Taoistische Reflektionen

31.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 424

von: tao

Leute gründen religiöse Organisationen,

Leute kreieren spirituelle Methoden,

die Leute tun ständig tausend Sachen --

und damit verpassen sie das, worum es wirklich geht.

Und der springende Punkt ist sehr einfach.

Nicht Wissen, nicht viel Intelligenz ist nötig,

bloß eine Reinheit,

ein unschuldiger Blick.

Also beobachte dich;

und was hier steht --

lies es, so wie du ein Gedicht liest.

Poesie bedeutet nicht viel,

tatsächlich bedeutet sie überhaupt nichts -- es sind bloß Worte.

Aber ein Gedicht kann dir etwas vom Unbekannten geben.

30.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 1 (27)

von: tao

 

Das Tao Te King ist schwer zu verstehen.

Es ist schwierig, weil unser ganzes Denken trainiert worden ist,

ausgebildet von diesen schizophrenen Denkern,

die sagen: Wähle Gott und weise den Teufel zurück. Sei gut, sei nicht böse.

Und je mehr du versuchst, gut zu sein,

desto mehr spürst du deine Schlechtigkeit in dir.

Hast du jemals beobachtet

dass Heilige, die versuchen, absolut tugendhaft zu sein

sich zu sehr ihrer Sünden bewußt sind?

Dann lies die Konfessionen von Augustin.

Wenn ein ganzes Leben damit verbracht wird, ein Heiliger zu sein,

dann entsteht dabei die Erkenntnis von Sünde.

Je mehr du versuchst, ein Heiliger zu sein,

desto mehr wirst du dich eingekreist von Sünden fühlen;

versuche gut zu sein, und du wirst spüren, wie schlecht du bist;

versuche liebevoll zu sein, und du wirst auf Haß stoßen,

auf Wut, Eifersucht, Neid, Besitzgier;

versuche schön zu sein, und dir wird immer bewußter werden

wie häßlich du bist.

Gib die Dichotomie auf. Lass die schizophrene Einstellung sein.

Sei einfach.

Und wenn du einfach bist,

dann weißt du nicht, wer du bist -- schön oder hößlich.

29.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 43 (10)

von: tao

Das Wasser besiegt den Stein, aber anfänglich spricht aller Anschein dafür

dass der Felsen gewinnen wird, denn er ist ein Granitfels

und dieses arme Wasser, ohne Kraft und Macht,

nicht einmal eine feste Form, kein Widerstand, so bescheiden, ohne irgendein Ego,

so demütig, dass es immer auf der Suche nach einem Hohlraum ist, wo es sich verbergen kann,

ehrgeizlos, keine Ambition, Karriere zu machen,

bloß auf dem Weg zu einem Hohlraum,

damit es sich einfach vor der Welt verbergen und dort sein kann --

dieses Wasser, wie kann es gewinnen?

Wahrheit scheint wie Wasser zu sein, sie ist wie Wasser.

Unwahrheit ist ein Granitfelsen, und Buddha sagt:

Es mag eine lange Zeit dauern, es mag noch siebentausend Jahre dauern

bis die Niagarafälle all die Felsen um sie herum auflösen,

aber was sind siebentausend Jahre vor der Ewigkeit?

Nichts, nicht einmal eine einzige Sekunde.

28.07.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 19/13 (24)

von: tao

Es ist nicht die Quantität von Erfahrung, die dich weise macht,

es ist die Qualität.

Eine einzige Erfahrung kann dir mehr Weisheit geben,

wenn du die Qualität von Bewußtheit mit hineinbringst,

als du vielleicht in vielen Leben gewinnst.

Ein Mann hat vielleicht viele Frauen geliebt,

tausende von Frauen, tausendmal.

Denkst du, er weiß, was Liebe ist?

Da geht es um Quantität!

Frag einen Byron, einen Don Juan, da geht es um die Anzahl.

Don Juans machen Aufzeichnungen, sie führen Buch darüber,

sie zählen ständig auf, wieviele Frauen sie erobert haben.

