Taoistische Reflektionen

30.11.2007 um 22:33 Uhr

Tao 348

von: tao

 

Das Wissen ist wie eine Hure, immer bereit und käuflich. Unwissen ? Wer wird Unwissenheit kaufen ?

Wem kannst du sie verkaufen ? Niemand braucht sie,

tatsächlich trägt sie ja schon jeder in sich. 

Es ist nicht nötig, sie zu verzieren. 

Sie ist wie die Nacht: Dunkel, schweigsam, keine einzige Bewegung.

Worte können nicht zusammen mit Unwissenheit existieren.  

29.11.2007 um 02:52 Uhr

Südliches Blütenland 17/3 (7)

von: tao

Das Entfernteste ist das Träumerischste.

Das zieht an, es nimmt Besitz von dir, es ruft dich laufend zu sich, lädt dich ein,

 und wenn du dann den anderen Pol erreicht hast,

wird dieser Platz, von dem aus du gereist bist

wieder schön für dich werden.

Laß dich von deiner Frau scheiden, und nach ein paar Jahren,

hat diese Frau wieder ihre Schönheit für dich gewonnen.

Für das Denken ist das, was entgegengesetzt ist, magnetisch,

und bevor du dies durch Verstehen nicht transzendierst,

wird sich das Denken laufend weiterbewegen

von links nach rechts, von rechts nach llinks,

und die Uhr wird immer weitergehen.

Ihr Pendel schwingt schon seit vielen Leben immer weiter,

und so hast du dir selbst etwas vorgemacht --

weil du den Mechanismus nicht verstehst.

28.11.2007 um 01:19 Uhr

Tao 347

von: tao

 

Zwischen Wissen und Weisheit ist eine Menge Unterschied, und der Unterschied ist nicht quantitativ,

er ist qualitativ.

Wissen heißt Glauben.

Wissen ist die Erfahrung anderer

nicht deine eigene.

Sie sagen, da ist ein Gott

und du glaubst daran.

Das ist Wissen.

Verrückt

27.11.2007 um 20:18 Uhr

Tao Te King 22 (12)

von: tao

 

Es ist deine Furcht, die dich zu einem Sklaven macht --

es ist deine Furcht.

Wenn du furchtlos bist, bist du kein Sklave mehr;

tatsächlich ist es deine Furcht, die dich dazu zwingt, andere zu versklaven

bevor sie versuchen können, aus dir einen Sklaven zu machen.

Ein Mensch, der furchtlos ist, hat weder Angst vor irgendjemandem

noch bringt er irgendjemanden dazu, Angst vor ihm zu haben. Die Furcht verschwindet total.

Lao-tse beobachtete das Leben in all seinen Dimensionen

und sah, dass es im Leben keinen Kampf gibt.

Allein schon die Idee des Kampfes ist falsch und menschlich.

Es ist das menschliche Denken, das sagt, dass es einen Lebenskampf gibt,

es ist das menschliche Denken, das sieht, dass es im Leben Gewalttätigkeit gibt;

die ist nicht da, es ist ein Mißverständnis.

Ein Löwe stürzt sich auf sein Opfer und frißt es

aber da ist keine Gewalt,

denn allein schon die Idee der Gewalttätigkeit existiert nicht.

Das Opfertier gibt nach und der Löwe frißt.

Dies ist eine natürliche Kooperation --

das Opfer wird zum Löwen, das ist alles.

Beschäftigt

26.11.2007 um 00:00 Uhr

Südliches Blütenland 17/10 (10)

von: tao

Sogar wenn du eine Rose betrachtest

beginnst du sofort darüber nachzudenken, wie diese Rose sein sollte;

sie könnte ein wenig röter sein, sie könnte etwas größer sein,

man könnte Chemikalien in sie injizieren und sie würde größer werden,

du könntest sie anmalen, sie würde dann noch röter sein --

aber du kannst sie nicht so akzeptieren, wie sie ist.

Klein oder groß, rot oder nicht so rot, sie ist da.

Warum sich darüber nicht in eben diesem Moment freuen ?

Mach sie zuerst noch mehr rot, mach sie größer,

und dann wirst du sie genießen.

Du weißt gar nicht, dass du das damit in die Zukunft verschiebst --

und dieses Verzögern wird zur Angewohnheit.

Wenn die Rose dann größer geworden ist, wird dasselbe Denken sagen:

Da ist immer noch mehr möglich.

Und das gleiche Denken wird immer weiter in die Zukunft verschieben

bis der Tod an deine Türe klopft. 

Wütend

25.11.2007 um 02:21 Uhr

Tao 346

von: tao

Der Taoist hat  Freiheit im eigentlichen Kern seines Wesens.

