My Summit Loop

31.03.2008 um 01:17 Uhr

Stewart Island Northwest Circuit, Southern Circuit und Rakiura Track (Great Walk 8/9)

Kinder, Kinder, da erwischt mich doch rechtzeitig zum Ehrenfeste ein ganz fieser Schnupfen. Ich bin also derzeit leidend, was mich allerdings nicht davon abhalten meine Pflicht Euch gegenueber zu erledigen und das Weblog Stueck fuer Stueck zu aktualisieren. Wie man der Ueberschrift entnehmen kann, hatten der Chief Rollo und ich uns eine ganze Menge (167,5 km) vorgenommen. Um es gleich zu klaeren, den Great Walk konnten wir nur zu 2/3 laufen. Der mittlere Teil lag nicht wirklich auf dem Weg und die anderen beiden Abschnitte stellten zudem den ersten und letzten Tag der gesamten Unternehmung da. Ein wenig zerfleddert wuerde ich mal sagen, aber immerhin. Ausserdem haben wir beschlossen, jeden Tag dieses langen Tracks mit einer Ueberschrift zu versehen, die mit dem einzelnen Tag im Zusammenhang steht. Im letzten Eintrag war ich ja in "shabby" Bluff stehen geblieben. So ging es weiter:

Dienstag, 04.03.2008

Haetten wir es also nach Stewart Island geschafft. Die Nacht war nicht soo schlecht, wenngleich auch kurz (das kommt hier oefter vor). 9.45 checkten wir aus der Cabin aus und versuchten ohne Erfolg einen ATM zu finden, um die kleinen Bargeldbestaende etwas zu erhoehen. Auch wenn Bluff ueber 2000 Einwohner hat, einen richtigen Geldautomaten fuer dich und mich gibt es hier nicht. Da hier sowieso alles sehr uebersichtlich angeordnet ist, finden wir den Car Storage ganz schnell und stellen Loopi fuer die naechsten 14 Tage unter. Die 58 NZD, die wir spaeter dafuer zahlen sind echt guenstig. Ab kurz nach 10.00 warten wir bei bestem Wetter auf die kleine Faehre. Wir treffen sogar die Amerikanierin vom Caples Track wieder, die auf der Insel "nur' den kleinen Great Walk laufen will. Bei 11.20 beginnt das Boarding und die Faehre fuellt sich doch recht gut. Fuer die 40 Kilometer von Anleger zu Anleger braucht unsere Hoppetosse eine Stunde. So 100% gefuehlt habe ich mich nicht, obwohl die Foveaux Strait sehr ruhig war. Oban ist ein kleines malerisch gelegenes Dorf in der Halfmoon Bay und schon der Hauptort von Stewart Island. Mit all unserem Gepaeck gehen wir erstmal zum Backpacker und checken ein. Das Big Pack ist so schw... schwer, das wird bestimmt lustig. Naechster Anlaufpunkt ist das oertliche DOC Office, wo wir unsere Tickets, Topomaps und den Locator Beacon (Notfallsender) bekommen. Letzterer ist unsere Versicherung, falls wir verschuett gehen sollten. Danach gehts in den 4Square, noch etwas fuers morgige Fruehstueck einkaufen. Wir sitzen gerade an der Promenade, als 3 Maedels auftauchen. Ich bin ueberrascht, denn zuminest 2 der 3 kenne ich noch aus Auckland. Katrin gibt sich die Ehre, womit ich natuerlich hier nicht gerechnet haette. Wir schnattern kurz und sehen uns spaeter im Backpaecker wieder. Zurueck im Hostel versuche ich mich mit Karte und Kompass vertraut zu machen. Das gelingt allerdings nicht besonders, weil der Kompass "Norden" immer wieder woanders anzeigt. Wir chillen noch eine Weile bis es Zeit fuers Dinner wird; Fish and Chips - lecker. Dann haengen wir noch etwas in der Gegend rum. Rollo schreibt Karten und quatsche mit den Maedels. Abends checke ich nochmal den Rucksack. Die Spannung steigt, morgen gehts los.

Mittwoch, 05.03.2008, Tag 1, 18km, "Heavy Packs on St.Patricks Day"

7.50 stehe ich auf. Es gibt ja noch ein paar Dinge zu erledigen. Ein letztes richtiges Fruehstueck, eine letzte Dusche, daheim anrufen und E-Mails checken. Nach dem Check out gehen wir gut beladen zum DOC und verstauen dort alles, was nicht mit auf den Track geht. Den geplanten Abmarsch um 10.00 verpassen wir um 8 Minuten, weil ich im Backpacker nicht fertig werde. Daran wird sich auch die naechsten Tage nichts aendern. Der heutige Tag wird zusammen mit Tag 9 auch schon der laengste (was die reinen Kilometer angeht) sein. Er ist genau dreigeteilt: die ersten 6km gehen wir auf normalen Strassen von Oban bis zum "eigentlichen" Startpunkt des Tracks, die naechsten 6km bis zur Port William Hut (Great Walk) und die letzten 6 km bringen uns zur Bungaree Hut (NW-Circuit). Das erste Drittel schaffen wir in etwa 1 1/4 Stunden. Erwaehenswert ist hier vielleicht der sehr schoen gestaltete Start des Walks, eine angedeutete (uebergrosse) Ankerkette. In der Mytologie der Maories ist Rakiura/Stewart Island naemlich der Anker von Maui's Kanu, welches die Suedinsel darstellt. Maui ist dafuer verantwortlich, dass es die Nordinsel gibt, die eigentlich ein grosser Fisch ist, den Maui von seinem Kanu aus faengt. Sind schon sehr interessant diese Geschichten. Lirumlarum, 11.30 straten wir den offiziellen Teil, welcher, fuer einen Great Walk typisch, gut ausgebaut ist, wenn auch nicht ganz ohne Anstrengungen zu bewaeltigen. Die grundsaetzliche Schwierigkeit heute und in den ersten Tagen ist die unglueckseelige Mischung aus Trackprofil und den sehr schweren Rucksaecken (irgendwo zwischen mind.20 und 25kg). Die Packs ziehen einen gnadenlos nach unten und bremsen einen schoen aus. 13.50 kommen wir an der Port William Hut an und sind schon gut fertig mit der Welt. Wie gut, dass wir uns heute frueh schoen Sandwiches gemacht haben. Ausnahmweise geht auch ein 3-Minuten Schauer nieder. Ansonsten ist es ein schoener, ueber weite Strecken sonniger Tag. Es hatte mitunter etwas vom Abel Tasman Track. Noch vor der Huette, am Maori Beach, treffen wir erneut unsere Amerikanerin wieder. Ausserdem faellt mir ein paar Meter weiter ein grosser brauner Brocken auf dem Strand auf. Erst denke ich, dass es vielleicht eine toter Seehund oder so ist, bis das Vieh, ein Seeloewe, mal kurz den Kopf hebt und mich anfaucht. Er haelt gerade sein Mittagsschlaefchen und ich solle doch zusehen, dass ich Land gewinne. 14.15 verlassen wir die Huette und biegen vom Great Walk auf den NW-Circuit ab. Mit uns laeuft uebrigens noch Davide aus Italien. Naja, nicht direkt mit uns, aber wir treffen oefter mal aufeinander und er wird das dritte Mitglied der Fellowship. Gleich nach dem Abzweig wird der Track "muddy", wofuer er bekannt und gefuerchtet ist. Auch der Schwierigkeitgrad steigt an. Waehrend bei mir langsam die Beine muede werden, zwickt beim Chief der Ruecken. Der Track ist sehr wellig und folgt immer in relativer Naehe der Kuestenlinie. Auf den Topomaps, koennen wir ganz gut verfolgen, wo wir in etwa sind und was uns noch erwartet. Die letzte Stunde ist schon eine rechte Quaelerei. Frueh koennen wir zwar die Huette erkennen, aber mit dem Ankommen dauert es eben noch. Dann endlich fuehrt der Weg runter zum Strand und nach etwa 15 Minuten kommen wir total fertig um punkt 17.08 an der Bungaree Hut an. 7 Stunden anstrengenden Trampings liegen hinter uns. Nur zum Vergleich, der laengste Tag des Caples Tracks war 7km laenger, hat aber nur etwas ueber 6 Stunden gedauert. Die Huette ist zu meinem Entsetzten schon voll unter der Kontrolle einer Kiwitruppe aus Dunedin, eine Huntingparty. Alle tragen gruene Rugby- oder T-shirts, was sie unmissverstaendlich als Irland-Fans ausweisst. Wie wir spaeter noch herausfinden, waren nicht nur zur uns sehr gastfreundlich und viele der Tramper, die wir noch treffen sollten, kannten die Partytruppe. Anlass der Feierlichkeiten war der baldige Abschied eines der Mitglieder. Er wollte naemlich in die USA und dort den St.Patricks Day am 17.03. feiern. Aus diesem Grunde musste in NZ entsprechend vorgefeiert werden. Rollo und ich brauchen erstmal eine Pause. Bevor wir uns allerdings hinlegen, gibt es ein kurzes aber sehr erfrischendes (12 Grad) Bad im Suedpazifik. Abends gibt es nach der obligatorischen Cup of Tea grosses Dinner. Neben unserem Instantfood werden wir von den "Iren" mit frischem Fisch versorgt, den wir natuerlich nicht ablehnen koennen (ja Mama, Dein Sohn hat FISCH gegessen!). Waehrend die Leutchen spaeter noch schoen feiern und singen, gehen die Tramper schlafen.

