BridgetJones

30.08.2010 um 18:16 Uhr

Die Nelis

Wir Frauen haben ja eine ganz besondere Eigenschaft: wir können auf fast alles eifersüchtig sein, was mit "unserem" Mann zu tun hat. Hierzu zählen "der blöde Drahtesel", die "Muckibude", der beste Freund, das Buch, was er gerade liest und eigentlich alle Hobbies, bei denen wir sonst nicht mitzureden haben.

Was uns aber am meisten kröpft wenn es um Männer geht, sind die "Nelis". Eigentlich ist es egal, wie man sie nennt. Man könnte auch "die Tanjas" sagen. Es geht um die Frau in seinem Leben, gegen die wir ziemlich alt auszusehen scheinen.

Und diese Art Frau begegnet uns immer, fast egal bei welchem Kerl. Wenn ich zurück denke an all die Überfrauen "meiner" Männer...Jochen und Neli, Udo und Jule, Christian und Kathrin, Eyal und Ariela, Etienne und Cornelia, Karsten und Vanessa...

Egal, ob es sich bei der Dame um die aktuelle Freundin, die Ex, die Frau, die er heiratet, die Traumfrau oder die beste Freundin handelt - es ist objektiv betrachtet fast unmöglich besser zu sein als SIE.

Natürlich sieht sie gut aus und neben Deutsch und Englisch spricht sie auch noch Russisch, Portugiesisch und Japanisch. Sie hat etwas besseres studiert als man selbst, an einer besseren Uni, promoviert gerade, ist Triathletin, spielt ein Instrument, bekommt ein Stipendium, kann super zeichnen... Und die größte Beschissenheit - unser Traummann will nur sie (die gab es wirklich genau so).

An "ihr" wird meistens etwas besser sein - sie ist schlanker, jünger, besser gebildet, kultivierter, engagierter, sportlicher, großherziger usw. als man selbst.

Aber schlimmer ist fast, wenn wir feststellen: sie ist kein Alpha-Weibchen. Sie ist älter, sie hat Falten oder ein Mordsding an Höcker auf der Nase, sie ist dumm wie ein Sack Bohnenstroh oder emotional ein hohles Brot - und er vergöttert sie trotzdem.

Meine Damen, das einzige, was uns tröstet ist, dass auch wir für eine Frau die Neli sind, selbst wenn wir dem Mann ziemlich egal sind. Und natürlich wissen wir das. Und natürlich sind wir dann erst recht geistreich und zuckersüß, während sie sich ob unserer Anwesenheit auf der gleichen Party kräftig die Kante gibt und langsam die Contenance verliert.

Das leben ist so unfair.... ;)

10.05.2009 um 02:18 Uhr

Zwei Männer, zwei Knutschflecke und mehrere Optionen

Stimmung: okay
Musik: Ayo technology - Milow

Ich reiße meinen Pullover nach unten und sage „Guck mal, ´n Knutschfleck auf der Brust.“ Eva schnalzt verächtlich „Hmhm“. Ich finde ja, dieses Prachtexemplar hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Wie er entstanden ist? Nun ja, eine nächtliche Reise ins benachbarte Ausland brachte ihn mir ein und der Weg dorthin war äußerst holprig. Nachdem ich eigentlich einen ruhigen Shoppingtag hinter mir hatte rief Karsten an – ein Date von vor ein paar Wochen – ob ich Kaffee trinken wollte. Klar wollte ich. Allerdings hatte ich nur eine halbe Stunde Zeit, bis zum Beginn meines Salsa-Kurses. Währenddessen schrieb mir Chris – ein guter Freund oder so was, ich könne ja zum Essen bei ihm vorbei kommen. Na klar. Also rief ich in größter Panik meinem Salsa-Partner an und diktierte im Feldwebelton ins Telefon „Nimm dir Zettel und Stift!“ „Ok?“ „Ich brauche: ein Handy plus Ladegerät, das größte T-Shirt was du hast, und einen Routenplanerausdruck nach Österreich! Und du musst mich aus der Stadt abholen“  „Ok. Bist du verrückt?“ fragte er etwas verdutzt. „Hm, ich glaube schon!“ Modetechnisch nicht unbedingt entscheidungsfreudig fand ich mich plötzlich im H&M und der hiesigen Unterwäscheabteilung wieder. Selten habe ich dort so geschwitzt wie an diesem Tag, aber der Omaschlübber mit dem Loch an der Seite war nicht unbedingt anbietungswürdig. Mit dem Einkauf abgedüst ins Parkhaus, mich aus den Sommerklamotten in die Abendrobe geschmissen (hoffentlich waren da keine Kameras!) und ab zum Treffen mit Karsten, welches dann eher eine kurze Freude war.