Es sind viele, aber haben sie Liebe kennengelernt?

27.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 67 (11)

von: tao

 
Körper, Denken und Seele, das sind die drei Schichten des Menschen.
Christenheit, Judentum --
sie konnten nur zur dritten Schicht gelangen.
Sie haben keine Vorstellung von einer vierten Ebene; aber im Osten, Buddha, Krischna, Mahavir, Lao-tse -- sie haben in die vierte hineingeschaut, das Jenseits, das über alles hinausgeht.
Dieses Vierte, das turiya, ist Ekstase, jubelndes Hochgefühl, Samadhi, Nirwana, Tao.
In diesem Vierten
verschwindet sogar der andere.

26.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 423

von: tao

Du bist schon einzigartig.

Das realisiert man nur, wenn man

bereit ist, gewöhnlich zu werden,

dies ist das Paradox.

Aber wenn du das verstehst, gibt

es dabei kein Problem,

das Paradox ist vorhanden, und das

ist schön, und da gibt es kein

Problem.

25.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 422

von: tao

Wenn du mit den Händen arbeitest, taucht kein Schatten vom Kopf auf,

man bleibt bescheiden, unschuldig, natürlich.

Wenn du dann anfängst, schlaue Hilfsmittel zu verwenden, kommt der Kopf ins Spiel.

Seid kein Kopf

Versucht, Hände zu sein.

Und auf Handwerk schaut man herab, weil sie nicht schlau sind,

nicht ehrgeizig genug; sie scheinen primitiv zu sein.

Versuche, mehr mit den Händen zu arbeiten und du wirst feststellen

dass der Schatten des Denkens dich immer weniger überschattet.

Das Ego kann nicht Selbstmord begehen, weil es nicht ist.

Wenn du Selbstmord begehst, dann ist das Samadhi,

die finale Meditation. Wenn du Selbstmord begehst

-- das heißt, wenn du verschwindest, wenn du ein Niemand wirst --

dann fällt kein Schatten mehr auf dich.

24.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 16 (14)

von: tao

Lebe, und lebe so total

 

dass du in Kontakt mit

 

dir

 

selbst kommst....

 

Und es gibt keinen

 

anderen Weg, in Kontakt

 

mit dir selbst zu kommen.

 

Je intensiver du lebst,

 

desto tiefgehender

 

lernst du dich selbst

 

kennen, in Beziehungen,

 

im Alleinsein.

 

Je tiefer du in eine

 

Beziehung hineingehst,

 

dich auf die Liebe einläßt,

 

desto tiefer erkennst du.

 

Liebe wird ein Spiegel.

 

Und einer, der niemals

 

geliebt hat, kann nicht

 

allein sein, er kann

 

höchstens einsam sein.

23.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 421

von: tao

Das Wort "radikal" kommt von "radix", die Wurzel.

Eine radikale, eine grundlegende, eine fundamentale Frage

wird niemals vom Denken gestellt.

Das Denken kann sie nicht fragen; das Denken ist impotent, was das betrifft.

Das Denken ist genau wie die Wellen auf dem Ozean.

Kannst du mich fragen, welche Welle die tiefste ist?

Keine Welle ist das, keine Welle kann das sein,

denn Wellen existieren nur an der Oberfläche,

sie können nicht in der Tiefe sein. In der Tiefe gibt es keine Wellen.

Das Denken ist die Oberfläche, die Wellen.

Alle Fragen, die vom Denken gestellt werden, sind oberflächlich.

Die fundamentale Frage wird gestellt, wenn das Denken fallengelassen worden ist:

Sie ist eine Frage, ohne zu denken, sie ist eine Seins-Frage.

22.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 420

von: tao

Es gibt eine Geschichte über Konfuzius. Die

Geschichte ist so alt wie Lao-tse.

Konfuzius war auf der Reise, kam durch ein Dorf

und er sah einen alten Menschen, einen sehr alten

Mann, der Wasser aus einem Brunnen schöpfte und

sein Feld bewässerte.

