Frauen Bewegen Frauen

05.04.2018 um 10:17 Uhr

Frauenhäuser - Es wird Zeit!

Hallo Ihr Lieben!

Gekürzt wird immer zuerst bei den Ärmsten.

Wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist sieht frau/man bekanntlich an den schwächsten Mitgliedern. Und da sieht es arm aus in Deutschland.

Nicht nur, dass sexuelle Gewalt an Frauen durch Prostitution legalisiert wurde. Die Armut weiter zunimmt. Alle Tafeln quellen über von Menschen, die zu wenig Lebensunterhalt haben. Ganz zu schweigen von Kindern, die im reichen Deutschland froh sein können, wenn sie überhaupt mal ein warmes Essen bekommen (dazu ein anderes Mal mehr)...

Seit Jahrzehnten kämpfen auch Frauenhäuser ums Überleben.

Nein schlimmer: Sie müssen Frauen ablehnen die in akuter Lebensgefahr sind. Und warum?

Weil unser Staat nicht in der Lage ist sie zu schützen.

Doch, das ist bekannt bei den Regierenden.

Wir wollen nun mal etwas genauer hinsehen.

Hier ein guter Artikel, der uns einen Überblick verschafft.
https://www.stern.de/panorama/frauenhaus--einrichtungen-muessen-zu-viele-schutzsuchende-abweisen-7890222.html

Auszug:

„Chronische Platznot: Frauenhäuser müssen zu viele Schutzsuchende abweisen. In Deutschlands Frauenhäusern herrscht chronische Platznot. Gleichzeitig steigen die Anfragen dramatisch. Berlin lässt sich trotz völkerrechtlicher Verpflichtung mit einer bundesweiten Lösung viel Zeit. Das kann Menschleben kosten.

Die Abgründe einer Gesellschaft liegen in den Augen ihrer schwächsten Mitglieder. Kleine Jungen, die unter den nächsten Tisch kriechen, sobald irgendwo eine Tür zuschlägt. Mädchen, die jeden, der ihrer Mama nahe kommt, angespannt beobachten, bereit sich jederzeit dazwischen zu werfen. Frauen mit Abdrücken brennender Zigaretten auf der Haut. Eva Risse blickt seit mehr als drei Jahrzehnten in diese Abgründe. Die 58-jährige leitet ein autonomes Frauenhaus in Bonn. Es sei eine tolle Arbeit, eine erfüllende Arbeit, sagt die Psychologin, aber sie hat auch Narben davongetragen.

"Einmal hatte ich eine Frau am Apparat", erzählt Risse. "Sie sagte, sie wolle weg von ihrem gewalttätigen Mann, habe auch Angst um ihre zwei Kinder, sechs und 13 Jahre alt." Risse konnte ihr nur einen Platz in einer anderen Stadt anbieten, die zwei Frauenhäuser in Bonn waren voll. "Sie hatte Sorge, dass der Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz und zur Schule zu weit sein würde", erzählt Risse weiter. "Sie wollte darüber nachdenken und sich noch einmal melden." Wenige Tage später schlägt sie eine Zeitung auf und liest: "Familiendrama in Bonn – Mann erschießt Ehefrau und anschließend sich selbst. Zwei Kinder im Alter von sechs und 13 Jahren …"

Weiter aus o.g. Artikel:

Nicht nur in Bonn, in allen Frauenhäusern Deutschlands herrscht chronische Platznot. Ein Bett auf 7500 Einwohner schreibt eine EU-Richtlinie vor. Für das Land Thüringen etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, bedeutet das 290 Plätze, nur 141 gibt es tatsächlich. Vor Kurzem wurde aus Hannover gemeldet, dass jeden Tag eine Schutz suchende Frau abgewiesen wird, bundesweit waren es im vergangenen Jahr fast 20.000, so viele wie nie zuvor.

Häusliche Gewalt wird in unserer Gesellschaft akzeptiert wie die jährliche Grippewelle – man wappnet sich, trifft Maßnahmen zur Behandlung, es gibt Bewusstseinskampagnen; ihre Existenz aber wird mehr oder weniger hingenommen. Jede vierte Frau in Deutschland erlebt einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt, allein am heutigen Internationalen Frauentag werden in Deutschland statistisch fast 300 Frauen von ihrem derzeitigen oder ehemaligen Partner bedroht oder geschlagen. Geschätzte 150 Frauen werden das Jahr nicht überleben.“

Und das alles ist seit vielen, vielen Jahren den jeweiligen Regierenden bekannt, aber nichts hat sich gebessert. Warum ist das wohl so? Wieso stehen Frauen u. ihre Kinder, die in D in Lebensgefahr sind wegen ihrer schlagenden Partner, nicht ganz oben auf der Liste?

Natürlich sind Waffengeschäfte lukrativer. Und große Familienprojekte ziehen besser bei Wahlkämpfen. Auch die Autolobby muss unterhalten werden, immerhin spendet sie großzügig… Da bleibt nicht mehr viel übrig für Frauenhäuser. Wenn dann auch nur als „freiwillige Leistung“. Ach u. der soziale Wohnungsbau ist ja auch nicht wirklich gewinnbringend, der wurde abgebaut im Laufe der Jahre...

Nun haben wir den Salat.

Die Not ist noch größer geworden.

Im Text aus dem o.g. Link geht es weiter:

Zu wenige Betten sind einer der Gründe für die chronische Platznot in Deutschlands Frauenhäusern. Spricht man mit Mitarbeiterinnen von Nordrhein-Westfalen bis Mecklenburg-Vorpommern, kommen aber weitere Ursachen ans Licht. Der Wohnungsmarkt etwa hat großen Anteil an der Gesamtlage. Wo nur wenig leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht, sind vor allem Mütter mit Kindern gezwungen, Monate länger im Frauenhaus zu bleiben, als sie eigentlich wollen. Rausgeschmissen wird niemand, und so bleiben die Plätze besetzt, die für nachrückende Schutzbedürftige benötigt würden.

Für geflüchtete Frauen, die im Asylverfahren stecken, kommen die Wohnsitzauflagen hinzu. "Da müssen erst Umverteilungsanträge gestellt werden", erklärt Lange das Problem. "So ein Verfahren dauert lange, und in dieser Zeit ist nicht nur der Frauenhausaufenthalt nicht finanziert, sondern die Frau selbst hat kein Geld. Alles muss von uns getragen werden, aber dafür reichen unsere Mittel nicht aus." Auch solche Probleme führten dazu, dass das Frauenhaus Rostock im vergangenen Jahr ebenso viele Frauen abweisen musste, wie aufgenommen wurden.

Viele Häuser sind sanierungsbedürftig, dazu kommt das ständige Zittern um die ohnehin knappe Finanzierung. Die Verantwortung dafür wird seit Jahrzehnten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden hin- und hergeschoben. Gelder aus den Kommunen sind zum Teil seit über zehn Jahren eingefroren – genauso wie die Gehälter der Mitarbeiterinnen. Und auch, wenn Zuschüsse erhöht werden, gibt es keine Sicherheit: Jederzeit können Land oder Kommune beschließen, dass diese wieder gekürzt oder ganz gestrichen werden. Jetzt hofft man Berlin in die Pflicht nehmen zu können, denn mit der Istanbul-Konvention steht den Frauenhäusern erstmals ein Rechtsinstrument zur Verfügung, um ihre Forderungen durchzusetzen. Doch auch hier droht ein Hindernis: der Amtsschimmel...“

So sieht der Alltag der Frauenhäuser aus. Ständig müssen sie um die Finanzierung kämpfen u. darum betteln. Das ist untragbar. Denn es geht um das Leben bedrohter Frauen u. ihrer Kinder. Ein Beispiel von Vielen...

http://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/warburg/warburg/21985434_Frauenhaus-erhielt-sechs-Jahre-lang-keine-Foerdermittel.html

Auszug:

Frauenhaus erhielt sechs Jahre lang keine Fördermittel. Weil mehr Frauen ins Frauenhaus kamen als geplant, strich der Kreis dem Sozialdienst katholischer Frauen Warburg über Jahre hinweg Gelder. Jetzt soll eine neue Vereinbarung ausgehandelt werden..“

Auch die EMMAs schreiben über Frauenhäuser:

https://www.emma.de/artikel/sonia-mikich-wir-sammeln-fuers-frauenhaus-264677

Auszug:

