Das Leben der jungen J

30.03.2011 um 17:39 Uhr

Der Gelb-Abfall

Stimmung: kichernd

Ich bin zwar schon den ganzen Tag beruflich am schreiben, aber ne kleine Anekdote muss ich doch noch irgendwie loswerden.

Also, wir wissen ja alle, dass niemand perfekt ist und so hat auch der Pferdeflüsterer die ein oder andere Macke. Und die eine, die mich manchmal in den Wahnsinn treibt und mich manchmal total zum Lachen bringt, ist die Sache mit dem Gelb-Abfall.

Der Pferdeflüsterer hat die Tendenz Verpackungen einfach dort liegen zu lassen, wo er sie benutzt hat. Es kommt eigentlich regelmäßig vor, dass ich Tonnen von Bonbon-Papier, Schokoriegel-Folie und Gummibärchen-Tüten vom Wohnzimmertisch, Küchentisch oder dem Sofa einsammle.

Gut... es ist schon deutlich besser geworden. Manchmal schaffen es die verräterischen Reste auch tatsächlich in den gelben Sack. Es ist auch nur einmal vorgekommen, dass ich mehr als eine aufgebrauchte Klorolle auf dem Gästeklo gefunden. Vor allem, nachdem ich ihn gefragt habe, ob er die sammelt, weil er etwas damit basteln will.

Letztens stand ich gerade an der Kaffeemaschine und sah neben ihr eine leere Wurstpackung liegen. Also fragte ich den Pferdeflüsterer, ob sie da liegen müsste, weil sie einen bestimmten Zweck erfüllt. Keine Ahnung, Dämmung wegen dem danebenstehenden Kühlschrank oder so. Nein... er hat nur, während er auf den Kaffee gewartet, hat Hunger bekommen und die Wurst aus der Packung aufgegessen. Und dass er sie dann vergessen hat, nachdem der Kaffee fertig war, ist klar, oder?

Total süß daran ist immer, dass er sich immer so wahnsinnig ertappt fühlt, beschämt auf den Boden guckt oder mich zuckersüß angrinst und seine Verteidigung vorbringt. Er sieht dann immer aus, wie ein schuldbewusster kleiner Junge. Super süß und total niedlich. Im Grunde kann man ihm dann nicht böse sein. Ich frag ihn dann immer mit einem Augenzwinkern, warum es genau dieser Abfall nicht in gelben Sack geschafft hat. 

Aber gestern hat er den Vogel abgeschossen. Ich komme ins Bad, putze mir abends meine Zähne und sehe das:

 

Die Nic*nac-Packung

 

Eine leere Nic*Nac-Packung auf der Ablage über der Toilette!

 

Ich konnte nicht anders... ich musste einfach loslachen. Es spielten sich im Kopf sofort diverse Szenen ab, wie man im Bad zu einer leeren Nic*Nac-Packung kommt. Das schloss alles ein, von Stärkung bei der Körperpflege, bis zur emotionalen Unterstützung bei der Sitzung.

Aber nein... seine Erklärung war, dass er duschen wollte und den Weg vom Wohnzimmersofa zur Dusche überbrücken und nicht warten wollte, bis er mit dem Duschen fertig ist, um die Nic*Nacs zu essen. Also... er braucht Wegzehrung???? Vom Sofa zur Dusche??? In seiner uuuuunglaublich geräumigen 70qm Maisonettwohnung??? Und nein... in meiner 40qm Wohnung müsse man ja nicht derartige Wegstrecken überbrücken. Meine Wege wären ja nicht so lang... Klar... oder?

Dass er das Beweismittel dann einfach vergessen hat, versteht sich natürlich von selbst. *grinst*

Aber wenn ich ehrlich bin, liebe ich ihn genau wegen sowas.

28.03.2011 um 16:59 Uhr

Zweifel weggeschoben

Stimmung: zuversichtilich

Nach meinem letzten Beitrag war ich schon wieder etwas nachdenklich. Kann ich wirklich nicht hinter dem Pferdeflüsterer stehen? Doch besonders nach dem Gespräch mit dem Alten Mann, habe ich mich entschlossen die Beziehung zum Pferdeflüsterer nicht in Frage zu stellen.

Ja, mich stört, dass er oftmals nicht mitbekommt, wie es dem Gegenüber geht, ob er/sie ihm zuhört und wirklich auf den Gegenüber einzugehen. Ich finde es unmöglich, dass er in Gesellschaft anderer das Gespräch immer auf sich lenken kann und manchmal zwar zuhört, aber lauernd und nur darauf wartend, wieder etwas von sich zu erzählen. Und ja ich finde es schade, dass er überhaupt nicht in der Lage ist Kritik so zu äußern, dass sie beim Gegenüber ankommt und nicht in der Lage ist mit Kritik umzugehen. Oder dass er so laut redet, dass man denkt, zwei Häuser weiter bekommen sie auch noch alles von der Unterhaltung mit.

Wenn wir mit anderen zusammen sind, stellt sich eher unsensibel und rüpelhaft da und drängt sich oft in den Vordergrund. Er strahlt dann nicht so aus sich heraus, wie ich es von ihm kenne.

Ich kenne nämlich ganz andere Seite von ihm. Meine Kritik kann er annehmen und sogar etwas verändern. Mir hört er zu. Bei mir kriegt er mit, wann es mir schlecht geht und was er dann machen muss und ob gerade der Zeitpunkt ist nichts zu sagen und abzuwarten oder irgendwelche Späße zu machen oder mich einfach nur in den Arm zu nehmen. Und auch wenn ich ihn manchmal daran erinnern muss, dass wir jetzt über mein Thema reden, merke ich doch, wie sehr er sich bemüht sich darauf zu konzentrieren und wirklich konstruktiv zu diskutieren. Wenn ich mit ihm zusammen bin, ist er feinfühlig, sensibel und sogar emphatisch. Wenn wir zusammen sind kann er auch sehr leise und nachdenklich sein oder die Stille genießen.

Ich wünschte, er würde diese Seite auch anderen gegenüber zeigen und wenn wir in Gesellschaft sind, nicht negativ auffallen. Gut... ich kann auch in Gesellschaft negativ auffallen und ich musste viel an mir arbeiten. Vielleicht stört es mich auch deswegen so sehr, weil ich da mein Gefühl auf ihn projiziere oder vielleicht bin ich da übersensibel und andere nehmen es gar nicht so intensiv wahr. Oder ich habe solche Angst, dass er es wieder macht, dass er gar nicht anders kann, als meine Ahnung zu bestätigen.