Nun ja, nach dem Salsa-Kurs ging es also nach Österreich. Nachdem ich mich gründlich verfahren hatte und schlussendlich halb ein Uhr nachts bei ihm ankam, hatte sich das mit dem Essen wohl erledigt und wir gingen gleich zum „gemütlichen“ Teil des Abends über. Daher auch der Knutschfleck auf der Brust.

Szenenwechsel. Wieder Freitag.

Eva winkt mir vom Balkon und wünscht mir viel Spaß beim Salsa. Ich bedeute ihr mit pantomimischer Diskretion „Ich hab voll den Knutschfleck!“ Sie weist auf meine Wohnung und will mir zu verstehen geben „Dein Besuch von gestern?“ Ich nicke. Sie winkt ab, dreht sich um und murmelt, sie will es gar nicht wissen. Weiß gar nicht, was sie hatte. Später sagt sie mir, sie hält mich für ein männerfressendes Weib. Wieso eigentlich ich? Ich bin doch die, die immer die Knutschflecke abbekommt!

Nun ja, der lüstern nagende Zahn, der dieses Monstrum hinterließ, war diesmal der von Karsten, der spontan vorbei gekommen war. Fairly intoxicated höre ich mich noch sagen (nach seinem Monolog über schiefgegangene Beziehungen) „Hm, wollte gerade fragen, ob du Lust auf Knutschen hast, aber jetzt traue ich mich nicht mehr.“ Nun ja, Andeutung genug, oder? Und so entstand Knutschfleck Nummer 2, den ich bei brütender Hitze mit einem Halstuch auf Arbeit kaschieren musste.

Und wie es nun weiter geht? Nun ja, manche Fragen stellen sich nicht und manche Fragen, die sich stellen…mit denen will man sich gar nicht auseinandersetzen. Ich bin eine Frau mit Liebeskummer…und im Krieg und in der Liebe soll ja angeblich alles erlaubt sein…erst recht Ablenkung!

15.03.2009 um 13:37 Uhr

Entzugserscheinungen

Verliebtsein ist wie koksen, lehrte uns Helen Fisher. Im Körper geht an sich das gleiche ab: der Körper produziert Endorphine und Phenylethylamine. So musste es wohl tatsächlich gewesen sein, als ich mich völlig irrationalerweise verknallt hatte. Eigentlich weiß man es gleich, wenn es einen erwischt. Das ist aber gleichzeitig der Augenblick, in dem Jürgen von der Lippe einem als Oberarzt erscheint (wie in seinem Witz, in dem er sagt „dieser Mann kriegt dreimal täglich einen Einlauf! Mit Sambal Olek!“).

Neben ihm im Bett sitzt der Patient, also der arme Kerl, der von unseren Gefühlen nix weiß und den sie eiskalt erwischen würden. Und ich sehe Jürgen von der Lippe auf ihn zeigen und sagen „Dieser Mann….wird laut schreiend davonlaufen, wenn sie es ihm nicht schonend beibringen!“. Aber bringen Sie einem Mann das mal schonend bei. Einem Mann, der einen Baumstamm nur sieht, wenn man ihm einen solchen direkt ins Auge rammt. Und selbst dann ist es nicht ganz sicher.

Da man es also langsam angehen will, holt man eine Zweitmeinung ein…und eine dritte und eine vierte. Schließlich braucht es zu so etwas Mut. Zuerst greift man auf die Leute zurück, die einen wohlwollend betrachten. Zuerst die Exaffäre. Der sagt: „Du bist eine fantastische Frau und jeder Kerl kann froh sein, wenn er dich abbekommt.“ Dann Mutti. Die sagt: „Wenn bis jetzt noch nichts gelaufen ist, will er dich eh nicht – Arschloch!“. Aber einem Infizierten ringt das allerhöchstens einen glasigen Blick ab. Dann der Exfreund, der noch einmal bestätigt, dass der Typ ja gar nicht weiß, was er verpasst. Wenn man endlich einen Schritt auf „ihn“ zugeht, stellt man allerdings schnell fest, dass er sich bereits aus dem Staub gemacht hat.