Ein wirklich gut ausgestattetes Frauenhaus existiert bis heute nicht in Deutschland. Das ist eines Sozialstaates nicht ­würdig. Und ich wage zu bezweifeln, dass die Gelder für Institutionen wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen in den nächsten Jahren bereitwilliger fließen. Und was wirklich skandalös ist: Es gibt immer noch keine bundeseinheitliche ­Finanzierung, die Förderkriterien variieren von Bundesland zu Bundesland. Dass ich nach 30 Jahren über die Notwendigkeit von Frauenhäusern noch einmal nachdenken muss, dass wir uns erinnern müssen, wie viel Gewalt gegen Frauen noch immer existiert – das ist bitter.“

Nun gibt’s auch mal ne Studie zum Thema, guck an. Und die Erste. Kaum zu fassen, wo es Frauenhäuser ja nun schon seit den 70igern gibt. Die erste deutschlandweite Studie Häusliche Gewalt u. Kosten:

https://www.b-tu.de/news/artikel/13210-kosten-haeuslicher-gewalt-in-deutschland

Auszug:

Mit der Unterzeichnung der Istanbul - Konvention 2011 und deren Ratifizierung am 7. Juni 2017 verpflichtete sich die Bundesregierung zu umfangreichen Maßnahmen gegen Gewalt. Wie groß allein die finanziellen Auswirkungen von Häuslicher Gewalt auf Individuen, Staat und Gesellschaft sind, hat Prof. Dr. Sylvia Sacco vom Institut für Soziale Arbeit der BTU Cottbus-Senftenberg in der ersten deutschlandweiten Erhebung der Kosten Häuslicher Gewalt dargelegt.

Die Studie, die möglichst umfassend direkte und indirekte Kosten zusammenstellt, kommt hier auf Gesamtkosten von mindestens 3,8 Milliarden Euro pro Jahr. Pro Person im erwerbsfähigen Alter ergeben sich Kosten von 74 Euro pro Jahr. Erklärtes Ziel der Erhebung »Häusliche Gewalt – Kostenstudie für Deutschland. Gewalt gegen Frauen in (ehemaligen) Partnerschaften« ist nicht nur, die Folgekosten von Gewalt aufzudecken, sondern auch Datenlücken und Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Insgesamt könnte durch die Entfachung einer gewaltverurteilenden Gesellschaftsdebatte die Sensibilisierung für die Folgen Häuslicher Gewalt vorangetrieben werden. Die Kostenperspektive zeige außerdem, dass jeder Euro zur Umsetzung der Istanbul - Konvention eine Investition ist und somit Gewalt bekämpft, Leid vermeiden hilft und immense Kosten des Staates eingespart werden können.“

Lassen wir nochmal die EMMAs zu Wort kommen:

2012
https://www.emma.de/artikel/frauenhaeuser-muessen-9000-frauen-abweisen-313095

Auszug:

„Die Frauenhäuser schlagen seit Jahren Alarm. Immer wieder müssen sie Frauen und ihre Kinder, die Schutz vor Gewalt suchen,  wegschicken, weil sie aus allen Nähten platzen. 9.000 Frauen fanden 2012 keinen Platz, ergab eine Untersuchung des Bundesfrauenministeriums.“

2017

https://www.emma.de/artikel/wir-muessen-taeglich-eine-frau-abweisen-334509

Auszug:

Wir weisen täglich eine Frau ab. Der Dachverband der autonomen Frauenhäuser protestierte in Weimar, weil in Deutschland 4.300 Frauenhausplätze fehlen. Und was sagten die Frauenministerinnen? Auf der Konferenz der Landes-Frauenministerinnen stand das Thema leider nicht auf der Tagesordnung. Dabei geht es manchmal um Leben und Tod.

Rund 4.300 Plätze für Frauen und Kinder, die vor gewalttätigen Ehemännern und Lebensgefährten flüchten, fehlen in Deutschland, rechnet die ZIF vor. Laut Europarat soll es pro 7.500 EinwohnerInnen einen Platz im Frauenhaus geben. Aber nur zwei Bundesländer, nämlich Bremen und Sachsen-Anhalt, halten diese Quote ein. Bei den Schlusslichtern Saarland, Bayern und Sachsen kommt ein Frauenhaus-Platz auf 17.000 EinwohnerInnen.

Was das heißt, weiß ZIF-Sprecherin Eva Risse aus ihrem Alltag im Bonner Frauenhaus: „Wir mussten im Jahr 2016 471 Frauen abweisen. Eine Katastrophe!“ Das bedeutet: Jeden Tag muss mindestens eine misshandelte Frau im Zweifel wieder zurück zu ihrem Misshandler. Und das kann Leben kosten. „Machen wir uns nichts vor: Jede Frau, die zu diesem Moment keinen Platz findet, kann am nächsten Tag tot sein“, weiß Brigitte Altenkirch vom Berliner Frauenhaus...“

Über die Not der Frauenhäuser habe ich auch schon öfters geschrieben:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/category/3

Zum Schluss nochmal der Hinweis auf das Hilfetelefon ‚Gewalt gegen Frauen‘. Bitte gebt die Webseite u. die Telefon Nr. weiter an eure Freunde.

https://www.hilfetelefon.de/

Auszug:

„Herzlich willkommen! Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung unterstützen wir Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte beraten wir anonym und kostenfrei.“

Hier geht es zur Video Info:

https://www.hilfetelefon.de/materialien/videos-audios/kurzfilm.html

Auszug:

„Wen erreiche ich, wenn ich beim Hilfetelefon anrufe? Wie sieht die Beratung aus? Was ist das Besondere am Hilfetelefon? Diese und viele andere Fragen beantwortet jetzt der neue Kurzfilm des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", der Interessierten das Beratungsangebot näher bringt.

Im Interview erklären Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons und Fachbereichsleiterin Christine Weyh das Angebot und die Arbeitsweise der 24-Stunden-Beratung. Dazu gehören zum Beispiel die hohen Sicherheitsstandards bei der Online-Beratung, die Nutzerinnen die Möglichkeit bieten, die Webseite jederzeit mit nur einem Klick wieder schnell und sicher zu verlassen. Außerdem berichtet eine Beraterin aus der täglichen Beratungspraxis des Hilfetelefons. Dr. Barbara Kavemann, Dipl. Soziologin und Vorsitzende des Beirates des Hilfetelefons, macht darüber hinaus deutlich, welch schwerwiegendes Problem Gewalt gegen Frauen in der Gesellschaft darstellt und wie wichtig das Hilfetelefon als niedrigschwelliges und jederzeit erreichbares Beratungsangebot ist. Um auch Menschen mit Hörbeeinträchtigungen den Film zugänglich zu machen, wurde der Film untertitelt.

Wer das Hilfetelefon unterstützen und zur Bekanntmachung beitragen möchte, kann den Film (über den Link unter dem Filmfenster) gerne auf seiner Webseite einbetten oder in seinen sozialen Netzwerken teilen. Bitte beachten Sie: Der Film darf nur in der vorliegenden Form verwendet und nicht bearbeitet oder verändert werden.“

Einblicke in das Hilfetelefon – Video (Download):

https://www.hilfetelefon.de/uploads/tx_ppvideojw6advanced/Hilfetelefon_Gewalt_gegen_Frauen.mp4

Bitte gebt die Infos über das Hilfetelefon weiter!

Ihr könnt euch auch Info Material dort bestellen.
Zum fröhlichen Verteilen. ;-)

Zum Wochenende gibt’s leichtere Kost. :-)

Der Frühling ist da, juchu. Fröhlich

Und das „Brutgeschäft“ hat begonnen.
Mal reinblinzeln in die Nester… :-)

Singdrossel Familie in Nachbars Garten

https://youtu.be/MEaMMs0bOOc

Rotkehlchen im Nest

https://youtu.be/ogpu0Ioaw30

Passt gut auf euch auf!

Liebe Frühlings Grüße
Violine

22.09.2017 um 08:07 Uhr

Frauenhhäuser - Aufnahmestopp

Hallo Ihr Lieben!

Seit 2012 gibt es meinen Blog. :-)

Kaum online war eines der wichtigen Themen die Gesicherte Finanzierung der Frauenhäuser u. Frauenberatungsstellen.

Die Frauenhäuser selber kämpfen seit 1976, seit es Frauenhäuser gibt, um ihre Finanzierung. Dafür schreiben sie regelmäßig an die Regierung u. berichten über diese Zustände.

Im Jahr 2012 kam auch der erste Lagebericht über die Situation in den Frauenhäusern an die Öffentlichkeit. Somit ist bekannt, dass es an Geld u. Plätzen mangelt.

Geändert hat sich daran nichts. Keiner fühlt sich zuständig.