Ich möchte eben nur nicht, dass wir nicht mehr bei Leuten eingeladen werden. Bei „Freunden" die ich mir mühsam aufgebaut habe. Aber erstens können die anderen, wenn sie ein Problem mit ihm haben, es ihm auch selbst mitteilen. Die sind alle in der Lage Kritik so anzubringen, dass sie auch bei dem Pferdeflüsterer ankommt. (Außer meine Mutter, die es a) nicht kann und b) von der er Kritik auch nicht annehmen könnte. Ich habe ohnehin Angst, dass es bei den beiden mal knallt. Und weil dann beides Dickköpfe sind, würden sie auch nie wieder zusammenfinden.) Zweitens sind es dann keine echten Freunde, wenn sie einen schneiden, weil man den Partner nicht mag. Und so schlimm, dass er offiziell ausgeladen wird, ist er ja offensichtlich nicht. Das war mein frührer Freund. Den konnte ich wirklich nirgends mitbringen.

Ich würde mir auch wünschen, dass der Pferdeflüsterer versuchen würde mit einigen von den Männern mal so was wie ne Männerfreundschaft aufzubauen. Ich finde sowieso, dass er mehr Freunde braucht. Aber offensichtlich ist das meine Meinung. Er findet das scheinbar nicht. Aber es würde so einiges einfacher machen. Ich könnte dann mal ohne schlechtes Gewissen einen Frauennachmittag machen, wenn er sich mit den Jungs trifft. Aber vielleicht ergibt sich das automatisch, wenn wir öfter mal was mit den Paaren allein unternehmen. Vorletztes WE haben wir was mit Susi und Strolch2 unternommen und nächstes sind Nitida und Freund dran.

Der Alte Mann meinte zu der gesamten Problematik, dass ich einfach nicht müde werden darf, ihm nach Situationen mit anderen Feedback zu geben und ihm zu sagen, was mich stört, aber auch, dass es eigentlich kein Grund ist, die Beziehung als solches in Frage zu stellen. Niemand ist perfekt und es ist nicht alles mein Problem. Wenn andere ein Problem mit meinem Partner haben, ist das deren Problem und das vom Pferdeflüsterer und nicht meins. Ich finde ihn toll und mich macht er glücklich.

Wir haben eine wundervolle offene Beziehung, in der jeder sagen kann was ihn/sie stört und es auch tut. Der Pferdeflüsterer denkt herrlich mit und überrascht mich immer wieder damit. Er hat eine romantische Ader. Er ist sexuellen Experimenten irgendwie noch etwas mehr aufgeschlossen, als ich es bin. Wir mögen die gleiche Art von Filmen und müssen uns nie über das Fernsehprogramm streiten. Wir können kabbeln und wieder ernst sein. Er teilt meine Leidenschaft für Spiele und geht auch gern feiern. Allerdings haben wir unterschiedliche Lieblingsmusikrichtungen. Aber das ist mir auch nicht wichtig. Wir sind beide gern unterwegs und ähnlich mobil. Wir mögen gern Sauna und Schwimmen und selbst beim Essen haben wir einen ähnlichen Geschmack. Ich übernehme das kochen, weil ich es gern tue und er macht dafür den Ölwechseln bei meinem Auto und repariert das Quietschen. Wir streiten eigentlich nie und wenn ist es kurz. Er kann mit meinen Launen super umgehen und ich taste mich an seine ran. Ich kann mich an ihn anlehnen und es ist immer noch toll neben ihm aufzuwachen. Niemand ist eifersüchtig, weil wir keinen Besitzanspruch haben und wir lassen dem anderen den Freiraum, der gebraucht wird. Es ist toll mit dem Pferdeflüsterer zusammen zu sein und ich lasse es mir von anderen nicht mies machen. Klar ist niemand perfekt, aber er passt schon sehr gut zu mir und ich will mich nicht von ihm trennen.

Der Alte Mann riet mir, immer wieder zu überprüfen, ob meine Bedürfnisse befriedigt werden. Und ich glaube, das ist eine gute Idee. Im Moment ist für mich alles Ok und wenn nicht spreche ich es an.

Vielleicht muss ich auch einfach mit einer anderen Einstellung ran gehen, wenn wir uns mit anderen treffen: Wenn ich nicht erwarte, dass er Fehler macht und sich bei anderen unmöglich benimmt, tut er es vielleicht auch nicht.

Außerdem meinte der Alte Mann noch, dass ich das Gewichtsproblem nur für mich allein lösen kann, da der Pferdeflüsterer mir dabei offensichtlich nicht hilft. Und ja auch damit hat er recht. Der Pferdeflüsterer hilft nicht, aber im Grunde verhindert er es auch nicht. Er kauft die Versuchung bloß ein. Aber es ist meine Entscheidung mich am Essen von Schoki und Co. zu beteiligen. Ich muss eben für mich einfach lernen in diesen Situationen „nein" zum Pferdeflüsterer und zur Versuchung zu sagen. Aber im Grunde macht mich der Erfolg dann umso stärker, weil ich es geschafft habe, obwohl der Pferdeflüsterer die Menschgewordene Versuchung ist.

25.03.2011 um 13:26 Uhr

Wünsche und Erkenntnisse

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Nitida

Stimmung: erleuchtet

Ich habe vor einiger Zeit das Buch „Bestellungen beim Universum" gelesen. Manchmal glaube ich, dass es mein Leben verändert hat. Ich habe angefangen, mir Lösungen für Problemen zu bestellen. Und es funktioniert. Ich habe mir eine bessere Jobsituation bestellt und einen Partner fürs Leben. Und beides habe ich bekommen. Danke liebes Universum.

Vielleicht auch, weil ich an das positive Ergebnis glaube. Ich bestelle mir einen Parkplatz und glaube fest daran, dass das Universum mir einen Parkplatz bereitstellt. Und dann finde ich einen. Vielleicht nicht immer in meiner Lieblingsstraße und vielleicht nicht immer sofort, aber in den meisten Fällen habe ich dann einen Parkplatz.

Aber einen schlanken Körper habe ich noch nicht bekommen. Warum bloß? Reicht es nicht, sich Kleidergröße 38 zu bestellen? Reicht es nicht, zu sagen, dass ich gern ein bestimmtes Gewicht hätte? Irgendwas scheint da noch nicht so ganz zu stimmen.

