Tao 430
Was ist diese Qualität? Diese Qualität ist Bewußtheit.
Wenn du ein einziges Mal mit einer einzigen Frau Liebe machst,
mit deinem totalen Wesen, voll bewußt,
bist du zu der Erkenntnis gekommen, was Liebe ist.
Ansonsten kannst du damit immer weiter und weiter machen, es wird eine Wiederholung.
Und dann brauchst du gar nichts zu tun,
das Rad wiederholt sich von selbst, es wird automatisch.
Weisheit ist etwas, was sich ereignet
wenn du in irgendeine Erfahrung Bewußtheit hineinbringst.
Wenn Jesus über das Königreich Gottes redet,
dann gibt es das nicht in der objektiven Welt,
du hast also gar nichts, was du damit in Beziehung setzen könntest.
Kunst repräsentiert das Objektive:
Das Symbol ist schwierig, aber du kannst immer noch etwas finden
das in der Welt damit korrespondiert.
Taoismus symbolisiert das Subjektive,
du kannst nichts dergleichen in der Welt finden.
Bevor du nicht selbst nach innen gehst
wirst du nicht imstande sein, die Bedeutung, seine Signifikanz zu finden.
Dann wirst du das Wort mit dir herumtragen, und das Wort ist nicht die Realität.
Dann magst du das Wort "Tao" wiederholen
und du weißt gar nichts über das Tao.
Das ist mehr wie eine Kunst, und sogar noch mehr wie ein Kunsthandwerk.
Es gibt Leute, die wegrennen, in die Berge --schaut man sie sich genauer an, sind es die perfekten Familienmenschen. Vollkommene Haushaltsvorstände. Sie haben zuviel gemacht, sie haben es übertrieben; und wenn du etwas übertreibst, wird das andere Extrem zwangsläufig in die Existenz treten. Das rächt sich. Ein Mann, der zu sehr in der Welt warund bloß Reichtümer ansammelt, Geld, ein dickes Bankkonto,der fühlt sich plötzlich frustriert.Erst lachte er zuviel, dann fließen die Tränen. Also läuft er weg.Er gibt auf, in Indien wird er ein Sannyasin und geht in den Himalaja,zieht dort in irgendwelche Höhlen. Was ist mit diesem Mann passiert? Denkst du, das ist eine Revolution? Es ist nichts davon.Das ist bloß ein natürliches Phänomen, eben ein Naturphänomen.Er war zu sehr in der Welt,nun ist er genau zum Gegenteil geworden.Und dann wird er vierundzwanzig Stunden lang versuchen, ein Sannyasin zu sein -- jetzt wieder die gleiche Torheit.Eines Tages wird er wieder auf den Martkplatz kommen müssen.Vierundzwanzig Stunden lang bemühte er sich, für seine Familie da zu sein -- und das konnte er nicht;und dann versucht er wieder die gleiche dumme Masche,und versucht nun, vierundzwanzig Stunden lang ein Sannyasin, ein Mönch zu sein.![]()
Du bist ein Individuum geworden,
du bist nicht mehr Teil des Brahma,
des expandierenden Universums, der uendlichen Weite.
Nein, du bist kein Teil mehr davon,
du mußt wie ein Geizhals
von deiner Vergangenheitsnahrung leben,
das ist der Grund, warum das Denken ständig an die Vergangenheit denkt.
Und du mußt dich selbst irgendwie zusammenreißen
um kampfbereit zu sein --
das ist der Grund, warum du laufend über die Zukunft nachdenkst:
Die Zukunft gibt dir Hoffnung,
die Vergangenheit gibt dir Nahrung,
und genau zwischen den beiden
ist Ewigkeit, das eigentliche Leben,
das du soeben verpaßt.
Mulla Nasrudins Frau war krank und sie war operiert worden.
Vor wenigen Tagen war sie zurück nach Hause vom Krankenhaus gekommen,
also wurde Mulla Nasrudin gefragt: Wie geht es deiner Frau?
Hat sie sich schon von der Operation erholt?
Er sagte: Nein, sie redet immer noch darüber.
Wenn du immer noch über etwas nachdenkst,
über etwas redest, dann ist es noch da.
Und jetzt ist es gefährlicher, denn der Körper wird sich erholen,
aber das Denken kann immer weitermachen. in einem fort -- ad infinitum.
