First Contact
Hallo ihr Lieben!
So, nun ist es geschehen – ich bin Beamtin. Jetzt ist also Schluss mit lustig... allerdings fangen wir unseren zweiten Ausbildungsabschnitt gleich mal stilvoll mit einer Woche Ferien an.
Wir sind 19 Referendare am WEG (http://www.sc.shuttle.de/mr1002/), 17 Mädels und zwei Jungs - solche Verhältnisse bin ich ja schon gewöhnt.. Es ist das größte Seminar, das das WEG jemals hatte. Die Fächer sind Englisch und Deutsch sowie Geschichte, Sport, Erdkunde und Sozialkunde.
Die Leute machten fast alle einen ganz netten Eindruck, aber wir hatten ja noch nicht wirklich Gelegenheit uns kennen zu lernen. Ich kannte schon ein paar Leute, Johanna, die mit mir studiert hat, und noch drei weitere. Wir haben uns über das Forum bei referendar.de kennen gelernt und haben uns letzte Woche schon einmal getroffen um uns Schwabach und die Schule schon einmal anzusehen. Florian (einer der drei von referendar.de) wohnt witzigerweise in Nachbardorf, war mit meinem Zukünftigen in der Grundschule und schon als Schüler auf dem WEG – sein Heimvorteil ist noch größer als meiner ;) Ob der Heimvorteil wirklich ein Vorteil ist, da sind wir uns beide noch nicht ganz im Klaren drüber, denn Flo kennt natürlich viele Lehrer, ich kenne auch einige und bei mir sind viele Kinder von Freunden vom Sport oder ähnlichem jetzt auch am WEG. Und von einer gewissen besten Freundin der kleine Bruder ;) Könnte also spaßig werden: „Du, Babsi – ähh – Sie, Frau Lehrerin...?“; „Meine Tochter hat erzählt sie haben jetzt ne neue Referendarin und die ist ganz doof und blöd, das bist nicht zufällig Du?“
Die Vereidigung war irgendwie komisch - so förmlich und doch irgendwo so unverbindlich, denn man ist mit dem Nachsagen so beschäftigt, dass man gar nicht richtig weiß, was man sagt. Dann folgten noch sämtliche Belehrungen (keine Geschenke annehmen, Seuchenschutzgesetz,...), Anträge und Bestätigungen ausfüllen und unterschrieben – Es lebe die Bürokratie! – Schlüsselübergabe und dann zum wiederholten Male der ganze Ablauf des Refs, schön garniert mit kleinen Anekdoten aus den früheren Seminaren. Die Veranstaltung hat von 10 bis 13:30 Uhr gedauert und schon ab halb 12 knurrten die ersten Mägen. Solch ein Luxus wie in an anderen Schulen, mit Kaffee und Krapfen begrüßt zu werden, wurde uns leider nicht zuteil.
Der Direktor ist der Seminarvorstand und ich glaube, er hat ganz genaue Vorstellungen, wie er sich unsere Ausbildung vorstellt. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit ihm auch mal aneinander geraten kann. Der stellvertretende Vorstand (und Deutsch-Seminarlehrer) ist ein sehr netter und kompetenter Mensch und noch relativ jung.
Mit der Schule haben wir es, denke ich, sehr gut getroffen. Ein musisches Gymnasium in eher ländlicher Gegend, 2/3 Mädels und größtenteils aus heilem und doch eher begütertem Elternhaus stammend. Die Musik bestimmt den Ablauf am der Schule, es gibt etwa 15 Konzerte im Jahr und der Höhepunkt ist der Big Band-Austausch mit England. Die beiden Big Bands üben zusammen und spielen am Ende des Aufenthalts zwei Konzerte, die jedes Mal binnen weniger Stunden ausverkauft sind. Bei den 15 Saxophonen fürchtet der Direktor immer um die Statik des Hauses. Ich bin sehr gespannt und freue mich jetzt schon (Austausch ist im März/April)!
Die Atmosphäre in der Schule ist durch die Musik sehr angenehm (sofern ich das bis jetzt beurteilen kann). Als wir uns letzte Woche die Schule angesehen haben, wurden wir gleich im Lehrerzimmer freundlich begrüßt und vorgestellt. Wir haben die anderen Referendare noch kennen gelernt, die jetzt fertig sind und auch schon einen Großteil der Seminarlehrer. Der Erdkunde-Seminarlehrer hat mich zwei Mal im Gespräch stehen lassen – ich hoffe, dass macht er nicht auch, wenn ich ihn mal wirklich brauche! Die Englisch-Seminarlehrerin war an diesem Tag krank, aber die anderen Seminarlehrer haben alle einen netten Eindruck gemacht. Das Kollegium ist ziemlich zweigeteilt, sehr viele ältere und auch einige recht junge Lehrer. Seit einiger Zeit werden die fertigen Referendare von der Schule weg direkt in den Staatsdienst übernommen und es wird wohl noch bis etwa 2011 so bleiben. Bei unserem Vorgängerseminar, die jetzt fertig sind, sollten eigentlich zwei (von 12) in die mobile Reserve, aber auch sie haben dann direkt Planstellen zur Anstellung bekommen, wie die andern 10 auch. Man kann also momentan recht guter Hoffnung sein.
Das Schulhaus stammt aus den frühen 70er Jahren und ist schon denkmalgeschützt. Ich persönlich finde es hässlich, es hat was von einer Feuerwehrwache, die Gänge sind sehr finster, die Wände sind (wenn überhaupt) gestrichener Beton und die komischen Fenster gehen nicht richtig auf. Hauptsache ist aber, dass das „Innenleben“ der Schule stimmt.
Nun werde ich mich mal wieder meiner zeitintensiven Tätigkeit widmen (Ferien haben ;) – ich hoffe, der Staat zahlt bald, denn auf meinem Konto sieht es inzwischen nicht mehr sehr gut aus. Weiß irgendjemand, wie lange das ungefähr dauert, bis man das erste Mal Geld bekommt?
Ich würde mich freuen, von Euch zu hören!
Viele liebe Grüße!