Ich habe festgestellt, dass man konkret eine Lösung bestellen muss, sonst funktioniert es nicht. Und man muss wirklich ein Bedürfnis nach der Lösung haben. Sie aus tiefsten Herzen wollen.

Aber ich brauche nicht zwingend einen schlanken Körper. Es geht mir doch auch dick gut. Ich habe eine wunderschöne weibliche Figur. Ich habe etwas zu anziehen und ich genieße leckeres Essen zusammen mit Freund. Ich koche gern und ich gehe gern essen. Und das mache ich nicht nur, weil es mir schmeckt, sondern weil ich damit eine bestimmte Lebensqualität verbinde.

Es gibt immer noch Männer, die mit mir flirten und die auch gern mit mir schlafen würden. Selbst mein Freund sagt, er mag meine Rundungen, wenn sie nur nicht noch mehr werden. Nein... mehr sollen sie auf keinen Fall werden.

Also muss man die Frage anders stellen. Warum will ich denn unbedingt schlank sein?

Es ist glücklicherweise noch nicht so lange her, dass ich das letzte Mal 64kg gewogen habe. Es sind bloß 2-3 Jahre. Das heißt ich kann mich noch gut daran erinnern. Ich wollte schlank sein, weil man schlanke Frauen für erfolgreicher hält. Es hat etwas mit Disziplin zu tun und man nimmt schlanken Frauen eher ab, dass sie sich durch eine Aufgabe durchbeißen können, als dicke Frauen. Und damals habe ich gerade mein Unternehmen gegründet und damit wollte ich ein bestimmtes Image vermitteln. Ich wollte Erfolg vermitteln. Um jeden Preis. Das hat mich damals motiviert: „Wer Erfolg haben will, muss auch erfolgreich aussehen!"

Nun... heute weiß ich, dass es nichts geholfen hat. Mein Unternehmen ist trotzdem gescheitert, obwohl ich dann irgendwann schlanker war. Und als ich mich nicht mehr erfolgreich fühlte, habe ich wieder zugenommen. Ja... auch der Pferdeflüsterer hat einiges damit zu tun. Mit ihm macht essen eben auch Spaß. Es ist ein gemeinschaftlicher Akt.

Aber es ist schon so, dass ich mich damals nicht nur erfolgreich sondern auch sexy gefühlt habe. Ich hatte das Gefühl ich könnte nun alles erreichen und als würde mir da nichts im Weg stehen. Ich habe neue Kleidung gekauft, die zu mir passt. Kleidung, die mir steht und meine Vorzüge hervorhebt ohne aufdringlich zu sein. Ich hatte weniger Schamgefühle. Ich war eben einfach ich selbst ohne mich für ein Röllchen am Bauch zu schämen. Nitida hat mir damals gesagt, dass man die fehlenden Kilos kaum gesehen hat. Man hat nur gesehen, dass ich mich plötzlich viel besser gefühlt habe und dass dieses aus mir herausgestrahlt hat. Für alle sichtbar.

Die Tatsache ist doch, dass ich meinen Körper jetzt zwar immer noch weiblich finde, aber eben nicht mehr so schön und attraktiv. Schwabbel am Bauch und am Po ist nämlich eigentlich nicht der Körper, den ich mir für mich wünschen würde.

Wenn ich mich im Spiegel ansehe, kann ich prima an den unschönen Stellen vorbeisehen und mich lieber auf die schönen Stellen konzentrieren. Ich nehme mich selbst gar nicht als dick wahr. Bloß wenn ich mich im Vergleich zu anderen sehe. Auf Fotos oder beim Sport, dann ja dann stößt es mir negativ auf.

Tja... und jetzt will ich dieses Gefühl wieder haben. Ich will wieder schlank sein und mich in meiner eigenen Haut wohler fühlen. Aber warum klappt es nicht?

Es ist doch jetzt bestimmt schon fast ein Jahr, dass ich mich mit dem Gedanken plage endlich wieder schlank zu sein. Ich fange Dinge an, aber kriege sie nicht durchgezogen. Ich falle bei dem kleinsten Anti-Windhauch um und gebe auf. Das kann doch nicht am Programm liegen. Ich mache doch keine radikal Diät. Ich will bloß meine Ernährung umstellen. Mich gesunder ernähren und mich mehr bewegen.

Also kann der Schlüssel nur darin sein, dass ich noch nicht die richtige Einstellung gefunden habe. Und dann dachte ich, dass der Schlüssel eben in der richtigen Bestellung beim Universum liegt.

Aber wie müsste die Lösung aussehen?

Erst dachte ich, dass der Schlüssel vielleicht darin liegt, das richtige Rezept zum abnehmen zu bestellen. Aber das richtige Rezept zu haben, schließt nicht mit ein, es auch zu befolgen. Das ist also nicht stark genug.

Im Grunde brauch ich eine andere Einstellung zum Körper und zum essen. Es wäre doch schön, wenn ich nur noch Dinge essen oder tun würde, die mich langfristig schlank und glücklich machen. Womit ich mich langfristig gut fühle. Es ist nicht der kurzfristige Kick eines Stücks Schokolade. Oder einer Packung Chips. Es ist das tolle Gefühl in ein Geschäft zu gehen und wundervolle Kleidung in der richtigen Größe zu finden. Es sind die Blicke der Männer, wenn sie mich für einen heißen Feger halten und die Blicke der Frauen, die neidisch sind. Es ist das Bewusstsein, dass man sich nicht verstecken muss. Das man einfach so einen Raum erstrahlen lassen kann.

Wieso hindere ich mich selbst daran, dieses Gefühl zu erleben? Was ist so schön an dem jetzigen Zustand? Habe ich vielleicht vor irgendetwas Angst? Könnte sich irgendwas ändern, wenn ich schlank bin? Vielleicht habe ich Angst den Pferdeflüsterer zu verlieren, weil ich zu offensiv von anderen begehrt werde? Vielleicht ist er ja doch eifersüchtig. Irgendwo unterschwellig. Vielleicht habe ich Angst davor, dass ich mich für wen anderes entscheide, wenn es andere Optionen gibt?

Logisch betrachtet ist das Quatsch. Natürlich bleibe ich mit ihm zusammen, auch wenn sich da jemand anders hinstellen und um mich werben würde. Und natürlich wäre der Pferdeflüsterer stolz auf seine tolle Freundin, die andere gern haben wollen würden, aber nicht bekommen.

