Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

16.10.2011 um 11:49 Uhr

Unurlaublich

von: Sadeyes

Irgendwie ist mir noch ganz "unurlaublich" zumute. Normalerweise hab ich an meinem letzten Arbeitstag vorm Urlaub immer so ein Hochgefühl von Freude und Freiheit, aber das blieb diesmal aus. Keine Ahnung, woran das schon wieder liegt. Aber ehrlich gesagt, hab ich auch gar keine Lust, das nun schon wieder zu analysieren. Ich analysier schon genug in letzter Zeit. Und die G-Schemas können mich auch grad mal... Irgendwie war in den letzten vier Monaten jede Gefühlsregung von mir immer gleich ein G-Schema. Kann ja irgendwo auch nicht gesund sein, oder?

Sitze viel lieber hier in meinem sonnigen Eckchen in meiner Wohnung und entspanne. Genieße es einfach, blauen Himmel zu sehen und die grünen Blätter des Baumes vor meinem Fenster. Habe in den letzten Tagen endlich mal wieder mehr Energie gehabt und daher doch tatsächlich mal ein paar Dinge erledigt bekommen, die nun schon eine Weile auf meiner To-Do-Liste lungerten. Von daher bin ich schon sehr zufrieden. Kontakt mit Freunden und der Außenwelt könnte zwar besser sein, ist aber auch im aufsteigenden Trend. Nun noch einmal Therapie und einmal Gruppe und dann geht es für ein paar Tage nach Hause meine Familie besuchen. Darauf freue ich mich schon. Leider kommt mir nur jetzt schon die Zeit irgendwie so kurz und verplant vor, die ich dort habe. Aber bloß nicht im Vorraus stressen lassen...

Gestern war dann auch noch mein ehemaliger Hochzeitstag mit The Evil. Ich hoffe, er hat sich zur Feier des Tages an irgendwas mal ordentlich verschluckt und einen Hustenanfall bekommen. Ja, ich weiß... so Gedanken sind nicht nett. Aber ich bin immer noch sauer auf ihn. Vielleicht werd ich das auch immer bleiben. Ich zumindest freue mich auf das Jubiläum unseres Scheidungstermines... da wird es Sekt geben :) 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenRabenmutter schreibt am 16.10.2011 um 21:09 Uhr:Ach herrje...- ich hab morgen "Hochzeitstag"...
    Wünsche dir ein paar entpsannte Tage daheim, pack sie bloß nicht so voll, das kann einem den ganzen urlaub vermießen :-/
  2. zitierenRabenmutter schreibt am 16.10.2011 um 21:10 Uhr:Öhm... und was ist ein G-Schema???
  3. zitierenSadeyes schreibt am 17.10.2011 um 00:04 Uhr:Blöd, diese Hochzeitstage, was?
    Zumindest dann, wenn die Ehe nicht mehr besteht... und man eben nicht mehr so gut auf den anderen zu sprechen ist. Da hat man dann immer noch so einen Anker an diesen Menschen im Gedächtnis. Ich bräuchte den auf jeden Fall nicht... Sieben Jahre wären wir jetzt verheiratet gewesen. Irgendwie hatten wir das verflixte siebte sehr viel schneller...

    G-Schema... damit sollen wir unsere Gefühle analysieren, um zu lernen, warum wir mit Situationen so umgehen, wie wir das tun und dann eben zu lernen, wie man das besser macht bzw auch um zu schauen, ob man der Situation entsprechend fühlt. Das ganze teilt man dann auf in Situation, Gedanken, Gefühle, Verhalten (im Niederländischen fängt das auch mit "g" an) und kurz- und langfristige Auswirkung des Verhaltens (auch ein "g"-Wort im Niederländischen)

    Ich weiß nicht, ob ich das verständlich erklärt hab. Ich mach mal ein Beispiel: ... okay den Hochzeitstag, wo wir schon dabei sind.

