Das Leben der jungen J

19.01.2011 um 15:06 Uhr

Noch mehr Tatendrang...

... und glücklicherweise noch kein Ende.

Vielleicht liegt es an der neu gewonnen Verantwortung, die mich geradezu beflügelt. Jetzt kann es endlich mein Tempo bei der Organisation sein. Jetzt hab ich es selbst in der Hand, was wie umgesetzt wird. Wie geil ist das denn?

Vielleicht liegt es aber auch an dem guten Gefühl bei der gerade losgeschickten Bewerbung. Früher hat sich dann nach ein/zwei Tagen immer schon so ein schlechtes Gefühl eingeschlichen, dass ich doch nicht genommen werde. Diesmal nicht. Diesmal sehe ich mich schon mein Auto dort auf den Parkplatz stellen, ich sehe schon mein Büro vor mir, die Klamotten, die ich tragen werde und den Kaffeepot, den ich benutzen werde. Ich sehe mich schon meinen Schatz anrufen, um ihm mitzuteilen, dass ich nicht ganz so zeitig loskomme, wie geplant und dass er schon mal mit den Essensvorbereitungen anfangen soll. Ich sehe mich mit Kunden jonglieren und den Grafikern in den Hintern treten. Ich höre mich schon fragen, wie wir denn nun die Kuh vom Eis kriegen, weil ich dem Kunden ja ne Deadline zugesagt habe und irgendwas liefern muss. Ich weiß förmlich, wie es sich anfühlen wird dort zu arbeiten.

Natürlich weiß ich, dass ich das jetzt nicht genau wissen kann, schließlich habe ich das Gebäude zwar schon von außen gesehen, aber nicht von innen. Ich kenne auch keinen der da arbeitet und der mir beschreiben kann, wie das Arbeitsklima da so ist. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass dieser Laden zu mir passt. Das ist sooo mein Job und ich will ihn haben.

Tja.. und weil ich mir fast so sicher bin, hab ich mich noch nicht aufraffen können, Plan B Bewerbungen wegzuschicken. Damit meine ich Unternehmen, bei denen ich die Stelle grundsätzlich interessant finde, aber zu denen ich eigentlich nicht wirklich hin will. Entweder liegt das Unternehmen am A.d.W. oder es macht eher einen super langweiligen und konservativen Eindruck - was dann eh nicht zu mir passen würde. Es kommt mir alles wie ein billiger Abklatsch vor. Ich will nur zu dem einen Unternehmen hin und nirgends anders.

Das letzte Mal, als ich so überzeugt war einen Job zu bekommen, war nach meinem Diplom gewesen. Auch da hatte ich eine lange Phase (fast ein halbes Jahr) gehabt, wo es bewerbungstechnisch überhaupt nicht lief. Ich habe dann auch ganz kurz einen Plan-B-Job angenommen, weil ich einfach nicht mehr auf der Suche sein wollte. Den hatte ich nur zwei Wochen, dann hat mich die Zeitarbeitsfirma rausgeschmissen. Ein bisschen konnte ich es auch nachvollziehen, aber ich hätte mir an deren Stelle noch etwas mehr Zeit gegeben. Im Nachhinein war alles klar: das war nicht mein Unternehmen und es war nicht mein Thema. Aber zu der Zeit, war ich tief getroffen. Es war gerade der Tag vor meiner Diplomfeier gewesen, an dem ich die Nachricht bekommen hatte, dass ich am nächsten Tag nicht wiederkommen muss.

Entsprechend geknickt bin ich in die Veranstaltungen gegangen. Und entsprechend demotiviert war ich die folgenden Wochen drauf. Ich hatte keine Bewerbungen draußen und auch keine Idee, wo ich etwas hinschicken sollte. So ging es bis nach meinem Geburtstag, als mich meine Ärztin der ich zufällig von meiner Jobsuche erzählt hatte, anrief und meinte dass sie eine Patientin hätte, die gerade eine Mitarbeiterin sucht.

Was die Frau um Telefon erzählte, interessierte mich tatsächlich. Die Stelle schien mir auf den Leib geschnitten zu sein. Auch die Stellenbeschreibung und das Unternehmen waren genau nach meinem Geschmack. Das Bewerbungsgespräch verlief ordentlich und wenig später hatte ich den Job in der Tasche. Meine Chance ins Berufsleben zu starten.