Aber so ganz lässt es sich nicht vom Tisch wischen. Wenn ich schlank bin und mich fühle wie die menschgewordene Sexgöttin persönlich, hat er dann wirklich kein Problem damit? Würde er sich dann wirklich nicht minderwertig fühlen?

Und bleibe ich vielleicht deswegen dick, weil ich unterschwellig nicht möchte, dass sich mein Partner minderwertig fühlt? Was ja am Ende sein Problem ist und nicht meins.

Dieser Gedanke ist so abwegig, dass er schon fast lächerlich ist. Aber irgendwie scheint gefühlt etwas wahres dran zu sein.

Und was bitte wirft dieser Gedanke für ein Licht auf mich? Ich glaube doch tatsächlich irgendwo in mir drin, dass ich im schlanken Zustand deutlich besser aussehe als er. Also bleibe ich dick, damit wir auf der Attraktivitätsscala ungefähr gleich abschneiden? Gut.... der Pferdeflüsterer ist nicht Adonis. Er hat eine Zahnlücke, die ihm peinlich ist und weswegen er beim Lächeln die Unterlippe über die Vorderzähne schiebt, was manchmal sehr merkwürdig aussieht. Er hat schon fast eine Halbglatze und einen sehr eierförmigen Kopf. Und ja... er hat auch einige Schwierigkeiten im sozialen Umgang mit Menschen. Und nein... er ist kein erfolgreicher Top-Manager. Aber muss ich mich deswegen auf eine höhere Stufe stellen? Mich für was besseres halten? Oder noch schlimmer, mich bewusst klein und unscheinbar halten, damit ich es nicht tun muss?

Er hat die tollsten Augen auf der Welt. Er denkt mit, ist nicht eifersüchtig und sehr liebevoll. Er ist gepflegt und kann sich gut benehmen. Er macht mir so oft eine Freude. Man kann sich toll an ihn anschmiegen. Wenn er mich in den Arm nimmt, macht mich das glücklich. Ich habe mit ihm wundervollen Sex und sonst unglaublich viel Spaß. Er riecht gut. Er ist sehr offen und ehrlich und würde mir niemals wissentlich weh tun. Er ist mir in vielen Bereichen ein ebenbürtiger Gegner. Er weiß mich in zickigen Phasen zu nehmen.

Ich bin doch glücklich! Ich bin doch gern mit ihm zusammen!

Warum glaube ich also, dass die Welt da draußen seine Qualitäten nicht sehen kann? Sehe ich sie vielleicht selbst nicht? Warum glaube ich, dass er sein Licht unter den Scheffel stellt und warum tue es ihm gleich? Warum finde ich es überhaupt wichtig, was die Welt von meinem Freund hält? Warum glaube ich, dass es auf mich zurückfallen könnte? Seit wann definiere ich mich darüber, was andere denken? Denken könnten?

Ich bin doch nur für mich verantwortlich. Es ist doch nur wichtig, dass ich mich wohl fühle. Dass ich glücklich bin.

Ich hätte gern das Selbstbewusstsein, um mehr zu meinem Freund zu stehen.
Ich hätte gern meine innere Schönheit und mein inneres Leuchten zurück.
Ich möchte in Zukunft nur noch Lebensmittel essen und Sportarten machen, die mich langfristig schlank und glücklich machen.

24.03.2011 um 10:36 Uhr

Auf Abwegen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, Pferdeflüsterer

Stimmung: nachdenklich
Musik: Hollywood Hills - Sunrise Avenue

Tja... ihr glaubt nicht, wen ich gestern getroffen habe. Für meine treuen Leser sollte der Name Leoglas noch ein Begriff sein. Für alle, die eine kleine Einführung brauchen: Das war der Typ mit dem ich vor dem Pferdeflüsterer verguckt hatte. Ich mochte ihn sehr gern. Er hat eine sehr angenehme, sanfte Art an sich und vor allem tolle lange Haare. Anfangs sah es auch so aus, als würde sich zwischen uns etwas ernstes entwickeln, aber als ihn klar wurde, wo sich das hinentwickelt, hat er einen heftigen Rückzieher gemacht. Außerdem ging mir seine Lebenssituation auf den Keks und dass er zwar ausgiebig darüber meckert, aber nichts ändert. Tja... und dann brach der Kontakt ab.

Und genau der Legolas lief mir gestern nach ziemlich genau einem Jahr Funkstille über den Weg. Genaugenommen lief er SM-Sie über den Weg. Aber weil wir abends noch zu einer Kulturveranstaltung wollten, brachte sie ihn einfach mit.

Tja.. und dann saß er da und im ersten Moment war es irgendwie komisch. Schließlich hatten wir lange nichts voneinander gehört und ich war mir nicht sicher, wer aufgehört hatte sich zu melden und ob ich vielleicht ein schlechtes Gewissen haben müsste. Jedenfalls hatte ich eins. Oder war ich sauer, weil er sich nicht mehr gemeldet hatte?

Aber das Eis brach schnell. Spätestens als er mir erzählte, dass er immer noch den einen Handschuh von mir hatte, den er aus Versehen mal mitgenommen hätte und ob ich noch den anderen aufgehoben hätte. Ja hatte ich. Ich schmeiß doch keinen einzelnen Handschuh weg, wenn ich genau weiß wo sich der zweite befindet. Das mach ich bei Handschuhen, wo ich nicht weiß, wo der zweite ist und bei denen ich auch keine Hoffnung habe, dass er wieder auftaucht. Wobei ich schon überlegt hatte, ob ich Legolas überhaupt wiedersehen wollte und mich deswegen auch vom Handschuh besser hätte verabschieden sollen.

Ist schon merkwürdig. Da halte ich ein Jahr lang an einem nutzlosen Gegenstand fest. Was ist denn schon EIN Handschuh? Nichts. Ein Handschuh ist nichts ohne den anderen. Also warum habe ich ihn aufgehoben? Weil ich das Paar als solches mochte. Die beiden zusammen waren toll. Total schön kuschelig und vor allem warm. Ich habe umso mehr gehofft, dass er wieder auftaucht, weil ich von einem weiteren Paar an Valentinstag einen Handschuh verloren habe. Den habe ich nicht wieder bekommen. Außerdem gab es ja eine Chance, dass Legolas den Handschuh irgendwann einfach mal in den Briefkasten schmeißt. Dann hätte es ich mich geärgert, den anderen weggeschmissen habe. Naja... der eine Handschuh lag in der Zwischenzeit im Auto und so hatte ich wenigstens eine warme Hand beim Kratzen, wenn ich die anderen Handschuhe vergessen hatte. Ich fand es auch irgendwie albern, ihn nur wegen dem Handschuh anzurufen, schließlich hatte ich ihm sonst nichts zu sagen.

