Laminat zählt heute zu den beliebtesten Bodenbelägen überhaupt. Es ist robust, optisch in allen erdenklichen Designs erhältlich und pflegeleicht. Für handwerklich begabte Menschen ist es nicht schwierig, Laminat selbst zu verlegen, wie uns die Redaktion von handwerkszeug.net hier erklärt.

Egal ob bei einer Renovierung oder im Rahmen des Neubaus. Wer den Bodenbelag in Eigenregie verlegt, kann richtig Geld sparen.

Vor dem Kauf – daran muss gedacht werden

Die Entscheidung ist gefallen: Der neue Fußbodenbelag soll Laminat werden. Bevor sich der Heimwerker in den nächsten Baumarkt stürzt, sind ein paar Dinge vorab zu klären und zu bedenken. Zunächst einmal gilt es den Raum exakt auszumessen. Anhand der Quadratmeterzahl kann die Anzahl der zu kaufenden Laminatpakete schnell ermittelt werden. Als Abschlussleisten verwenden die meisten Sockelleisten. Deren Gesamtlänge sollte ebenfalls bekannt sein.

Zum Verlegen des Laminats sind zusätzliche Werkzeuge erforderlich, die nicht zwingend vorhanden sind. Benötigt werden unter anderen:

  • Abstandskeile
  • Schlagklotz
  • Zugeisen
  • Hammer
  • Laminatschere

Tipp: Erfahrene Heimwerker setzen beim Schneiden auf die Laminatschere. Diese schneidet nicht nur zuverlässig, sondern mit wenig Aufwand auf das exakte Maß. Die Investition ist lohnenswert. Vor allem dann, wenn mehr als nur ein Raum mit Laminat verlegt wird.

Für die späteren Sockelleisten ist eine Kap- und Gehrungssäge zum Zuschneiden notwendig. Nur damit lassen sich die notwendigen Schnitte korrekt durchführen. Erhältlich sind diese als elektrisches Werkzeug oder als manuell bedienbare Säge.

Die Qual der Wahl

Steht die Menge fest, heißt es nun, das passende Design zu finden. Natürlich entscheidet der persönliche Geschmack. Zu bedenken gilt es jedoch, dass besonders kleine Räume sehr dunkel wirken, wenn die Farbnuancen des Laminats ebenfalls sehr dunkel ausfallen. Selbst wenn einige Designs unglaublich exotisch wirken, muss stets die Gesamtfläche bedacht werden. Große Räume wirken eleganter, wenn das Muster dezent gehalten ist und sich in der Farbgebung an der natürlichen Holzmaserung orientiert.

Auch interessant: Wie wähle ich den richtigen Bodenbelag?

Qualität – worauf muss geachtet werden?

Laminat ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Das spiegelt sich nicht nur im Preis, sondern selbstverständlich auch in der Qualität wider. Dabei spielen Belastung und örtliche Begebenheiten eine entscheidende Rolle.

Tipp: Die Dicke beziehungsweise die Stärke des Laminats ist ein wichtiger Indikator für Qualität. Die Faustregel besagt: Je dicker das Material, desto robuster und widerstandsfähiger ist der Bodenbelag!

Laminatfußboden wird in unterschiedlichen Klassifizierungen angeboten. Dabei wird zwischen privat, gewerblich und industrieller Nutzung unterschieden.

Für den privaten Gebrauch ist die 20er Klassifizierung ausreichend. Die Laminatstärke ist in dieser Qualität zwischen 6 mm und 12 mm erhältlich.

Des Weiteren sind Faktoren wie Fußbodenheizung zu bedenken. Böden, die unmittelbar im Erdgeschoss liegen und nicht von unteren Stockwerken beheizt werden, müssen zusätzlich mit einer Dämmschicht versehen werden.

Teppich raus oder nicht?

Diese Frage taucht immer wieder auf: Kann die alte Auslegware direkt als Schallschutz und Dämmung verwendet werden? Hier scheiden sich die Geister. Einige Heimwerker haben durchaus gute Erfahrungen gemacht, andere wiederum nicht.

Entscheidend ist hier die Höhe des Teppichbodens. Handelt es sich tatsächlich um seinen sehr flachen Teppich, spricht nichts dagegen, darauf direkt das Laminat aufzulegen. Hochfloriger oder deutlich voluminöser Teppich muss entfernt werden. Darauf kann kein Laminat gelegt werden.

Schritt für Schritt mit dem Klick System kinderleicht Laminat verlegen

Die erste Generation Laminat wurde noch aufwendig verklebt. Heute wird zunehmend nur noch das Klick-Systems angeboten. Das macht es für den Heimwerker um einiges einfacher. Noch nie konnte ein neuer Bodenbelag so schnell und günstig verlegt werden.

Vor dem eigentlichen Verlegen muss die Verlegerichtung festgelegt werden. Folgende Möglichkeiten bestehen:

  • Längsrichtung: parallel zur langen Seite des Raumes
  • Querrichtung: parallel zur kürzeren Seite des Raumes
  • Diagonal: Auslegung erfolgt nicht im rechten Winkel zu einer Wand

Schritt 1 – der Untergrund

Experten empfehlen das Entfernen von Teppichböden aller Art. Anschließend muss der Untergrund gereinigt und von möglichen Kleberesten befreit werden. Bei sehr unebenen Böden muss zuvor eine Ausgleichsmasse aufgetragen werden, bevor das Laminat später auf der Dämmschicht verlegt werden kann. Holzdielen oder Bretter die lose sind, müssen vorab befestigt werden.