Länder u. Kommunen. Regierungen u. PolitikerInnen.
Keiner hört zu. Keiner sieht hin. Auf diese Not, dieses Leid.

Dieses Gerangel um Zuständigkeiten wird auf dem Rücken verfolgter Frauen u. Kinder ausgetragen. Denn um die geht es ja. Frauen, die geschlagen, vergewaltigt, bedroht werden u. nach Schutz suchen.

Inzwischen hat sich die Lage derart zugespitzt, dass Frauenhäuser Alarm schlagen.

http://www.emma.de/artikel/aufnahmestopp-frauenhaeuser-schlagen-alarm-334827

Auszug:

„Frauenhäuser schlagen Alarm! Seit Jahren gibt es zu wenig Frauenhaus-Plätze, aber jetzt ist die Lage „dramatisch wie nie“. In einem Offenen Brief an die Fraktionen warnen die Frauenhäuser. Es herrsche „faktisch vielerorts Aufnahmestopp“, erklärt der Dachverband „Frauenhauskoordinierung“ – und spricht von einer „Katastrophe“. Was sind die Ursachen?

Sie bekommen Hilferufe aus ganz Deutschland. „In Hessen gibt es schon seit Wochen einen Notstand bei freien Frauenhausplätzen, schon seit März sind wir voll belegt. Wenn wir versuchen, eine Frau innerhalb von Hessen zu vermitteln, ist dies so gut wie nicht möglich. Wir haben versucht, in Baden Württemberg, in Bayern und Nordrhein-Westfalen einen Platz zu bekommen – ohne Erfolg. Für die Frauen und Kinder ist das eine Katastrophe und für uns eine große psychische Belastung, dass wir Frauen und Kindern keinen Schutz anbieten können.“

Es ist eine Schande! Und diese Problematik ist ja seit vielen Jahren mehr als bekannt. Doch fühlt sich keiner zuständig. Auf Kosten von Frauenleben.

Weiter aus dem o.g. EMMA Artikel:

"Schon seit Jahren klagen die Frauenhäuser über Platz- und Geldmangel. Nun aber verschärft sich die Situation. Zum Beispiel durch die steigenden Mieten, die es Frauenhaus-Bewohnerinnen immer schwerer machen, nach dem Aufenthalt im Frauenhaus eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Hinzu kommt, dass immer mehr Frauen mit besonderen Problemlagen in die Frauenhäuser kommen“, sagt Heike Herold, Sprecherin der „Frauenhauskoordinierung“. „Das sind zum Beispiel Frauen mit Schulden, psychischen Problemen oder einer Suchtproblematik. Die können Sie nicht nach ein paar Wochen wieder auf die Straße schicken

Und dann sind da noch die geflüchteten Frauen, die ihre prügelnden Ehemänner verlassen. Eine weitere Gruppe, die in die Frauenhäuser drängt, die aber schon jetzt aus allen Nähten platzen. Gleichzeitig ist die Finanzierung der Frauenhäuser immer noch keine staatliche Pflichtaufgabe, Länder und Kommunen schieben sich den Schwarzen Peter hin und her.  

Dabei, so die "Frauenhauskoordinierung", hat sich Deutschland mit Unterzeichnung der Istanbul-Konvention zur "Einrichtung von leicht zugänglichen Schutzunterkünften in ausreichender Zahl verpflichtet."

Bereits 2012(!) schrieb ich über die prekäre Lage in den Frauenhäusern u. was, wie getan werden müsste, damit der Bund handeln kann. Hier zu finden:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/Frauenberatungsstellen-Frauennotrufe-und-Frauenhaeuser/10/

Auszug:

Seit vielen Jahren kämpfen die Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser um ihre Existenz. Obwohl der Bund dazu verpflichtet ist nach dem Grundgesetz (Recht auf körperliche Unversehrtheit), durch das Gleichstellungsgesetz u. den Europäischen Konventionen zum Schutz der Frauen vor geschlechtsbezogener Gewalt werden die Mittel weiterhin gekürzt. In Deutschland werden die Frauenhilfesysteme (Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen u. Frauenhäuser) von Ländern u. Kommunen finanziert u. durch Bußgelder und das oft als „freiwillige Leistungen".

Bisher gibt es keine bundesweite Regelung die eine verbindliche u. planungssichere Finanzierung der Hilfesysteme ermöglichen und das auf Kosten der Frauen, die Gewalt erleiden mussten.

Der Bund fühlt sich nicht zuständig.

Praktisch sieht das so aus, dass die Möglichkeit für eine Gesetzgebung des Bundes nur im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung umsetzbar wäre. Danach kann der Bund die Gesetzgebungs Kompetenz an sich ziehen, wenn es um die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse geht. Allerdings sind in diesem Fall hohe Hürden durch das Bundesverfassungsgericht gesetzt und diese Möglichkeit greift nur, wenn entschieden wird, dass dies im gesamtgesellschaftlichen Interesse dringend erforderlich ist.

Da fragt frau sich doch, ob die körperliche Unversehrtheit u. das Gleichstellungsrecht - die in unseren Grundrechten verankert sind - keine „gesamtgesellschaftlichen Interessen“ sind?“

Auch 2013 weiterhin alles unverändert:

http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/Frauenhaeuser-Versorgung-mangelhaft/162/

Wie Terre Des Femmes 2013 schrieb, nachdem der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser heraus kam.

https://frauenrechte.de/online/index.php/themen/haeusliche-gewalt/aktuelles/1105-die-zukunft-der-frauenhaeuser.html

Auszug(weiter unten auf der Seite):

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Diese Ausrede ist uns bekannt. Wir haben sie in Deutschland schon viel zu oft gehört, vor allem in Situationen, in denen Zivilcourage angesagt gewesen wäre.

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Mit dieser Ausrede kann sich die Bundesregierung zumindest seit diesem Jahr nicht mehr herausreden, wenn es um die Situation von gewaltbetroffenen Frauen in Deutschland geht.

Im August 2012 ist der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen in Deutschland erschienen, im Dezember 2012 erfolgte eine öffentliche Anhörung im Bundestag dazu. Sowohl im Bericht, als auch in der Anhörung wurde deutlich, dass die Lage der Frauenhäuser und Beratungsstellen und somit der von Gewalt betroffenen Frauen teilweise erschreckend ist:  Es besteht in Deutschland keine flächendeckende Versorgung mit Hilfsangeboten, es stehen nicht ausreichend Plätze für hilfesuchende Frauen zur Verfügung und die finanzielle und personelle Ausstattung der Angebote ist mehr als dürftig.

Um diese Mindeststandards zu erfüllen, muss das Problem der Finanzierung endlich gelöst werden. Momentan gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Finanzierungsmodelle, bei denen die Kommunen zu keiner Unterstützung verpflichtet sind. Muss eine Kommune sparen, kann es durchaus passieren, dass die Unterstützung des örtlichen Frauenhauses dem Rotstift zum Opfer fällt. Eine Möglichkeit der Finanzierung wäre, dass der Bund eine ausreichende Sockelfinanzierung u.a. für die Finanzierung des Gebäudes und des Personals zur Verfügung stellt, die Bedarfsplanung aber den einzelnen Bundesländern überlassen bleibt.“

Hier geht es über die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser, kurz ZIF, zum Offenen Brief an die Bundestagsfraktionen, die Gleichstellungs- u. FrauenministerInnenkonferenz u. die kommunalen Spitzenverbände.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/frauenh%C3%A4user-schlagen-alarm-platzmangel

Der Offene Brief(pdf):

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/sites/default/files/report_attachment/2017-09-12_offener_brief_fhk_frauenhausplaetze.pdf

Über die katastrophalen Zustände in Deutschland schreibt auch die Huffington Post:

http://www.huffingtonpost.de/2017/09/15/frauenhauser-mussen-jahrlich-tausende-frauen-abweisen_n_17994020.html

Auszug:

Jede vierte Frau in Deutschland erfährt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt von ihrem Partner. Für viele Frauen ist der einzige Ausweg die Flucht in ein Frauenhaus.

Doch zum Teil muss jede zweite Frau abgewiesen werden, die Hilfe sucht – es gibt kaum freie Plätze in Deutschland. Jetzt wendet sich der Dachverband Frauenhauskoordinierung mit einem offenen Brief an die Bundestagsfraktionen, die Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz und die kommunalen Spitzenverbände.

