Uns fehlt das Vertrauen in unsere Wasserversorgung und -aufbereitung. Anstatt ein Glas unter den Wasserhahn zu halten, geben wir viel Geld für abgefülltes Wasser aus. In der Zwischenzeit können wir ohne Bedenken Wasser direkt aus dem Wasserhahn trinken. Aber ist das auf Dauer wirklich gesund?

Unser Misstrauen entstand in den 1970er und 1980er Jahren, als die Trinkwasserstandards noch nicht so streng waren wie heute. Dabei war der Bedarf an Trinkwasser doppelt so hoch. Es ging also darum, eine ausreichende Menge an Trinkwasser bereitzustellen. Die Qualität stand im Hintergrund. Es genügte, dass das Leitungswasser keine Gesundheitsgefährdung darstellte. Heute haben wir zu Hause gutes Trinkwasser, manchmal sogar besser als Mineralwasser aus dem Supermarkt. Viele Bürger sind allerdings nach wie vor skeptisch.


Das können Sie zur Qualitätssicherung Ihres Leitungswassers beitragen

  • Wenn Sie eine eigene Wasserquelle (z.B. Brunnen) haben, lassen Sie diese testen. Überprüfen Sie die chemische Zusammensetzung, da die Gefahr einer Kontamination besteht, z.B. durch Gülle oder Pestizide, die von den Feldern über das Grundwasser in den Brunnen gelangen. Sie können eine Wasserprobe in einem lokalen Wasserversorgungs- oder Abwasserentsorgungslabor testen lassen. Dieser Service wird auch von privaten Unternehmen angeboten.
  • Installieren Sie einen Carbonit Wasserfilter der mithilfe von Aktivkohle das Leitungswasser von Schadstoffen befreit.
  • Da ein langer Weg in den Wasserversorgungssystemen die Wasserqualität verschlechtert (und man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Verwalter von Wohnanlagen die internen Wasserversorgungssysteme systematisch reinigen), wenn man im Morgengrauen früher als der Rest der Bewohner aufsteht, sollte man 2-3 l Wasser erst einmal durchspülen, bevor man einen Wasserkocher unter den Wasserhahn stellt.
  • Wenn Sie von Ihrem Urlaub oder Wochenende zurückkehren, drehen Sie für einen Moment alle Wasserhähne auf und lassen Sie das Wasser durchlaufen.

Leitungswasser ist gesund, weil es strengen EU-Normen unterliegt.

Wir können unseren Durst ohne Bedenken mit Leitungswasser stillen, denn seine Qualität entspricht den EU-Normen, die anspruchsvoller sind als die der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Leitungswasser ist mikrobiologisch und chemisch unbedenklich. Wer nicht daran glaubt, kann die Wasserqualität in seiner Stadt auf den Internetseiten der Wasserversorgungsunternehmen oder in der Sanitäranlage überprüfen. Diese Informationen sollten auch von kleinen, lokalen Wasserwerken zur Verfügung gestellt werden.

Die Häufigkeit der Wasserqualitätskontrolle hängt von der täglichen Kapazität des Wasserversorgungssystems ab. In Großstädten wird die Wasserqualität in jeder Phase der Behandlung täglich überprüft. Zusätzlich wird einmal im Monat die Wasserqualität an bestimmten Stellen des Wasserversorgungsnetzes überprüft. In kleinen Wasserwerken ist die Kontrolle weniger häufig, aber die Anforderungen an die Wasserqualität sind die gleichen.

Was sagt WWF Deutschland zur Qualität unseres Leitungswassers?

Wie gut ist Mineralwasser?

Abgefülltes Quellwasser, das in Deutschland gekauft wird, enthält häufig geringe Mengen an Mineralien (einschließlich der für die Gesundheit wichtigsten – Magnesium und Kalzium). Leitungswasser hat manchmal deutlich mehr davon. Je nach Quelle ist es niedrig- oder mittelmineralisiert (optimal für uns Menschen). Sogar Säuglingsnahrung kann mit Leitungswasser zubereitet werden.

Tatsächlich gibt es in Deutschland nur wenige Mineralwasser, die den Namen Mineralwasser verdiene, so dass man beim Kauf zumindest darauf achten sollte, wie viel Kalzium und Magnesium sie enthalten. Ein Liter Mineralwasser sollte nicht weniger als 150 mg Kalzium und 50 mg Magnesium enthalten.

Moderne Wasseraufbereitung

Wenn möglich, verwendet das Wasserversorgungswerk Tiefwasser, das am saubersten ist und fast keiner Behandlung bedarf. Dieser Prozess besteht hauptsächlich aus Belüftung und Filtration, um überschüssiges Mangan und Eisen zu entfernen. So perfektes Wasser findet man allerdings an wenigen Orten unseres Landes. Da die Tiefwasserressourcen in Deutschland jedoch nicht ausreichen, nutzen wir auch Oberflächenwasser, d.h. Flüsse. Das Wasser wird aus dem Boden von Flüssen oder aus speziellen Teichen entnommen. Bevor es in die Kläranlage fließt, wird es durch eine mehrere Meter dicke Schicht aus Sand und Steinen gefiltert. Auch die Reinigungsmethoden wurden verbessert (z.B. Ozonierung, Filterung durch Aktivkohle), und der technologische Behandlungsprozess ist so präzise gewählt, dass das Wasser den strengen EU-Normen entspricht.

Zur Kontrolle der Trinkwasserqualität und zur frühzeitigen Erkennung von Vergiftungsanschlägen wurde das sogenannte Biomonitoring eingeführt. In großen Städten gibt es einen doppelten Schutz vor plötzlicher Wasserverschmutzung. Ventile werden sofort verschlossen, wenn giftige Stoffe im Wasser erkannt werden.

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