Aber in der Zeit vor der Zusage hatte ich keine Zweifel. Natürlich hatte ich Angst mich zu irren. Aber keine grundlegenden Zweifel. Die Bewerbung ging mir leicht von der Hand. Und auch da phantasierte ich schon über den Job als solches. Ich schrieb auch nur eine Plan B Bewerbung an einen Finanzberater, der mich nicht nahmen. Wohl, weil ich so viele kritische Fragen gestellt habe.

Ich fand das damals sehr risikoreich. Vor allem weil ich wieder in ein Loch fallen würde, wenn es doch nicht klappen würde. Aber ich konnte nicht. Und es hatte funktioniert.

Und jetzt kann ich auch nicht. Aber ich muss noch ein paar Bewerbungen wegschicken. Auch damit ich mal wieder Bewerbungsgespräche üben kann. Das letzte liegt schon min. 3 Jahre zurück. Anderseits finde ich es auch mies, wenn ich mich bewerbe und eigentlich nicht hin will.

Was für ein Dilemma.

18.01.2011 um 15:48 Uhr

Feuerkind in Action

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer

Stimmung: gut. richtig gut.

Wow... ich komme nicht mit dem Blog schreiben hinterher. In der letzten Woche ist unglaublich viel passiert.

Ok... wo fange ich an? Am vorletzten Wochenende? Naja. Glücklicherweise lässt sich das einfach zusammenfassen: Ich war krank. Diesmal so richtig. Mit erhöhter Temperatur, Halsschmerzen, die mich fast umgebracht hätten und wo überhaupt nichts gegen geholfen hat (ich bin ja fest davon überzeugt, dass es eine Mandelentzündung war), Husten, Gliederschmerzen... das gesamte Programm. Der Pferdeflüsterer war toll. Er hat sich wirklich rührend um mich gekümmert. Aber auch Montag war ich noch nicht wieder fit uns so blieb ich schon wieder zu Hause. Nein... keine Sorge, mittlerweile bin ich wieder top-fit.

Was war noch? Achja. Weil das doch mit den Bewerbungen letztes Jahr so überhaupt nicht funktioniert hat (nur Absagen, ohne Einladung), habe ich mir dieses Mal Hilfe geholt. Ich war also am Dienstag bei der Karriereberatung. Die Quintessenz war: Lebenslauf gut (kleine Änderungen), Bild zwar schön, aber nicht mal mehr im Ansatz aktuell (schließlich war ich damals blond und bin nun schon min 2 Jahre brünett), Anschreiben eine Katastrophe und die Idee mit der extra Bewerbungs-Homepage super, aber warum per CD und nicht im Netz?

Ich war also am Mittwoch Abend beim Fotografen und hab ein neues Bild machen lassen. Sehr zum Leitwesen des Pferdeflüsterers, der spontan vorbei kam und ich erst um viertel nach zehn zu Hause war. Aber man quatscht halt mal von Experte zu Experte. Schließlich gibt es unglaublich viele Berührungspunkte zwischen Fotografen und Marketingmenschen. Das Bild finde ich zwar nicht so toll wie das alte, aber es ist trotzdem ziemlich gut.

Dann habe ich in Windeseile eine Domain gekauft, mir einen Hoster gesucht, die bestehende Webseite angepasst, das Design überarbeitet, Änderungen aus der Bewerbung übernommen, die Struktur angepasst, das neue Bild eingebaut und die Seite hochgeladen. Aber da fällt ja sooo viel Tüdelkram an. Das zieht sich immer so, bis ich damit wirklich zufrieden bin und ich entdecke immer wieder noch ne Kleinigkeit und noch eine. Aber ich glaube es ist mittlerweile richtig gut. Und zwar so, dass ich weite Teile für weitere Bewerbungen wieder verwenden kann.

Als nächstes habe ich mich um mein Anschreiben gekümmert und es rapide gekürzt. Erklären, meinten die Berater, muss man im Anschreiben nicht alles. Das kann man ja dann im Gespräch machen. Also habe ich gestrichen und neu formuliert und nebenbei noch meine Aufgaben bei dem Unternehmen wo ich angestellt bin auch noch erledigt. Dieses Anschreiben ist auch deutlich besser in der Beurteilung weggekommen und es gab nur ein paar kleine Rechtschreibkorrekturen von den Beratern.

