Laotse 8
Die Persönlichkeiten von Mahavir, Moses und Mohammed
sind wie einzelne Töne -
einfach, streng, enthaltsam, sogar schön, aber nur dann und wann.
Krishna ist multidimensional, übermenschlich, wundersam,
aber er scheint mehr wie ein Mythos zu sein als ein wirklicher Mensch;
er ist so außergewöhnlich, daß es ihn nicht geben kann.
Auf dieser Erde können solch außergewöhnliche Personen nicht existieren -
sie existieren nur als Träume,
und Mythen sind nichts als kollektive Träume,
die die ganze Menschheit sich erträumt hat -
schön, aber unglaubhaft.,
nicht sehr bedeutungsvoll, einfach kosmisches Geschwätz.
Jesus ist so traurig, so beladen und belastet -
überladen mit dem ganzen Unglück der gesamten Menschheit.
Er kann nicht lachen. Wenn du zu lange mit ihm gehst, wirst du traurig werden,
dir wird das Lachen vergehen. Ihn umgibt eine düstere Schwermut.
Er ist gut, aber zu gut, fast unmenschlich gut.
Mit Zarathustra kann man lachen, er ist kein Moralist, kein Puritaner;
er kann das Leben genießen und alles, was das Leben gibt.
Er ist ein guter Freund, mit ihm könnte man immer zusammensein -
aber er ist bloß ein Freund.
Und Freundschaft ist gut, aber nicht genug.
Buddha ist ungeheuer schön, außergewöhnlich schön, superb.
Aber er ist nicht auf der Erde, er geht nicht auf der Erde.
Er fliegt in den Wolken und hinterläßt keine Fußspuren,
man kann ihm nicht folgen, man weiß nie, wo er sich gerade aufhält.
Er ist wie eine Wolke.
Manchmal trifft man ihn, aber das ist zufällig.
Und er ist so verfeinert, daß er auf dieser Erde keine Wurzeln schlagen kann,
er ist für irgendeinen höheren Himmel gedacht. Auf diese Weise ist er einseitig.
Erde und Himmel begegnen sich nicht ihn ihm;
er ist himmlisch, aber der irdische Teil fehlt;
er ist wie eine Flamme, schön, aber da ist kein Öl, kein Behälter -
du kannst die Flamme sehen, aber sie geht immer höher und höher,
nichts hält sie auf der Erde.
