Das Leben der jungen J

29.09.2011 um 14:09 Uhr

Auf der Suche nach dem perfekten Urlaub

Stimmung: gut

So… Kinders… ich bin wieder aus den fremden Landen zurückgekehrt und eins sei schon mal vorweggenommen, der Pferdeflüsterer und ich nähern uns langsam dem perfekten Urlaub für uns an. Letztes Jahr hatten wir ja den Stadturlaub gemacht und haben dabei festgestellt, dass wie zwar super gern eine Stadt ansehen, aber irgendwie ist es dann da doch im Stress ausartet. Schließlich hatten wir so ein Museums-Ticket und dann wollten wir so viel wir möglich ansehen, damit sich das dann auch lohnt. Wir haben uns nicht mal nen Tag Ruhe gegönnt.

Das sollte dieses Jahr alles anders werden. Dieses Jahr ging die Planung von Schottland, über Nordsee, Griechenland bis zu Tunesien und nirgendwo konnten wir uns über den Ort oder die Unterkunft einig werden, bis wir dann einen Gutschein für ein lauschiges kleines Hotel im Erzgebirge entdeckt haben, was uns sofort angesprochen hatte. Wellness, super Frühstück und tolle Gegend versprachen die anderen Hotelgäste. Super, dachten wir, und kauften einen 6-Tages-Gutschein. Wir waren uns einig. Aber dann fiel uns auf, dass das Elbsandsteingebirge nicht weit weg ist und Dresden und Prag und wir schon im Vorfeld fast alle 6 Tage verplant hatten. Aber weil wir nicht einen zweiten Berlin Urlaub wollten, buchten wir vorher noch ein paar Tage Ferienwohnung im Elbsandsteingebirge.

Und dort war es auch wirklich toll. Überall stehen dort riesige Felsen in der Landschaft rum und wir konnten uns überhaupt nicht daran satt sehen. („Guck mal… dieser Felsen ist doch super fotogen… und dieser erst... und guck mal da drüben gibt es ne super Sicht…“) Im übrigen haben wir ein neues Hobby. Vor der Reise haben eine Systemkamera (Lumix G2) mit Wechselobjektiven gekauft und hatten unglaublich viel Spaß damit nicht einfach nur Felsen zu fotografieren, sondern mit der Schärfe und Unschärfe zu spielen… Sagen wir es mal so… uns küsste die Muse in Form von fotogener Landschaft. Wir als Norddeutsche Sesselpuper haben uns sogar aufgerafft und sind um die Affenfelsen herum, die grüne Hölle hoch den Blick vom Carolafelsen genießen und dann zu der Aussichtsplattform der Schrammsteine.

Ehrlich – es war anstrengend. Wirklich. Ständig musste man irgendwelche Stiegen und in den Fels gehauene Treppen und ähnliches hoch, 200 Höhenmeter auf 500m Luftlinie… Und ich hatte zwei Tage Muskelkater. Aber es war saugeil. Und die Aussicht und die Fotos… Einfach großartig.

Wir haben uns auch in der Unterkunft sauwohlgefühlt. Ein kleiner Bauernhof in Familienbesitz, wo wir eine kleine Ferienwohnung hatten. Bauernhausmäßig aber sehr gemütlich eingerichtet und die Besitzer sind sehr bemüht, einem den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Sie bieten sogar Frühstück an und geben einem Tips, was man denn noch so tun könnte, etc. Es war wirklich toll. Und ne Ferienwohnung ist zumindest in Deutschland genau das richtige für uns. Da nervt keiner, weil er/sie putzen will, man hat die Möglichkeit zu kochen, kann aber auch genauso gut essen gehen. Im Hotel ist man dann aufs Essengehen angewiesen und nach ner Woche hing es mir zumindest zum Hals raus… 

Und dann sind wir ins Erzgebirge gefahren.

