Frauen Bewegen Frauen

17.08.2017 um 16:25 Uhr

Als das Kopftuch noch ein Witz war

Hallo Ihr Lieben!

Da bin ich wieder. :-)

Und gleich geht es in die Vollen.

Kaum zu glauben, aber es gab eine Zeit vor dem Kopftuch. Der Vorschlag der Muslimbrüder an die Regierung in Ägypten, alle Frauen zu verschleiern, löste damals großes Gelächter aus. Wie absurd.

Wir erinnern uns sicher noch daran, dass es Ausnahmen waren, wenn orientalische Frauen eine Kopfbedeckung trugen. Meist waren es (ältere) Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiteten u. nicht jeden Tag - wegen dem aufwirbelnden Staub u. der Spreu bei der Ernte - ihre Haare waschen wollten.

In Dorf Regionen, auch in Deutschland trugen es manchmal verheiratete, weise u. ältere Frauen als lockeren Schal, Stirnband mit Verzierungen u.ä.m., was ein Symbol dafür war, dass sie einem Haus vorstanden. Es war ein Symbol der Ehre u. Achtung bei offiziellen Anlässen.

Nie ging es darum sie als Frauen unter einem Schleier zu verstecken, weil ihr Geschlecht, ihre Haare, ihr ganzes Frausein, ihre Existenz stören, ja niedere sexuelle Instinkte bei Männern auslösen könnten. 

Terre des Femmes schrieb diese Tage auf ihrer Facebook Seite diesen Text:

„Laizismus statt Kopftuchzwang. 1954 hat der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser bei einer Versammlung über sein Zusammentreffen mit der fundamental islamischen Muslimbruderschaft berichtet.

Eines der Themen war die Forderung eines generellen Kopftuchzwangs für Frauen. Damals lachte das Publikum über die Vorstellung, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit zu verschleiern hätten, da es für sie unvorstellbar war. Religion war Privatsache. Heute verlaufen die Entwicklungen gegensätzlich...“

Hier die Rede Nasser‘ s zum Kopftuchzwang. Echt sehenswert kann ich nur sagen:

https://www.youtube.com/watch?v=zCzAgkBQrJI&feature=youtu.be

Auszug;

„Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser erzählt bei einer Versammlung über sein Zusammentreffen mit der fundamentalislamischen Muslimbruderschaft und deren Forderung eines generellen Kopftuchzwangs für Frauen. Das Publikum lacht über die Vorstellung, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit zu verschleiern hätten. Die Rede wurde 1966 gehalten. Damals, gut ein Jahrzehnt nach der Befreiung von den Kolonialmächten gab es in Teilen Arabien panarabische und moderne Bestrebungen. (Wer weiß denn heute noch, dass Syrien und Ägypten damals einige Zeit lang in einem Staat vereinigt waren?) Seither hat sich in der Region einiges geändert - die Gesellschaften wurden von religiösen Strömungen (re-)islamisiert. So schnell kann das gehen. Die Töchter der Frauen damals haben sich heute zu verhüllen.“

Wenn es nicht so ernst wäre, ist es wirklich zum Lachen.

Wie konnte das nur passieren?

Die EMMAs berichten schon seit 30 Jahren über diese Entwicklung. Nur wurden sie ja in den meisten Fällen nie ernst genommen, eher verlacht oder gleich als Rassisten bezeichnet. Obwohl es doch offensichtlich war, schon damals 1979, als Irans Frauen auf die Straßen gingen. http://www.emma.de/artikel/islamismus-264639

Auszug:

„Die Gefahr des religiösen Fundamentalismus ist eines der ganz großen Themen von EMMA. Der christliche Fundamentalismus ist nicht minder beunruhigend – der islamische jedoch weltweit in der Offensive. Im März 1979 folgte Alice Schwarzer dem Hilferuf der Iranerinnen, die schon in den ersten Tagen nach Machtantritt Khomeinis entrechtet wurden. Seither hat das Problem EMMA und ihre Herausgeberin nicht mehr losgelassen.

Über ein Vierteljahrhundert war EMMA im deutschsprachigen Raum eine der wenigen, ja oft die einzige Stimme, die über die Agitation der Fundamentalisten weltweit und mitten in Deutschland berichtete. EMMA stand damit lange nicht nur allein, sondern wurde auch des „Rassismus“ beschuldigt, vor allem aus linken und KonvertitInnen-Kreisen.“

Hier einige lesenswerte Texte zum Thema:

http://www.aliceschwarzer.de/artikel/die-burka-verstoesst-gegen-das-grundgesetz-333243

Auszug:

Alice Schwarzer analysiert, warum die Vollverschleierung kein religiöses, sondern ein politisches Symbol ist. Und ein Leichentuch für Millionen Frauen im Islam. Beim Burka-Verbot geht es nicht um „Sicherheitsfragen“, sondern um die elementarste Menschenwürde. Die Akzeptanz der Burka ist eine islamistische Provokation.“

http://www.emma.de/artikel/verzeih-mir-katia-318377

Auszug:

„Die Schülerin Katia (Foto) wurde am 28. Januar 1994 erschossen, weil sie gegen das Kopftuch war. Die "schwarzen Jahre" nennen die Algerier die 90er, als bei ihnen der Bürgerkrieg der Islamisten 200.000 Menschen das Leben kostete. Die ganze Welt hat weggesehen. Die algerisch-französische Juristin Wassyla Tamzali lässt das bis heute nicht los.“

http://www.emma.de/artikel/afghanistan-fuehrt-scharia-ein-265860

Auszug:

Vor elf Jahren marschierte die NATO in Afghanistan ein. Das Anliegen, die afghanischen Frauen aus der Herrschaft der Taliban zu befreien, um ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, gilt seither als westliche Legitimation für diesen Krieg. Mission gescheitert. Vor wenigen Tagen waren es nicht die Taliban, die die afghanischen Frauen ihrer Rechte beraubten. Es war die afghanische Regierung selbst. Der amtierende Präsident Karzai, Hauptverhandlungspartner des Westens, hat nun offiziell gemacht, was der Religionsrat schon seit Wochen fordert: „Die Frau hat sich den Geboten der Scharia zu unterwerfen“, heißt es in seiner offiziellen Regierungserklärung. Denn: „Der Mann ist ein fundamentales Wesen, die Frau ist ihm untergeordnet.“

http://www.emma.de/artikel/emmakiwi-buch-die-grosse-verschleierung-265229

Auszug:

„Die große Verschleierung – Für Integration, gegen Islamismus“ (KiWi). In dem von Alice Schwarzer herausgegebenen Band schreiben Musliminnen, Islamwissenschaftlerinnen und andere Expertinnen, von Elisabeth Badinter bis Antonia Rados, über die islamistische Offensive von Teheran bis Köln und ihre fatalen Folgen.“

http://www.emma.de/artikel/hilferuf-aus-dem-iran-der-widerstand-ist-weiblich-264671

Auszug:

Sie werden verhaftet, gefoltert, vertriebenaber sie lassen sich nicht einschüchtern. Mittendrin oder vom Exil aus versuchen die Iranerinnen, das unmenschliche Regime zu reformieren.“

http://www.emma.de/artikel/iranerinnen-protestieren-gegen-roths-kopftuch-318367

Auszug:

Sie riskieren ihre Freiheit ohne Kopftuchund können es kaum fassen, dass westliche Politikerinnen wie Claudia Roth es im Iran freiwillig tragen. Die mutigen Frauen der Anti-Kopftuch-Aktion „Meine heimliche Freiheit“ fühlen sich verraten. Bald eine Million protestieren mit ihnen auf Facebook.

Liebe Politikerinnen auf Iran-Besuch: Seit über 30 Jahren werden unsere Stimmen von den iranischen Medien unterdrückt. Seit mehr als 30 Jahren ist es den JournalistInnen verboten, die (Zwangs)Verschleierung zu thematisieren. Trotzdem haben Sie sicherlich in den Medien Ihrer eigenen Länder von der Facebook-Aktion „My stealthy Freedom“ gelesen. Sie werden also wissen, dass viele Frauen im Iran heimlich und manche sogar offen gegen Zwangsverschleierung aufbegehren. Wir wollen die Freiheit, selbst zu wählen, was wir anziehen – wir wollen nicht unser Leben lang nur heimlich den Schleier ablegen können…“

Die iranische Journalistin Masih Alinejad hat 2014 eben diese o.g. Initiative „My stealthy Freedom“ ins Leben gerufen auf Facebook. Eine großartige Sache!

http://www.emma.de/artikel/iranerinnen-protestieren-ohne-schleier-316997

Auszug:

Hunderte Iranerinnen lüften ihren Schleier und posten Fotos davon auf Facebook. Eine mutige Aktion, die die aktuell steigende Revolte der Frauen zeigt. Denn unverschleiert auf die Straße gehen ist im Iran verboten. Als Strafe drohen Peitschenhiebe und Gefängnis. Doch viele Frauen wagen es dennoch. Innerhalb weniger Tage landeten hunderte Fotos auf Masihs Pinnwand: alle von Iranerinnen, die sich die Freiheit nehmen, den Schleier zu ­lüften. Inzwischen sind es tausende. Aus Protest gegen den Verhüllungszwang des Mullah-Regimes.

Dabei ist auch für die Städterinnen in Iran, einst Persien, das islamistische Kopftuch, das Haar und den Haaransatz streng verdeckt, relativ neu. Es war Ayatollah Khomeini, der nach seiner Machtübernahme 1979 die Verhüllung der Frauen zum Gesetz machte. Ausgerechnet am 8. März 1979, dem Internationalen Frauentag, hetzte er seine „Revolutionsgarden“ auf die Frauen – auf der Straße, im Büro, an der Uni – und ließ alle Kopftuchlosen mit Schimpf und Schande nach Hause jagen.