Das war harte Arbeit und die Sonne brannte heiß.

In der Annahme, dass dieser Mann noch nicht

gehört hatte, dass es nun mechanische Hilfsmittel

gab, die das Wasser heraufziehen konnten anstelle

des Menschen -- man könnte Pferde oder Ochsen

verwenden, um das Wasser leichter herauszuholen -

ging Konfuzius zu dem alten Mann und sagte:

Hast du denn nicht gehört, dass es nun Hilfsmittel

dafür gibt?

Das Wasser kann ganz leicht aus dem Brunnen

geschöpft werden und die Arbeit, die du in zwölf

Stunden tust, kann so in einer halben Stunde

gemacht werden. Pferde können das leisten.

Warum verausgabst du dich unnötigerweise so

sehr? Du bist doch schon ein alter Mann.

Er muss neunzig Jahre alt gewesen sein.

Der Mann sagte: Es ist immer gut, mit den Händen

zu arbeiten, denn immer wenn schlaue Hilfsmittel

benutzt werden, dann entsteht damit auch ein

verschlagenes Denken.

Tatsächlich verwendet nur ein listiges Denken

schlaue Hilfsmittel.

Versuche nur nicht, mich zu korrumpieren.

Ich bin ein alter Mensch, lass mich so unschuldig

sterben, wie ich geboren wurde.

Es ist gut, mit den Händen zu arbeiten. Man bleibt

bescheiden.

Konfuzius kam zu seinen Schülern zurück. Die

Schüler fragten: Über was sprachst du denn mit

diesem alten Mann?

Konfuzius sagte: Es scheint, er ist ein Schüler von L

ao-tse.

Er hat mich hart getroffen, und sein Argument

scheint korrekt zu sein.  

21.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 41 (11)

von: tao

 

Kunstlos kunstvoll zu werden ist nicht möglich

für diejenigen, die nicht durch irgendeine Disziplin hindurchgegangen sind.

Letztlich muss ein Künstler komplett auf seine Kunst vergessen,

er sollte vergessen, was auch immer er gelernt hat.

Aber du kannst nur das vergessen, was du gelernt hast.

Wenn die Kunst eines Künstlers angestrengt ist, dann ist seine Kunst nicht perfekt.

Im Zen benutzten sie viele Methoden, um den Leuten Meditation beizubringen.

Sie nahmen auch die Kunst dafür her: Malerei, Kalligraphie und andere Dinge.

Ein Student lernte dann Malen zehn bis zwölf Jahre lang --

bis er absolut technisch vollkommen wurde,

auch nicht einen einzigen Fehler gab es noch in der Technik seiner Kunst.

Wenn er technisch perfekt geworden war, sagte der Meister:

Und jetzt lass das los. Vergiß es zwei bis drei Jahre lang völlig.

Wirf deine Pinsel weg, vergiß alles, was du über das Malen weißt

und wenn du es komplett vergessen hast, dann komm zu mir.

Zwei, drei, vier, fünf Jahre, manchmal sogar mehr,

sind nötig, um das zu vergessen. Es ist sehr schwierig.

Es ist zuerst schwierig, etwas zu erlernen,

und noch schwieriger, es zu verlernen, hast du es erst einmal gelernt.

Der zweite Teil ist ganz, ganz wesentlich, fundamental,

sonst wirst du ein Techniker sein, aber kein Künstler.

20.07.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 17/11 (14)

von: tao

Weil er über sein Königreich sprach, wurde Jesus gekreuzigt.

Er redete immer über das Königreich

und er sagte immer:  Ich bin der König.

Er wurde mißverstanden.

Der Mann, der der König war, Herodes, wurde darauf aufmerksam.

Der Vizekönig, Pontius Pilatus, dachte, dass Jesus gefährlich sei,

weil er über das Königreich und den König sprach,

und er hatte verkündet: Ich bin der König der Juden.

Er wurde mißverstanden.