Äh... ich schweife ab. Eigentlich ist der Handschuh so wichtig doch nun auch nicht.

Also nach dem Kulturteil saßen wir also noch bei mir. Was auch komisch war. Das letzte Mal, als wir da saßen, hatten wir uns der Leidenschaft hingegeben und ich bekam ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Pferdeflüsterer. Gut... Sex mit anderen ist zwar irgendwie in unserer Beziehung denkbar, aber nicht hinter dem Rücken des anderen. Und jetzt sitze ich allein mit einem Typen bei mir im Wohnzimmer. Ich hatte irgendwie das Gefühl ich hintergehe den Pferdeflüsterer. Aber was hätte ich machen sollen? Ihn anrufen und um Erlaubnis bitten? Legolas wieder ausladen? Es passierte doch nichts!

Ich geriet sowieso in einen inneren Zwiespalt. Ich merkte, dass ich mich immer noch von Legolas angezogen fühlte. Ich hatte große Lust mich von ihm in den Arm nehmen zu lassen. Mich an ihn anzulehnen. Es lehnt sich nämlich gut an Legolas an. Aber auch an den Pferdeflüsterer. Dafür hab ich ja jetzt wen. Ich mag Legolas' Art sehr. Außerdem fiel mir der Spaß ein, den wir hatten. Die sexuellen Spielchen. Ich glaube ich hatte nicht mal richtigen Sex mit ihm. Aber die Machtspiele waren toll. Da waren wir wirklich auf einer Wellenlänge. Im Grunde ging das gut, was mit dem Pferdeflüsterer nicht so richtig geht. Ich weiß das der weltbeste Freund nicht perfekt ist, aber deswegen ist es trotzdem toll mit ihm.

Nein... bin ich zufrieden mit meiner Wahl. Besonders als ich hörte, dass sich bei Legolas immer noch nichts verändert hat. Er meckert immer noch über seine Wohnung und hat noch nicht mal angefangen eine neue zu suchen. Ich glaube er ist auch immer noch nicht bereit sich auf jemanden einzulassen.

Ich zweifle auch nicht an meiner Beziehung zum Pferdeflüsterer. Auch nicht wenn jemand neben mir sitzt, den ich sexuell anziehend finde. Oder bei dem ich weiß, dass ich mit ihm auf einer sexuellen Wellenlänge liege.

Ist es OK, über so was nachzudenken? Ich meine ich hab es ja nicht in Erwägung gezogen. Und nachgegeben hab ich dem auch nicht.

Ich entschied mich also dafür totale Distanz zu wahren. Kein kuscheln und schon gar kein Sex. Ich fühlte mich die ganze Zeit unwohl, weil der Pferdeflüsterer nicht dabei war und weil ich mir kein OK einholen konnte und weil es sich irgendwie so anfühlte als würde ich etwas hinter seinem Rücken machen. Ich habe nicht mal vor mich demnächst mal bei Legolas zu melden und ich war auch froh, als er weg war. Wobei ich es mir schon gefallen könnte, mal etwas mit beiden Männern zu haben. *grins*

 

Achso... Hier noch mal zum nachlesen: 

(Wochenendrückblick)
(Spiele-Abend)
(Stressig)

(Hoch Legolas bleibt weiter Wetterbestimmend)
(Ab in den Süden)
(Hoch Legolas weiter im Vormarsch)
(Eine kleine Wolke am 7.Himmel)
(Überumpelt und irgendwie ratlos)
(Ich bin wieder da)
(verrückte Sichtweise)
(Freunde oder so)
(gemischte gefühle)
(Eine Frage der Prioriäten)
(Ich hab mich entschieden)
(Ich war feige)

23.03.2011 um 16:22 Uhr

In Bewegung

Stimmung: Sehr gut

Da ich im weitesten Sinne an der Uni arbeite, bietet es sich für mich an, die Sportkurse mitzunutzen. Letztes Semester haben der Pferdeflüsterer und ich einen Tanzkurs gemacht. Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Dem Pferdeflüsterer im Grunde auch. Aber bitte nicht den Mambo, den Samba, den Jive oder den Discofox. Und zu viele Figuren auch nicht und besonders nicht die komplizierte Kreiseldrehung beim Foxtrott oder beim Wienerwalzer. Und Figuren beim Tango auch lieber nicht.

Also habe ich uns dieses Semester nicht zum weiterführenden Kurs angemeldet. Erstens dachte ich, dass er vermutlich eh nicht will, zweitens finde ich so was besser in den Wintermonaten und drittens war der Kurs ohnehin schon voll als ich die Anmeldung ausführen wollte.

Und das mit dem Badminton, was ich seit fast zwei Jahren mit meinen Kollegen spiele hat dieses Mal auch nicht geklappt. Wenn man sich nicht sofort um 7h an den Rechner setzt..!

Also habe ich für mich allein entschieden: Montags irgend so ein Fit for Fun Workout, Dienstags Afro-Brasilianischer Tanz und Donnerstags zusammen mit SM-Sie Bauchtanz. Ich habe auch voll Bock auf Tanzen. Und auf Fitwerden auch. Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich es nicht vielleicht noch Mittwochs morgens schaffe vor der Arbeit zum Schwimmen zu gehen.

Tja.. der Pferdeflüsterer hätte mit mir eben nicht in ein Hotel fahren sollen, wo man den ganzen Schwabbel an Bauch und Po so genau beim Duschen im Spiegel betrachten kann. Es ist amtlich: Ich finde ich muss mehr Sport machen.

Die Quote diese Woche ist schon sehr mager. Ich hab es nur Montag geschafft ein wenig Bauch und Po Gymnastik zu machen. Aber ich habe voll Bock auf die Kurse.

Also gehe ich gestern hin und erzähle dem Pferdeflüsterer von meinen Plänen. Und selbstverständlich hat er nicht so reagiert: „Schatz, ich finde es super, dass du was für deine Figur tun willst!" Sondern so: „Aber dann bist du Montag, Dienstag und Donnerstag schon verplant!"