Donnerstag, 06.03.2008, Tag 2, 11km, "King Richard IV."

Trotz der irischen Party gestern abend, konnt eich erstaunlich gut schlafen. Bei 7.00 hat sich damit aber auch schon, wobei ich effektiv erst um 8.00 aufstehe. Chief Rollo hatte derweil schon mit dem lecker Porridge-Fruehstueck begonnen. Das war ja meine groesste Sorge, 14 Tage lang Porridge zum Fuehstueck-wuerg. In diesem Zusammenhang sei kurz etwas zur Huettenroutine gesagt. Sobald wir eine Huette erreicht hatten, wurde sich kurz gewaschen, umgezogen und die meistens nassen Sachen zum Trocknen aufgehaengt. Danach nahm ich mich als Oberfeuerwerker des Ofens an, um es heimelich warm zu machen. In der Zwischenzeit kochte Rollo immer schon das erste Teechen. Dann durfte entspannt werden, was meistens in einem Nachmittagsschlaefchen endete. Fuers Dinner war ich an den ersten Tagen zustaendig, bis sich irgendwann jeder sein eigenes Zeug kochte. Rollo hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mir morgens das Porridge geniessbar auf den Tisch zu bringen. Das hat sogar geklappt, auch wenn sich meine Begeisterung schwer in Grenzen hielt. Da ich die ganzen Kochuntensilien (Toepfe) immer unten im Rucksack hatte, dauerte es bei mir morgens auch entsprechend lange, bis ich alles wieder zusammengepackt hatte. Daher habe ich es auch nur einmal geschafft, vor dem Chief abmarschbereit zu sein. Soviel also dazu. 9.27 kamen wir los. Gleich hinter der Huette begann schon der erste Anstieg. Der Track soweit ist nur ein reines Rauf und Runter. Die sogenannten "Gullies" tun sich dabei ganz besonders hervor. Ich weiss garnicht so recht, wie ich das beschreiben soll. es sind halt immer wieder kleine Einschnitte, erzeugt durch Baeche oder noch kleinere Rinnsale, die einem den Weg versperren. Also muss man in der Regel steil nach unten laufen, das Hindernis ueberqueren und auf er anderen Seite wieder steil nach oben. Und das ist besonders auf den ersten Tagesabschnittes ein fortdauerendes Aergernis, denn es gibt "hunderte" Gullies hier. Jedenfalls, nach 1 1/2 Stunden kommen wir am Murray Beach an, dem wir fuer 30 Minuten folgen. Am Abzweig zurueck in den Busch pausieren wir kurz und ich schaufel mir den ersten meiner streng abgezaehlten Muesliriegel rein. Das gibt etwas Bumms auf die Reifen. Tatsaechlich ist der naechste Abschnitt verhaeltnismaessig flach und beplankt. Mit den Rucksaecken ist aber auch das kein reines Vergnuegen. An einer geeigneten Stelle machen wir eine laegere Lunchpause. Hatte man bis hierher den Eindruck, dass es nicht ganz so schwer war, wie gestern, wurde man wenig spaeter eines Besseren belehrt. Der Boardwalk hoerte auf und liefen erneut rauf und runter. Rauf ist aeusserst schweisstreibend und bei manchen "Stufen" muss ich mit meinen kurzen Beinen ganz schoen ackern. Da hat es der "Lange" schon besser. Runter ist nicht minder schwer und geht boese auf die Knie. Einmal bin ich so bloed ausgerutscht, dass sich mein einer Walkinkpole schoen verbogen hat. Ich konnte ihn aber nochmal richten. Wie bereits weiter oben erwaehnt koennen wir unsere Fortschritte ja ganz gut auf der Topomap verfolgen, trotzdem kam das Ende heute etwas ueberraschend, denn nach 5 Stunden harter Arbeit suchte ich eigentlich einen Shelter, der auf der Karte eingezeichnet war (etwa eine Stunde vor der Huette). Somit haetten wir die DOC Vorgabe von insgesamt 6 Std. eingehalten. Aber statt des Shelters tauchte dann doch schon die letzte Footbridge vor der Huette auf. Kurz rechts abbiegen und vielleicht 50-100m ueber den Steinstrand, dann war das Tagwerk verrichet. Keine Huntingparty heute, nur Ruhe. Davide trafen wir auch wieder. Nach der Routine habe ich es dem Chief gleich getan und mich erstmal aufs Ohr gehauen. Der Kiwi und die Israelis von gestern hatten ihr Ziel auch gefunden, als ich wieder wach war. Die Israelis wollen den NW-Circuit an 7 Tagen laufen; normal sind 10 oder 12, je nachdem, wie man sich Zeit laesst. Die Huette wurde komplettiert von Richard und einem weiteren Kiwi-Paearchen. Richard ist Englaender und einer von den ganz Verrueckten. In den Huettenbuechern traegt er sich immer als King Richard IV. ein. Sein Hauptequipment besteht aus zwei! kleinen Rucksaecken, einer Jeans! und nagelneuen, noch nicht eingetragenen, grossen, schweren Boots. Die Dinger sehen aus, als waeren es Moonboots oder zumindest als waeren sie fuer hochalpines Gelaende gemacht. Die Verkaeuferin haette wohl gemeint, sie seinen fuer "all seasons". Und wenn man ein Kleidungsstueck auf einem Track nicht tragen sollte, dann sind das Jeans. Das kann man ueberall nachlesen. Sein Essen war ebenfalls suboptimal, weil nicht dehydriert. So wird der Rucksack richtig schwer. Aber ansonsten ist er ein sehr lustiger Typ und die Nr. 4 in der Fellowship. Mit Einbruch der Daemmerung verschwanden alle nach und nach in den Federn. Auch heute konnte das Wetter als sehr trampinggeeignet bezeichnet werden.