Er redete von einer anderen Art von Königreich

das nicht von dieser Welt ist.

Als er dann gekreuzigt wurde, machten sich die Soldaten lustig über ihn,

sie bewarfen ihn mit Schuhen und Steinen, und bloß um ihn zu verspotten,

setzten sie eine Dornenkrone auf seinen Kopf mit den Worten:

König der Juden.

Und als sie ihn mit Steinen und Schuhen bewarfen

sagten sie:

Nun erzähl uns doch einmal etwas über das Königreich,

sag doch was, du König der Juden.

Er redete von irgendeinem anderen Königreich, nicht von dieser Welt;

dieses Königreich ist nicht außen, dieses Königreich ist innen.

19.07.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 13/10 (14)

von: tao

Denke daran, Religion ist mehr wie Kunst als wie Wissenschaft.

Und sie ist sogar noch subtiler als Kunst

weil  die Kunst das Objektive repräsentiert

und Religion repräsentiert das Subjektive.

Die Kunst hat Symbole, die die objektive Welt zeigen.

Der Künstler malt ein Bild von einer Rose, aber die Rose ist da.

Van Goghs Rose oder Picassos Rose mag nicht exakt so sein

wie sie im Garten ist, aber trotzdem ist es eine Rose.

Du kannst etwas Ähnlichkeit finden,

du kannst etwas finden, was damit korrespondiert.

Aber wenn ein Buddha von Nirwana redet,

ist das nicht in der Außenwelt,

du hast nichts, was damit korrespondiert.

18.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 48 (10)

von: tao

 

Tanha ist das Verlangen, etwas anderes zu sein, als du schon bist.

Und das ist unmöglich.

Du wirst so in einer konstanten Hölle sein.

Du kannst nur das sein, was du schon bist,

nichts sonst ist möglich.

Du versuchst damit einfach, etwas Unmögliches zu tun.

Du kannst gar nichts anderes sein.

Wie kannst du das sein?

Eine Rose, die versucht, eine Lotusblume zu werden,

ein Lotus, der versucht, etwas anderes zu sein...

aber die sind ja nicht so dumm,

die sind immer noch Teil des Paradieses.

Der Rosenbusch gleich neben dir ist immer noch im Paradies, aber du bist es nicht.

Traurig

17.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 1 (26)

von: tao

 

Das Denken geschieht immer in Gegensätzen.

"Wenn die Leute auf der Erde alle Schönheit als Schönheit kennen,

Dann entsteht das Erkennen von Häßlichkeit."

Die Welt wird schön sein

wenn die Leute auf Schönheit vergessen haben,

denn dann wird es keine Häßlichkeit mehr geben.

Die Welt wird moralisch sein

wenn die Leute das Wort "moralisch" komplett vergessen haben,

denn dann wird es keine Unmoral mehr geben.

Die Welt wird in Ordnung sein, wenn niemand mehr da ist, der sie erzwingt,

wenn niemand mehr versucht, Ordnung zu schaffen.

All diejenigen, die versuchen, Ordnung zu erschaffen, sind die Unheilstifter --

sie erzeugen Unordnung.

16.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao 419

von: tao

Du bist niemals getrennt gewesen und du kannst niemals separiert werden.

Wie ist das möglich?

Du existierst im Ozean des Göttlichen, oder Tao,

oder wie auch immer du das nennst. Wie kannst du da ausgesondert sein?

Es ist also eine falsche Vorstellung, dass du abgetrennt bist,

und dann kommt eine weitere falsche Vorstellung aus der ersten --

dass du wieder verschmelzen müßtest.

Und wenn du dann diese Verschmelzung versuchst, wirst du getrennt bleiben.

Schau bloß hin, beobachte, sieh genau hin, du bist niemals getrennt gewesen.

Wer atmet in dir? Du denkst, du bist das?

Wer lebt in dir? Du denkst, du?

Wer ist in dir geboren worden? Hast du irgendeine Vorstellung davon?