Ja... mh... Das eine was ich will (eine schlanke attraktive Freundin, die sich wohl fühlt) und das andere was ich kriege (weniger Zeit). Tja... Was soll ich dazu sagen?

Wir wohnen ja immer noch nicht zusammen. Und auch wenn es mittlerweile konkreter wird, dass ich wohl im laufenden Jahr bei ihm einziehen werde, wird es nicht in der ersten Hälfte des Jahres stattfinden. Erstens hat er immer noch nicht die Kammer des Schreckens aufgeräumt, drittens will ich erst mein Finanzchaos im Griff haben und zweitens wissen wir immer noch nicht, ob er mit der veränderten Chefsituation klar kommt. Ich hasse umziehen. Und ich werde nicht bei ihm einziehen, um nach einem halben Jahr mit ihm zusammen wieder umzuziehen, weil er seinen Job geschmissen hat. Außerdem ist zusammenziehen ohnehin ein Experiment, was für uns beide neu ist.

Also fand ich nicht, dass ich ihn wegen Sportkurse unter der Woche um Erlaubnis fragen müsste. Schließlich sehen wir uns eh meist nur am Wochenende und selten unter der Woche und wenn, dann am Mittwoch. Ich verstand also nicht warum er sich darüber aufregte.

22.03.2011 um 19:16 Uhr

Von offenen und geschlossenen Räumen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Arbeit, Studentin

Stimmung: eigentlich gut

Woran merkt man, dass ich auf der Arbeit ausgelastet bin? Genau: Ich komme nicht dazu viel in meinem Blog zu schreiben.

Es ist zwar nach der Messe, also eigentlich eine Zeit in der es sehr ruhig zugeht, aber erstaunlicherweise komme ich kaum hinterher. Meine Liste enthält extrem viele Punkte und ich habe im Grunde noch keinen richtig abhaken können. Meist sind es nicht gerade Kleinigkeiten. Es stehen schon wieder Software-Tests an und die nehmen gerade das meiste meiner Zeit ein. Außerdem habe ich schon angefangen mich mit den neuen Aufgaben vertraut zu machen und ich bin auch schon in dem einen Projekt fest integriert wo bereits 2 mal ein Meeting war, was mich fast den ganzen Tag gekostet hat.

Ansonsten ist der Umzug mit dem Büro zwar, bis auf Kleinigkeiten, abgeschlossen, aber jetzt kommen die ganzen Design-Sachen auf mich zu. Überall wollen Farben und Adressen angepasst werden. Im Grunde freue ich mich schon auf die Mehr-Stunden, weil ich dann vielleicht endlich das schaffe, was ich mir so vorgenommen habe.

Und auch total toll: unsere neue Studentin, der ich tatsächlich einiges von meinen Recherche-Dingen abgeben konnte, wo ich schon wieder nicht wusste, wie ich die noch einplanen sollte. Das Mädel ist wirklich klasse. Außerdem ist sie wohl auf der Suche nach einer neuen Freundin. Wir haben uns auf der Messe ziemlich gut unterhalten und einiges davon war nicht ganz so beruflich.

Neulich kam ich zur Arbeit und hatte mich morgens ein wenig in Rage über meine Chefs rein gesteigert (was ich leider bis jetzt noch nicht mit ihnen klären konnte). Aber sie kam gleich an und fragte, was los wäre und warum ich irgendwie fertig aussehe. Ich meine sie kennt mich kaum und sieht so was trotzdem? Die Jungs kriegen nicht mal mit, wenn ich total blass vom Stuhl falle. Aber ich wollte ihr das Problem nicht mitteilen. Es wäre nicht fair von mir, ihr doofe Dinge von den Chefs mitzuteilen und ihr so eine negative Meinung über die Chefs einzupflanzen. Sie hat ja so schon einen heiden Respekt vor ihnen, der in dieser Form nicht unbedingt angemessen ist. Die beiden sind eben locker. Aber das mag für Neulinge schwer zu verstehen sein und sie braucht ihre eigene Zeit, bis sie das verstanden hat. Kann ja nicht jeder (wie ich) den einen Chef Jahre vorher von der Kaffeemaschine her kennen und so schon den ein oder anderen lockeren privaten Plausch gehabt haben.

Naja... jedenfalls hat sie mir neulich deutlich zum verstehen gegeben, dass ich mich gern bei ihr melden könnte, auch wenn es nichts mit der Arbeit zu tun hat. Ich sag doch: Ich glaube, sie sucht ne Freundin.

Aber sie ist ja auch ne Süße. Nicht nur weil sie einfach ne klasse Arbeit abliefert, sondern auch weil sie wirklich clever ist und aus ihrem Studienhintergrund heraus andere Dinge hinterfragt. Das hat mich schon überrascht, was sie alles gefragt hat und vor allem wie. Meist auch so, als hätte sie über Aspekte noch mal nachgedacht. Und im Nachhinein betrachtet hat es mich auch gewundert, was ich ihr alles erzählt habe.

Ja.. ich kenne mich. Ich kann sehr freigebig mit Informationen sein (was auch an meinem doch sehr offenen Blog zu erkennen ist). Ich finde es auch nicht schlimm, wenn man Dinge über mich weiß. Ich glaube ich habe da einfach eine andere Einstellung zu privaten Informationen. Ich halte auch Dinge zurück. Vielleicht weniger als andere. Meist fange ich nicht so direkt von alleine an, aber wenn man mich fragt, bekommt man eine Antwort. Und diese ist auch oft fundiert, weil ich über viele Dinge auch schon nachgedacht habe oder ich gern eine Frage zum Anlass nehme mal ausgiebig drüber nachzudenken.

Bisher hatte ich auch noch keinen wirklichen Nachteil davon, dass ich so offen bin. Außer vielleicht weil meine Mutter das Wissen ausgenutzt und gegen mich verwendet hat. Aber auch das kriege ich dann wieder wegargumentiert.

Meist habe ich davon sogar Vorteile. Man fragt mich gern um Rat, weil ich dann eben fundiert mit vielen Tipps und Tricks antworte, weil ich finde, das jemand von meinen Erfahrungen lernen kann. Wenn ich auch mal sensible Informationen rausgebe, habe ich dadurch auch das Recht selbst sensiblere Fragen zu stellen und ich bekomme auch sehr oft Antworten darauf.