Freitag, 07.03.2008, Tag 3, 12km, "Ich kann das Meer schon hoeren"

Der Tag begann mit Nieselregen. Das sollte uns nicht verwundern, aber ein wenig aergerlich war es dann doch schon. Die Check Out Routine lief normal und 9.12 starteten wir die Etappe, in guter Hoffnung, es wuerde ein schoener Tag werden. Der Track bot ausser dem gewohnten Wald keine Aufregungen und die Distanz hielt sich in Grenzen. Unsere "Suche" nach dem Lucky Beach dauerte etwas laenger als erhofft. Immer wieder meinte Rollo, er koenne das Meer schon hoeren, nur den Strand dazu fanden wir eben nicht. Puenktlich mit unserem schliesslichem Eintreffen dort, fing es auch an richtig zu schuetten. Gereget hatte es vorher auch schon, aber nun tat es das dauerhaft. Der Beach ist recht huebsch, wenn es da nicht den recht steilen Aufstieg zurueck in den Wald gegeben haette. Ausserdem hatte mich eine volle Breitseite der Brandung erwischt. So suchten wir uns ein Stueck weiter erstmal ein halbwegs trockenes Plaetzchen zum lunchen. Ich fuer meinen Teil hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Nase voll. Mein Leiden begann aber erst, denn der Rest des Weges war mehr oder minder eine Schlammschlacht. Und wenn wir gerade nicht durch Modder stiefelten, dann hatten wir es mit nassem Gras oder Farnen zu tun. Damit waren meine Schuhe endgueltig ueberfordert und fluteten wieder. Mit der Topomap konnten wir heute auch nichts anfangen und so orientierten wir uns an Gelesenem. Ich ging schon davon aus, dass wir heute die DOC-Vorgabe (6 Std.) auf jeden Fall im negativen Sinne "knacken" wuerden, als wir uns auf einem langen Abstieg befanden. In meinem Tramping wurde der allerdings als Anfang vom Ende beschrieben und tatsaechlich erreichten wir schon bald den Yankee River und ein paar Minuten spaeter die Yankee River Hut. Davide und die Israelis waren schon da. Der Kiwi kam uns entgegen und wollte doch noch weiter zur naechsten Huette. Auch die Israelis legten hier nur einen Zwischenstop ein und zogen spaeter wieder los. Nach uns traf nur noch King Richard ein, den wir am Lucky Beach ueberholt hatten. Auch wenn man wettertechnisch davon ausgehen muss, hier immer und ueberall die Arschkarte zu ziehen, ist man doch ueberrascht, wenn es einen wirklich trifft. Nachdem wir uns zu Viert haeuslich niedergelassen hatten, kehrte Ruhe ein. Die Knochen schreien nicht mehr ganz so laut und alles pegelt sich ein. Der angesammelte Groll verfliegt und man liesst schon die Beschreibung fuer den naechsten Tag und schaut sich die Karte an. Rollo hat mich uebrigens gezwungen, endlich meine erste Tafel Schokolade anzubrechen. Die ersten beiden Tage hatte ich keine rechte Gelegenheit dazu, aber er bestand auf die heutige Energiezufuhr.

Samstag, 08.03.2008, Tag 4, 8,5km, "Sturm ueber Long Harry"

Habe nicht besonders geschlafen bzw. konnte erst garnicht einschlafen. Selbst der Chief kam heute erst kurz nach 8.00 aus den Federn. Zumindest versprach das Wetter besser zu werden, als gestern. Auch ohne "Troedelei" meinerseits, kamen wir erst spaet bei 9.50 los. Natuerlich wartete gleich hinter der Suspension Bridge ueber den Yankee River der erste von 2 grossen Anstiegen auf uns. "Gross" ist auf Stewart Island bzw. dem ganzen Circuit immer relativ zu sehen. Die hoechsten Erhebungen (ohne Sidetracks) sind gute 400m hoch (auf dem Southern Circuit). Ansonsten sind es so zwischen 100 und 300 Meter. Allerdings sind die Anstiege sehr steil, oft unwegsam und ziehen sich. Sie sind also nur bedingt vergleichbar mir ihren Gegenstuecken auf z.B. den Great Walks. Oben angekommen wurde es flacher und schon bald begann der lange Abstieg zum Smoky Beach. Die Sonne schien von Zeit zu Zeit und die umgebende Natur half ein wenig ueber die schmerzenden Knie hinweg. Allerdings dauerte es eine gute halbe Stunde, bis wir unten am Wasser ankamen. Unterwegs hatten wir noch Davide eingesammelt. Nach 25, sehr windigen Minuten entlang des Strandes lief der Track wieder ins Inland. Eine Lunchpause spaeter nahmen wir bei 12.30 den letzten Abschnitt unter die Fuesse. Auch dieser begann mit einem lecker Anstieg. Wir gabelten Davide erneut auf und liefen den Rest des Weges zusammen. Da die heutigen Auf- und Abstiege sehr uebersichtlich waren, wussten wir, dass wir auf dem naechsten Stueck downhill die Huette schon sehen konnten. Und so kam es auch. Bei bestem Wetter stand da die Long Harry Hut weit oberhalb des Strandes in vermeintlich kurzer Reichweite. Aus unserem Buch wussten wir allerdings, dass wir trotzdem noch 20-30 Minuten benoetigen wuerden, denn erst mussten wir noch einmal runter an den Strand und dann wieder nach oben. Eine richtig steife Briese wehte hier vom Meer herueber. Aber die Aussicht ist sehr schoen und unsere Sachen trockneten recht schnell im Wind. Wir konnten sogar die Suedinsel sehen. Kurz nach 14.00 hatten wir das Tagesziel erreicht. Gegen 16.00 folgte das uebliche Schlaefchen. Der heutige Tag stand somit sehr krass im Gegensatz zu gestern. Ich bin eben ein ausgwiesener Schoenwetterwanderer. Da eine Huntingparty noch ein paar Lebensmittel zurueckgelassen hatte, gab es nach dem Dinner noch den Versuch von Bratkartoffeln. Naja, doll waren die nicht. Der Chief hat mich erneut gezwungen eine halbe Tafel Schokolade zu essen. Jetzt bin ich damit im Plan. Das war also der kuerzeste Tagesabschnitt und der bisher beste, gutes Wetter, recht wenig Mud. Morgen wird es etwas laenger bevor uebermorgen die langen Kanten beginnen. Die Nacht gestaltete sich im Uebrigen ausserst stuermisch. Die Huette knackte hier und da und man musste Angst haben, dass sie jeden Augenblick abheben wuerde. An gut schlafen war kaum zu denken.

Sonntag, 09.03.2008, Tag 5, 9,5km, "Jim hat geschrieben..."