Der Körper mag sich erholen, aber das Denken wird sich niemals erholen.
Wenn du beispielsweise den Hunger im Körper unterdrückst, dann geht er ins Denken.
Das Problem ist nicht hinausgeworfen worden, es ist hineingedrückt worden.
Unterdrücke irgendetwas und es geht an die Wurzeln.
Dann wird das Denken dir sagen: Wenn du noch keinen Erfolg hast,
dann läuft etwas schief, du strengst dich eben noch nicht genügend an.
Streng dich noch mehr an.

Daran sollte man als
erstes denken --
an die Unterscheidung, an
das eindeutige
Auseinanderhalten von
Wunsch und Bedürfnis.
Und akzeptiere die
Bedürfnisse, nichts ist
verkehrt an ihnen,
aber gib die Wünsche auf
-- an ihnen ist alles falsch,
denn sie gestatten dir
nicht, hier und jetzt zu
sein.

erkennt sie damit auch, dass sie alles ist.
Du bist nicht jemand, weil du alles bist.
Wie kann das Alles jemand sein? Jemand ist immer ein Teil.
Gott kann nicht jemand sein, denn er ist alles,
er kann nichts besitzen, denn er ist das Ganze.
Nur Bettler besitzen etwas,
denn Besitztümer haben Beschränkungen,
sie können nicht unbegrenzt sein.
Jemand zu sein hat eine Grenze,
jemand zu sein kann nicht grenzenlos sein,
es kann nicht unbegrenzt sein.
Niemand zu sein ist unbegrenzt, genau wie Alles zu sein.
In Wirklichkeit sind beide Wege das gleiche.
Seit Jahrhunderten hatten die Juden an den Messias gedacht und sein Kommen aufgeschoben
und dann zerstörte plötzlich dieser Mann, Jesus, alle Hoffnung,
weil er sagte: Ich bin hier.
Das jüdische Denken war verstört.
Sie mußten diesen Menschen töten,
sonst wären sie nicht mehr imstande gewesen
mit der Hoffnung auf Morgen weiterzuleben.
Und nicht nur Jesus, viele andere haben seitdem verkündet:
Ich bin hier, ich bin der Messias!
Und die Juden lehnen immer ab, denn wenn sie dies nicht verneinen,
wie würden sie dann noch hoffen können
und wie könnten sie dann noch weiter hinausschieben?
Sie haben mit dieser Hoffnung gelebt
mit solch inbrünstigem Eifer, mit solch hoher Intensität,
es ist kaum zu glauben.
Es gibt nur eine Religion in der Welt
die die Erlaubnis gegeben hat, Selbstmord zu begehen -- das ist der Dschainismus
Mahavir, der größte Befürworter von Gewaltlosigkeit,
hat seinen Schülern die Erlaubnis gegeben, Selbstmord zu begehen --
aber nur denen, die nicht das Leben satt haben,
die nicht gelangweilt, nicht lebensmüde sind,
sondern die das Leben komplett,perfekt und total gelebt haben,
die alles kennengelernt haben, was das Leben geben kann
und die es erfahren haben.
Nun sind sie erfüllt.
Sie sind nicht dabei, sich selbst gegen das Leben zu zerstören,
sie sind erfüllt, die Arbeit ist getan.
Sie kehren damit zur Quelle zurück.
Du sagst vielleicht, dass im Himmel die Liebe rein und ewig ist --
die Liebe kann hier und jetzt rein und ewig sein ,
es ist nicht nötig, auf den Himmel zu warten.
Wo immer Liebe ist, ist sie ewig und rein,
denn für Liebe existiert keine Zeit.
Ewig bedeutet nicht permanent:
Ewig bedeutet zeitlos, ewig bedeutet: Es gibt keine Zeit.
Sogar wenn ein einziger Liebesmoment da ist, ist er ewig.
In diesem Moment der Liebe liegt solch eine Tiefe, dass in diesem Moment die Zeit aufhört,
in diesem Moment gibt es keine Zukunft, keine Vergangenheit,
in diesem Moment bist du einfach soviel
dass du dich über die ganze Existenz ausbreitest --
die ganze Existenz gehört zu dir
und du gehörst ganz und gar zur Existenz..