Ich habe mich dann sogar getraut bei der betreffenden Firma anzurufen und zu fragen, in welcher Bewerbungsphase die offene Stelle ist. Darüber hinaus habe ich zwar nichts herausgefunden, aber ich wurde wenigstens freundlich gebeten, doch eine Bewerbung zuzuschicken. Nebenbei ist es eine Stelle, die ich wirklich gern hätte und für die sich meiner Meinung nach der Aufwand lohnt. Hoffentlich klappt es auch.

Jetzt gucke ich gerade nach Stellen, wo ich meine Bewerbung recyceln kann. Aber so richtig fündig bin ich noch nicht geworden. Wird schon noch, hoffe ich.

Achja... abgenommen habe ich in der Zeit auch ein wenig. Fast zwei kg in zwei Wochen. Das finde ich schon ziemlich gut. War aber auch klar, nachdem Weihnachten und Sylvester endlich vorbei ist.

Dann habe ich mich ja letztens so darüber aufgeregt, dass ich gern mehr Verantwortung bzw. Entscheidungskompetenz im Unternehmen hätte. Tja.. und gestern passierte es ganz von allein. Ohne Gespräch, ohne alles. Einfach so. Der Chef hat wohl gemerkt, dass bestimmte Sachen nicht laufen, wenn er sich immer überall dazwischen hängt und hat mir die Messeorganisation fast vollständig überlassen. Das fand ich richtig gut. Und dann bin ich auch noch mit einer Kalkulation einer Werbemaßnahme beauftragt worden. Ich freu mich richtig. Es ist zwar noch nicht der Umfang den ich gern hätte, aber es ist ein Anfang. Die müssen sich auch erstmal an die neue Situation rantasten.

Außerdem habe ich mich nun endlich mit dem Arbeitsamt auseinander gesetzt. Die wollten eine Stellungnahme haben, weil die (anders als die Krankenkasse) eben nicht glauben, dass ich mehr als die Hälfte der Zeit mit meiner Selbstständigkeit verbracht habe. Also habe ich denen 7 Seiten Stellungnahme geschickt, plus Geschäftsunterlagen etc. und hoffe nun darauf, dass ich den Gründungszuschuss nicht wieder zurückzahlen muss. Wenn das alles nicht reicht, geh ich zum Anwalt. Das wäre ja noch schöner. Saftladen.

04.01.2011 um 11:58 Uhr

Was ist eigentlich mit mir los?

Stimmung: leicht panisch

Nachdem ich nach Weihnachten den totalen Energieschub hatte und ultra motiviert war, ist heute schon wieder alles im Eimer. Ich sitze im Büro und schaffe nichts. Alle guten Ideen und Vorsätze haben sich scheinbar mit betreten des Büros in Luft aufgelöst. Ich wollte mit den Chefs reden, um sie davon zu überzeugen, was ich alles für sie tun könnte. Ich wollte neue Desings entwickeln. Ich wollte die Messeorganisatorin anschreiben und sie fragen, wie die Deadlines sind. Ich wollte die Software testen. Ich wollte Bewerber-auto-antworten entwickeln.

Aber ich sitze hier und kann nichts. Alles fällt mir so wahnsinnig schwer.

Ich habe Angst davor, dass ich dem nicht gewachsen bin. Ich habe Angst davor, dass ich wieder einmal von Absagen heimgesucht werde, die mich abstrafen, bevor sie mich kennen gelernt haben. Ich habe Angst davor, mich geirrt zu haben, dass dieses Jahr doch nicht der tolle Job winkt und dass ich ab April auf der Straße sitze mit dem kleinsten ALG was die Welt je gesehen hat.

