es Leben sein, wenn wir mechanisch funktionieren ? Nur mit Bewußtheit kommt das Leben zu uns – nicht mit der Geburt, sondern mit Bewußtsein. Nur mit einem meditativen Bewußtsein fangen wir an, das Leben zu leben. Andere machen sich etwas vor; wirklich leben tun sie nicht. Sie tun vielleicht tausend Sachen. Immerzu machen sie etwas; bis ganz zuletzt sind sie immer am Tun und Machen; Reichtum anhäufen, an die Macht kommen, sich diesen Ehrgeiz und jene Sehnsucht erfüllen. Sie machen immer weiter, aber trotzdem ist das Endergebnis, die Endsumme ihrer Leben Null.
Nachdem er den sechzig Jahre alten Rodeo-Champion in Austin, Texas, interviewt hatte, bemerkte der Zeitungsmann aus New York: "Du bist wirklich ein außergewöhnlicher Mann, daß du in deinem Alter noch ein Rodeo-Champion bist."
"Quatsch", sagte der Cowboy, "ich bin ein nicht annähernd so außergewöhnlicher Mann wie es mein Papa ist. Der steht immer noch auf dem Fußballplatz und kickt für ein Fußballteam und er ist sechsundachtzig."
"Beeindruckend !" schnappt der Journalist nach Luft, "ich würde gerne deinen Vater treffen."
"Das geht jetzt gerade nicht. Er ist in El Paso und setzt sich für Opa ein. Opa wird morgen heiraten. Er ist einhundertvierzehn."
"Deine Familie ist einfach unglaublich," sagte der Zeitungsmann. "Hier bist du, ein Rodeo-Champion mit sechzig. Dein Vater ist ein Fußballspieler mit sechsundachtzig. Und dein Opa möchte heiraten mit einhundertvierzehn."
"Verdammt, Mister, das hast du falsch verstanden", sagte der Texaner. "Opa möchte gar nicht heiraten. Er muß."
So geht das Leben immer weiter bis ganz zum Ende. Das ist nicht wirkliches Leben. Wir sind bloß Opfer – ein Opfer unserer unbewußten Instinkte, ein Opfer der Biologie, ein Opfer der Physiologie, ein Opfer der Natur. Das ist die Bindung. Von all diesem Unbewußten frei zu sein ist die Befreiung. Frei zu sein von der Knechtschaft an unsere Körperchemie, frei zu sein von der Anbindung an das Programm, das die Natur in unsere Körperzellen einprogrammiert hat, frei zu sein von allem, was unbewußt in uns ist, eigenständig zu sein, ein bewußtes Licht zu sein – das ist der Beginn des wirklichen Lebens. Unser Alter zählt nur von dem Moment an, wo wir damit beginnen, bewußt zu leben, ganz wach und meditativ.
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Er vermied es immer,
über die Wahrheit zu reden, die er erlangt hatte
und er wies immer den Gedanken von sich
dass er dies für die zukünftigen Generationen aufschreiben sollte.
Im Alter von neunzig Jahren
nahm er Abschied von seinen Schülern,
und mit seinem Abschiedsgruß sagte er zu ihnen:
Nun begebe ich mich auf die Reise ins Gebirge,
Richtung Himalaja.
Ich gehe dorthin, um zum Sterben bereit zu werden.
Es ist gut, mit Leuten zu leben,
es ist gut, in der Welt zu sein, während man lebt,
aber wenn man dem Tode näher kommt
ist es gut, sich in das totale Alleinsein zu begeben,
so dass wir uns
zur ursprünglichen Quelle hinbegeben
in unsere absolute Reinheit und Einsamkeit,
unkontaminiert von der Welt.
Die Schüler fühlten sich sehr, sehr traurig,
aber was konnten sie tun?
Sie folgten ihm ein paar hundert Kilometer,
aber nach und nach überredete Lao-tse sie,
wieder zurückzugehen.
Dann überquerte er alleine die Grenze,
und dort sperrte ihn der Grenzwächter ein
denn er war auch ein Schüler. Und er sagte:
Bevor du nicht ein Buch schreibst,
werde ich dir nicht erlauben
die Grenze zu überqueren.
Soviel musst du für die Menschheit tun.
Schreibe ein Buch.
Das ist die Schuld, die du zu zahlen hast,
sonst werde ich dir
den Grenzübergang nicht gestatten.
Lao-tse wurde also drei Tage lang
von seinem eigenen Schüler gefangen gesetzt.
Das ist schön. Es ist sehr liebevoll.
Er wurde dazu gezwungen.