Bis heute werden Iranerinnen, die sich nur leicht widersetzen – indem sie den Schleier auch schon mal „verrutschen“ ­lassen – von „Sittenwächtern“ verhaftet und mit Auspeitschung oder Gefängnis bestraft. Der Ganzkörperschleier und das Kopftuch sind nicht nur praktisch eine Behinderung, sondern auch das Symbol für die Segregation der Geschlechter und den Ausschluss der Frauen

Die Iranerinnen, die sich auf Facebook ohne Schleier zeigen, sind unglaublich mutig“, schwärmte Masih Alinejad im Gespräch mit EMMA. Mehr noch: Sie sind Heldinnen, die den Millionen Frauen, die das nicht wagen (können), Mut machen. Auch wenn sich manche verständlicherweise hinter großen Sonnenbrillen verbergen oder gar nur von hinten zeigen. Aber sie tun es! Und sie werden immer mehr.“

Ihr solltet mal auf die Facebook Seite von Masih gehen. Nicht nur Frauen, inzwischen sind es auch Männer, Firmen, zuletzt ein Rapper, der für diese Initiative einen Song geschrieben hat. Jede Woche gibt es nun den #WhiteWednesday, an dem Frauen still protestieren, indem sie weiße Schleier/Tücher tragen. Männer solidarisieren sich mit weißen T-Shirts oder weißen Armbinden.

Jede Woche werden unzählige Videos veröffentlicht von Frauen, Familien, die sich auf den Straßen im Iran filmen, während sie mit weißer Kopfbedeckung oder gleich ohne durch Irans Straßen laufen. Eine fröhliche u. friedliche Protestbewegung des Iranischen Volkes.

Ich freue mich über jedes neue Video, jede Botschaft dieser mutigen Frauen! :-) So viele von ihnen sind deswegen schon festgenommen worden, wurden beschimpft auf offener Straße u. trotzdem kämpfen sie weiter. Respekt!!

„Meine heimliche Freiheit“ / „My Stealthy Freedom“:

https://www.facebook.com/StealthyFreedom

Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein… Und sicher auch das Regime im Iran. ;-) Das tobt inzwischen schon mit Schaum vor dem Mund u. beschimpft Frauen der #WhiteWednesday Bewegung als Huren u. ihre Männer u. Brüder, die sie natürlich unterstützen, als unmoralisch.

Da fragt sich natürlich das Iranische Volk wie es sein kann dass Frauen als unmoralisch bezeichnet u. ausgepeitscht werden, ihnen das Auto konfisziert wird, sie hohe Strafen bei Gericht zahlen müssen, nur weil ihnen das (Zwangs-)Kopftuch im Auto verrutscht. Während das Regime Sexualstraftäter u. andere Verbrecher laufen lässt? Wer ist denn hier unmoralisch, wer begeht denn die wirklichen Verbrechen?

Diese Woche hat sich eine neue Frau bekannt zum stillen Protest. Nachdem sie von der Polizei festgenommen wurde, weil sie im Auto saß u. ihr Kopftuch in den Augen der Moralpolizei verrutscht war u. das unmoralisch sei... Dafür wurde erst ihr Auto beschlagnahmt, dann wurde sie vor Gericht geschleift u. beschimpft, als wenn sie eine Schwerverbrecherin wäre. Als sie forsch fragte, wen sie denn mit ihrem verrutschten Kopftuch - im Auto - bei geschlossenen Scheiben bedrohen würde? Da hieß es, dass sie Strafe zahlen müsse, wenn sie einen Unfall verursache, also habe sie nun auch zu zahlen. Woraufhin sie sich auf der facebook Seite "My Stealthy Freedom" mit einem Video zu Wort meldete u. nun auch mit protestiert. Super!

Das sind doch mal mutige Frauen! :-)

Ich bitte euch diese Bewegung zu unterstützen, die Facebook Seite weiter zu verteilen an eure Freunde, an KollegInnen u. euch so zu solidarisieren mit den iranischen Frauen, die nur dafür auf die Straße gehen, um frei entscheiden zu dürfen, mehr nicht. Sie wollen kein Verbot, sie wollen nur die Wahlfreiheit, anziehen zu dürfen was sie möchten. Wer ein Kopftuch tragen will, kann das ja, aber sie möchten selber darüber entscheiden dürfen.

Zum Wochenende nun leichte Sommer Kost ;-)

Largest aquarium tank in the world

https://www.youtube.com/watch?v=hX7eEWFAiFE

Kuroshio Sea – 2nd largest aquarium tank, Okinawa, Japan

https://www.youtube.com/watch?v=u7deClndzQw

The rose garden of Kayoichou Park, Japan

https://www.youtube.com/watch?v=cF1eh1sfXmo

Habt ein friedliches Wochenende,

viel Kraft für die neue Woche
und liebe Grüße
Violine

 


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