Das ist ja überhaupt das schärfste. Der Stress mit dem Arbeitsamt. Wenn ich gewusst hätte, was 5 Stunden im Monat für einen Unterschied machen können, hätte ich mich selbstverständlich offiziell für 14 Stunden und nicht für 19 in der Woche entschieden. Aber leider ist das alles soooo wahnsinnig intransparent. Ich hätte nicht mal gewusst, wen ich fragen soll. Da weiß doch die rechte Hand nicht, was die linke tut. Jetzt habe ich den totalen Stress, weil die das einfach nicht als nicht versicherungspflichtig einstufen wollen, mir nicht den Freiwilligen Versicherungssatz als ALG auszahlen wollen (falls es soweit kommt) - der Unterschied sind mal eben über 1000€ monatlich - und mich auch noch dazu bringen wollen, dass ich den Gründungszuschuss ganz oder teilweise zurückzahlen soll. Ich glaube ich spinne. Wenn es soweit kommt, geh ich zum Anwalt. Ich war Selbstständig. Ich habe mehr als die Hälfte meiner Zeit mit meiner Selbstständigkeit verbracht. Ich habe mich engagiert. Allerdings fruchtlos. Ich habe es alles brav kommuniziert. Sie hätten es ja gar nicht weiter bewilligen müssen. Haben sie aber. Und jetzt plötzlich ist alles fraglich? Ich bin soooo sauer..! Vor allem weil die Krankenkasse da lange nicht so kompliziert war. Da habe ich die ganze Zeit brav den freiwilligen Satz gezahlt und mich damit selbst fast in den Ruin gewirtschaftet. Ich konnte zum Schluss einfach auch nicht mehr. Ich war es leid immer wieder gegen Wände zu laufen. Immer wieder gesagt zu bekommen, dass man erstmal abwarten will, was der andere macht. Man ist doch verdammt, wenn man ein Pionier in Deutschland ist. *kotz*

Ich will mich nicht irren. Ich will wirklich einen neuen Job haben. Ich will mich auch bewerben. Aber ich will keine Absagen bekommen. Ich will immer zu Gesprächen eingeladen werden. Aber ich hab wirklich Panik davor, dass mich niemand will. Ich brauche einen neuen Job. Ab April steht die Finanzierung in den Sternen und das mickrige ALG was dann kommen würde hilft da überhaupt nicht.

Ich will mich auch nicht dem Gespräch mit den Chefs stellen. Ich will nicht schon wieder für etwas kämpfen müssen. Ich will sie nicht von etwas überzeugen, wo sie sich ständig vor den Entscheidungen drücken. Ich habe keine Lust sie auf den Pott zu setzen. Das wird kein einfaches Gespräch. Aber ich will auch kein Gestaltungs-HiWi mehr sein. Ich will wirklich endlich mal eigenständig arbeiten. Ich will, dass sie zumindest in einem kleinen Teil Entscheidungskompetenzen abgeben. Ich will, dass sie sich zumindest auf ein Marketing Budget festlegen, mit dem man arbeiten kann. Das ich verplanen kann. Ich will Leute anrufen dürfen ohne im Hinterkopf zu haben, dass die Entwickler jetzt schon überlastet sind und keine Zeit haben. Ich will auch nicht jedes Mal fragen, ob das jetzt ok ist. Mir geht HiWi sein so was von auf den Keks. Ich will endlich mal wieder Dinge tun, in denen ich wirklich stark bin. Und ich hätte gern, dass diese Studentin oder Mitarbeiterin oder was sie auch immer ist mit mir zusammenarbeitet. Sie macht Texte und ich Konzepte. Wir könnten so toll sein... Gemeinsam. Als Team. Und je länger ich mich vor dem Gespräch drücke, desto länger bleibe ich HiWi und je unwahrscheinlicher ist es, dass ich mir eine ganze Stelle erarbeite. Und wenn es nur der Notanker ist.

Irgendwie erinnert mich diese Phase des sich-nicht-stellen-wollens an meine Zeit während der Diplomarbeitszeit. Da bin ich auch dem Kampf aus dem Weg gegangen. Habe mich den Seiten nicht gestellt. Und der Berg wurde immer größer und immer unübersehbarer. Aber damals habe ich es geschafft. Immer einen Schritt nach dem anderen.

Ich bin damals jeden Tag in die Bibliothek gegangen. Auch wenn ich es mit dem Aufstehen nicht geschafft habe, bin ich gegangen. Dann war es eben 16h als ich aufgetaucht bin. Was blöd war, denn immer wenn ich gerade drin war, machte die Bibliothek zu. Die Teilbibliothek, wo man gut parken konnte, wo ich ungestört war, wo ich mein eigenes Schließfach hatte und wo die Fachliteratur griffbereit war, schloss immer um 18h. Früher hatte ich gedacht es lohnt nicht mehr, wenn es schon 16h ist. Aber es hat sich doch gelohnt. Vielleicht nicht inhaltlich. Aber ich hatte das Gefühl etwas getan zu haben. Ich hatte das Gefühl ein kleines bisschen meines Berges abgearbeitet zu haben.