Gut… ich muss auch dazu sagen, dass wir uns den Montag auf dem Weg Noch die Bastei ansehen wollten und das Wetter nicht so super war und wir super angenervt waren, weil man dieses Dorf nicht richtig anfahren konnten und dort alles extra Geld gekostet hatte. Eben ne richtige Tourismusabzocke. Das waren zwar keine immensen Kosten, aber 3€ hier, 1,5€ dort irgendwann summiert es sich eben auf. Und nein, wir haben eben keinen Kaffee dort getrunken, weil wir die Abzocke nicht noch unterstützen wollten. Wir waren also genervt, hatten nicht so tolle Fotos schießen können, wie wir wollten, weil das Wetter nicht so toll war und mit der Stimmung fuhren dann ins Erzgebirge. Vermutlich können die Berge da gar nichts zu, aber sie sind eben im Verhältnis zum Elbsandstein langweilig. Manche sind bewaldet auf anderen sind Felder und zwischendurch steht da mal ne Burg rum. Vermutlich ist es ganz nett, aber es konnte eben nicht mit der spektakulären Kulisse mithalten, die wir gerade verlassen hatten. Der erste Eindruck war langweilig und spießig und der ging auch nicht wieder weg.

Das Hotel war auch nicht so lauschig und gemütlich, wie die Ferienwohnung, die wir verlassen hatten. Das Zimmer war… wie sag ich es am besten… nicht unser Geschmack. Sie hatte einen Tannengrünen weißgemusterten Teppich, an den Schränken war eine Wurzelholznachbildung in weiß und Flaschengrün, an den Fenstern hingen beige Gardienen und um es abzuschließen gab es Fliederfarbene Sofas. Das tat in den Augen wirklich weh. Außerdem standen noch Nussknacker in unserem Zimmer rum. Der erste Eindruck war, wieder die anderen anrufen und fragen, ob wir dort nicht noch mal unterkommen können. Aber wir blieben und versuchten das beste aus der Situation zu machen.

Am Dienstag sahen wir uns ein wenig in der Gegend um und stellten fest, dass es außer Burgen, Stollen, einer Talsperre, Nussknacker-Museen und der typischen Erzgebirgskunst, die überall super kitschig für Weihnachten sorgte, nichts wirklich zu entdecken gab und das war nicht unser Geschmack. Die Berge sahen bei Sonne zwar nicht so langweilig aus, waren aben eben auch nichts besonderes. Mittwoch machten wir dann einen Ausflug nach Dresden, allerdings war ein Tag dafür schon wieder zu wenig und die Anfahrt zwar kilometertechnisch nicht weit, aber eben mühsam. Sehr kurvig, sehr hügelig und dauerte fast zwei Stunden. Den Wellnessbereich des Hotels testeten wir am Donnerstag und war deutlich kleiner und auch wieder nicht so gemütlich, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Die Massage war zwar super günstig, aber man hatte irgendwie auch nicht so richtig was davon.

Donnerstag Abend fiel uns dann die Decke auf den Kopf. UNS WAR LANGWEILIG. Hinzu kam, dass dieses Hotelzimmer uns jegliche Lust zu allem nahm. Im Elbsandstein hatten wir ausgiebig Sex, haben viele Fotos gemacht, sind ständig unterwegs gewesen und haben uns richtig gut erholt. Im Erzgebirge hatten wir überhaupt keine Lust zu Sex, für Ausflüge, zum Quatschen, zum Spielen und zum Fotos machen auch nicht. Freitag wurde es auch nicht besser, aber der Ausflug in ein richtiges Spaßbad mit Wellness brachte uns für den Moment auf andere Gedanken. Das man auch Abends NICHTS anstellen konnte (zumindest nichts, was uns aktiviert hätte oder in der Nähe gewesen wäre), half nicht.

