Küss' mich - wenn Du kannst!

29.12.2010 um 11:26 Uhr

Die Menschen um uns herum

von: nacktschnecke   Kategorie: Gedanken

Eine junge Frau sollte ihren Hausrat auf 100 materielle Dinge beschränken. Sie gingen mit Müllbeuteln durch ihre Wohnung, um alles andere zu entsorgen.

Das war gar nicht so leicht. Aber als erstes entschied sie sich für ihren Haarglätter, auf den sie keinesfalls verzichten wollte. Dann begann sie Gruppen zu bilden, die jeweils als 1 Ding gelten sollten, wie zum Beispiel die Kosmetik oder die Bekleidung. Letztlich schaffte sie es nicht oder nur mit Mühe sich auf 100 Dinge zu beschränken.

Wenn ich mich in meiner Wohnung umschaue weiß ich sofort, dass mich weit mehr als 1000 Dinge umgeben. Vieles könnte ich auf Anhieb entbehren. Aber würde ich es wohl schaffen mich auf 100 Dinge festzulegen? Na gut, mit Gruppenbildung vielleicht. ;)

Dann stelle ich mir vor, wieviele Menschen jeweils mit jedem Ding Berührung hatten, bevor es in meine Wohnung kam um genau seinen jetzigen Platz einzunehmen. Von der Gewinnung des Rohstoffes über die Vorbereitungen zur Herstellung, der Herstellung selbst, bis hin zum Verkauf.

Ich stelle mir vor was und wieviele Menschen das waren. Wo sie herkommen, was sie bewegte und welche Energien davon um mich herum über das jeweilige Ding noch vorhanden sind. 

Selbst wenn ich mich auf 100 Dinge beschränken könnte wären das immer noch tausende von Menschen. Mit welchen davon könnte ich und mit welchen gar nicht...

Was für ein unglaublicher Gedanke auch wenn ich es nicht schaffe ihn ganz zu Ende zu denken...

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSeren_a schreibt am 29.12.2010 um 11:36 Uhr:Solche Gedanken hatte ich schon oft und bin immer wieder fasziniert davon. Manchmal denke ich so ähnlich, wenn ich ein großes Flugzeug sehe, das Richtung Frankfurt fliegt oder von dort kommt... dann denke ich, wieviele Leute darin sitzen, mit denen ich durch einen Blick, von dem nur ich weiß, irgendwie verbunden bin... wieviele Schicksale da oben fliegen... und so weiter... Eigenartig schön ist das, so ein sinnloses Denken... :)
  2. zitierennacktschnecke schreibt am 29.12.2010 um 11:49 Uhr:Ja, mich faszinieren solche Gedanken auch. Und es zeigt einem, wie sehr man mit allem verbunden ist obwohl man eigentlich gar nichts weiß. Man kann das ins Unendliche weiter spinnen. So viele Fragen, Vermutungen und Möglichkeiten. Ich stelle mir manchmal vor, wie es wäre, wenn mich all diese Menschen real zum gleichen Zeitpunkt umgeben würden. (Gewissermaßen tun sie das ja) Bleibt dann noch ein Mensch übrig, mit dem man nicht verbunden ist?
  3. zitierennacktschnecke schreibt am 29.12.2010 um 11:50 Uhr:Mit "real" meinte ich, dass man ihr Wirken konkret zuordnen könnte.
  4. zitierenNasoetwas schreibt am 29.12.2010 um 12:36 Uhr:Ich würde wohl in der Küche anfangen. Ich glaube da bleibt dann nicht mehr viel übrig.
  5. zitierennacktschnecke schreibt am 29.12.2010 um 12:44 Uhr:Das hört sich doch gut an. Dort würde ich auch so einiges finden.
  6. zitierenDelanji schreibt am 29.12.2010 um 14:47 Uhr:mein leben passt in einen rucksack. Hat es immer, wird es immer. Das einzigst wichtige wäre mein teddy. Die einzige verbindung zum guten teil der kindheit. Ich bin erstaunlicherweise kein mensch der an vielem festhält. Die verbindung zu den wichtigen menschen habe ich so oder so - auch ohne materielle "erinnerungsstücke". Aber dieser gedankengang mit der kollektiven verbundenheit find ich sehr interessant.
  7. zitierenS_Hase schreibt am 29.12.2010 um 15:23 Uhr:Das finde ich auch interessant. Man hört ja manchmal Leute sagen, ich brauche eigentlich niemanden. Was für ein Irrtum!
  8. zitierennacktschnecke schreibt am 29.12.2010 um 16:45 Uhr:Dein Leben passt in einen Rucksack Delanji? ... WOW!!! Damit hast Du vielen Menschen gewaltig was voraus. Und daran tust Du gut. Das erinnert mich gerade an das Buch "Ein Strand für meine Träume" von Sergio Bambaren. Je mehr Besitz um so mehr verpflichtet man sich. Das kann belastend sein.

    Hase ich glaube, dass sagen nur die Leute, die gar nicht wissen was es bedeutet ohne einen Menschen zu sein und auch nur solange sie die Wahl haben.
  9. zitierenSeren_a schreibt am 29.12.2010 um 19:30 Uhr:Ich finde, man sollte wirklich niemanden "brauchen"... Wenn man mit jemandem zusammen ist, weil man ihn "braucht", dann finde ich das eher traurig... Mit jemandem zusammen zu sein, ohne ihn zu brauchen, das ist wundervoll.
  10. zitierennacktschnecke schreibt am 30.12.2010 um 08:25 Uhr:Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu Serena. Dennoch brauchen wir einander - ob wir wollen oder nicht. Ich meine nicht das Brauchen im Sinne von Benutzen und selbst unfähig oder abhängig zu sein. Eher das Universelle, das miteinander Verbundene...
  11. zitierenSeren_a schreibt am 30.12.2010 um 11:32 Uhr:Das würde ich nicht brauchen nennen, weil das Wort doch sehr "verbraucht" ist von dieser Definition dieser Welt, die Du schon genannt hast, und damit hat es doch, wie Du schon sagst, nichts zu tun...
  12. zitierenGrafKroete schreibt am 01.01.2011 um 13:10 Uhr:Reich ist man, wenn es reicht .......

    Mein "materielles Leben" füllt noch nicht mal mehr einen Rucksack, wer braucht schon diesen ganzen austauschbaren Plunder?

    Leben! ........ das ist das was unter die Haut geht, dort brennt dieses angenehme, wärmende Feuer und dort wird es auch verlöschen.........
  13. zitierennacktschnecke schreibt am 03.01.2011 um 22:42 Uhr:Herr Graf schläft also auf der Straße und von der Hand in den Mund?

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