Das Bereitstellen aller wichtigen Werkzeuge und Utensilien legt den finalen Startschuss für das Verlegen des neuen Bodenbelags.

Schritt 2 – die Trittschalldämmung

Nun wird die Trittschalldämmung Bahn für Bahn verlegt. Oder als einzelne Plattenelemente. Je nach Produkt. Es wird immer in einer Ecke des Raumes begonnen und dann parallel zur Wand verlegt. Der Abschluss am jeweiligen Ende muss entsprechend zugeschnitten werden.

Schritt 3 – das Verlegen

Die Richtung zum Verlegen steht fest, das Laminat liegt bereit und nun beginnt die eigentliche Aufgabe. Die erste Reihe wird von links nach rechts verlegt. Dabei werden die einzelnen Bretter an den schmalen Seiten (Kopfkante genannt) einfach ineinandergeschoben.

Zur Wandseite hin werden Abstandskeile in bestimmten Abständen gesetzt. Das ist wichtig, damit später der Boden arbeiten kann. Der schmale Spalt, der dabei entsteht, wird später mithilfe der Sockelleisten komplett überdeckt. Ein empfohlener Abstand zu den Wänden beträgt um die 10 mm.

Mit dem Maßband oder dem Zollstock wird nun das Maß für das letzte Brett ermittelt.

Die nächste Reihe kann unvermittelt mit dem übrigen Abschnitt des letzten Brettes begonnen werden. So entsteht der nötige Versatz und es muss kein neues Brett unnötig zugeschnitten werden.

Wichtig: Die Fugen müssen immer dicht schließen! Mit dem Schlagklotz und dem Zugeisen kann nachgeholfen werden.

Jetzt wird die nächste Reihe mit der Nutseite in die Feder der liegenden Paneele eingeklickt. Dabei einfach das Brett leicht schräg ansetzen und einklicken. Ein wenig Geschick ist gefragt, aber Übung macht den Meister.

Schritt 4 – Aussparungen, Ecken und Türen

Ecken oder Aussparungen müssen natürlich ausgemessen werden. Diese Schnitte lassen sich mit einer hochwertigen Stichsäge bewältigen. Wichtig ist, dass ein neues, scharfes Sägeblatt verwendet wird. Aussparungen sind nochmals an den Türen notwendig.

Schritt 5- ruhen lassen und Sockelleisten anbringen

Idealerweise sollte der Boden mindestens 24 Stunden ruhen, bevor er belastet wird. Nun geht es den Feinschliff. Sprich, das Anbringen der Sockelleisten oder Zierleisten. Die entsprechenden Nägel sind im Fachmarkt erhältlich. Das Zusägen der Gehrung an Ecken und Übergängen gelingt am besten mit einer entsprechenden Säge.

Richtige Pflege sorgt für lange Lebensdauer

Laminatboden ist nicht sonderlich anspruchsvoll in puncto Pflege. Dennoch ist es ratsam, regelmäßig eine Reinigung vorzunehmen, um die Lebensdauer zu erhalten. Grundsätzlich kann der Bodenbelag mit jedem gängigen Staubsauger vom Staub und groben Partikeln befreit werden. Saugroboter sind perfekte Partner, wenn es um die tägliche Reinigung geht.

Laminat darf nicht komplett nass gewischt werden. Es empfiehlt sich eine sogenannte Nebelfeuchte. Sprich, ein Tuch, welches feucht und nicht wirklich nass ist.

Zur Pflege und Reinigung gibt es entsprechende Reiniger. Diese schützen die Oberfläche, erhalten die Versiegelung und bewahren die ansprechende Optik.

Was tun, wenn? – Kratzer und Co einfach selbst behandeln

Ein kleiner Kratzer hier und eine unschöne Schmarre dort. Kleinere Schönheitsmakel lassen sich trotz größter Sorgfalt nicht vermeiden. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Minimale Schrammen in der Oberschicht können einfach mit etwas Olivenöl behandelt werden. Tiefere Kratzer hingegen bedürfen etwas mehr Aufmerksamkeit. Es empfehlen sich die sogenannten Laminat Reparatur Sets. Diese sind in verschiedenen Farbnuancen erhältlich und sorgen für schnelle Abhilfe.

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Laminat ist trotz seiner robusten Oberfläche empfindlich, wenn mit spitzen Gegenständen hantiert wird. Sand und Dreck unter den Fußsohlen wirken wie feines Sandpapier. Sehr dünne und spitze Absätze sind bei dünnem Laminat nicht zu empfehlen. Beim Staubsaugen muss darauf geachtet werden, dass die Bürste entsprechend für Hartböden eingestellt ist.

Fazit

Laminat selbst verlegen ist nicht schwer. Mit der entsprechenden Vorbereitung und dem nötigen Know How lassen sich Wohnträume selbst mit kleinem Budget verwirklichen.

Das könnte Sie auch interessieren: Richtig tapezieren – so wird’s gemacht!

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4.5/5]

Redaktion

Unser Redaktionsteam veröffentlicht regelmäßig interessante Beiträge über verschiedenste Bereiche des Lebens. Haben Sie ein spannendes Thema und würden gerne darüber einen Artikel schreiben? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.