Die Ueberschrift heute ist dem Autor unseres Trampingbuches Jim DuFresne gewidmet. Fast jedes Mal, wenn ich den Chief nach unserem gerade bevorstehenden Track oder speziellen Features gefragt habe bekam ich zu Antwort: "Jim hat geschrieben...". Gut, Jimmy hat sich auch hier und da vertan, aber sei es drumm, er war bisher eine gute Hilfe. 5 nach 9 kommen wir los. Der Weg begann, wie ueblich, mit einem Anstieg und wurde dann extrem wellig - ich sag nur Gully. 2 Stunden spaeter machten wir uns an einen erneuten Abstieg zum Strand. Das war very scenic doch leider handelte es sich um keinen Sandstrand, sondern um einen Boulderbeach, was Boulderhopping nach sich zog. Und irgendwie nahm der Beach auch kein Ende, obwohl er auf der Karte garnicht so lang aussah. Man musste buchstaeblich bis in die letzte Ecke gehen, um den Track nach oben wieder aufnehmen zu koennen. Das hat locker eine Stunde gedauert und Rollo haette sich einmal fast den Knoechel zerdeppert. Nicht alle Steine, die so aussehen, als wuerden sie einem Halt bieten, tun das auch. Kurz unter dem "Summit" legten wir unsere obligatorische Lunchpause ein. Der Rest des Aufstiegs war steil, aber kurz und schnell folgte der lange Abstieg runter an den East Ruggedy Beach, welcher das Ende des Tages einleitete. Hier haben sich im Laufe der Zeit viele Duenen gebildet, die im Vergleich zu ihrer Umgebung schon besonders aussehen. Nun galt es noch, den Ruggedy Stream zu crossen. Dafuer haetten wir auch die Schuhe aussziehen koennen, waren aber zu faul. Also rein ins kniehohe erfrischende Wasser und durch (Richard und Davide mussten hier nach uns die High Tide "aussitzen") Einen knappen Kilometer spaeter kommen wir an der East Ruggedy Hut an, auch "Ritz" genannt. Jim hebt sie im Buch hervor. Dabei zeichnet sie sich durch nichts Besonderes im Vergleich zu den anderen Huetten aus. Naja, auf jeden Fall wartet Matti, ein anderer Deutscher, dort schon auf King Richard. Wir sind jetzt Fuenf und die Fellowship ist komplett. Auch hier blies der Wind sehr schoen, sodass die Sachen recht schnell trockneten. Mit dem Wetter war es heute so eine Sache. Es gab zwar Schauer, aber die dauerten immer so vielleicht 2-3 Minuten, echt komisch. Die Routine lief wie ueblich ab, mit einer wichtigen Ausnahme. Da es Sonntag ist, gab es heute zum Dinner noch Vanilledessert. Das hatten wir extra eingekauft. Ein Drittel haetten wir also schon geschafft, die Packs werden langsam tragbar und wir meinen zu wissen, worauf wir uns eingelassen haben. Vom Spare Day abgesehen, werden die naechsten 5 Tage richtig heftig, wahrscheinlich.

Montag, 10.03.2008, Tag 6, 14km, "Sand auf dem Caradras"

Was soll ich sagen, die Nacht zu kurz und ohne richtigen Schlaf. Bin aber so frueh aufgestanden, dass wir um 9.00 losdallern konnten. Neben trampen stand heute fluchen ganz oben auf meiner Betaetigungsliste. Fuer die ersten 2 Stunden ging es noch, weil wir nur zum Strand runtergelaufen sind, ein schoenes Stueck Walk. Dem Beach zu folgen forderte auch noch keine groesseren Kraftanstrengungen, ABER dann ging es los. Der Schei.. begann, als wir zur Waitama Bay mussten. 3 Stunden hatten wir keine Ahnung, wo wir uns eigentlich befanden. Der Track wurde naemlich zwischen East Ruggedy und Hellfire Hut umgelegt, vom Inland zur Kueste und die Topomaps sind so alt, dass diese und andere Aenderungen noch nicht verzeichnet sind. Das DOC hat zwar die alten Karten mit Filzstift "angepasst", ob das allerdings hinhaut, kann keiner sagen. Lirularum, um 12.00 kamen wir an dem Punkt an, wo der neue Track wieder auf den alten trifft. Unterwegs blieb ich in einem der nun zahlreich vorhandenen Matschloecher haengen, vielleicht auch an einer der unzaehligen Wurzeln, oder an beidem, und kippte entsprechend vorne ueber. Einer solchen geballten Masse aus Mensch und Rucksack hatte mein Walking Pole nichts entgegenzusetzten und knickte weg - Totalverlust. Ich lag so bloed halb auf dem Ruecken, halb auf der Seite, dass der Chief mich wieder auf die Beine bringen musste. Naja, Irgendwie retteten wir uns zur Bay und in die verdiente Pause. 4 Stunden hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon in den Beinen. Wir folgten kurz dem Beach und schon lagen weitere 2 Stunden knueppeldicker Track vor uns. Anstiege, Abstiege und Mud, Mud, Mud..... Ich glaube, in den letzten beiden Stunden sind wir durch mehr Matsch gelaufen, als auf dem gesamten bisherigen Track. Und als ich Jimmy zum wiederholten Mal wegen seiner Zeitangaben beschimpft hatte, traten wir ploetzlich aus dem Wald auf eine grosse/hohe Sandduene. Sie war nicht wirklich breit, bot aber fantastische Blicke aufs Meer auf der einen und ins Inland auf der anderen Seite. Es hatte den Anschein, als haette dort jemand eine Luecke in der Huegelkette einfach mit Sand aufgefuellt. Zu meiner grossen Erleichterung lag gleich hinter der Duene unsere Huette. 6 1/2 Stunden dauerte unsere Wanderung heute und morgen wartet ein aehnlich langes Stueck. Ziemlich schnell nach uns traf auch Davide ein, Richard und Matti folgten spaeter. Als Feuerbeauftragter musste ich mit einer Saege bewaffnet auf Holzsuche gehen. Das erwies sich als garnicht so einfach, da das meiste in Frage kommende Material bereits weg war. Dementsprechend sah die Umgebung der Huette sehr sauber aus. Trotzdem wurden Matti und ich noch fuendig. Die Huettenroutine lief problemlos und zum Sonnenuntergang setzten wir uns oben auf die Duene und schauten aufs Meer. Zu unserem Missfallen, zogen die Wolken schneller auf, als die Sonne untergehen konnte; Pech gehabt.

Dienstag, 11.03.2008, Tag 7, 15km, "The Fellowship devides"