Das, was in dir geboren wurde, das. was in dir lebt,

das, was in dir atmet, das ist das Ganze.

15.07.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 23/2 (4)

von: tao

 

Wilhelm Reich stieß auf die gleiche Sache, über die Dschuang Dsi

in diesem Kapitel (04.12.2006) redet - das Eingesperrtsein.

Wilhelm Reich fand heraus, dass jede Geisteskrankheit

eine körperliche Entsprechung hat, einen parallelen Teil im Körper;

im Körper ist etwas tot geworden, fest und erstarrt.

Und bevor nicht dieser Teil des Körpers freigesetzt worden ist,

dieser Block aufgelöst worden ist, und deine Körperenergie wieder zu einem Fließen wird

ist es unmöglich, deinen Geist frei zu machen.

Das Eingesperrtsein muss aufgebrochen werden; die Rüstung muss weggeworfen werden.

Schau zum Beispiel, was dem Kind

alles verboten wird, nachdem es zwei Jahre alt geworden ist.

Es wird ihm nicht mehr erlaubt, mit seinen Genitalien zu spielen:

Berühre deinen Penis nicht. Berühre deine Vagina nicht.

Sonstige

14.07.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 15 (17)

von: tao

 

Ein weiser Mensch veriiebt sich nur einmal,

dann weiß er alles darüber.

Er durchdringt das ganze Mysterium, er durchlebt das ganze Mysterium des Verliebens,

er begibt sich in diese Welt hinein,

aber so total, dass auch nicht eine Ecke ungelebt bleibt.

Dann kommt er da wieder heraus. Und dann ist es völlig klar,

dass er sich nicht wieder verlieben wird -- er hat es erlebt und er hat es kennengelernt.

Er ist weise geworden durch diese Erfahrung.

Ein törichter Mensch wird die gleiche Sache immer wieder wiederholen

und wird niemals imstande sein, irgendetwas daraus zu lernen.

Bewußtheit und ein Mut zum Leben müssen schon da sein,

also wird es sich nur selten ereignen

dass ein Kind oder ein junger Mensch weise sein werden.,

 

13.07.2008 um 23:58 Uhr

Tao Te King 15 (16)

von: tao

 

Da gibt es eine schöne Geschichte über Lao-tse, dass er alt geboren wurde,

dass er vierundachtzig Jahre alt war, als er geboren wurde --

er war vierundachtzig Jahre lang im Bauch seiner Mutter geblieben.

Absurd, unglaublich, aber es ist eine schöne Geschichte

und sie sagt etwas aus, sie sagt etwas sehr Signifikantes.

Es besagt, dass er schon von seiner jüngsten Kindheit an wie ein alter Mann war,

so weise, dass er kein Kind sein konnte.

Das sagt etwas aus. Es ist symbolisch.

Es besagt, dass er, als er ein Kind war, soviel Weisheit hatte

wie ein Mann mit vierundachtzig normalerweise haben würde.

Er muss ungeheuer achtsam gewesen sein.

Wenn du sehr, sehr aufmerksam bist

dann kann schon eine einzige Erfahrung dir viel geben.

Wenn du nicht achtsam bist, wirst du die gleiche Erfahrung ständig wiederholen

und nichts wird dabei herauskommen.

Sonstige

13.07.2008 um 03:03 Uhr

Tao 418

von: tao

 

Das ehrgeizlose Denken ist selig.

Wenn du also beginnst, Anstrengungen zu unternehmen

um zu diesem glückseligen Zustand zu gelangen

wirst du damit zeigen, dass du dies nicht verstanden hast.

Dies ist immer so geschehen: Buddha, Jesus, Lao-tse --

wurden niemals verstanden;

die Leute verstanden sie nie.

Sie wurden tief mißverstanden.

Was auch immer sie sagten

wurde auf total andere Weise aufgenommen.

Sie sagten etwas anderes, absolut verschieden davon;

sie sprachen aus einer anderen Dimension.

Und dann kreieren die Leute eine Nachfolge.