Ich mach das immer, wenn ich merke, dass ich nicht mehr so
ganz mit mir selbst in Kontakt bin. Wenn ich irgendwie aus dem Rhythmus
gekommen bin und irgendwie keine Kraft mehr habe.
Diese Übung macht man am besten im Stehen, weil man da
besser seine Füße spüren kann. Am besten mit geschlossen
Zuerst stell dir eine Wiese vor. Es ist warm und sonnig. Ein
paar Vögel fliegen durch die Luft und es duftet nach frischem Gras. Mitten auf
der Wiese steht ein Baum. Ein großer Baum. Mit einem dicken Stamm und einer
wundervollen, grünen, dichten Krone. (In meiner Vorstellung ist es immer eine
Eiche oder eine Buche. Aber das bleibt jedem selbst überlassen.)
Zuerst betrachtest du den Baum bloß und freust dich über die
Wirkung die ein solch mächtiger Baum auf dich hat. Vielleicht stellst du dir
auch vor, dass er viel älter sein muss als du, weil er ja so einen mächtigen
Stamm hat. Er hat bestimmt viel zu berichten.
Dann stellst du dir vor, wie du langsam immer dichter an den
Baum rangehst. Spürst das Gras unter den Füßen und hörst es leise rascheln. Du
siehst, dass der Baum immer größer, immer beeindruckender wird. Irgendwann
stehst du direkt vor ihm. Du kannst ihn anfassen. Die raue Rinde unter den
Fingern fühlen. Du fühlst dich im Schatten wohl, weil es dort angenehm kühl
ist, genau wie die Rinde.
Du lehnst dich an den Baum an und dann stellst du dir vor,
dass du in den Baum eintrittst und langsam zu diesem Baum wirst.
Du spürst, dass da wo sonst deine Füße sind, dicke feste
Wurzeln in die Erde gehen, sich oft verzweigen und dir Halt geben. Ein so
mächtiger Baum zu sein, sorgt dafür, dass du deine Kraft wiederfindest.
Du kannst spüren, dass Deine Wurzeln Wasser, Nährstoffe,
Energie nach oben befördern und dich stärken. Mit jedem Ein-Atmen steigt diese
Energie höher und höher. Durch den Stamm und erreicht schließlich die Krone.
Du spürst, dass die Äste und Blätter sich sanft im Wind
wiegen. Du kannst spüren, wie die Sonne auf jedes einzelne Blatt scheint und
dich wärmt. Du reckst Dich immer etwas weiter der Sonne entgegen. Und badest so
in der Energie, die aus der Sonnenwärme entsteht.
Eine Weile stehst du einfach nur so da und genießt es ein
Baum zu sein. Die Wurzeln und Äste zu spüren. Probleme werden nichtig und immer
kleiner. Sie sind nicht wichtig für einen mächtigen und alten Baum, der Du nun
bist. Du genießt die Stabilität, die du plötzlich spüren kannst. Die Kraft, die
dich nun erfüllt. Die Energie, die durch alle deine Adern fließt. Die
Verbundenheit mit der Erde mit dem Kosmos.
Wenn du genügend das Gefühl verinnerlicht hast, bis es ein
Teil von Dir geworden ist, kannst du wieder aus dem Baum heraustreten. Du
findest dich auf der sonnigen Wiese wieder. Du reckst und streckst dich
und öffnest langsam die Augen.
Langsam kommst du wieder in der Realität an aber du nimmst die Stabilität und
die Energie mit in den Alltag.