Ok, der Titel ist etwas irrefuehrend, aber die Ueberschrift fuer morgen stand schon fest und somit haben wir die Trennung von unseren Trampingmates etwas vorgezogen. Heute ist Bergfest. Alles wie gehabt, die Nacht war mittelpraechtig. Auch hier hat es wohl durchweg gestuermt und ueber weite Teile geregnet. Jedenfalls prasselt der Regen auch morgens noch aufs Dach. Mit diesen Aussichten laufen wir in voller Regenmontur los, nur um mitzubekommen, wie der Himmel im selben Moment die Schleusen schliesst. Erwartungsgemaess geht es hinter der Huette gleich wieder schoen nach oben. Nach dem ganzen Regen erwarten wir ein Modderfestival. Eine Stunde nach Abmarsch erreichen den wohl hoechsten Punkt des Tages. Nun muessen wir einer Ridge folgen, die uns zu einem ersten Strand fuehren soll. Entsprechend ist die Orientierung heute etwas leichter. Der Wind geht noch immer ganz gut und der Himmel bleibt bedeckt. Laut Trampingbuch sollen wir nach 3-4 Stunden am Little Hellfire Beach ankommen. Wir schaffen das erstaunlicher Weise in unter 3 Stunden. Der Strand ist nicht sehr lang und am suedlichen Ende wird pausiert. Bei 13.15 starten wir auf die 2 Etappe, deren einziges Hindernis Masons Head ist. Dem recht steilen Aufstieg da hoch folgt ein noch steilerer Abstieg in die Mason Bay. Jeder Schritt will ueberlegt sein und wir benoetigen 2 Stunden bis zum noerdlichen Ende des Strandes. Mason Bay ist wohl die bekannteste Bucht auf Stewart Island und mit etwa 13km Laenge wohl auch eine der groessten hier. Bekannt ist sie im Uebrigen durch ihre Duenen und die Kiwis, die man hier in freier Wildbahn beobachten kann. Nach einer weiteren kurzen Pause begeben wir uns auf den letzten Abschnitt. Wir haben allerdings Pech, denn es ist High Tide und so muessen wir uns den ersten Teil am oberen Rand des Strandes "entlanghangeln" - Boulderhopping at it's best. Das kostet Nerven, Kraft und Zeit. Ein Hauch von Abenteuer kommt auf, als uns ein Felsvorsprung den Weg versperrt. Das ablaufende Wasser gibt in Intervallen einen kleinen Streifen Strand frei, auf dem uns eine Umrundung des Vorsprunges moeglich erscheint. Wir beobachten entsprechend das Wasser und warten auf eine Gelegenheit. Keine Ahnung warum, aber als es soweit ist laufe ich los, anstatt einfach zu gehen. Der Felsen erweist sich breiter, als gedacht und schon schieben sich die ersten Wellen wieder an Land. Zwei Sekunden spaeter stehe ich bis zum Knie im Wasser und habe noch Glueck. Rollo hinter mir reicht das Wasser bis zur Huefte und er kann sich nur schwer in einer Felsspalte festkrallen um zu verhindern, dass ihn die sehr starke Stroemung herauszieht. Wodurch sterben noch gleich die meisten Tramper in Neuseeland? Die Aufregung legt sich und endlich koennen wir auch auf Sandstrand gehen. Was jetzt noch stoert sind der heftige Southwesterly (Wind) und der Regen, der sporadisch hinzukommt. Nach endlosem Gelaufe (so 1 1/2 Std.) erkennen wir spaeter endlich die grossen Marker, die uns anzeigen, dass es nun nicht mehr weit zur Huette ist. Wir verlassen den Strand und laufen durch die Duenen. Um 15.37, genau 6 1/2 Std. nach Abmarsch kommen wir an der Mason Bay Hut an. Diese ist erwartungsgemaess gut besucht, da viele Besucher einfach ueber den "Inselhighway" hierher laufen, oder sich sogar einfliegen lassen. Der Flug von Oban in die Mason Bay dauert ganze 6 Minuten. Chill out Routine. Der Ofen ist eine einzige Katastophe. Von oben drueckt der Wind so sehr hinein, dass ein gutes Feuer kaum moeglich ist. Naja, man kann nicht alles haben. Abends unterhalten wir uns noch lange mit Davide. Morgen ist SPARE DAY.

Mittwoch, 12.03.2008, Tag 8 - Spare Day, "Im Liegen geht's Herr Doktor"

Das haben wir uns verdient. Richtig spaet, so gegen 8.30 stehen wir auf. Wie es sich gehoert, haben wir heute nicht sehr viel gemacht. Am spaeten Vormittag verabschieden sich Matti und King Richard. Sie und Davide bleiben auf dem NW-Circuit und laufen zur Freshwater Hut (Nordosten), waehren dwir ja morgen auf den Southern Circuit starten, der uns weiter nach Sueden bringt. Irgendwann sind der Chief und ich die alleinigen Herren ueber die Huette. Unser mittaeglicher Spaziergang, das Wetter ist bestens, fuehrt uns zum Island Hill Homestead, etwa 15 Minuten in Richtung Freshwater. Auf dem Weg dahin schaut Rollo kurz mal nach rechts und bleibt stehen. Da steht doch echt ein grosser brauner Kiwi in der Boeschung und stochert im Boden nach Futter. Er kommt die Boeschung hinunter, ueberquert kurz vor uns den Weg und verschwindet langsam auf der anderen Seite im Busch. Alles ohne Eile und ganz gemaechlich, als waeren wir garnicht da. Ein Tramper hatte uns schon vorher berichtet, dass die Voegel auf Futtersuche "taub und blind" sind. Meine Digicam will nicht so wie ich deshalb bekomme ich nur ein recht wackliges Foto. Wenn man in der Mason Bay keine Kiwis sieht, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass einem das im Rest Neuseeland gelingt. Die Zahl ihrer natuerlichen Feinde ist hier verhaeltnismaessig begrenzt und u.a. deshalb kann man die sonst nachtaktiven Tiere auch waehrend des Tages sehen. Das Homestead war uebrigens jetzt nicht so der Bringer. Wieder in der Huette tueddelt der Chief zum Strand und ich erledige ein paar Hausarbeiten. Spaeter, als Rollo zurueck ist, packt es mich doch noch und ich laufe auf den Big Sand Hill. Von da oben hat man einne schoene Aussicht auf die Bucht und deren Hinterland. Relativ spaet treffen noch zahlreiche andere Tramper ein, u.a. Afke und Arnoud aus Holland sowie noch spaeter zwei Israelis mit noch nem Hollaender. Die drei wollen nur kurz Pause machen und dann noch weiter nach Freshwater. Als sie losziehen ist es schon fast dunkel und wie wir spaeter nachlesen koennen, erreichen sie die Huette bei 1.30 in der Nacht.

Donnerstag, 13.03.2008, Tag 9, 18km, "Foodfestival oder Leben wie vor 100 Jahren"

Dank unserer Nachbarn und ein paar mistiger Muecker versoegerte sich gestern meine Nachtruhe. Waehrend ich den Nachbarn nichts anhaben konnte, haben die Muecken selbstverstaendlich nicht ueberlebt. 6.45 piepst Rollo Uhr los. Ich drehe mich nochmal um, bemerke aber draussen Blitzlichtgewitter. Das kann nur eins bedeuten: Kiwialarm. Nebenbei, das DOC hat extra darauf hingeiwesen, dass die Voegel wegen ihrer empfindlichen Augen Blitzlicht nicht tollerieren. Unserem Exemplar hier scheint der Aufauf jedenfalls ziemlich schnuppe zu sein. Da ich auch noch ein brauchbares Foto benoetige, schnappe ich also meine Kamera und gehe raus. Leider ist es noch so dunkel, dass ich auch blitzen muss. Die ersten Shots sind nicht so dolle, entsprechend ist Geduld gefragt. Eines der lustigen Tierchen schlaegt den Pfad zur Toilette ein und ich folge ihm. Ich knippse ein wenig und drehe zwei Filmchen. Der Vogel ist so mit Futtersuche beschaeftigt, dass er mich, obwohl weniger als 2 Meter entfernt, nicht wirklich wahrnimmt. Irgendwann verschwindet er wieder im Busch und ich muss zum Fruehstueck. Das Porridge schmeckt kalt richtig uebel, muss aber runter. Schon 8.40 (neuer Rekord) legen wir los. Der erste Teil ist sehr einfach, denn er verlaeuft wieder raus zum Strand und dann weiter suedwaerts. Nach 1 1/2 Stunden ist das erledingt und wir biegen ins Inland ab. Nun wartet die groesste Herausforderung des Tages, der Mt.Adams (401m), auf uns. Zum Glueck sind weite Teile des Anstieg recht flach. Gegen 12.00 machen wir eine kurze Pause im Busch. Auch wenn wir wir merklich nach oben laufen und dann die Baumgrenze erreichen, bleibt der Trig (Gipfelmarkierung) ausser Sicht. Wir sind schon ueber 4 Stunden unterwegs, als es fuer etwa 10 Minuten richtig steil bergauf geht. Ein paar zig Meter weiter ist es dann aber geschafft. Der Trig ist in diesem Fall kein Kreuz sondern nur eine kleine runde Metallscheibe, die auf einem Felsen befestigt ist. Das Wetter ist gut und wir haben beste Aussichten von hier oben. Das Gelaende um uns herum ist flach, etwas sumpfig und sehr scenic. Der Weg ist ebenfalls klar erkennbar, wurde doch hier oben einfach eine Schneise ueber den Huegel gezogen. Trotzdem bleibt der Track recht unwegsam. "Stunden" spaeter durchstossen wir die Baumgrenze wieder nach unten und der Weg nimmt normale Formen an. Es ist sehr steil und meine Fuesse schmerzen (mal wieder). Als schon erneut davon ausgehe, dass wir die 7 Std. DOC-Vorgabe ausreitzen werden, kommt ein sehr schoenes Stueck Strand in Sicht. Wenige Minuten spaeter, um 15.15 stehen wir ganz allein vor der Doughboy Hut. Bucht erweckt ein wenig den Einschein, eine eigene kleine Insel zu sein. Breiter flacher Strand, ein paar kleine Duenen, die Huette und dahinter der Busch. Alles sehr idyllisch. Im Uebrigen ist dieses Fleckchen Erde der absolut suedlichste Punkt (47 Grad 1 Min. 60 Sek suedl, Breite und 167 Grad 40 Min. 60 Sek. oestl. Laenge), den wir mit einiger Sicherheit je sehen werden. Suedlicher reicht nur noch Suedamerika, wenn man von der Antarktis absieht. Wir pusten kurz durch und beginnen die Huettenroutine. Der Beach fordert einen foermlich zu einem kurzen Bad heraus, aber Obacht, die Sandflies warten nur darauf. Eine Hunting Party hat ein grosses "Fresspaket' zurueckgelassen, welches Rollo und ich gleich mal pluendern. So machen wir uns schoen eine grosse Dose Spagetti mit Tomatensauce und Rindfleisch, verfeinert mit Ketchup - fuer uns zu diesem Zeitpunkt sehr lecker. Am fruehen Abend treffen nach ueber 9! Stunden endlich Afke und Arnoud ein. Wir sind nicht so und teilen die Dose Pfirsiche mit ihnen. Auch wenn wir heute wieder um die 6 1/2 Std. unterwegs waren, so kam uns die Strecke "vom Kopf her" kuerzer und einfacher vor. Morgen beginnen die Strapatzen gleich am Anfang. Douhgboy Hill (411m) wartet. Noch kurz ein Wort zur Huette, die ist naemlich eine der kleinsten auf dem ganzen Track, aber wohl mit eine der besten. Sie hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, was sie aber um so uriger macht, und stand frueher oben bei Long Harry. Die 8 Bunks werden uns Vieren komplett in Beschlag genommen. Doughboy, die Legende lebt.