Aber auch das ist ein Geben und Nehmen. Wenn ich das Gefühl habe, die Informationen fließen nur einseitig, habe ich darauf auch keine Lust mehr und stelle den Informationsfluss ein. Außerdem teste ich gern die Verlässlichkeit des anderen an. Meist habe ich meine Ohren nicht nur an dem einen Ende, sondern auch an dem anderen Ende. Meist kriege ich sehr schnell mit, wo die Informationen alle so lang fließen und ob ich das so will oder nicht. Manchmal benutze ich solche Kanäle auch absichtlich, wenn ich will, dass eine Information einen bestimmten Weg findet.

Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl ich erzähle hin und wieder zu schnell zu viele Details. Ich fühle mich dann so wie meine Ex-Kollegin, die mir an meinem 2. Tag einen Vortrag über ihre Spirale und ihre Verträglichkeit bei ihr hielt. Oder der eine Typ, der mir auf einem Flug in die Staaten erklärte, er hätte nur noch ein Ei und unter welchen Umständen er das zweite verloren hat. Das will selbst ich nicht wissen.

Aber komischerweise finden mich die Leute irgendwie gerade deswegen sympathisch. Ich scheine es irgendwie zu spüren, ob ich jemanden ins Vertrauen ziehen kann. Und ja.. ich habe auch schon den ein oder anderen überfordert, besonders wenn ich nicht auf meinen Bauch gehört habe. Ich glaube ich bin mit den Jahren auch reifer geworden und erkenne es besser, welche Geschichte und welche Anekdote in welchem Fall richtig ist.

Trotzdem weiß ich nicht genau, ob ich mich mit unserer Studentin anfreunden soll oder nicht. Wie gesagt interessant finde ich sie schon und ich würde sie schon gern weiter kennenlerenn. Aber andererseits bin ich so was wie ihre Vorgesetzte... wobei es so eng bei uns im Unternehmen nicht gesehen wird. Und dann wohnt sie in der Nähe vom Pferdeflüsterer. Das heißt man könnte sich gut treffen, wenn ich dort bin. Was wirklich einen Vorteil hätte, schließlich kenne ich in der Ecke kaum wen. Und mit Nitida hat es mit der Freundin-/Sowas wie Chef-Situation auch funktioniert. Aber meine frühere Chefin hat das irgendwie nicht so hinbekommen.

Ach... ich weiß auch nicht.

16.03.2011 um 10:24 Uhr

Gedankenklau

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Datenklau, Idiot, Fake, Plagiat, Guttenberg

Stimmung: kurz vorm Explodieren

Ich bin soooo stinkig. Ich könnte platzen. Da hat doch glatt jemand einen Blog eingerichtet, der so ähnlich klingt wie meiner „Das Leben der jungen" Ohne J. Ich könnte kotzen. Und als wer das schon nicht schlimm genug, kopiert der meine Texte. Er hat meinen letzten Eintrag 1:1 übernommen. Sternenschein und Aquarius haben mich darauf aufmerksam gemacht.

Und jetzt gibt es da draußen einen Blog, der fast so klingt wie meiner und der in regelmäßigen Abständen Spam veröffentlicht.

*ist kurz vorm Ausrasten*

Also jetzt mal für alle: Ich werde weder meinen Nick, noch meinen Style ändern. Und wenn es Leben ohne J ist, ist es nicht meins.

Ich habe mich gerade schon bei Blogigo beschwert, aber keine Ahnung, ob die überhaupt etwas machen.

Ich glaube mir bleibt dann nichts anderes übrig, als den Namen meines Blogs zu ändern, damit es nicht zu Verwechslungen führt. Wobei ich das überhaupt nicht einsehe. Ich war schließlich zuerst da und ich habe mir diesen Namen gut überlegt.

Außerdem fällt mir gerade nichts wirklich gutes ein. 

Ich finde es soo unfair auch meinen Lesern gegenüber. Schließlich habe ich mir über lange Zeit sowas wie eine Leserschaft und einen Ruf aufgebaut. Ich habe einen Schreibstil entwickelt und ich schreibe über meine Themen. Und anscheindend gibt es Euch, die das auch noch mögen. Wenn es jetzt einen Blog gibt, der Spam unter fast meinem Namen veröffentlicht fällt es irgendwie auch auf mich zurück. Bei aktuelles steht immer ein Blog drin, der so ähnlich ist wie meiner und immer mit Spam gefüllt. Wenn ich jetzt was veröffentliche, gehen meine nicht-Spam-Gedanken ich doch total unter. 

Ich bin einfach tierisch sauer.

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15.03.2011 um 16:28 Uhr

"Ich bin wieder hier...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer

Stimmung: gut

...in meinem Revier.... war nie wirklich weg... hab mich nur versteckt!"

mhh... Wie komme ich da jetzt drauf? Achja...Weil mich W*esternhagen immer an Westerland erinnert. Ok... die Überleitung ist dürftig, schließlich hat W*esternhagen „Westerland" gar nicht gesungen. Das war G*rönemeier. Weiß ich auch. Aber da ich mit beiden Sängern nicht so viel anfangen kann... 

ähhh... ich schweife ab. Ist ja auch egal wie ich da drauf komme. Nach Messevorbereitungsstress, Messestress, einer Woche spontan-Urlaub und so, bin ich wieder hier. Und ja Westerland spielt dabei auch ne Rolle, schließlich waren wir da am Wochenende und ich bin total begeistert. Naja... ich meine von Sylt. Nicht ausschließlich von Westerland.

Gut... es war kalt. Am Freitag sogar bitter kalt. Aber die Insel ist wirklich zauberhaft. Überall stehen diese niedlichen reedgedecken Häuser und die Landschaft ist im Frühling bestimmt super. Im Moment ist das Gras leider noch gelb und die Heide trocken. Aber es war so schön sich vom Wind die Haare zerzausen zu lassen und am Strand entlang zu spazieren.

Wir waren da auch nicht zum Spaß. Nein. Naja..doch. Der Autoliebhaber-Kreis, bei dem sich der Pferdeflüsterer immer engagiert hat, trifft sich immer einmal im Jahr auf Sylt. Und weil wir den Hotelbesitzer kennen, war der Ausflug nicht nur total toll, sondern auch erstaunlich günstig.

Samstag war dann weniger Wind, aber auch weniger Sonne. Nach einem ausgiebigen Spaziergang ging es dann in die Schickimicki Holzhütte. Kaum nachzuvollziehen, warum um diese Holzhütte soviel Wind gemacht wird und jeder der was auf sich hält dorthin muss. Aber das Essen war wirklich großes Kino.