Etwa 40.000 Frauen und Kinder suchen jährlich Zuflucht in Deutschlands Frauenhäusern, aber rund 9000 Frauen müssen aufgrund des Platzmangels abgelehnt werden. Durch die fehlenden Plätze und den Geldmangel spitzt sich die Lage immer mehr zu. Die Mieten der Frauenhäuser steigen, einen Platz gibt es nicht immer umsonst. Einige der Schutzsuchenden können sich den Aufenthalt gar nicht leisten. Auch geflüchtete Frauen kommen vermehrt bei den Unterkünften an, um gewalttätigen Männern zu entkommen.

Schon vor fünf Jahren hat die Informationsstelle Autonome Frauenhäuser (ZIF) in einer Stellungnahme kritisiert, dass die finanziellen Mittel, die den Frauenhäusern zur Verfügung gestellt werden, nicht ausreichen. Aber die Zuständigkeient werden von den Ländern zum Bund, dann auf die Landkreise geschoben und wieder zurück. Keiner möchte die Verantwortung übernehmen. Politiker diskutieren schon lange darüber, wie Frauenhäuser finanziell abgesichert werden sollen. Doch Ergebnisse gibt es bislang keine.“

Genau das ist das Problem. Seit Jahren.

Wie die ZIF schreibt, gibt es seit 1976 Frauenhäuser, aber deren Finanzierung hängt vom politischen Willen der Kommune u. des jeweiligen Bundeslandes ab.

Erschwerend ist noch hinzugekommen, dass die Kosten des Frauenhauses auf die Frauen und ihre Kinder umgelegt wird mit der Tagessatzfinanzierung.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/themen/frauenhausfinanzierung

Auszug:

Frauen mit genügend Einkommen müssen die Kosten für den Frauenhausaufenthalt selbst tragen und Frauen ohne genügend Einkommen müssen dafür Sozialleistungen (meist "Hartz IV") beantragen – auch wenn sie für den eigenen Lebensunterhalt sonst keine Sozialleistungen bräuchten. Diese Art der Finanzierung stellt nachweislich für viele gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder eine unüberwindliche Hürde dar und gefährdet ihren schnellen und unbürokratischen Schutz in erheblichem Maße. Die Frauenhäuser selbst setzen sich seit 2007 trägerübergreifend wieder verstärkt für eine bundesweit einheitliche, unbürokratische und verlässliche Regelung zur Finanzierung von Frauenhäusern ein. Sie darf die gewaltbetroffenen Frauen und ihre Kinder nicht zusätzlich belasten und gefährden.

Nur über eine bundeseinheitliche Regelung können der erforderliche Schutz und die notwendige Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder über Stadt- und Landesgrenzen hinweg ohne Einschränkung - frei von Zuständigkeits- oder Finanzstreitigkeiten, frei von ausländerrechtlichen Hindernissen - gewährleistet werden. Darüberhinaus muss die Trägervielfalt mit unterschiedlichen Konzepten und Angeboten  im Interesse der Gewalt betroffenen Frauen erhalten bleiben und auch für die Zukunft sichergestellt werden.“

Das alles ist eine Schande für unser Land!

Mein Blog ist ein Informations – u. Aufklärungs Blog. Je mehr so etwas bekannt wird, desto mehr Menschen können sich dafür stark machen. Wer kann, bitte verteilt den Offenen Brief an andere, im Internet, bei facebook.

Als ich 2012 damit begann über dieses Elend zu schreiben, bin ich parallel dazu herum gelaufen u. habe für die Frauenhäuser u. deren Finanzierung geworben. Eigentlich der Job des Bundes. Wenn die aber weiter das Problem ignorieren u. vertrödeln... Irgend etwas muss getan werden!

Und naja, Kleinvieh macht auch Mist. ;-)

Frau/man fühlt sich nicht ganz so hilflos.
Aktiv werden ist besser als nur zu jammern. ;-)

Deshalb noch einige simple Tipps:

° Wer vorhat demnächst zu heiraten, man kann ja solche Wunschlisten veröffentlichen. Statt Geschenkeberge, wieso nicht auch darum bitten an das örtliche Frauenhaus zu spenden?!

° Wer es mit Kirchens hat, bittet eure PfarrerInnen mal ne Sammelaktion zu starten für ein Frauenhaus. Dafür kann man sich auch entsprechende Flyer besorgen oder selber gestalten.

° Wer jemanden zu Grabe trägt, kann auch statt Kränze um ne Spende für Frauenhäuser bitten auf den Trauerkarten oder in der Anzeige. Ist alles möglich.;-)

° Es gibt Geburtstage, Anlässe, Straßenfeste,KiTa Feiern, uvm., für die man entsprechende Flyer mit Infos vorbereiten kann, Spenden an die ZIF oder an das nächste Frauenhaus.

° Und dann waren da ja noch… Erntedank, Weihnachten, Ostern… Feste, die auch als Anlass genommen werden können, um für Frauen u. Kinder in Not Gelder aufzutreiben. :-)

°Es gibt Arztpraxen, bei denen ihr Infos dazu hinterlassen könnt. Viele Praxen spenden zum Jahresende gerne mal an irgend einen Verein, gebt ihnen Anlass Frauenhäuser zu unterstützen. ;-)

Heutzutage wäre wohl eine Art Flashmob vor dem Bundestagsgebäude oder größere Wellen bei facebook, den Sozialen Netzwerken eher die Art, etwas zu bewegen. Fein, dann tut es. ;-) Ich kann nur Anregungen geben.

Zum Wochenende nun wieder etwas luftigere Kost.;-)

Killdeer Chicks

https://www.youtube.com/watch?v=Lka-Pqm4YtY

A Good Mother Killdeer

https://www.youtube.com/watch?v=UcJB4sWVykQ

Singing Birds

https://www.youtube.com/watch?v=48h51Ejyhm0

Euch ein sonniges Wochenende

und liebe Grüße
Violine

13.05.2014 um 08:56 Uhr

Leben im Frauenhaus

Hallo Ihr Lieben!

Eine Wanderausstellung über das Leben
im Frauenhaus gibt es seit dem 8.Mai in
Bochum zu sehen.
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/ausstellungser%C3%B6ffnung-bochum-und-fotoband-auf-der-schwelle-leben-im-frauenhaus

Auszug:
„Die Foto-Ausstellung "Auf der Schwelle - Leben im Frauenhaus" und der gleichnamige Fotoband geben Einblick in den Alltag im Frauenhaus. Die Ausstellung wird erstmals gezeigt in Bochum vom 8. Mai bis 4. Juli 2014.

„Dem Mut der Frauen, sich ihrer Situation zu stellen, ist es zu verdanken, dass ich sie ein Stück ihres Weges begleiten konnte und ihren nicht ‚ganz normalen Alltag‘ fotografieren durfte. Ihre Schicksale haben mich sehr bewegt. Es gibt traurige Momente, aber auch solche, die von der Kraft und Entschlossenheit der Frauen erzählen, ein neues Leben anzufangen.“


Die desaströse finanzielle Situation der Frauenhäuser in Deutschland hat sich nicht verändert.
Immer noch müssen Frauen die mit ihren Kindern vor Gewalt u. Lebensbedrohung flüchten, weggeschickt werden. Was bedeutet: Das deutsche Hilfesystem gefährdet Frauen u. Kinder, wenn schnelle unbürokratische Hilfe nicht gewährt werden kann.
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/themen/frauenhausfinanzierung

Auszug:
„Der „Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder“ (August 2012) zeigt einen unüberschaubaren Flickenteppich an unterschiedlichen Finanzierungsregelungen, die von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune variieren, zum Teil sogar innerhalb einer Kommune.

Eng verknüpft mit der Frage der Finanzierung der Frauenhäuser ist der Zugang zu Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Je komplizierter und mühsamer, ja abschreckender der Zugang zu Schutz und Hilfe ist, desto weniger wirksam ist er. Die schnelle und unbürokratische  Aufnahme in ein Frauenhaus kann das Leben von Frauen und Kindern retten oder – wenn diese nicht gewährt wird – gefährden.