Freitag, 14.03.2008, Tag 10, 16km, "Land unter"

7.15 aufgestanden. Es regnet, was den Tag nicht einfacher machen duerfte. Zumindest bei unserem "Vorstart" um 8.22! ist kurz trocken. Schliesslich muessen wir die 47 Grad sued noch ordentlich zelebrieren. Scharfer Start ist 8.35. Ohne lange Umschweife geht es gleich beinhart und fast schnurgerade den Doughboy Hill hoch. Eine geschlagene Stunde dauert die Ackerei und oben zerfliessen wir beinahe. Der Track rauf ist schon kaum zu beschreiben, aber die Querung und der Abstieg schlagen dem Fass vorerst den Boden aus. Wenn auch flacher, so wird der Weg nun zunehmend moddriger, nasser, rutschiger und ueberhaupt super eklig. Und es kostet Zeit, sich durch dieses Uebel durchzuwuehlen. Es ist schon ein lecker Gefuehl, wenn du ploetzlich bis zum Knie im Matsch stehst und dir die Bruehe auch noch in die Gaitors reinlaeuft. Glaube keiner, dass das am Abend mit ein wenig Seife und schoen kaltem Wasser wieder richtig sauber wird. Meine Boots haben natuerlich schon jeden Widerstand eingestellt. Bezueglich der Schuhe verfolgen der Chief und ich sowieso unterschiedliche "Policies". Ich versuche sie so lange wie moeglich trocken zu halten - Policy of dry feet. Der Chief hingegen nimmt alles an Mud mit, was er bekommen kann - Policy of Mudridging. Soll heissen, er tritt in Matschloechern immer dahin, wo noch kein anderer hingetreten ist, in der Hoffnung, dass er nicht abtaucht. Ich brauche nicht zu erwaehnen, das wir beide in der Verfolgung unserer Politik ziemlich erfolglos sind. Besonders bei der Ueberquerung von Fluessen oder anderen Rinnsalen, die nicht uebersprungen werden koennen zeigt sich dem Beobachter immer wieder ein nettes Bild. Wenn es geht, stiefelt Rollo durch, waehrend ich krampfhaft versuche eine trockene Alternative zu finden. So kommt es vor, dass ich mich ueber irgendwelche Baeume hangeln "muss" und er am anderen Ende schon "stundenlang" wartet. Bedenken kriegt der Grosse erst, wenn auch er ueber Aeste und Staemme ballancieren muss. Die sind mitunter so rutschig, dass man hoellisch aufpassen muss. Einmal den Halt verlieren bedeutet unweigerlich baden gehen oder zumindest empfindlich tief fallen. Lirumlarum, wie gesagt ist der Abstieg total aetzend. In aller Regel geht es in grossen Stufen runter, jede fuer sich gut mit Wasser, Wurzeln und Mud gefuellt. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Auch die Orientierung faellt heute schwer, da die Karte kaum Anhaltspunkte liefert. In diesem Fall heisst es immer nur: laufen, laufen, laufen. Von Aussicht kann auch keine Rede sein, obwohl die bestimmt sehr schoen waere. Alles ist also gegen uns. Bei 12.00 machen wir an einem Fluss unsere Lunchpause. Nun sagt uns die Karte, dass der Abstieg geschafft ist und noch gut die Haelfte der Strecke recht flach vor uns liegt. Das befluegelt gleich wieder etwas. Und fuer den Rest des Weges haette wir Flugel gut gebrauchen koennen, denn jetzt wird es richtig nass und swampy, wir laufen in die Wetlands ein. Sobald es auch nur ein paar Tropfen regnet, steht auf diesem Abschnitt alles unter Wasser. Entsprechend macht es irgendwann keinen Sinn mehr, nach halbwegs trockenen Pfades zu suchen. da alles mindestens schon moddrig gelaufen ist. Laut unserer Karte sollten es bis zur letzten Swingbridge vor der Huette noch 3 Rivercrossing geben (ab einem bestimmten Punkt, denn insgesamt sind es mehr als doppelt soviele). Das dritte erweist sich als sehr verraeterisch. Wir ueberqueren naemlich eine gut ausgebaute Bruecke, die wir fuer die Swingbridge halten und freuen uns schon auf das Ende des Tracks. Bloed nur, dass wir nicht dort sind, wo wir glauben zu sein. Die tatsaechlich letzte Bruecke kommt erst eine ganze Weile spaeter. 15.15 erreichen wir ziemlich fix und fertig die Rakeahua Hut. Wir sind ganz alleine hier (Afke und Arnoud haben an der Doughboy Bay wieder umgedreht), was ich gleich wieder nutze, um meine Habseeligkeiten in der Bude zu verteilen. Es ist mit 6 Bunks gleichzeitig die kleinste Hut auf dem Track und sobald der kleine "Yukon-Ofen" eine wohlige waerme im Raum verteilt, darf gemuetlich gechillt werden. Fuer morgen gehen wir von einem recht kurzen Tag aus, da die DOC-Vorgabe nur 5 Stunden ist. Somit koennen wir etwas ausschlafen.

