Frauen Bewegen Frauen

23.02.2015 um 06:50 Uhr

Wer macht eigentlich unsere Kleidung?

Hallo Ihr Lieben!

Wir erinnern uns sicher alle.
Vor zwei Jahren gab es den Fabrikzusammensturz von Rana Plaza, in Bangladesch. 1130 Menschen starben, mehr als 1500 wurden schwer verletzt.

Ein Jahr zuvor brannte die pakistanischen Textilfabrik Ali Enterprises. Es starben 254 Menschen, 55 wurden verletzt. Im gleichen Jahr verloren beim Brand in der bangladeschischen Textilfabrik Tazreen Fashions 112 Menschen ihr Leben, 300 wurden schwer verletzt.

Die Fabrikbrände in Pakistan u. Bangladesch haben vielen ArbeiterInnen in der Textilindustrie das Leben gekostet. Die Überlebenden warten noch heute auf Entschädigunszahlungen der z.B. deutschen Textilhersteller Firmen.

Viele der euopäischen (deutschen) Textil-Unternehmen behaupten hinterher, dass sie ja nicht wissen konnten wo ihre Ware genau hergestellt werde u. wie verheerend die Zustände in den jeweiligen Fabriken waren. Das kommt einen denn doch reichlich naiv vor oder ist eine Lüge, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Dazu mal einen lesenswerten Artikel:
http://www.emma.de/artikel/fair-einkaufen-ist-moeglich-318471

Auszug:
Mercedes oder VW wissen auch, woher jede einzelne Schraube in ihren Wagen kommt, warum sollte das also bei Kleidung nicht möglich sein? Unternehmen müssen jetzt nacharbeiten und sich wirklich kundig machen, woher ihre Ware stammt. Die größten Lücken sind da noch bei den Spinnereien, den Webereien und beim Baumwollanbau. Viele kleine Unternehmen sind beim internationalen Verband für Naturtextilien (IVN) Mitglied, hier wird die gesamte Lieferkette zertifiziert.“

Große Firmen wissen eigentlich sehr wohl, woher ihre Produkte kommen. Es sei denn, es ist ihnen egal, weil sie in Billigländern produzieren lassen. Kaum vorzustellen.

Um diesen Kreislauf zu unterbrechen gibt es einige sehr vielversprechende Initiativen, die das Wohl der ArbeiterInnen im Auge haben u. dafür kämpfen diese zu unterstützen. Hier einige Tipps für euch:
http://www.femnet-ev.de/index.php/de/themen/oeko-faire-kleidung/siegeluebersicht

Auszug:
„Immer mehr KonsumentInnen wollen ökologisch und fair hergestellte Kleidung kaufen - bei der Herstellung sollen keine Pestizide benutzt werden und die ArbeiterInnen in den Produktionsländern wie Bangladesch arbeiten unter menschenwürdigen Bedingungen. Doch es ist gar nicht so einfach, sich in dem Dschungel von bunten Siegeln zurechtzufinden. Was steckt dahinter? Welchen ist zu trauen und mit welchen wird nur sogenanntes Greenwashing betrieben? Wir möchten Interessierten einige Tipps für den bewussten Einkauf geben.“

Die Idee schon bei den Mode-Studiengängen mit der Information u. Aufklärung zu beginnen finde ich großartig. Hier ein Projekt, was wirklich Schule machen sollte:
http://www.fairschnitt.org/index.php/37-fairschnitt/3-femnet-e-v

Auszug:
„Mit dem Projekt FairSchnitt setzen wir uns dafür ein, dass Themen wie Rechte von Näher_innen in Zulieferbetrieben, Sozial- und Umweltstandards in der Wertschöpfungskette oder Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, in den modebezogenen Studiengängen gelehrt werden. Dazu entwickeln wir Lehrmodule und bilden Multiplikator_innen aus, die von den Hochschulen angefragt werden können.“

Um noch mehr Menschen zu erreichen empfehle ich abschließend diese tolle Wanderausstellung. Ich könnte mir vorstellen dass Unis, Schulen, Bildungseinrichtungen, Bibliotheken usw. diese Wanderausstellung problemlos zu sich holen können.
http://www.saubere-kleidung.de/index.php/bangladesch/444-wanderausstellung-ich-mache-deine-kleidung-die-starken-frauen-aus-sued-ost-asien

Auszug:
„Kleidung hat unmittelbare Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Sie macht uns selbstbewusst. Attraktiv. Sie erzählt etwas über uns. Sie stiftet Identität. Wer aber setzt sich für uns an Webstuhl und Nähmaschine? Das wissen wir nicht. FEMNET will das ändern!

Der Bonner Frauenrechtsverein stellt neun Näherinnen aus Bangladesch und Kambodscha im Portrait vor. Sie sind selbstbewusst, mutig und setzen sich als Gewerkschafterinnen für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen ein.

50 Prozent Ihrer Spende gehen direkt an unseren Solidaritätsfonds, mit dem wir Gewerkschaften und Frauenorganisationen in Bangladesch und Indien unterstützen, die den Frauen unter anderem juristischen Beistand leisten.“


Wie wäre es? Fragt doch mal an in euren Bibliotheken oder bei der Frauenbeauftragten an. So eine Chance mit starken Bildern u. Infos den Frauenorganisationen direkt Unterstützung zukommen zu lassen bietet sich selten.

Nur Mut! :-)

Euch eine gute Woche
und liebe Grüße
Violine

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.