Laotse 4
Also Konfuzius probierte es, er machte sich insgeheim auf die Suche.
Er sandte seine Schüler aus, um jemanden zu finden, der für ihn von Hilfe sein könnte,
und sie kamen mit der Information,
es gäbe da einen Mann, dessen Namen niemand wüßte;
er war nur als "der alte Kerl" bekannt.
Laotse heißt "der alte Junge".
Das Wort ist nicht sein Name, niemand kennt seinen Namen.
Er ist so ein unbekannter Mann, daß niemand weiß, wann er geboren wurde,
niemand weiß, wem.
Niemand weiß, wer sein Vater war oder wer seine Mutter war.
Er hatte schon neunzig Jahre gelebt, aber nur sehr wenige menschliche Wesen
waren auf ihn gestoßen, sehr selten;
nur diejenigen, die andere Augen und Perspektiven hatten,
womit sie ihn verstehen konnten.
Er war nur für die wenigsten -
ein so gewöhnlicher Mensch, aber nur für die seltenen Menschen mit außergewöhnlichem Bewußtsein.
Als er nun die Nachricht hörte, daß es da einen Mann gab, der als "der alte Bursche" bekannt war,
machte Konfuzius sich auf den Weg, um ihn kennenzulernen.
Als er Laotse traf, konnte er fühlen,
daß hier ein Mensch war, mit grandiosem Verständnis,
großartiger intellektueller Integrität, großer logischer Schärfe, ein Genie.
Er konnte spüren, daß da etwas war,
aber es konnte es nicht festmachen.
Ganz vage schien da auf mysteriöse Weise etwas da zu sein;
dieser Mensch war kein gewöhnlicher Mensch, obwohl er absolut gewöhnlich aussah.
Da versteckte sich etwas. Er trug einen Schatz in sich.