Am meisten erschwert wird die schnelle und unbürokratische Aufnahme im Frauenhaus durch die sog. Tagessatzfinanzierung. Hier werden die Kosten des Frauenhauses auf die Frauen und ihre Kinder umgelegt.“


Schlimm genug, dass Frauen u. ihr Kinder abgelehnt werden, die Frauenhäuser überfüllt sind, es gibt zudem immer wieder Frauenhäuser, die wegen der ständigen Kürzungen der „freiwilligen“ Leistungen der Länder schließen müssen.
http://www.frauenhaus-hanau.de/
http://infoportal-nordfriesland.de/index.php/tipps-tricks/254-wenn-frauen-keinen-schutz-vor-ihrem-gewalttaetigen-mann-finden
http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/alarm-frauenhaeuser-in-berlin-ueberfuellt-article1780068.html

Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang an zwei Artikel der EMMA mit Blick
ins Frauenhaus.
http://www.emma.de/artikel/haeusliche-gewalt-ein-tag-im-haus-fuer-geschlagene-frauen-264916
(1977)
http://www.emma.de/artikel/haeusliche-gewalt-ein-blick-ins-frauenhaus-264997
(2010)

Solange auf politischer Ebene nicht gehandelt wird um eine gesicherte bundesweite
Finanzierung der Frauenhäuser zu gewährleisten, möchte ich Euch bitten euch für
die Frauenhäuser in Eurem Bundesland stark zu machen.

Es gibt vielerlei Möglichkeiten der Unterstützung:
Spendenaufrufe bei Familienfeiern, Jubiläen, Firmen. Statt Kränze Geld fürs Frauenhaus.
Hochzeitswunschlisten zu Gunsten von Frauenhäusern. Kirchenfeste, Schulveranstaltungen.
Vereinstöpfe für gute Zwecke. Kleider- u. Sachspenden u.v.m.

Hier geht es zur ZIF, Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser:
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/themen/frauenhausfinanzierung

Jetzt wünsche ich Euch noch eine
freudige Woche u. liebe Grüße
Violine

06.12.2013 um 08:22 Uhr

Frauen in Not - Zugang zu Frauenhäusern erschwert oder unmöglich

Hallo Ihr Lieben!

Für den Fall, dass Ihr, Eure Freundinnen oder Eure
Töchter in der Partnerschaft sexuelle oder körperliche
Gewalt erleben hoffe ich für Euch auf schnelle und
unbürokratische Hilfe.

Denn sicher ist das auf gar keinen Fall.

Was also tun, wenn der eigene Partner sich als prügelnder
Sexualstraftäter entpuppt u. auch nicht vor den eigenen
Kindern Halt macht?

Eigentlich gibt es eine Menge Frauennotrufe und Frauenhäuser.
Doch kämpfen diese Hilfesysteme jedes Jahr selber ums
Überleben.

Die Erfahrung zeigt, dass (Ex-)Partner viel zu oft Frauen
u. Kinder schlagen und erst wenn das Fass überläuft suchen
geschlagene u. vergewaltigte Frauen Hilfe, bzw. eine Zuflucht.
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/gewalt-gegen-frauen-endet-zu-oft-t%C3%B6dlich

Auszug:
„Studien und die Erfahrungen von Fachberaterinnen bestätigen,
dass Tötungen von Frauen durch (ehemalige) Partner häufig die
Spitze einer Gewalteskalation und jahrelanger Gewalt in der
Beziehung sind: Frauen erleben sexualisierte und körperliche
Gewalt, überleben versuchte Tötungen und Morddrohungen
und finden zu häufig doch keinen adäquaten Schutz und
keine ausreichende Unterstützung.

Um die Gewalteskalationen zu durchbrechen, müssen
gewaltbetroffene Frauen schnell qualifizierte Unterstützung
und unbürokratisch Schutz finden. Doch die Realität sieht ganz
anders aus: Frauenhäuser sind überfüllt oder der 
Zugang ist durch bürokratische Hürden versperrt, 
Fachberatungsstellen sind wegen zu geringer  
Ressourcen schwer erreichbar und (fast) alle  
Einrichtungen müssen immer wieder auf's Neue um ihre Existenz bangen
.“

Was also tun, wenn der Partner mit dem Küchenmesser
auf die Kinder oder einem selber losgeht?

Warten, bis vielleicht mal wieder ein Platz frei ist im
Frauenhaus? Oder versuchen - während der Partner
ausrastet - mal eben das Sparbuch zu suchen?

Denn die lebensrettende Aufnahme in ein Frauenhaus kostet
Geld u. das täglich.
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/themen/frauenhausfinanzierung

Auszug:
„Seit 1976 gibt es Frauenhäuser in Deutschland.
Die Finanzierung der Frauenhäuser ist seitdem ungeregelt
und unzureichend. Wie ein Frauenhaus personell und 
räumlich ausgestattet ist, hängt im Wesentlichen von 
dem politischen Willen der Kommune und des jeweiligen Bundeslandes ab.

Eng verknüpft mit der Frage der Finanzierung der Frauenhäuser
ist der Zugang zu Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen
und ihre Kinder.
Je komplizierter und mühsamer, ja abschreckender der Zugang
zu Schutz und Hilfe ist, desto weniger wirksam ist er.
Die schnelle und unbürokratische  Aufnahme in ein 
Frauenhaus kann das Leben von Frauen und Kindern  
retten oder - wenn diese nicht gewährt wird – gefährden.


Am meisten erschwert wird die schnelle und unbürokratische
Aufnahme im Frauenhaus durch die sog. Tagessatzfinanzierung.
Hier werden die Kosten des Frauenhauses auf die  
Frauen und ihre Kinder umgelegt

Und weiter aus dem o.g. Artikel:
„Nur über eine bundesgesetzliche Regelung kann der
gleichwertige Zugang zum Hilfesystem bundesweit
verbindlich geregelt werden. Frauenhäuser sind naturgemäß
überregionale Einrichtungen, denn Frauen fliehen aus Angst
häufig in weit(er) entfernte Frauenhäuser, z.B. in andere
Bundesländer. Nur über eine bundeseinheitliche Regelung
können der erforderliche Schutz und die notwendige
Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder
über Stadt- und Landesgrenzen hinweg ohne Einschränkung -
frei von Zuständigkeits- oder Finanzstreitigkeiten, frei von
ausländerrechtlichen Hindernissen - gewährleistet werden.“

Diese Form der Finanzierung über freiwillige Leistungen oder
einen Tagessatz lässt die Hilfe suchenden Frauen in ihrer Not
im Regen stehen.
Unterlassene Hilfeleistung durch die Länder trifft es wohl eher.

Die Bundesregierung ist in der Pflicht ein flächendeckendes
u. finanziell gesichertes Hilfesystem anzubieten.

http://www.emma.de/artikel/haeusliche-gewalt-ein-tag-im-haus-fuer-geschlagene-frauen-264916
(März 1977)


Chantal Louis war vor Ort 2010 u. hat sich das Elend
mal genauer angesehen:
http://www.emma.de/artikel/haeusliche-gewalt-ein-blick-ins-frauenhaus-264997
(Winter 2010)

Auszug:
„Rödeln“ ist Nicole Grobes Lieblingswort. Wahrscheinlich würde
die Diplom-Pädagogin, die seit zwölf Jahren im Gelsenkirchener
Frauenhaus arbeitet, dieses Verb viel lieber seltener benutzen.
Aber die Lage ist nun mal so, dass sie es häufig einsetzen muss.
Zum Beispiel in Sätzen wie: „Wir rödeln uns von Jahr zu Jahr 
durch." Denn 33 Jahre nachdem Deutschlands erstes Frauenhaus 
eröffnete, und fünf Jahre nachdem eine vom Frauenministerium 
in Auftrag gegebene Studie feststellte, dass jede vierte Frau in 
ihrer Ehe oder Beziehung Opfer von Gewalt ist, steht es um   
die Finanzierung der Frauenhäuser schlechter denn je
.“

Und weiter heißt im o.g. Artikel:
„Die alarmierende Bilanz des gesamtdeutschen Streichkonzerts
lautet jedenfalls: Von 434 Frauenhäusern im Jahr 2002 sind 
2009 noch 358 übrig. Dabei machen den Schutzhäusern und 
ihren Bewohnerinnen nicht nur die Kürzungen der 
Landeshaushalte zu schaffen, sondern auch: Hartz IV.
Jetzt haben sie und ihre Kolleginnen es mit „Fallmanagern“ zu
tun, deren oberstes Ziel die Eingliederung der betreffenden Frau
in den Arbeitsmarkt ist und die von den Sorgen und Nöten einer
nach jahrelanger Misshandlung schwer Traumatisierten keinen
blassen Schimmer haben.


Problem Nummer zwei: Während die Hilfe früher relativ
unbürokratisch gewährt wurde – schließlich handelte  
es sich ja um einen Notfall – muss die vor ihrem  
prügelnden Mann geflohene Frau jetzt Berge von Unterlagen beibringen
.“ 

Kaum vorzustellen.
Da wird eine Frau grün u. blau geschlagen - oft auch die
Kinder - u. um in diesem Notfall sofort Hilfe zu erhalten
heißt es dann: Tut uns leid, ohne Moos nichts los?!