Samstag, 15.03.2008, Tag 11, 12km, "Tauchfahrt durch die Wetlands oder Ist alles Sache von Kopf"

Lektion des Tages: Unterschaetze niemals einen Tradk, gerade nicht hier. Ich fuer meinen Teil habe das aufs groebste getan und wurde bestraft. Zunaechst goennen wir uns ein wenig mehr Schlaf und stehen erst 7.45 auf. 9.23 sind auch meine Sachen gepackt und wir koennen los. Die ersten 1 1/4 Stunden fuehren durch die Wetlands, da wissen die Schuhe gleich wieder wo die Reise hingeht. Es gibt hier sogar alte Abschnitte von Boardwalk, bloed nur dass die deutlich unter der Wasseroberflaeche liegen. Die Wetlands sind tricky. Du trittst in ein Matschloch und merkst gleich einen gewissen Widerstand, das ist gut. Setzt du den Fuss allerdings nur 10 Zentimeter daneben, gehst du auf Tauchfahrt, aber richtig. Mir passiert es zweimal, dass ich mit einem Bein bis zur Huefte im Wasser, Matsch, was auch immer versinke. Und dann bricht auch noch der einzige Ast ab, an dem man sich hochziehen will - Viel Spass. Wie gut, dass der Chief dabei war. Ansonsten muessen wir ueber eine Unzahl von Rinnsalen klettern (ein Markenzeichen des ganzen Tages). Gott sei Dank, es regnet nicht. Nebenbei, die Landschaft an sich ist recht huebsch. Aber nicht dass ihr denkt nur mir passieren andauernd die Missgeschicke, auch der Chief lotet ab und zu mal die Tiefen des Tracks aus. Am "toten" Abzweig zum Mt.Rakeahua machen wir Pause. Das Wassertreten war ja nur ein kleiner Spass, denn jetzt wird der Track fuer mich auf jeden Fal zur Qual. Und das liegt hauptsaechlich in der falschen Einstellung zum Tag. Wenn du es einfach erwartest und es wird schon am Anfang schwierig, sind die Weichen bereits auf "Hoellenfahrt" gestellt. Die 4 Stunden, mit denen ich leichtsinniger Weise geliebaeugelt hatte, vergehen ohne jeden Hinweis auf unser Ziel. Der Weg gewinnt nach den Wetlands zwar wieder an Hoehe und wir laufen durch Wald, aber es gilt nach wie vor ein Rinnsal nach dem anderen zu queren (Gullyalarm). Rauf, runter, rueber, rauf, runter rueber..... Als 4 1/2 Stunden herum sind, werde ich stinkig. Der Schei..track zieht sich unglaublich. Mit ordentlich Wut im Bauch uebersehe ich auf einem Abstieg auch noch einen Aststumpf und haemmere mit voller Wucht meine Kniescheibe dagegen. Da hatte ich endgueltig die Faxen dicke und haette am liebsten....., bloed nur, dass man eben so ueberhaupt nix machen kann, als nur durch den Busch zu bruellen und weiter zu laufen. Schliesslich kann man sich hier einfach hinsetzten und auf den naechsten Bus warten. Nur gut, dass 5 Minuten spaeter die Huette auftauchte. Auch die Fred's Camp Hut nahmen wir alleine in Beschlag. Die Routine laeuft voll durch und 16.00 haue mich aufs Ohr. Eine lange Stunde spaeter bin ich wieder wach und der Rest des Tages vergeht wie gehabt. Genau wie fuer heute, sind fuer morgen 5 Stunden veranschlagt, obwohl der Weg 2 Kilometer kuerzer ist. Ich gehe davon aus dass es ganz doll aetzend wird.

Sonntag, 16.03.2008, Tag 12, 10km, "Easy Going"

Mit der richtigen Einstellung funzt es gleich ganz anders. Der Tag war fast schon zu kurz. 8.00 stehe ich auf und 9.10 dallern wir los. Nur noch 3 Tage liegen vor uns und die Packs sind doch schon recht leer. Die ersten 5 Minuten verlangen mir allerdings gleich ein grosse Portion geduld ab, da der Weg scheisse ist. Danach pegelt es sich ein und es wird an verhaeltnismaessig angenehmer Walk. Wir benoetigen etwa 1 1/2 Stunden, um einzigen An-und Abstieg des Tages zu bewerkstelligen. Bergauf mag der Chief ja garnicht, waehrend ich bergab wie die Pest hasse. Dann wird es ganz flach, wir betreten das Freshwater Valley. Auch wenn es nicht uebermaessig geregnte hat, wird es zunehmend swampy und Rollo geht zweimal schoen auf Tauchfahrt. Wie gut, dass ich diesmal da bin. Irgendwann macht es sogar ein wenig Spass durch diese Sumpflandschaft zu stiefeln. Der Weg ist ja markiert, nur eben nicht immer passierbar. Wir muessen also auf eigene Faust bestimmte Passagen finden. Ob eine ein Grasbueschel traegt oder nicht, muss ausprobiert werden. Die Aussichten sind so 50-50. Des Oefteren waten wir bis zu den Knien im Wasser. Andere Abschnitte verlaufen wieder ganz trocken auf einer kleinen Ridge oder einer Art Dammweg. Von einer Anhoehe aus erspaeht Rollo kurz nach Mittag schon die Swingbridge zur Freshwater Hut und kurz nach 12.30 sind wir bereits am Ziel. Die Huette liegt idyllisch am Freshwater River. Viele Tramper lassen sich von Oban aus mit denm Watertaxi hierher fahren, um dann 3-4 Stunden zu Mason Bay zu wandern, via Inselhighway. Anstatt der 4 Stunden haben wir halt 4 Tage gebraucht. Der eigentliche Southern Circuit ist hier zu Ende und wir biegen morgen wieder auf den NW-Circuit ab. Die lange Erholung kommt heute ganz gelegen, da wir morgen wieder eine lange schwere Etappe vor uns haben. In erster Linie nutzten wir die Zeit, um doppelte Rationen zu verputzten, davon haben wir genug. Ausserdem, weil Sonntag ist, gibt es wieder leckerschmecker Dessert. Nach uns treffen noch eine ganze Reihe anderer Tramper ein und die Huette fuellt sich ganz gut. Auch Afke und Arnoud treffen wir wieder.

Montag, 17.03.2008, Tag 13, 11km, "Ueber den Berg"

Gut geschlafen, aber zu einr unchristlichen Zeit aufgestanden. Punkt 8.30 starten wir durch. Es galt die letzte Huerde des Tracks zu bezwingen, die Thompson Range. Wir muessen nochmal auf gut 300 Meter rauf und wieder runter. Der Aufstieg war selbstverstaendlich wieder echter Mist (zumindest teilweise). Ein Ami hatte uns gestern erzaehlt, er haette fuer das Stueck knappe 5 Stunden gebraucht. Mitten im langsamen Anstieg hielt ich das fuer etwas geflunkert. Aber, nach 2 Stunden starteten wir auch schon den Abstieg. Auch der hatte es nochmal richtig in sich. Es ging zwar mitunter nicht ganz senkrecht bergab, aber es kam dem sehr nahe. Nach dem steilsten Part trafen wir auf einen anderen Tramper, der bis hierher 2 Stunden gebraucht hatte. Das hoerte sich gleich wieder gut an. Eine Viertelstunde spaeter kamen wir auch schon an der einzigen Suspension Bridge an, die etwa die Halbzeit markierte. Der weitere Weg war wie immer mistig und bot noch einmal alles an, was wir die letzten Tage so erlebt hatten, Wetlands ausgeschlossen. Nach einem finalen Anstieg und 4 1/2 Stunden kamen wir an der Kreuzung an, wo NW-Circuit und Rakiura Track "verschmelzen". Von nun an war zu 95% Boardwalk der Untergrund, auf dem wir uns bewegten. Das hat nicht nur Vorteile. Schlussendlich schlugen wir 13.30 an der North Arm Hut auf, nach genau 5 Stunden. Das verblueffte uns dann doch, da der Abschnitt als sehr anstrengend beschrieben wurde. Bis zum Abend fuellte sich due Huette und ein paar "ueberschuessige" Tramper mussten auf dem Boden bzw. einem Tisch schlafen. So eine "crowded Hut" ist schon eine Umstellung, wenn man vorher immer nur allein oder sich mit vielleicht 4-6 Leuten die Huette geteilt. Morgen gibts das Schaulaufen.

