Die Tatsache, dass die meisten Schädlinge natürliche Feinde, sogenannte Antagonisten, haben, macht man sich in der biologischen Schädlingsbekämpfung zunutze. Die gezielte Ansiedlung und das Ausbringen entsprechender Nützlinge kann im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung einen Beitrag leisten, um die Anzahl von Schädlingen zu mindern und so ein taugliches Gleichgewicht herzustellen. Hin und wieder geht es auch darum, Schädlinge komplett zu beseitigen. Aus diesem Grund werden dementsprechend viele unterschiedliche Nützlinge eingesetzt. Zusätzlich zu den natürlichen Feinden setzt man in der biologischen Schädlingsbekämpfung auch auf Bakterien, Viren und Pilze, die von Natur aus in Feindschaft zu den Schädlingen stehen.

Ohrenkneifer, Florfliegen, Marienkäfer

Etabliert im Kampf gegen Blattläuse hat sich vor allem der Marienkäfer, bei dem sich, neben dem Käfer selbst, auch die Larven von den nicht erwünschten Pflanzenschädlingen ernähren. Marienkäfer werden gezielt gezüchtet, um im gewünschten Bereich der Schädlingsbekämpfung eingesetzt zu werden. Im Bioanbau, speziell im Weinanbau, wird in Amerika und auch hierzulande oftmals der Asiatische Marienkäfer eingesetzt, doch dies stellt mittlerweile einen Nachteil dar, weil die einheimischen Arten von ihm verdrängt werden und er nun selbst zum Schädling geworden ist. Die asiatische Variante des Marienkäfer ist um einiges robuster und widerstandsfähiger als unser Siebenpunkt-Marienkäfer.

Forscher haben in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass die Larve der asiatischen Art zwar die Larve der einheimischen Art fressen kann, andersherum die einheimische Larve jedoch stirbt, wenn sie die Larve des asiatischen Verwandten frisst. So geht man in den letzten Jahren mehr und mehr dazu über, Unterkünfte für Ohrenkneifer, den Ohrwurm Forficula auricularia, zur Verfügung zu stellen, um die Ansiedlung eines biologischen Blattlausfeindes zu ermöglichen. Auch die Larven der Florfliege sind große Blattlausvertilger und kommen in der biologischen Schädlingsbekämpfung zum Einsatz.

Schlupfwespen

Mit hohen Parasitierungsraten von mehr als 50 % bis hin zu 80 % oder sogar darüber wartet die Schlupfwespe auf. Sie parasitieren Insekten, die sich aufgrund einer Metamorphose entwickeln, was am häufigsten bei Käfern, Schmetterlingen und Pflanzenwespen vorkommt. Die Schlupfwespe hält somit die Population der Wirtsart völlig natürlich in Grenzen. Schlupfwespen werden in der biologischen Schädlingsbekämpfung unter anderem im Kampf gegen Motten und Lebensmittelmotten eingesetzt. Deshalb werden Schlupfwespen kommerziell gezüchtet und gezielt dort angesiedelt, wo der Befall ist.

Laufenten und Greifvögel

Die Indische Laufente zählt zu den größten Schneckenfressern. Sie frisst dreimal am Tag etwa 12 bis 15 Schnecken und sind paarweise einfach in der Haltung.

In städtischen Bereichen setzt man mehr und mehr auf den Einsatz von Greifvögeln. So werden Möglichkeiten geschaffen, damit sich beispielsweise der Wanderfalke ansiedelt oder Falkner hinzugezogen, die mit Falken, Bussarden oder Adlern unterstützen, um die Bestände von Tauben, Krähen, Kaninchen und anderen Schädlingen zu regulieren.

Grenzen und Risiken der biologischen Schädlingsbekämpfung

Wie zuvor beim Asiatischen Marienkäfer schon erwähnt, ist das Ansiedeln nicht heimischer Arten auf mit Risiken behaftet, denn die Folgen für das Ökosystem und damit auch wirtschaftlich können enorm sein. Ein bekannter Misserfolg ist die Ansiedlung der Aga-Kröte in Australien, die dort mittlerweile selbst zur Plage geworden ist.

In Jamaika siedelte man Mungos zur Reduzierung des Rattenproblems an. Zu anfangs klappte dies auch, doch die Mungos änderten ihr Fressverhalten und verhalfen so zum Anstieg einer anderen Rattenart, die einzigartige Kletterer sind und von den Mungos meist nicht erwischt werden.

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