Der normale Mensch, der konfuzianische Mensch, ist sehr ernsthaft, der gewöhnliche Mensch ist ein Workoholic. Der Taoist ist spielerisch -- ein homo ludens. Er glaubt an das Genießen des Lebens. Er verabscheut Worte wie Pflicht und Opfer. Er bringt für nichts und niemanden ein Opfer. Er wird für keinen Altar das Opfer spielen -- sei es der des Staates oder der der Religion. nicht für den Priester und nicht für den Politiker. Er erlaubt niemandem, sein Leben auszubeuten, auch nicht mit "Zieh los und stirb, denn dein Land ist im Krieg." Seine Hingabe gilt dem Leben, nichts sonst fühlt er sich verpflichtet. Er möchte in Freude leben, er möchte all die Geschenke der Existenz genießen, er möchte feiern. Halleluja wird sein einziges Mantra sein.

Jesus sagt: "Freue dich, und abermals sage ich: Freue dich."

Der Mensch hat sich noch nicht gefreut. Der Mensch hat unter einer großen Bürde der Ernsthaftigkeit gelebt. Arbeite für das Land, arbeite für die Familie, arbeite für die Frau, arbeite für die Kinder, arbeite für deinen Vater und deine Mutter -- arbeite bloß immer weiter und weiter, und dann, eines Tages, stirb und verschwinde ins Grab. Und dann werden andere arbeiten und das geht immer so weiter. Niemand scheint irgendwann Zeit zu haben, das Leben zu genießen.

Damit ist nicht gesagt, dass der Taoist nicht arbeitet. Er arbeitet, aber er wird nicht süchtig darauf, er wird kein Workoholiker sein. Es wird keine Droge sein. Er arbeitet, weil er ein paar Dinge braucht, aber er arbeitet nicht ständig für immer mehr. Er häuft nicht an. Er glaubt nicht an ein dickes Bankkonto, und er glaubt nicht an einen sehr hohen Posten. Lieber würde er gerne ein Lied singen, auf der Flöte spielen, auf der Gitarre klimpern oder tanzen. Er möchte nicht berühmt werden. Er möchte authentisch leben. Er ist bereit, ein Niemand zu sein.

Seine Eltern können ihn nicht verstehen, denn die Eltern wollen, dass die Kinder Erfolg haben. Und die Taoisten sagen: "Aber was hat Erfolg für einen Sinn, wenn du kein Lied singen und nicht tanzen kannst, und wenn du nicht genießen und nicht lieben kannst, was hat es für einen Sinn, erfolgreich zu sein ? Warum ? Was bringt mir der Erfolg ? Sogar wenn die ganze Welt meinen Namen kennt, was wird mir das geben ?"

24.11.2007 um 23:32 Uhr

Tao 93/9

von: tao

 

Sogar ein Judas wird früher oder später ein Buddha werden, ein Christus.

Und Zeit spielt keine große Rolle.

Zeit ist nur für das Denken wichtig, aber einem Menschen, der über das Denken hinausgegangen ist,

macht Zeit nichts aus.

Jemand ist heute erwacht, jemand wird morgen erwachen,

jemand anderes wird übermorgen erleuchtet werden --

aber das spielt für jemanden, der zu einem Zustand des Nicht-Denkens gelangt ist, keine Rolle.

Es ist Ewigkeit.

Jemand fragte Jesus: Warum wäschst du unsere Füße ?

Was tust du da ?

Und es wird berichtet, Jesus habe gesagt:

So dass ihr euch daran erinnert

dass der Meister die Füße der Schüler berührte;

so dass ihr nicht hochmütig werdet

so dass ihr nicht stolz werdet

so dass ihr die Leute nicht dazu zwingt, euch die Füße zu küssen

so dass ihr daran denkt

dass schließlich der Meister die Füße des Schüler berühren

und sich verbeugen muss.

Denn auch im Schüler

ist der Morgen verborgen.

23.11.2007 um 23:06 Uhr

Südliches Blütenland 26/7 (17)

von: tao

Und die Wissenschaftler in Russland hatten viele Dinge gestartet.

Sie hatten mit dem Schlafunterricht für kleine Kinder begonnen.

In Sowjetrußland schliefen Tausende von Kindern

mit Ohrhörern in den Ohren, die mit Kassettenrekordern verbunden waren.

Während sie schliefen, brachte der Kassettenrekorder ihnen etwas bei.

Die ganze Nacht hindurch

wiederholte der Kassettenrekorder das eine oder andere.