Dienstag, 18.03.2008, Tag 14, 12km, "Letzte Ausfahrt Oban"

Es ist vollbracht, wir haben Stewart Island ueberlebt. Gegen 7.00 war die Huette schon voller Bewegung. Wenigstens heute konnte ich mich endlich mal ein paar Sekunden vor dem Chief abmarschbereit melden. Dazu kam noch der frueheste Start ueberhaupt, 8.17 - unglaublich. Obwohl der Tagesabschnitt keine Schwierigkeiten bot, so war er doch recht kniemordend. Fast nur Boardwalk sind des Guten etwas zuviel. Als Bestandteil des Inselhighways sorgt er allerdings fuer ein schnelles Vorankommen. Im Uebrigen ist der Begriff "Inselhighway" natuerlich inoffieziell. Es ist nur die kuerzeste Verbindung zwischen Oban und der Mason Bay, wenn man von Wassertaxis und Flugzeugen absieht. Schon nach 45 Minuten erreichen wir einen Campground, der erst nach 1 1/2 Stunden auftauchen sollte. Der Walk an sich bleibt lange im Wald und ist unspektakulaer, fuer unsere Verhaeltnisse. Der Boardwalk hat ein Ende, als wir an der Kaipipi Road ankommen. Hierbei handelt es sich um eine alte Gravel Road (Teile sahen auch gepflastert aus), die in grauer Vorzeit einmal eine Art Lebensader der Insel war. Wir folgen der Road etwa 5 Kilometer bis zum Beginn der ersten richtigen Gravel Road. Die Anzeichen von Zivilisation mehren sich: Stromleitungen, Verkehrs- und Strassenschilder, Haeuser. Wettertechnisch koennte es fuer unseren "Triumphzug" garnicht besser aussehen. Die Sonne strahlt von einem blauen Himmel auf die heimkehrenden Helden herunter. Nach nur 3 Stunden, dem zeitmaessig absolut kuerzesten Tagesabschnitt, hat sich unser Circuit geschlossen. Wir laufen etwas erschoepft aber stolz wie Bolle im DOC ein. Dort melden wir uns vom Track ab und geben den Beacon sowie die Karten zurueck. Zudem holen wir unsere anderen Sachen noch aus dem Spind. Rollo kommt mit einer Mitarbeiterin ins Gespraech und die hat interessante Infos fur ihn/uns. Zwischen Rekeahua und Fred's Camp Hut war besonders mir ein langer nicht markierter Abschnitt aufgefallen und ich habe das mehrfach gegenueber Rollo bemaengelt. Der Southern Circuit war als "Tramping Track" klassiert und entsprechend "muss" er auch ausreichend gekennzeichnet sein.  Die DOC Dame allerdings erklaert uns, dass es sich effektiv um eine "non-maintained and non-marked ROUTE" handeln wuerde. Das ist die schwierigste Kategorie. Mit non-maintained bin ich sofort einverstanden, wenn ich an viele Strecken denke. Das non-marked stimmt definitiv nicht, denn es gibt fast ueberall die kleinen orangen Dreiecke, mal mehr und mal weniger. Sie bleibt dabei, es ist offiziell eine Route. Aber, sie muss auch eingestehen, dass die entsprechende DOC Broschuere nicht eindeutig ist. Fuer den Southern Circuit werden lediglich "good route finding skills" gefordert. Die Trackzeichen (Schwierigkeitsgrad) in dem Faltblatt deuten auf einen Tramping Track hin. Lirumlarum, wir werden das nicht loesen, sind aber trotzdem erstaunt. Fuers Erste duesen wir in unseren Backpacker und checken ein. Ganz oben auf der Wunschliste stehen nun duschen und rasieren. Danach ziehen wir erneut ins Dorf, buchen die Faehre fuer morgen frueh und gehen einkaufen. Im Hostel wird erstmal was gegessen. Afke und Arnoud geben sich noch einmal die Ehre. Sie nehmen spaeter noch die Nachmittagsfaehre nach Bluff. Wir duerfen nun chillen. Rollo geht an den Strand und ich tueddel noch in unserer Bude rum. Spaeter schauen wir nochmal beim DOC vorbei und bekommen noch die ein oder andere Info zu den Tracks. Bei 19.00 sind wir hungrig genug fuer eine Ladung Fisch and Chips. Ich fuer meinen Teil habe wohl noch nie soviel Fisch gegessen, wie in den letzten 2 Wochen. Als wir da so in der Abendsonne sitzen, gesellt sich James zu uns. Ihn hatten wir ja bei Freshwater kennengelernt. Wir unterhalten uns angeregt ueber Fussball und ziehen dann noch ins oertliche Pub. Ziemlich spaet kommen wir bei 23.00 ins Bett. Dabei muessen wir doch morgen wieder ganz frueh aufstehen.

 
Tja, das war der Koenigsmacher. Wir haben einiges erlebt, aber man muss zugeben, das doch gute Wetter hat uns bestimmt so einiges erspart, oder vielleicht doch auch verwehrt? Mit mehr Regen haette die Sache ganz anders ausgesehen. Wir fuehlen uns ein wenig Koenige, als wir am naechsten Morgen die Faehre besteigen und Stewart Island "Farewell" sagen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenkiwimate schreibt am 31.03.2008 um 19:34 Uhr:ach cheif, ich sortiere gerade die fotos...der track war schon was ganz besonderes! zu den ersten tagen muss ich sagen - mein favorit war die long harry hut in dieser tollen landschaft, hoch über dem blauen, tosenden meer und dem wütenden sturm, der uns nachts fast weggeweht hätte. man hat sich echt wie auf einem schiff bei kap hoorn gefühlt :-)
  2. zitierenBjörn schreibt am 31.03.2008 um 20:29 Uhr:habe bis jetzt nur einen teil zu lesen geschafft. was für ein programm... saßt ihr auch 'mal still ;-)

    ich muss ja sagen, mich hätte der regen irgendwann runtergezogen und ich hätte schlechte laune bekommen.

    ihr habt's hingegen genau richtig gemacht.
  3. zitierenkiwimate schreibt am 01.04.2008 um 14:10 Uhr:47 Sued
    Doughboy Bay
    Die Legende lebt

    Einer der schönsten Plätze, die ich je gesehen habe. Und einer der schönsten Tage, die ich je erlebt habe. ALLES hat gestimmt!

    Wenn ich mal irgendwann eine Auszeit brauchen sollte, fliege ich nach Christchurch, von dort nach Invercargill, von dort zur Mason Bay und wandere zur Doughboy Bay und bleibe 2 Wochen in der Hütte.
    Tongi, wenn Du willst, komm mit :-)
  4. zitierenkiwimate schreibt am 02.04.2008 um 19:47 Uhr:Was für ein Erlebnis! 14 Tage in der absoluten Wildnis...das werden wir nie vergessen!

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