Irgendwann war es das auch. Irgendwann war die Diplomarbeit fertig. Und DAS war das beste Gefühl überhaupt. Ich hatte etwas Großes geleistet. Sie war fertig und wurde von den Profs auch noch entsprechend gewürdigt. Ich wusste dann, dass ich nicht für wissenschaftliches arbeiten geeignet bin. Nicht weil ich es nicht gut machen würde, sondern weil es mich emotional einfach zu viel kostet.

Jetzt ist es auch wieder an der Zeit einen Schritt nach dem anderen zu machen. Sich nicht gleich vorzunehmen, die Welt von heute auf morgen zu verändern, sondern sich Schritt für Schritt ranzutasten. Deswegen sind meine Vorsätze für das Jahr auch eher Zielsetzungen. Es sind Dinge, die ich dieses Jahr erreichen will. Es ist nichts was ich von heute auf morgen abstellen will. Ich kann nicht plötzlich IMMER um 7h aufstehen. Ich kann auch nicht plötzlich schlank sein oder NIE WIEDER etwas süßes essen. Oder JEDEN TAG Sport treiben. Das sind blöde Vorsätze, die zum Scheitern verurteilt sind. Aber ich kann an mir arbeiten und jeden Tag versuchen meinem Ziel ein wenig näher zu kommen.

Und das heißt auch, in den sauren Apfel zu beißen und ein Gespräch mit den Chefs suchen oder Bewerbungen schreiben.

Ich will nur nicht schon wieder versagen.

03.01.2011 um 11:31 Uhr

Neues Jahr, neues Glück? Hoffentlich!

Stimmung: zuversichtlich

So... hier kommt nun mein erster Beitrag für das neue Jahr. Und bevor ich mit Rückblicken und Aussichten anfange, wünsche ich allen ein frohes neues und glückliches Jahr 2011.

Es war schön, Weihnachten und Silvester mit dem Pferdeflüsterer zu verbringen. Allerdings war außer der Zweisamkeit auch nicht viel los. Heiligabend hatten wir ein tolles romantisches Essen, aber am ersten Weihnachtstag lag diesmal ich krank im Bett. Ich muss mich wohl bei der Grippe des Pferdeflüsterers angesteckt haben. Wir aßen zwar den sündhaft teuren Zander, aber es war lange nicht so romantisch und festlich, wie am Tag zuvor die gefüllten Paprika. Anscheinend ist nicht das „was", sondern das „wie" entscheidend.

Am zweiten Feiertag ging es zu meiner Familie und das war ok. Meine Mutter ignorierte den Fakt, dass wir unseren letzten Streit immer noch nicht aus dem Weg geräumt hatten und tat so, als wäre nichts gewesen. Wir haben erst im neuen Jahr eine Art Waffenstillstand geschlossen. Anders kann man das ja nicht nennen. Ich weiß nicht mal, auf was wir uns geeinigt haben, aber bei einem sind wir uns einig, diesen Stress wollen wir beide nicht.

Silvester war auch sehr ruhig und vor allem zu zweit. Wir waren beim Pferdelüsterer zu hause, schließlich musste er arbeiten. Da lohnen sich längere Ausflüge nicht wirklich.

Die letzten Tage hatte ich viel Zeit nachzudenken, darüber wie das letzte Jahr so gelaufen ist und was das nächste Jahr bringen sollte.

Den einen Tag war ich wirklich überrascht. Ich lag beim Pferdeflüsterer im Bett - er schlief schon - und ich merkte wie mich Tatendrang und positive Energie durchströmte. Ich hatte das Gefühl mein inneres Feuer wäre wieder erwacht. Es loderte noch nicht, aber es war eine belastbare Glut. Ich war völlig bei mir. Ich war total zufrieden und ich wusste, dass ich im neuen Jahr die Kraft haben würde, meine Probleme anzugehen. Ich glaubte oder hoffte es nicht nur, ich wusste es. Es war wie eine Vorahnung. Wie eine Vision.

