Taoistische Reflektionen

22.04.2010 um 00:02 Uhr

Tao 615

von: tao

Einer von Oshos Freunden war ein Professor an der Universität von Kalkutta, ein sehr bekannter Wissenschaftler. Er flog nach Rangoon, bloß um sich eine Urinprobe von einer bestimmten Person zu beschaffen. Die Krankheit kommt sehr selten vor und der Urin verändert gänzlich seine Zusammensetzung, also reiste er eilends nach Rangoon. Er wollte das studieren -- er arbeitete gerade daran, er forschte darüber, an dieser speziellen Krankheit. Er bekam den Urin. Er war sehr, sehr glücklich, weil die Krankheit sehr selten auftritt, nur dann und wann. Aber als er im Flughafen von Kalkutta eintraf, wurde er von den Autoritäten aufgehalten. Sie sahen in ihren Vorschriften nach -- dort gab es keine Bestimmung für die Einfuhr von Urin. Also sagten sie: "Sie werden ihn hierlassen müssen. Wir müssen erst Nachforschungen anstellen." Aber er sagte: "Das ist doch Blödsinn!" "Mehr können wir nicht für Sie machen. Sie können selber in die Vorschrift Einsicht nehmen -- niemand hat jemals Urin importiert und die Regierung  hat noch  keinen Gedanken daran verschwendet -- das ist etwas Neues! Wir werden erst Delhi fragen müssen." Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf... Der Urin wurde also vorerst nicht freigegeben; er verblieb bei den Flughafenbehörden. Und der Professor war den Tränen nahe und sagte: "In achtundvierzig Stunden wird diese Probe zerstört sein und für mich keinen Wert mehr haben. Ich brauche sie schon jetzt." "Aber", sagten sie, "das ist völlig ausgeschlossen, denn wir wissen doch nicht einmal, wieviel wir ihnen berechnen müssen --wieviel Strafe sie zahlen müssen. Wir müssen also noch abwarten." Nach zwei Monaten wurde der Urin freigegeben. Denn erst wird in Delhi angefragt, und dann werden dort die Akten gewälzt, und... Nach zwei Monaten!
Regeln sind Regeln. Ich rate davon ab, zu Regierungsvertretern zu werden, ich empfehle stattdessen, intelligent zu werden.