Ich glaube, die meisten wissen gar nicht wie schlimm
das wirklich ist.

Angenommen bei uns wird eingebrochen, wir werden
niedergeschlagen, schaffen es noch die Polizei zu rufen und
was tun die: Fragen erst mal ob wir auch genügend Bargeld
hätten, sonst würden sie nicht ausrücken.

Tja, im Normalfall undenkbar.
Aber wenn Frauen von ihren Partnern bedroht, verprügelt
oder gar in Lebensgefahr sind passiert genau das.

Im letzten Jahr gab es mal dieses Projekt:
http://www.emma.de/artikel/mitmachen-wunschzettel-der-frauenhaeuser-265356

Leider wurde die Aktion inzwischen wieder eingestellt, weil
es zu aufwändig wurde, alljährlich die Frauenhäuser
zu kontaktieren u. um Wunschlisten zu bitten.

Ihr könnt die Frauenhäuser natürlich trotzdem unterstützen!

Zur Lage der Frauenhäuser findet Ihr hier weitere Infos:
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/bericht-der-bundesregierung-zur-lage-der-frauenh%C3%A4user-0

Unterstützen könnt Ihr die Anliegen auf der Zusatz-Seite
der Autonomen Frauenhäuser:
http://www.schwerewegeleichtmachen.de/lists/?p=subscribe&id=1
(Kampagne unterstützen)

Wer selber betroffen ist von Gewalt hier der Link
zu den Frauenhäusern(auch rechts in meiner Linksliste):
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/content/schutz-und-unterst%C3%BCtzung

Zum vor uns liegenden Wochenende mal ein
Schmankerl aus meinen beliebten Britblog:
http://britblog.blog.de/2013/10/23/innen-aussen-16663333/

Jetzt wünsche ich Euch ein ruhiges Wochenende
ohne vom Sturm all zu heftig durchgeschüttelt zu werden!
Liebe Grüße
Violine

10.05.2013 um 07:14 Uhr

Frauen in Not - Aktion "Schwere Wege leicht machen"

Hallo Ihr Lieben!

Damit es nicht in Vergessenheit gerät, möchte ich
Euch an diese Aktion erinnern:
http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/zif_finanzierung_frauenhaeuser.html

Auszug:
„Am 8. März 2013 starten die Frauenhäuser in Deutschland und ihre bundesweiten Vernetzungsstellen ZIF (Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser) und FHK e.V. (Frauenhauskoordinierung e.V.) ihre gemeinsame Kampagne "Schwere Wege leicht machen".

Die Kampagne soll im Vorfeld der Bundestagswahlen Politikerinnen und Politiker dazu veranlassen, sich zu der Frage des schnellen und unbürokratischen Zugangs gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder zu Schutz und Hilfe klar zu positionieren. Sie endet am 25.11.2013, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

Für die Forderungen der gemeinsamen Kampagne werden von den Frauenhäusern und ihren UnterstützerInnen auf Postkarten und Listen Unterschriften gesammelt."

Hier gehts zur Infoseite:

http://www.schwerewegeleichtmachen.de/cms/front_content.php?idcat=4&idart=5&lang=1

http://www.schwerewegeleichtmachen.de/cms/front_content.php?idcat=14


Auszug:
„Gewalt gegen Frauen ist weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung. Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist eine Pflichtaufgabe des Staates. Die Forderung für eine gesicherte Finanzierung von Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder bezieht sich nicht nur auf die Frauenhäuser, sondern auf das gesamte Frauenunterstützungssystem.“

Bitte unterstützt diese Kampagne!

Liebe Grüße
Violine

 

19.04.2013 um 08:14 Uhr

Unsichere Finanzierung der Frauenberatungsstellen behindert Heilungsprozess Betroffener

Hallo Ihr Lieben!

Neulich fragte mich eine Bekannte, weshalb unsere
Regierung bisher kein Einsehen hat die Frauenhäuser
und Frauennotrufe kontinuierlich zu finanzieren?

Denn sicher ist da gar nichts.
Inzwischen sollte jedem klar sein, dass es besonders
für von Gewalt betroffenen Frauen wichtig ist Sicherheit
zu erfahren um überhaupt je wieder heil zu werden.

Doch können das die entsprechenden Frauen- u. Mädchen
Beratungsstellen, sowie die Frauenhäuser nur bedingt anbieten.
Somit ist diese Art der unsicheren Finanzierungslage
kontraproduktiv, was den Heilungsprozess bei sexualisierter
Gewalt angeht für die Betroffenen.


Folglich sind auch die Therapiekosten auf die Dauer höher.
Eins bedingt das andere.
Je weniger Sicherheit, je länger dauert die Heilung.

Zum Thema gibt es hier in meinem Blog auch
eine entsprechende Rubrik:
http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/category/3

Wer mehr tun möchte, kann sich schriftlich an die
jeweiligen Abgeordneten der Länder u. des Bundes
wenden und mal nachfragen, weshalb der Bund seit Jahren
eine sichere u. bundesweite Finanzierung der Hilfeeinrichtungen
verweigert. Hier ist das möglich:
http://www.abgeordnetenwatch.de/abgeordnete-337-0.html

Eigentlich könnte ich mich jetzt auslassen über die
Finanzpolitik und die Werte unserer Regierung.

Interessiert sich der Bund noch für die Probleme
und Sorgen des eigenen Volkes?

Es gibt unzählige Gremien in der Regierung mit
entsprechenden Fachpersonal, die sich über genau
solche Probleme austauschen um anschließend die
notwendigen Gesetze auf den Weg zu bringen.

Wie es um die Situation des Hilfenetzes für von Gewalt
bedrohten Frauen u. Kindern aussieht ist ausreichend bekannt:
http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/haeusliche-gewalt/aktuelles/1105-die-zukunft-der-frauenhaeuser.html

Zur Erinnerung hier nochmal die Anträge an den Bundestag
von den GRÜNEN u. den LINKEN aus 2009:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/002/1700259.pdf
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/002/1700243.pdf


Entnommen der Seite des Bundestages:
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a13/Beschlussempfehlungen_und_Berichte/index.html

Problem erkannt - aber nicht gebannt.

Zum Wochenende möchte ich Euch gerne wieder
ein Schmankerl von Luise F. Pusch zu lesen mitgeben:
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/comments/von-muttis-mamas-und-muttermilsch/

Auszug:
„Mutti ist die Bestie“ ist der wenig originelle Titel eines wenig
originellen Buchs, das Tina Mendelsohn am Donnerstag in
der „Kulturzeit“ vorstellte. Geschlagene sieben Minuten
unterhielt sie sich mit dem 67jährigen Autor „Dr. med.
Torsten Milsch“ - so lässt er sich auf dem Cover nennen,
damit wir nicht glauben, irgendein Pfuscher hätte da ein
paar Ideen zusammengeschmiert.

Wie wir alle wissen, ist eigentlich Vati die Bestie, besonders
in der katholischen Variante, als Missbrauchs-Pater, vom
VatiKan (Uta Ranke-Heinemann) zu schweigen. Aber der
Pater familias, das männliche Familienoberhaupt, ist auch
nicht ohne.“


Ich wünsche Euch ein wunderschönes
und entspanntes Wochenende!

Liebe Grüße
Violine

24.03.2013 um 07:11 Uhr

Kampagne-Schwere Wege leicht machen

Hallo Ihr Lieben!

Da bin ich wieder - fröhlich zurück aus meiner Pause.:-)
Ruhig war diese Auszeit allerdings nicht.
Doch nun will ich mich wieder in die Schreiberei stürzen.:-)

Ich hoffe, es es geht Euch gut, meine werten LeserInnen?
Falls nicht - vertraut darauf, dass Not, Leid, Probleme
immer ein Ende finden u. sie uns nur eine gewisse Zeit
plagen u. schütteln um dann wieder zu weichen.

Heute möchte ich Euch gerne auf ein Projekt der Autonomen
Frauenhäuser aufmerksam machen u. Euch bitten die Frauen
zu unterstützen.

http://www.schwerewegeleichtmachen.de/cms/front_content.php?idcat=3&lang=1

Auszug:

„In der Frauenhausfinanzierung ist ein Systemwechsel
notwendig. Die derzeitige Regelung führt dazu, dass alle
Frauenhäuser ungleich und aus verschiedenen Quellen
(Bundesländer/Kreise/Städte/Selbstzahlerinnen) finanziert
werden. Ob eine Frau schnellen und unbürokratischen
Zugang zu Schutz und Hilfe hat, hängt nicht zuletzt davon
ab, in welcher Region in Deutschland sie lebt.
Frauenhaus-Finanzierungsmodelle wie die sog. Tagessatz-
finanzierung wälzen die Kosten des Frauenhausaufenthaltes
auf die einzelne Frau ab bzw. beteiligen sie an den Kosten.