    Situation wäre also: 15.10. ist der "Hochzeitstag" von mir und The Evil
    Gefühl: Wut (auf ihn), Ärger (auf mich gerichtet)
    Gedanken: Ich will nicht an diesen Tag denken! Ich hasse ihn! Er ist ein Axxx! Wegen ihm hab ich immer noch diese ganze Schxxx am Bein! Hoffentlich geht's ihm dreckig!
    Warum war ich auch so blöd und hab ihn auch noch geheiratet? Ich hätte es doch eigentlich irgendwo durchschauen müssen, dass er mich so abzockt! Ich hätte besser aufpassen müssen! Am besten vertrau ich gar niemandem mehr, dann kann mich auch keiner mehr so ausnutzen!
    Verhalten: Ich versuche zwanghaft das Datum zu ignorieren und NICHT an ihn zu denken und all die Gedanken da oben, die ja doch irgendwo sind, beiseite zu schieben, weil ich gerade nicht mit dem Ärger umgehen möchte aus Angst, dass der Ärger dann wieder größer wird und mich längere Zeit beschäftigt.
    kurzfristige Auswirkung: Der Ärger flammt zwar immer mal wieder kurz auf, wird aber gleich wieder weggeschoben und ignoriert. Dadurch versau ich mir meinen Tag nicht und kann ganz "normal" weiter machen.
    langfristige Auswirkung: Der Ärger bleibt trotzdem irgendwo in mir und kann da dann entweder physische Symptome auslösen oder immer wieder nach oben kommen und für Probleme sorgen. Das größte Problem, was ich eigentlich bei den Gedanken wahrnehme, ist dass ich niemandem vertrauen will bzw so nah an mich lassen will. Also beschränke ich mich langfristig in meiner eigenen Lebensqualität und meinen Wünschen. Die Situation komplett zu verarbeiten, könnte mir helfen, den Vertrauensbruch bei ihm zu lassen und irgendwann doch wieder jemanden in mein Leben zu lassen.

    Ist schon immer interessant und aufschlussreich, weil einem ganz oft erst dann richtig bewußt wird, was man so denkt oder wo der Haken ist. Aber ich find es manchmal schon lästig, wenn man ständig mit seinem Buch da sitzen muss und alle Gefühlsregungen aufschreibt und so analysiert. Ist ja auch schon ein bisserl zeitaufwändig. Und irgendwie find ich, muss man doch wenigstens manchmal das Leben einfach das Leben sein lassen.
  4. zitierensternenschein schreibt am 25.10.2011 um 20:20 Uhr:Liebe Sadeyes,
    klar ist Mr. Evil es nicht wert, wenn du deine Gedanken an ihn bindest. Ja, er ist nicht einmal der negativen Gedanken wert.
    Er war schädlich für dich, er hat dir geschadet und vieles von dem Schlamassel eingebrockt. Irgendwann aber wirst du ihn auch innerlich loslassen können.
    Klar ist es lästig sich immer alles aufschreiben und analysieren zu "müssen". Und doch finde ich dieses, dein G Schema interessant. Es führt zu Einsichten und Erkenntnissen, die man ohne dieses wohl so nicht hätte.
    Ich glaube, dieser Wunsch, da mal einfach in der sonnigen Ecke des Zimmers zu sitzen, das noch Grün des Baumes vor dem Fenster zu sehen, nichts analysieren zu wollen, nich analysiert und beobachtet sein zu wollen, ist ein gutes Zeichen deiner Fortschritte in und durch die Therapie.
    Du scheinst vieles davon vrinnerlicht zu haben, so dass diese, deine eigen Gefühlsanalyse und die längeren Auswirkungen deines Handelns unbewusst zu Teil schon automatisch abläuft. Dir das schriftliche Aufbereiten dessen, dadurch etwas seltsam vorkommt.

    Ich finde, du hast dich ganz schön "gemausert", wenn ich das so sagen darf.
    Kehrst deinen Blick wieder dem Leben zu. Öffnest dich dem Leben.Es erscheint dir nicht mehr ganz so bedrohlich, wie noch vor nicht allzulanger Zeit.
    Wie ein Vogel, der in der Mauser ist. Du verlierst deine alten "Federn" mit denen du dich bisher schmücktest, lässt sie hinter dir und du bekommst ein ganz neues Federkleid, schöner als jemals zuvor. Damit du dich wieder in die Lüfte erheben kannst, das Leben mit einer anderen "Leichigkeit" betrachten kannst, da du jetzt deiner Flugkünste gewahr wirst. Mit der Sicherheit, nicht wieder abzustürzen und zu Boden zu fallen.
    Wünsche dir wunderschöne neue Federn für deinen Flug in das Leben und einen sehr schönen Urlaub.
    Liebe Grüsse

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