Ab jetzt – leidend unter Endorphin- und Dopaminwerten, die deutlich unter der Grasnarbe liegen – wird man selbst zum Patienten. Und eins ist klar: Der Typ ist nicht mehr existent.

Der beste Freund rät „Handynummer und alle Kontaktdaten löschen“ – Fixbesteck wegwerfen, keine Versuchungen schaffen. Wie der Lehrer in Dead Poets Society, der sagt: „Rip it out. I want nothing left of it!” Und man stellt fest – man ist noch nicht so weit.

Schritt 1 heißt – ab jetzt wird nicht mehr an ihn gedacht! Nicht vorm Einschlafen, nicht beim Aufwachen und eigentlich überhaupt nicht mehr. Auch nicht heimlich. Oder unheimlich…

Schritt 2 heißt – substituieren….Freunde treffen, rauchen, Freizeitbeschäftigungen suchen und keine Gelegenheit zum Trösten auslassen.

Schritt 3 – es ist ja schließlich nicht das erste Mal. Also erinnern wir uns daran, dass das früher auch vorbei ging und an Jürgen Domian der sagte: „Wir alle sind durch die Hölle gegangen.“

Schritt 4 – wir reden mit einem erfahrenen Kollegen, der uns mit auf den Weg gibt: „If it is meant to be, it will be.“ Oder auch: „Es hat nicht sollen sein!“

Schritt 5 – wir legen online Tarotkarten. Auch die sind klar – die Sache hat sich geschissen.

Schritt 6- wir finden Trost in Tränen. Keinen echten, sondern in Goethes Gedicht – „die Sterne, die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht“

Schritt 7 – wir finden Trost in Musik von „If I find her I swear – I swear I’ll kill her“ (Soko – I’ll kill her), I’m not an addict (K’s choice), Where is my mind (Pixies), Womanzier, Smooth operator.

Nun ja, mehr fällt mir auch nicht ein. Sollte jemand mit weiteren guten Tipps dienen können – immer her damit.

10.01.2009 um 02:17 Uhr

Männer und Sex oder „Nimm einem Kleinkind den Nuckel weg“

Männer sind wie Kleinkinder. Das wissen wir schon. Wir wissen auch, dass der Egozentrismus aus frühster Kindheit (heißt soviel wie „die Welt dreht sich um mich“) sich nie verwächst und dass Männer in Sachen Sex keinen Spaß verstehen. Wie ich darauf komme? Ich habe mal wieder mit Jürgen diskutiert, meiner Exaffäre, der mittlerweile doch zu einem ganz guten Freund geworden ist.

 

Wieder einmal war sein eheliches Sexualleben Thema. Seine Frau hat sich erdreistet, 4 Wochen nach ihrer Unterleibs-OP immer noch keinen Sex mit ihm gehabt zu haben. Ich frage mich manchmal, wer den Männern eigentlich in Gehirn gesch* (Verzeihung) hat – ganz ehrlich. Ich möchte den werten Herrn gern mal sehen, wenn ihm an seinem besten Stück etwas geschabt oder operiert werden würde und wann er dann wieder Lust auf den Vollzug des Sexualaktes hätte.

 

Dann merkte Jürgen noch an, er würde, wenn er seine Beziehung neu beginnen könne, heute vieles anders machen. Erst einmal, würde er kein Kind haben wollen, denn nach der Geburt des Kindes ist die Lust auf Sex bei seiner Frau fast Null. Tausche Kind gegen intaktes Sexualleben – wo gibt es denn so was?

 

Zum Dritten merkte er an, er würde seine Frau, wenn die Beziehung nochmals beginnen würde, nicht gleich von Anfang an „bedienen“, wie er immer so schön sagt. Damit meint er, dass er immer den Anstoß zum Sex gibt bzw. sie verwöhnt. Auf die Frage, ob sie denn schon einmal einen Orgasmus gehabt hätte, geriet er plötzlich ins Trudeln. Sie würde sagen ja (haben wir nicht schon alle mal geschwindelt?) und die Geräuschkulisse wäre dementsprechend (aha). Ich glaube sein Selbstbild war vollkommen entrückt, als ich ihm eröffnete, beim Sex mit ihm auch nicht gekommen zu sein. So, Freund Blase, jetzt kannst du mal anfangen zu lernen, was es heißt, eine Frau zu „bedienen“.