Mittlerweile hatten wir so unglaublich lange Weile, dass wir schon verzweifelt in dem Forum nach Kontakten vor Ort suchten, damit wir wenigstens etwas Spaß bekamen. Es fand sich aber niemand. Im Elbsandstein hatten sich haufenweise Gespräche irgendwo ergeben, im Erzgebirge fehlte das völlig. Dort waren nur alte Leute oder zumindest waren sie alle deutlich älter als wir und nette Gespräche ergaben sich eigentlich gar nicht.

Samstag war es dann so schlimm, dass ich meinte, dass wir noch mal einen Ausflug ins Elbsandstein machen müssten, damit der Urlaub nicht mit diesem schalen Beigeschmack zu Ende ging. Der Pferdeflüsterer meinte dann, wir könnten doch Freunde von mir in Frankfurt a.M. besuchen. Das wären doch bestimmt max. 150 km Umweg. Ich fand die Idee super, zweifelte allerdings an diesen Angaben. Ich rief sie an und sie freuten sich riesig. Also checkten wir aus und verzichteten auf die letzte Nacht in Einöde und auf das Frühstück. Als dem Pferdeflüsterer auffiel, dass es doch eher 400 km Umweg waren, waren wir schon unterwegs.

Eine Sache taten wir dann am Samstag doch noch (außer nach Tschechien zum Tanken zu fahren): Wir gingen auf die Sommerrodelbahn. Wat für ein Spaß. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind. Das war zumindest ein Highlight. Ich hatte das als Kind manchmal gemacht und ich schwelgte ein wenig in Erinnerungen.

Und so ging der Urlaub bei meinen Freunden doch noch entspannt zu Ende. Cool ist auf jeden Fall, dass es Spaß macht über den Urlaub zu erzählen. Die Eindrücke waren eben einfach so unterschiedlich. Und ja… es war toll mit dem Pferdeflüsterer und jetzt wissen wir worauf wir beim nächsten Urlaub achten müssen.

Im Nachhinein betrachtet war Ferienwohnung besser als Hotel. Dieser Essengeh-Zwang ging uns dann schon auf den Keks. Essen zu gehen ODER zu kochen… das ist ideal. Außerdem muss man dann nicht ständig aufräumen, weil jemand das Zimmer sauber machen will. Dass wir auch noch Frühstück in der Ferienwohnung buchen konnten war wirklich super. Und es war clever unsere eigene Kaffeemaschine mitzunehmen, weil wir uns dann nicht über den Kaffee ärgern mussten.

Entspannungstechnisch war dieser Urlaub genau richtig. Vielleicht manchmal zu viel Entspannung und zu wenig Spannung. Dann brauchen wir zwar einerseits schöne Landschaft, aber nicht zu weit von der Zivilisation entfernt. Das Hotel im Erzgebirge war einfach zu weit weg von allem. Es muss die Möglichkeit bieten auch mal ne Stadt und vernünftige Geschäfte besuchen zu können. Es muss überhaupt wirklich viel Interessantes zu sehen sein, damit es nicht langweilig wird. Und was auch ganz wichtig ist: Es muss grundsätzlich möglich sein, andere Menschen zu treffen und mit ihnen einen Plausch halten zu können. Ganz ohne Kontakte fällt uns schnell die Decke auf den Kopf. Achja… eins noch: es MUSS Internet geben. Das ist mir ja völlig egal, aber dem Pferdeflüsterer ist das unglaublich wichtig – wie guter Kaffee ;) Und er konnte die ganze Zeit über die Internetqualität rumnölen – was mir wieder völlig auf den Keks ging.

23.09.2011 um 12:02 Uhr

Lebenszeichen...!

So Leute, ich lebe noch... Und ich bin gerade im Urlaub. Und ja... es gibt bald nen Urlaubsupdate. Aber ich muss mich entschuldigen... vorm Urlaub war alles anstregend und stressig und ich war weder kreativ noch in Schreiblaune. Aber jetzt bin ich erhohlt und sterbe im Erzgebirge vor Langeweile.... also werde ich bald Lust zum Schreiben haben! Nur noch ein kleines bißchen Geduld!