Am meisten überraschte es mich, dieses Gefühl beim Pferdeflüsterer zu Hause zu haben. Ich hatte in seiner Wohnung noch nie das Gefühl, dass mich dort Energie durchströmt hätte. Eher im Gegenteil. Aber dieses Mal bahnte sich die Energie ihren Weg zu mir. Ich wusste plötzlich Dinge mit einer Gewissheit, die mich selbst überraschte. Ich wusste, ich würde dieses Jahr einen Job finden und wusste plötzlich, dass es nicht in einem großen Unternehmen wäre, sondern in einem kleinen. Ich würde wieder eine neue Mission finden. Ich würde wieder für meinen Job brennen und er wird sich genau rechtzeitig auftun. Ich hatte plötzlich auch Ideen, wie ich meinen jetzigen Job besser machen könnte und ich wusste was ich dafür brauchte. Ich wusste, ich kann dieses Jahr abnehmen. Ich wusste, dass ich dieses Jahr das Durchhaltevermögen haben würde. Dieses Jahr würde alles gut werden. Das war mir plötzlich klar.

Dieses Gefühl kam auch die nächsten Tage immer wieder auf. Und ich freute mich darüber. Endlich war es wieder da: mein inneres Feuer. Dieses Wissen, alles erreichen zu können, was ich will. Ich hoffte nur jeden Moment, dass es nicht aufhören würde. Es war ja letztes Jahr auch immer wieder aufgeglommen, war dann aber sehr schnell durch die Rückschläge erloschen.

Heute morgen war es auch in der Tat irgendwie weg. Der Gedanke, sich wieder zur Arbeit zu schleppen und der Realität zu stellen und gegen die Mühlen dort anzukämpfen oder unmögliche Bewerbungen zu schreiben, zog mich leicht in das Loch zurück in dem ich zeit Monaten untätig rumsitze. Aber einmal dieses mächtige Gefühl gehabt zu haben und dieses Wissen gespürt zu haben, ließ mich diesen Moment ertragen und er ging bald vorbei.

Ich kann es dieses Jahr schaffen. Dieses Jahr steht unter einem guten Stern. Das sagt auch mein Chinesisches Horoskop:

„Sie sollten in diesem Monat vor Elan und Tatendrang nur so sprühen! An diesem Energieschub kann auch der/die vorsichtige Hase/Katze als neuer Jahresregent nicht wirklich etwas ändern. Machen Sie daher Nägel mit Köpfen und nehmen Sie Ihre beruflichen Vorhaben unverzüglich in Angriff! Achten Sie dabei allerdings auch darauf, dass deren Verwirklichung nicht mit den Interessen Ihrer Kollegen kollidiert - sonst könnten Konflikte vorprogrammiert sein! Hören Sie daher besonders genau hin, wenn es Bedenken vonseiten der Kollegenschaft gibt: Beziehen Sie diese in Ihre Planung ein, damit sich niemand auf den Schlips getreten fühlt! Bemühen Sie sich aber auch, trotz Ihrer beruflichen Ambitionen Ihr Privatleben nicht zu vernachlässigen! Schenken Sie Ihrem Liebling genügend Aufmerksamkeit und zeigen Sie ihm, wie wichtig er für Sie ist! Nur so können Sie sicher sein, dass das Liebesleben harmonisch verläuft und Ihnen jene Kraft und Unterstützung gibt, die Sie im Job brauchen werden!"

(für alle die es interessiert hier gibt es auch die anderen Tiere)

Das Orakel sagt mir auch Reichtum fürs nächste Jahr vorraus. 

Rückblick:
Mich interessiert im Neuen Jahr immer, was aus den Vorsätzen vom letzten Jahr geworden ist. Also letztes Jahr wollte ich:

1. 4kg abnehmen. Naja... dazu hatte ich das ganze letzte Jahr keine wirkliche Kraft. Ich hab zwar manchen Anlauf gemacht, aber durchgehalten habe ich keinen. Es ist sogar noch schlimmer geworden. Mittlerweile sind es eher 14kg die runter müssen. Dazu habe ich beim Alten Mann in einem Horoskopbuch auch etwas interessantes gelesen. Da stand sinngemäß: „Wenn dem Schützen Sinn und Wachstum im Leben fehlt, wächst sein Körper, indem er zu viel isst." Holla! Na wenn das nicht die super Erklärung ist. Dieser Zusammenhang besteht tatsächlich. Nein... es waren nicht die Männer! Es war die sonstige Stagnation in meinem Leben, die zufällig immer mit einem Mann begleitet wurde. Und letztes Jahr war die Mutter der Stagnation am Werk. Bisher lief es auch mit dem Abnehmen unglaublich gut, wenn ich total ausgefüllt im Job war. Aber vielleicht ist das auch die Motivation, die ich bei der Jobsuche immer gebraucht habe.