 

Eigentlich - nur für diesen Zweck - sollte ich ihn mal auf einen nicht ausschließlich freundschaftlichen Besuch einladen. Nachdem ich seit Monaten auf ihn einrede, wie auf ein krankes Pferd, fände ich es nur Recht und billig, ihn bei seinen Versuchen, sich zu bessern, zu unterstützen. Nach ein paar Lektionen „How to please a woman“ und „Ladies first“, hält er mich dann sicher für eine ziemlich anstrengende Affäre ;) Aber seine Frau wird es mir danken. Wobei, Sex mit mir würde ja bedeuten, dass er seine Einstellung insgesamt bequem beibehalten kann, ohne sich mit seinen ehelichen Problemen auseinander zu setzen.

 

Ich stelle quintessentiell fest, dass wir Frauen mehr nachdenken als Männer und offensichtlich auch eher in Gewissenkonflikte geraten. Der Mann sucht den bequemen Weg für sich, der meistens nicht mit dem „man in the mirror“ und dem Eigenanteil am Elend beginnt.

10.01.2009 um 01:43 Uhr

Partnerbörsen mit Männerprofilen, die Fluchtverhalten auslösen

von: BridgetJones   Stichwörter: Partnerbörsen

Stimmung: Naja
Musik: Bruises - Chairlift

Ich könnte mittlerweile einen ganzen Roman darüber schreiben, wie unvorteilhaft sich Männer in Partnerbörsen präsentieren. Liebe Herren, wenn Sie es sich (a la „Anleitung zum Unglücklichsein“) so richtig versauen wollen, stellen Sie es so an: 1. Nehmen Sie ein Foto aus den Zeiten Ihrer letzten glücklichen Beziehung und schneiden Sie die Verflossene einfach ab. Bestenfalls so, dass sie schemenhaft noch an ein bisschen blondem Haar auf Ihrer Schulter zu erkennen ist. Sie mögen vermuten, wir Frauen denken dann „Hm, er hatte schon mal eine Freundin, er kann nicht so ein Assi sein“. Falsch gedacht. Aber wenn Sie möchten, dass wir uns austauschbar vorkommen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg! 2. Für den Fall, dass Sie keine Digitalkamera besitzen oder zur Hand haben, empfehle ich Ihnen einen anderen guten Trick, den ich häufig beobachtet habe. Nutzen Sie doch einfach die Kamera Ihres Handys. Früher erkannte man das schlechte Selbstportrait am Armansatz, der in Richtung Kamera zeigte, aber jetzt wird es noch besser: Fotografieren Sie sich doch in Lebensgröße mit der Handykamera einfach ganz „pfiffig“ selbst im Spiegel. Schauen Sie dabei möglichst unbeteiligt nicht in den Spiegel, um zu suggerieren, das Bild wäre „per Zufall“ entstanden. Vergessen Sie dann bitte nicht, dieses Bild mit Ihrem „Huch-wer-macht-denn-da-ein-Foto-von-mir-Blick“ möglichst unbearbeitet so in Ihr Profil zu stellen. Das kommt immer gut! 3. Mal ganz abgesehen vom Foto, meine Herren: wenn Sie Inhalte in Ihr Singleprofil stellen, prüfen Sie nie die Rechtschreibung des von Ihnen Getippten, denn dies könnte zu einer verfälschten Darstellung Ihres Intellekts führen, sodass Sie am Ende noch Frauen anziehen, denen Sie gar nicht gewachsen sind. 4. Geben Sie sich einen ausdrucksvollen Namen, der viel über Sie verrät und uns Lust macht, Sie anzuschreiben. Es gibt die Männer, die gleich etwas über ihr Aussehen mitteilen (z.B. Adonis oder Dickerbär), dann gibt es die Männer, die etwas über ihre Vorlieben mitteilen (Schlagmich, Strengerdom, …) und dann gibt es die Männer, die gleich jede erwachsene Frau mit Ihrem Nicknamen "magisch anziehen" – meistens enden diese Namen auf „i“ oder sind Verniedlichungen wie Svenilein. Als ob „Sveni“ nicht schon schlimm genug gewesen wäre. 5. Und noch eins sei mal im Ernst gesagt: Ihr glaubt gar nicht, wie langweilig und blödsinnig wir Namen wie „DeinPrinz“, „Schmuseengel“, „Schneckolino“ oder „Süßer“ finden. Das KANN kein ordentlicher, normaler Mann sein. Ganz sicher. Aber die Männer, die da der Nachhilfe bedürfen, kann ich für meinen Teil eh nicht gebrauchen... Hmpf.