Sie hörten es in einem fort und es wurde Teil ihrer Erinnerung --

Lehren im Schlaf, Hypnopädie.

Und sie sagten, dass früher oder später alles, was wir in den Schulen tun

erledigt werden kann, während das Kind schläft,

und dann kann der Tag auf irgendeine andere Weise genutzt werden.

Sogar der Schlaf muss ausgebeutet werden.

Nicht einmal in deinem Schlaf kann man dir gestatten, du selbst zu sein.

Was bist du dann noch ?

Dann wirst du ein kleines Rädchen im Getriebe.

Dann bist du bloß ein effizienter Teil des Zahnrades, des Mechanismus.

22.11.2007 um 23:09 Uhr

Quellender Urgrund 2/20 (5)

von: tao

Fröhlich 

Das Denken ist immer dagegen, sich hinzugeben.

Das ist der Grund, warum alle Dimensionen der Hingabe verschwunden sind,

sowie das Denken immer bestimmender geworden ist.

Dieses Jahrhundert leidet, weil dieses Jahrhundert sich nicht hingeben kann.

Das ist das Problem.

Das ist die Basis, die Crux des modernen Denkens --

und ständig wird gefragt: Wie kann ich lieben ?

Das Denken kann nicht lieben.

Das Denken kann in den Krieg ziehen, das ist leicht,

aber das Denken kann sich nicht auf die Liebe einlassen, das ist unmöglich.

Denn in einem Krieg kann das Denken existieren, es kann gut funktionieren;

aber in der Liebe, da muss das Denken aufgeben.

Liebe bedeutet, dem anderen über dich selbst Macht zu geben,

und davor hast du Angst.

21.11.2007 um 19:18 Uhr

Südliches Blütenland 26/7 (16)

von: tao

Traurig 
Wissenschaftler in Russland haben darüber nachgedacht,
dass der Schlaf eine Verschwendung von Arbeitskraft und von Energie ist.
Das ist sehr unökonomisch,
also muss da etwas gemacht werden:
Einige chemischen Veränderungen oder einige hormonelle Änderungen sind nötig.
Oder, sogar wenn etwas genetisch verändert werden muss
sogar in der Genetik, sogar in den Zellen, muss das getan werden.
Wir müssen einen Menschen machen
der bewußt, aufmerksam und wach ist, vierundzwanzig Stunden lang.
Denk doch bloß mal.. wenn sie Erfolg haben, werden sie töten !
Dann werden sie aus dir einen Automaten machen, bloß eine mechanische Erfindung,
die laufend weiterarbeitet,
kein Tag, keine Nacht, keine Ruhe, keine Arbeit.
Da gibt es keinen Gegensatz mehr, zu dem du dich begeben und wo du vergessen kannst !

20.11.2007 um 20:51 Uhr

Tao Te King 9 (10)

von: tao

Wenn du dich dafür entschieden hast, dass du ein Kommunist bist, bist du tot.

Um lebendig zu bleiben

bedarf sogar der Kommunist einer Hinneigung zum Kapitalisten --

und der Kapitalist muss sich an den Kommunisten anlehnen.

Das Leben ist nicht so klar umrissen wie das Denken; das Denken ist sehr linear.

Das Leben ist zum Verrücktwerden.

Wenn du in der Mitte bleiben willst,

und dich dann auf die Mitte fixierst, wirst du scheitern.

Das ist das Mysterium des Lebens.

Damit du in der Mitte bleiben kannst

mußt du dich ständig nach links und nach rechts bewegen.

Nur dann kannst du so bleiben, denn die Mitte ist kein fester Punkt.

Die Mitte ist tatsächlich nichts außerhalb von dir,

die Mitte ist etwas in dir, eine Balance, eine Musik, eine Harmonie.

19.11.2007 um 23:59 Uhr

Tao Te King 1 (22)

von: tao

Wie kann die Wahrheit ausgedrückt werden, wenn du sie nicht erfahren hast ?

Sogar im gewöhnlichen Leben kann etwas, was man nicht erlebt hat, nicht erzählt werden,

nur Worte werden übermittelt werden.

Der Behälter wird dich erreichen, du wirst es hören,

und du wirst denken, du verstehst es

weil du die wörtliche Bedeutung der Botschaft kennst,

aber du wirst sie mißverstehen.

Der reale. authentische Sinn kommt durch existentielle Erfahrung.

Du mußt es kennenlernen, da gibt es keinen anderen Weg, da gibt es keine Abkürzung.

Die Wahrheit kann nicht transferiert werden.

Du kannst sie nicht stehlen, du kannst sie nicht ausborgen, du kannst sie nicht kaufen,

du kannst sie dir nicht rauben, du kannst sie dir nicht erbetteln --

da gibt es keinen Weg.