Die Kampagne „Schwere Wege leicht machen!" soll
Bundespolitiker/-innen die Dringlichkeit einer bedarfsgerechten
Finanzierung von Frauenhäusern deutlich machen.“


Es ist kaum vorstellbar, dass Frauen, die Häusliche Gewalt
erleiden-oft auch deren Kinder-aus finanziellen Gründen keinen
Platz in einem Frauenhaus bekommen.

Jedoch ist es Realität für viele geschlagene Frauen.
Entweder gibt es keinen Platz in den Frauenhäusern oder
sie haben nicht die Mittel um den Tagessatz zu bezahlen.

Hinzu kommt auch noch, dass die meisten Frauenhäuser
so wenige Zuschüsse erhalten, dass es kaum möglich ist
genügend Personal einzustellen u. die Häuser immer am Limit
stehen oder gar schließen müssen.

Mal ein Beispiel, wie es Frauen ergehen kann, die Hilfe suchen:
http://www.schwerewegeleichtmachen.de/cms/front_content.php?idcat=5&idart=6&lang=1

Dieser Zustand ist untragbar!!
Bitte verlinkt dieses Projekt und informiert andere.

Hier geht es zur Online-Unterstützung:
http://www.schwerewegeleichtmachen.de/lists/?p=subscribe&id=1

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal
an den Wunschzettel der Frauenhäuser erinnern:

http://www.wunschzettel-der-frauenhaeuser.de/
(auch direkt über meine Linkliste erreichbar)

Zum Thema selber findet Ihr weitere Infos hier
in meinem Blog:
http://www.blogigo.de/Frauen_bewegen_Frauen/category/3

Die Vögel singen trotz Eiszeit u. Minusgraden.:-)
Erstaunlich dass sie sich nicht täuschen lassen durch
Schneemassen u. Eiszapfen und den Frühling freudig begrüßen.

Vielleicht sollten wir uns anstecken lassen von diesen
fröhlichen Federfreunden.:-)

Ich wünsche Euch für die neue Woche
viel Kraft und Mut für Euer Tun!

Liebe Frühlings Grüße
Violine

 

Nachtrag:
Außerdem noch eine dringende Petition von Avaaz.org
für die Frauen u. Kinder der Malediven:
http://www.avaaz.org/de/maldives_global/?bIUVldb&v=23260

 

 

25.01.2013 um 11:19 Uhr

Frauenhäuser - Versorgung mangelhaft

Hallo Ihr Lieben!

Die Lage in den bundesweiten Frauenhäusern sieht schlecht aus. Wie es um die
Frauenhäuser wirklich steht u. damit um Frauen, die Gewalt erlitten haben, möchte ich Euch gerne anhand dieser Infoseite von Terre des Femmes vorstellen:

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/haeusliche-gewalt/aktuelles/1105-die-zukunft-der-frauenhaeuser.html

 

Auszug:

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Mit dieser Ausrede kann sich die Bundesregierung zumindest seit diesem Jahr nicht mehr herausreden, wenn es um die Situation von gewaltbetroffenen Frauen in Deutschland geht. Im August 2012 ist der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen in Deutschland erschienen, im Dezember 2012 erfolgte eine öffentliche Anhörung im Bundestag dazu. Sowohl im Bericht, als auch in der Anhörung wurde deutlich, dass die Lage der Frauenhäuser und Beratungsstellen und somit der von Gewalt betroffenen Frauen teilweise erschreckend ist: 

Es besteht in Deutschland keine flächendeckende Versorgung mit Hilfsangeboten, es stehen nicht ausreichend Plätze für hilfesuchende Frauen zur Verfügung und die finanzielle und personelle Ausstattung der Angebote ist mehr als dürftig.

 

Um diese Mindeststandards zu erfüllen, muss das Problem der Finanzierung endlich gelöst werden. Momentan gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Finanzierungsmodelle, bei denen die Kommunen zu keiner Unterstützung verpflichtet sind. Muss eine Kommune sparen, kann es durchaus passieren, dass die Unterstützung des örtlichen Frauenhauses dem Rotstift zum Opfer fällt.


Eine Möglichkeit der Finanzierung wäre, dass der Bund eine ausreichende Sockelfinanzierung u.a. für die Finanzierung des Gebäudes und des Personals zur Verfügung stellt, die Bedarfsplanung aber den einzelnen Bundesländern überlassen bleibt. Der Bund hat die Möglichkeit, bundeseinheitliche Qualitätskriterien für die Arbeit von Frauenhäusern und Beratungsstellen und die Finanzierung gesetzlich zu formulieren.

 

TERRE DES FEMMES fordert die Bundesregierung nachdrücklich auf, unverzüglich eine bundesgesetzliche Regelung für die Finanzierung des Hilfesystems zu finden! Noch schlimmer als nichts zu wissen, ist – trotz besseren Wissens – nichts zu unternehmen!“

 

Dem stimme ich voll und ganz zu!!

 

Was würde passieren, wenn bei einem Überfall,

Einbruch oder Gewaltverbrechen die Polizei

gerufen wird und dort würde auf einmal eine

Automatische Ansage kommen:

‚Tut uns leid, wir können nicht kommen, weil

wir die Miete nicht zahlen konnten u. auf der

Straße sitzen.‘

 

Zum Glück kann das nicht geschehen, weil

der Bund dafür Sorge trägt.

 

Bei Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen,

die für den Schutz von Frauen u. Kindern

zuständig sind kann das sehr wohl vorkommen.

Dafür fühlt sich der Bund nicht zuständig.

 

Deshalb denke ich wird es Zeit, dass wir noch

aktiver werden und mal Lärm machen.

Dazu empfehle ich Euch öfters an die

Abgeordneten des Bundestages zu schreiben:

http://www.abgeordnetenwatch.de/abgeordnete-337-0.html

Das gilt auch für EU-Abgeordnete:

http://www.abgeordnetenwatch.de/abgeordnete-669-0.html

 

Klickt auf eine/n Abgeordnete/n Eurer Wahl,

das nächste Fenster öffnet sich und dort könnt

Ihr weiter unten Eure Fragen stellen und mal nach

haken, wie das denn so ist mit der sicheren Finanzierung

der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen.:-)

 

Es können auch Petitionen an den Bundestag

gerichtet werden: https://epetitionen.bundestag.de/

Damit diese aber überhaupt angehört werden, muss

eine bestimmte Anzahl von Unterzeichnern dieser

Petition zusammen kommen(50.000).

Ich weiß auch nicht, ob es bereits eine derartige

Petition gegeben hat, dann wird das erst gar nicht

veröffentlicht.

 

Das Beste wäre natürlich, wenn bestimmte

große Medien das Thema aufgreifen würden.

Denn vor der Bundestagswahl wird es den

Fraktionen sauer aufstoßen, wenn ihnen

öffentliche Untätigkeit in Hinsicht auf den

Schutz von Frauen u. Kindern vorgehalten wird.

Das macht sich gar nicht gut.

 

Also Ihr seht, wir haben schon einige

Möglichkeiten aktiv zu werden.:-)

Bitte nutzt das!

 

Liebe Grüße

Violine

19.12.2012 um 06:13 Uhr

Wunschzettel der Frauenhäuser

Hallo Ihr Lieben!

 

Hier eine wunderbare Idee der Kieler Sozialpädagogin

Sabine Hering, die ich auf EMMA-online gefunden habe:

Ein Wunschzettel der Frauenhäuser zu Weihnachten.

Ich finde es einfach großartig!!

 

Bitte unterstützt die Frauenhäuser mit Spenden

oder Paketen, die Ihr an die genannten Adressen

in der Homepage schicken könnt.

 

http://www.wunschzettel-der-frauenhaeuser.de/

 

Ich hoffe, es finden sich viele, die diese

so wertvolle Arbeit unterstützen!!

 

Denn DAS hat meiner Meinung nach wirklich

etwas mit Weihnachten zu tun:

Frauen und Kindern zu helfen, die Not leiden.

In der „Weihnachtsgeschichte“ ging es ja um

eine obdachlose schwangere Frau.

 

Von daher bin ich begeistert von dieser Aktion.:-))

Bitte unterstützt diesen tollen Aufruf!!