Besonderes Highlight war der Kaiserschmarrn. 14€ sollte er kosten und wir verstanden erst nicht warum. Ich meine, es ist schließlich eine Art Eierkuchen (liebe Österreicher: Bitte für diese Aussage nicht hauen). Aber wir dachten, der muss dann eben besonders gut sein und so beschlossen wir ihn uns zu teilen. Und neben einer riesigen gusseisernen Pfanne kamen noch Preiselbeersahne, Rote Grütze (die ich noch nie auf Kaiserschmarrn hatte), selbstgemachtes Apfelmus und Vanilleeis. Ich schaffte gerade mal ein Drittel, aber es war sau lecker.

Also alles in allem war es ein wirklich gelungener Trip. Obwohl der Pferdeflüsterer dann irgendwann auf der nach-Hause-Fahrt genervt war, weil ich keine 4 Stunden Sitzfleisch hatte und er ständig anhalten musste. Warum versteht keiner, das Zugfahren bei weiten Strecken irgendwie geiler ist. Da kann man aufstehen und rumlaufen und man kommt trotzdem genauso schnell vorwärts, wie wenn man sitzt.

Und jetzt komme ich vom Spaß am Wochenende wieder zum Ernst des Lebens zurück.

Tja.. mittlerweile sind 3 Wochen nach dem Vorstellungsgespräch bei DEM Unternehmen vergangen und ich habe noch nichts gehört. Langsam macht es mich stinkig. Ja... große Unternehmen sind träge. Und ja... der Entscheider war krank. Aber muss ICH deswegen soooo lange warten?

Mittlerweile hatte ich soo lange Zeit darüber nachzudenken und ich glaube, dass DAS Unternehmen überhaupt nicht zu mir passt.

Punkt 1:
Sie brauchen scheinbar ewig für Entscheidungen. Ich habe im Januar eine Bewerbungen hin geschickt, Anfang Februar kam eine Antwort, dass ich Ende Februar zum Gespräch kommen soll und dann muss ich noch 1-2 Wochen warten, bis ich weiß, ob ich zu einem zweiten Gespräch eingeladen werden???? Und jetzt sind 3 rum. Aber wenn die schon so lange für Entscheidung brauchen und mir sind die Entscheidungswege bei meinem jetzigen Arbeitgeber zu lang sind, wie soll ich mich denn dort in diese langsamen Strukturen einfinden?? Und ich brauche ein Ergebnis bis April. Schließlich endet dann mein Vertrag. Das kriegen die wohl nicht hin.


Punkt 2:
Das Thema. Ich war auf der Messe bei einem Vortrag von einem Mitarbeiter von DEM Unternehmen. Da ging es um Social Communities und deren Einsatzmöglichkeiten für das Marketing. Dummerweise gibt es so wahnsinnig viel, was ich nicht nachvollziehen WILL. Ich will einfach keinen Schuh fotografieren, um ihn mit Kommentaren zu versehen und ihn dann bei FB zur Diskussion stellen. So nach dem Motto: „findet ihr, ich sollte den Schuh kaufen?".  Wenn ich so was wissen will, gehe ich mit meiner Freundin shoppen. Ich will bei FB auch von meinen Freunden nicht mit so einem Mist genervt werden. Und ich will auch keinem Unternehmen sagen, dass es das unbedingt anbieten muss, sonst ist es von gestern. Ich meine, es gibt auch wirklich nützliche Apps und ja ein QR-Code kann sehr hilfreich sein. Aber überall? Will ich wirklich in einen Shop gehen, in dem ich die Schuhe virtuell bestellen kann? Wenn ich einen Shop betrete, will ich etwas anfassen und anziehen. Ich will kein 3D-Bild ansehen. Das kann ich auch zu Hause. Online-Shops sind ja eine Sache. Aber dieser neue Marketingkram ist doch irgendwie Mist. Und ich kann nicht dahinter stehen. Bin ich wirklich so hinterm Mond? Weit abgeschlagen hinter der Realität? Oder ist das einfach keine Realität, in der ich leben und sie deswegen auch nicht forcieren will?


Punkt 3:
Das Fachliche. Klar habe ich Lücken. Gerade was diese Apps angeht. Und nein ich weiß nicht, wenn man eine Suche bei einem Shopsystem einrichtet, warum das in dem einen Fall 2 Tage dauert und bei dem anderen 2 Wochen. Ich weiß nicht, welche Technik man verwenden muss, damit irgendwas schnell umgesetzt wird. Ja... ich kann schnell lernen. Aber wenn ich da irgendeinen Fehler mache, mich verkalkuliere, kostet es das Unternehmen schnell mal richtig viel Geld. Und ich rede dann ja auch nicht mit irgendwelchen Idioten. Ich rede da mit Marketingprofis. Ich kann ja schlecht jedes Mal einen Techniker anrufen, bevor ich dem Kunden eine Einschätzung liefern kann. Klar habe ich Bock auf die Stelle. Aber der Tragweite, die manche Entscheidungen mit sich bringen, bin ich glaube ich noch nicht gewachsen.


Punkt 4:
Das Risiko. Selbstverständlich würde ich dort richtig gut verdienen. Und ja...das Geld wäre tol, um aus meiner finanziellen Problematik recht schnell rauszukommen. Aber ich hätte dann erstmal ca. 6 Monate Probezeit. Und wer weiß, ob ich mich in der Zeit dort einfinde. Wenn es schief geht, habe ich gar nichts. Nichts. Außer vielleicht mit Glück ein ausreichendes Arbeitslosengeld. Und dann muss ich mich ohne Job bewerben. Das packe ich bestimmt nicht. Vor allem weil ich mich erstmal vom Schock erholen muss. Und mein jetziger Arbeitgeber bietet mir einen unbefristeten Vertrag. Mit Weihnachtsgeld und Entwicklungschancen, die auf mich abgestimmt sind. Die wissen was sie bekommen und sie finden das toll. Und ich kenne sie auch alle. Auch wenn ich da vielleicht im Moment noch nicht das an Gehalt bekomme, was ich bei der anderen Stelle bekommen könnte. Es ist sicher und es gibt eine reelle Chance auf mehr. Außerdem hätte ich auch keine 6-monatige Urlaubssperrre.

Also innerlich habe ich mich schon entschieden. Ich würde gern den Job bei meiner alten Stelle weitermachen, vor allem mit den neuen Bedingungen.