Bevor du es nicht hast, kannst du es nicht haben.

Was kann man also tun ?

18.11.2007 um 23:25 Uhr

Tao 345

von: tao

Und es gibt zwei Arten von Leuten:

Diejenigen, die sich leicht in etwas verlieren können -- der gefühlsorientierte Typ,

und der andere Typus von Leuten -- der intellektuelle Typ.

Man muss also an seinen eigenen Typ denken und ihn herausfinden.

Wenn es schwierig für dich ist, dich total in etwas zu verlieren

dann vergiss dieses sich gehen lassen, kämpfe nicht damit. Gib diese Idee auf.

Vielleicht bist du der intellektuelle Typ,

dann ist da noch ein Weg für dich: Werde bewußt.

Vergiss die ganze Idee des sich Aufgebens, der Auflösung,

das ist nichts für dich, werde du bewußter.

Und glaube nicht, dass du dabei etwas verpaßt,

du wirst den gleichen Punkt mit einer anderen Route erreichen.

Der gleiche Gipfel wird erreicht, aber dein Weg wird ein anderer sein.

Es gibt nur zwei Typen von Leuten,

also gibt es nur zwei verschiedene Wege.

17.11.2007 um 22:38 Uhr

Tao 344

von: tao

Beschäftigt 

Spirituelles Verlangen ist schlimmer als weltliche Wünsche. Die Welt und die Sehnsucht passen zusammen; es gibt keine Verbindung zwischen Befreiung und Sehnsüchten. Die Welt kann nicht ohne Wünsche sein, aber Befreiung hat nichts mit Verlangen zu tun. Deswegen ist derjenige, der den Wunsch nach Befreiung in sich entwickelt hat, reinem Gift verfallen. Ein Mensch mag erfolgreich seine weltliche Sehnsucht verwirklichen, aber jemand, der das Verlangen nach Befreiung in sich birgt, erreicht das niemals. Das ist unmöglich. Ein Mensch, der sich nach Befreiung sehnt, begibt sich also in Gefahr. Er ist auf dem besten Weg in ein sicheres Desaster, denn Befreiung bedeutet das Ende von jedem Verlangen: Wunschlosigkeit. Erlösung und Wünsche sind weit voneinander entfernt. Zwischen beidem kann es nirgendwo irgendeine Beziehung geben.

Der weltliche Mensch begeht also damit keinen so großen Fehler, wie es der sogenannte spirituelle Mensch tut. Was der Mensch in der Welt sucht, ist möglich, wohingegen die Suche des spirituellen Menschen vergebens ist.

16.11.2007 um 23:59 Uhr

Tao 343

von: tao

 

Eben jetzt bist du so still, dann vergeht eine einzige Minute

und dein ganzes Denken beginnt zu schnattern.

Du mußt irgendwo die Mitte durchschritten haben.

Wenn ein Mensch stirbt, ist er bloß einen Moment zuvor noch lebendig, dann ist er tot.

Wenn er wach ist, wird er die Mitte finden

die jenseits von Tod und Leben ist, die todlos ist.

Aber er ist eben nicht so aufmerksam.

Du bist viele Male gestorben, tatsächlich millionenmal;

du bist an der Mitte vorbeigegangen, aber du bist nicht achtsam.

Und jeden Tag passierst du die Mitte viele Male, tausendmal:

Mitgefühl und Ärger, sich so gut fühlen und dann plötzlich so schlecht.

Ein Mensch fühlt sich am Morgen so heilig....

Schau dir die Leute an, wie sie in der Kirche oder im Tempel beten --

schau dir ihre Gesichter an, so schön.

Die häßlichsten Gesichter werden schön, wenn sie andächtig sind.

Und dann schau sie dir auf dem Marktplatz an --

sogar das schönste Gesicht schaut häßlich aus.

Von der Kirche bis zum Supermarkt muss es einen Mittelpunkt gegeben haben,

sie müssen ihn irgendwo passiert haben, aber es war ihnen nicht bewußt.

15.11.2007 um 01:38 Uhr

Südliches Blütenland 6/4 (18)

von: tao

Ein Hinduist kann die Bibel lesen, aber er versteht sie nicht.

Tatsächlich liest er sie nie, er kann nicht auf sie hören.

Ein Christ kann die Bhagavadgita lesen, aber er bleibt ein Außenseiter.

Er dringt niemals durch zu ihrem innersten Wesen,

er kommt niemals bis zum inneren Bereich, er geht immer nur um sie herum.