2. Mehr verdienen, als das Jahr zuvor. Nun... das hat auch nicht geklappt. Ich war zwischendrin sooo knapp mit Kasse, dass ich teilweise nicht wusste, wie ich die Miete bezahlen sollte. Es war schrecklich.

3. mit dem Klettern und Line Dancing anfangen. Klettern ist mal wieder auf der Strecke geblieben. Das Tanzen hab ich auch wirklich gemacht. Es machte auch unglaublich viel Spaß, aber die Leute sind nicht so ganz mein Schlag, also habe ich es wieder aufgehört. Es ist auch nicht schade drum gewesen. An dem Tag mach ich jetzt einen Standardtanzkurs mit dem Pferdeflüsterer. Das ist auch sehr toll.

4. Silvester mit einem festen Freund feiern. Hey... das hatte ich dieses Jahr wirklich. Ich glaube, dieser Vorsatz hatte sich auch sehr fest bei mir eingebrannt und ich wusste mit der gleichen Sicherheit, mit der ich jetzt weiß, dass ich einen neuen Job finde, dass er kommen wird. Und er ist genauso gekommen, wie ich ihn mir gewünscht habe. Ich glaube der Pferdeflüsterer ist das beste, was mir letztes Jahr passiert ist und es ist toll ihn zum Freund zu haben.

5. Meiner Mutter weniger Macht über mich geben. Nunja.. habe ich gemacht und es hat nur zu Streit geführt. Wie ich damit weiter umgehen soll, weiß ich schlichtweg nicht.

6. Freundschaften pflegen. Jo... hab ich auch gemacht. Soweit es eben ging. Wenn man in einer Beziehung steckt, wird dieser Teil irgendwie schwieriger.

 

Blick nach vorn:
Ansich war das letzte Jahr gar nicht so schlecht. Besonders privat lief es gut. Beruflich... Naja... Aber wie soll denn 2011 werden?

1. Brauch ich dringend einen neuen Job und das bis Ende März. Ich will wieder für etwas brennen. Mich dafür total engagieren. Am liebsten will ich etwas aufbauen. Etwas zum laufen bringen. Etwa neues gemeinsam schaffen. Ich will mehr planen und organisieren und weniger designen. Ich will dass meine Stärken voll zur Geltung kommen. Aber diesmal will ich finanziell abgesichert sein. Ich will mir dieses Jahr keine Sorgen um Miete oder um andere finanzielle Dinge machen müssen. Ich will, dass der nächste Job wirklich mal angemessen bezahlt wird. Es reicht mit dem schlecht bezahlten Idealismus. Aber ich weiß, dass es dieses Mal klappt. Er wird da sein, der Job. Außerdem hätte ich gern Zeit und Geld eine Fortbildung zu machen.

2. 14kg abnehmen. Die sind stumpf zu viel. Ich bin hochmotiviert, dies auch zu schaffen. Ich bin es leid, pausbäckig durchs Leben zu laufen. Ich bin es leid keine Lust zum shoppen zu haben, weil ich mich unsexy fühle. Ich bin es leid, dass mein Gewicht auf meine Libido schlägt und ich will es aus gesundheitlichen Gründen. Schließlich werde ich auch nicht jünger und in meiner Familie gibt es viel Diabetis.

3. Klettern anzufangen und wieder Golfspielen.

4. Ich muss unbedingt nach Schottland. Jedes Mal wenn es auf dieses Thema kommt, kriege ich das totale Fernweh. Es zieht mich förmlich dahin. Das war letztes Jahr auch schon so, aber diesmal muss auch das Geld dafür da sein.

5. wieder aktiver meinen Blog zu schreiben. Allerdings ist dieses Jahr auch nicht viel erzählenswertes passiert. Und ich fand es langweilig ständig darüber zu schreiben, wie glücklich ich bin und was der weltbeste Freund von allen alles so für mich tut und warum er diesen Titel verdient hat. Aber auch alltägliche Dinge können ja auch interessant sein. Ich versuche mich zu bessern.

6. Ganz wichtig, weil sonst andere größere Probleme drohen: pünktlicher zur Arbeit kommen.

Ich glaube das reicht auch. Das muss ich erstmal schaffen. Aber die Priorität liegt ganz klar bei der Jobsuche und beim Abnehmen. Ich hoffe mein Bauchgefühl betrügt mich diesmal nicht.