 

Liebe Grüße

Violine

07.09.2012 um 11:10 Uhr

Bericht zur Situation der Frauenhäuser-und alles bleibt wie es ist?!

Hallo Ihr Lieben!


Zur aktuellen Situation der Frauenhäuser, Fachberatungs-

stellen und anderer Unterstützungsangebote für

gewaltbetroffene Frauen hat Terre de Femme über den

nun endlich veröffentlichten Bericht der Bundesregierung

(August 2012)Stellung genommen.

http://www.terre-des-femmes.de/

 

Auszug aus o.g. Link:

Über 9.000 schutzsuchende Frauen wurden im letzten Jahr bundesweit von den Frauenhäusern verwiesen! In den oft überfüllten Einrichtungen war kein Platz für sie. „Mit dem Bericht stellt sich die Bundesregierung selbst ein Armutszeugnis beim Schutz von Frauen und deren Kinder vor Gewalt aus“, resümiert Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V. “

 

Trotz dieser klaren Aussage sieht Familienministerin Schröder

keinen Grund dafür ein Gesetz zu erlassen, was die

Finanzierung der Frauenhäuser endlich absichern würde.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/

 

Auszug aus o.g. Link:

"Das Bundesfamilienministerium hat endlich den seit 2 Jahren überfälligen Bericht zur Situation der Frauenhäuser veröffentlicht. Ministerin Schröder erkennt laut Pressemitteilung des BMFSFJ zwar leichte Defizite im Zugang zu Schutz und Hilfe, sieht aber keinen akuten Handlungsbedarf und hält ein eigenständiges Bundesgesetz für die Finanzierung der Frauenhäuser für nicht erforderlich. Der Lagebericht zeigt dem gegenüber allerdings ein katastrophales Bild, das sich mit den verharmlosenden Worten von Ministerin Schröder nicht in Einklang bringen lässt.“

 

Wer Interesse hat den Bericht selber zu lesen kann diesen auf

der Seite des BMFSJ weiter unten auf der Seite als pdf-Datei finden:

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=187844.html

 

Ich will mich auch noch durch die ganzen Seiten durcharbeiten.

 

Diese 9.000 Schutz suchenden Frauen, die abgewiesen wurden in

ihrer Not hätten wohl gleich zur Familienministerin fahren sollen.

Sicher gibt es im Bundestag einige freie Zimmer.

 

Vielleicht sollten wir das den Frauenhäusern als Alternative

vorschlagen oder habt Ihr noch andere Vorschläge?

 

Liebe Grüße

Violine

18.07.2012 um 08:12 Uhr

Frauenhäuser „rödeln sich von Jahr zu Jahr durch“

Hallo Ihr Lieben!

Heute möchte ich Euch
gerne einen Artikel aus der

EMMA-online vorstellen zur Situation der Frauenhäuser.

 

Chantal Louis, Redakteurin bei der EMMA hat 2010 ein

Frauenhaus besucht u. berichtet uns davon.

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/winter-2010/blick-ins-frauenhaus/

 

Auszug aus dem o.g. Link:

„Wir rödeln uns von Jahr zu Jahr durch.“ Denn 33 Jahre nachdem Deutschlands erstes Frauenhaus eröffnete, und fünf Jahre nachdem eine vom Frauenministerium in Auftrag gegebene Studie feststellte, dass jede vierte Frau in ihrer Ehe oder Beziehung Opfer von Gewalt ist, steht es um die Finanzierung der Frauenhäuser schlechter denn je. Die alarmierende Bilanz des gesamtdeutschen Streichkonzerts lautet jedenfalls: Von 434 Frauenhäusern im Jahr 2002 sind 2009 noch 358 übrig."

 

Lest Euch mal den gesamten Artikel durch-ist sehr aufschlussreich.

 

Zum Thema Häusliche Gewalt möchte ich Euch noch auf eine

Studie zum Gewaltschutzgesetz hinweisen:

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/id-10-jahre-gewaltschutzgesetz.html

(unten auf der Seite ist ein Link zur pdf-Datei)

 

Liebe Grüße

Violine

 

Was ich heute morgen vergessen habe zu schreiben.

Hier die Seite der Zentralen Informationsstelle

Autonomer Frauenhäuser (ZIF)

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/zif.htm

und deren Spendenaufruf für in Not geratene Frauenhäuser

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/aktuell_spenden.htm

 

11.07.2012 um 07:51 Uhr

Frauenberatungsstellen, Frauennotrufe und Frauenhäuser werden weg gekürzt

Hallo Ihr Lieben!

Seit vielen Jahren kämpfen die Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser um ihre Existenz. Obwohl der Bund dazu verpflichtet ist nach dem Grundgesetz(Recht auf körperliche Unversehrtheit), durch das Gleichstellungsgesetz u. den Europäischen Konventionen zum Schutz der Frauen vor geschlechtsbezogener Gewalt werden die Mittel weiterhin gekürzt.

In Deutschland werden die Frauenhilfesysteme (Frauennotrufe, Frauenberatungsstellen u. Frauenhäuser) vorwiegend von Ländern u. Kommunen finanziert u. durch Bußgelder und das oft als „freiwillige Leistungen“.

Wie inzwischen allen bekannt ist, sind die meisten Bundesländer knapp bei Kasse.

Und wo wird zuerst gekürzt? Richtig bei den Frauenhilfesystemen.

Trotz steigendem Bedarfs mussten schon Frauenberatungsstellen u. Frauenhäuser auf Grund von Mittelkürzungen schließen.

Die schlechten finanziellen Voraussetzungen der bestehenden Beratungsstellen macht es deshalb fast unmöglich Frauen die sexuelle Gewalt erfahren haben in allen Regionen des Landes gleichwertig und ohne Ansehen ihrer Herkunft, ihres Einkommens oder ihres Aufenthaltsstatus Schutz, Beratung und Unterstützung zu gewähren. Das ermöglicht weitere Verletzungen der Rechte der Frauen und Diskriminierungen. Maßnahmen wie z. B. eine Umgestaltung von Räumlichkeiten zur Barrierefreiheit sind für die meisten Einrichtungen nicht finanzierbar. Ein uneingeschränkter Zugang für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderung ist nicht gewährleistet.

Bisher gibt es keine bundesweite Regelung die eine verbindliche u. planungssichere Finanzierung der Hilfesysteme ermöglichen und das auf Kosten der Frauen, die Gewalt erleiden mussten.

Der Bund fühlt sich nicht zuständig.

Praktisch sieht das so aus, dass die Möglichkeit für eine Gesetzgebung des Bundes nur im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung umsetzbar wäre. Danach kann der Bund die Gesetzgebungskompetenz an sich ziehen, wenn es um die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse geht. Allerdings sind in diesem Fall hohe Hürden durch das Bundesverfassungsgericht gesetzt und diese Möglichkeit greift nur, wenn entschieden wird, dass dies im gesamtgesellschaftlichen Interesse dringend erforderlich ist.

Da fragt frau sich doch, ob die körperliche Unversehrtheit u. das Gleichstellungsrecht-die in unseren Grundrechten verankert sind-keine „gesamtgesellschaftlichen Interessen“ sind?

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache sondern ein gesellschaftliches Problem.

Hier nur ein Beispiel von vielen:

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/haeusliche-gewalt/aktuelles/916-gespart-am-falschen-ende-frauenhaus-geschlossen.html

Zum Stand der Dinge zu den Autonomen Frauenhäuser(zif) gibt es auf deren webside  zwei pdf-Dateien:

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/

Außerdem gibt es jetzt ein Rechtsgutachten, was vom Bund in Auftrag gegeben wurde an den Bundesverband der Frauenberatungsstellen u. Frauennotrufe(bff)-auch als pdf-Datei:

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/nachricht/items/machbar-und-laengst-faellig-staatlich-geregelte-verlaessliche-hilfen-fuer-gewaltbetroffene.html

Darin wird über die Situation, also den Ist-Zustand der Hilfen für Gewaltbetroffene geschrieben. Ob die Regierung dann tatsächlich beschließen wird eine gesicherte bundesweite Finanzierung zu verabschieden ist natürlich weiterhin offen.

Wer die Arbeit der Frauenberatungsstellen unterstützen will, kann sich gerne an die Zentrale Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser wenden.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/aktuell_spenden.htm

oder an den Bundesverband der Frauenberatungsstellen u. Frauennotrufe direkt wenden, um zu erfragen, welche Einrichtungen im Moment dringend Unterstützung benötigen.

Die freuen sich sicher über jede Hilfe:-)

Liebe Grüße

Violine