Er weiß ja schon, dass nur Christus wahr ist;

er weiß schon, dass nur durch Christus Erlösung zuteil wird;

er weiß ja schon, dass nur Christus der Sohn Gottes ist.

Wie kann er da noch auf Krischna hören ? Nur Christus ist Wahrheit.

Krischna muss da zwangsläufig unwahr sein,

höchstens eine schöne Unwahrheit, aber niemals wahr.

Oder wenn er viel zugesteht, dann wird er sagen, annähernd wahr.

Aber was meinst du damit, wenn du sagst "annäherungsweise wahr" ?

Es ist unwahr ! Wahrheit ist entweder da oder eben nicht.

Nichts kann nur ungefähr, fast, annähernd wahr sein.

14.11.2007 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 20/2 (6)

von: tao

Verrückt 

Buddha sagte nach seinem Erwachen:

Ich bin nicht mehr, und , sieh die Schönheit daran --

als ich noch war, war ich unglücklich,

und nun, da ich nicht mehr bin, ist alles glückselig,

die Wonne regnet und regnet

ständig auf mich herunter, überall.

Nun gibt es kein Unglück mehr.

Buddha hatte vorher gesagt:

Das Leben ist Unglück, die Geburt ist Leid, der Tod ist Leid --

alles ist miserabel.

Es war unglückselig, weil das Ego da war. Das Boot war nicht leer gewesen. Nun war das Boot leer;

nun war da kein Unglück mehr, keine Sorgen, kein Traurigsein.

Die Existenz war eine Feier geworden

und sie würde in Ewigkeit ein Feiern bleiben,

für immer und ewig.

13.11.2007 um 21:13 Uhr

Südliches Blütenland 26/7 (15)

von: tao

Man muß sich zum entgegengesetzten Pol bewegen --

nur dann verjüngt man sich wieder.

Den ganzen Tag bist du wach, in der Nacht schläfst du ein.

Was hat der Schlaf für einen Nutzen ?

Er ist vergeudete Zeit -- und es ist viel Zeit. Wenn du neunzig Jahre lebst,

dann wirst du dreißig Jahre deines Lebens schlafend verbringen,

ein Drittel, acht Stunden jeden Tag.

Was hat das denn für einen Nutzen ?

12.11.2007 um 01:02 Uhr

Tao 342

von: tao

 

Wenn du dich beeilst, wirst du niemals ankommen. Wenn du langsam gehst, besteht eine Möglichkeit, anzukommen. Und wenn du überhaupt nicht irgendwo hingehst, wenn du einfach sitzt, wo du bist, bist du angekommen. Es geht nicht darum, irgendeine Distanz zu überwinden; es ist kein Ziel weit weg, wohin du reisen müßtest. Natürlich, wenn das Ziel weit weg ist, kannst du schneller gehen.

Mulla Nasruddin arbeitet in einem Büro, und er lebt genau gegenüber des Büros und kommt immer zu spät. Der Boss hat hat es eines Tages satt und sagt: "Das geht zu weit. Ich habe es dir immer wieder und wieder gesagt. Kannst du das nicht einsehen ? Dein Arbeitskollege lebt fünf Kilometer weit weg und ist immer pünktlich, und du lebst genau gegenüber des Büros und kommst immer zu spät." Mulla Nasruddin sagte: "Das ist ganz einfach, es ist doch logisch. Wenn er spät dran ist, kann er sich beeilen...fünf Kilometer ! Wenn ich spät dran bin, bin ich schon zu spät, dann hat Eile auch keinen Sinn mehr. Die Entfernung -- er kann rennen, er kann ein Taxi nehmen. Aber was kann ich tun ? Wenn ich spät dran bin, ist es schon zu spät. Ich bin genau gegenüber vom Büro -- unmöglich, sich noch zu beeilen."

11.11.2007 um 02:39 Uhr

Tao 341

von: tao

  
Das Denken ist wie ein Kind. Wenn du ihm Aufmerksamkeit schenkst, dann weint es;
wenn du es beachtest, macht es Probleme;
wenn du ihm Aufmerksamkeit zollst, geht es immer weiter, es kommt zu keinem Ende.
Wenn du es nicht beachtest, ist es so, als wenn das Kind
plötzlich feststellt, dass die Mutter nicht mehr da ist,
als wenn das Kind allmählich realisiert, dass die Mutter gegangen ist,
und dann hört es einfach auf.
Wenn das Denken stoppt, bist du unmittelbar, du schaust der Realität direkt ins Gesicht.
Dann ist da kein Vermittler mehr dazwischen,
niemand, der sie einfärbt.
Dann ist die Wahrnehmung klar und rein -- und du bist in der Ewigkeit.