GEDANKENFLUG

31.12.2010 um 23:13 Uhr

Guten Rutsch...

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24.12.2010 um 22:42 Uhr

Eisblumen

Unter der Brücke brechen Eisblumen das Mondlicht
Frostklingend taumelt das Lied der Nacht
In hauchfeinen Lumpen am eisigen See
Liegt hölzern berauscht ein alter Mann
In seinen flimmernden Händen lodert Schnee
Seine Seele ist nackt und nichts tut ihm weh
Silberwolken frieren seinen Bart
Glitzergold füllt seine filzigen Handschuhe

Aufgelehnt schnüffelt sein treuer Hund sanft
Am zart fallenden Flöckchen das die Schnapsflasche kühlt
Leckt den löchrigen Schuh geschnürt mit goldenem Band
Als Geschenkschleife hing es der Flasche an
Entfachen Flammen sein Herz durch den Schnaps
Verspürt Wärme in der heiligen Nacht

Und Lichter reflektieren in den Eiszapfen der Stadt
Und bunte Kerzen leuchten friedvoll an der Brücke in die Nacht
Nikolausrot schimmerts im Lichtermeer der Sterne
Und sanfte Engelsklänge erhöhen die Welt in der Ferne

Schwebt er glücklich und warm in die Ewigkeit

© Heidrun-Auro Brenjo

24.12.2010 um 18:20 Uhr

Danke sagen

Weihnachten ist nicht nur eine besinnliche Zeit in der
man über die Geschichte nachdenkt, sondern auch
über all die Menschen, die einem besonders nahe
standen, oder von denen man etwas lernen konnte.

An Weihnachten einmal all jenen Danke sagen, die einem
begleitet und unterstützt haben, ist ein besonderes
Weihnachtsgeschenk.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest

und bedanke mich bei allen Lesern sowie für die liebevolle Unterstützung, die ich durch Eure Kommentare hier erfahren durfte.

24.12.2010 um 18:08 Uhr

Mit Liebe schenken

Heute Morgen in der Parfümerie:

Kann ich ihnen helfen?

Ich brauche ein Parfüm für meine Frau.

Eine bestimmte Marke?

Keine Ahnung.

Welche Richtung?...orientalisch, eher herb – frisch oder ein klassischer Duft?

Weiß nicht...

Was ist ihre Frau für ein Typ, trägt sie eher klassisch oder romantisch – verspielt oder ist sie eher ein sportlicher Typ?

Was weiß ich, verdammt, jetzt packen sie mir halt irgendwas ein, der Preis spielt keine Rolle...

Irgendwo packt vielleicht gerade jetzt eine Frau dieses, so lieblos erstandene, Geschenk aus...

23.12.2010 um 12:37 Uhr

Behinderung

Der Lebensmittelmarkt, in dem ich regelmäßig einkaufe, wird von Rollstuhlfahrern stark frequentiert. Meist haben sie eine Stofftasche von einem Griff zum andern gespannt und versuchen dann mit einer fast schon akrobatischen Leistung  ihre Ware darin zu verstauen. Meine angebotene Hilfe wird immer gerne angenommen. Heute Morgen fiel mir ein junger Mann auf, der in seinem Rollstuhl saß und lächelte, eine unglaublich positive Ausstrahlung hatte. Er rollte vor mir durch die Kasse und ich packte ihm seine Ware ein. Wir kamen ins Gespräch. Er hadere nicht mit seinem Schicksal, sagte er, er sei dankbar dass er noch so vieles erleben und genießen  könne. Er habe lernen müssen um Hilfe zu bitten und diese auch an zu nehmen, es sei ihm leichter gefallen, als zuvor gedacht. Er verreise, besuche Konzerte, das Leben sei wieder sehr schön. Unser Gespräch wurde leider von zwei  Frauen, die sich sehr lautstark unterhielten unterbrochen. Das heißt, eine Unterhaltung war es nicht, es war eine einzige Beschwerde. Sie jammerten um die Wette, wollten sich gegenseitig übertreffen, in der Disziplin: Wer hat den größeren Stress?Das verhielt sich ungefähr so:

Mit Blick auf die Uhr: Oh, Gott, ich habe gleich einen Friseurtermin, anschließend muss ich meinen Sohn von der Schule abholen, am frühen Nachmittag bin ich zum Shoppen verabredet, ich habe noch keine Weihnachtsgeschenke, heute Abend bin ich zum Geburtstag eingeladen, meine Güte wie soll ich das schaffen, immer diese Hetze, von morgens bis abends bin ich auf den Beinen, wie gerne würde ich sie mal hochlegen.

Ja, und ich erst, muss gleich zur Gymnastik, heute Abend  gebe ich ein Essen für Freunde und habe noch nichts vorbereitet, zwischendurch muss ich noch die Tochter zur Musikschule fahren, der Haushalt macht sich ja auch nicht von alleine, ach ja, immer ist man von morgens bis abends auf den Beinen, hetzt sich ab, ich renne nur noch im Laufschritt durch die Gegend und immer der Zeit hinterher.

Mein Blick ging wieder zu dem Rollstuhlfahrer und wir wussten beide, ohne Worte, was der andere denkt. Wie gerne hätte er wieder schmerzende Beine vom Laufen, würde sich diesem „Stress“ aussetzen,  trotz seiner positiven Einstellung, und mir ging noch etwas durch den Kopf,

es gibt Menschen, die können gehen und wissen eigentlich nicht wozu oder wohin,

können sehen und erkennen NICHTS,

können reden und haben NICHTS zu sagen,

können hören und verstehen NICHTS

...sind nicht sie die wahren Behinderten? ...und ich stelle mir die Frage, ob ich nicht hin und wieder auch dazu gehöre...nehme ich nicht auch manchmal  nur scheinbar Wichtiges zu wichtig und habe für das Wesentliche keine Zeit mehr? Habe ich immer ein Ohr für die feinen Nuancen? ... die Antwort gefällt mir gar nicht!   

23.12.2010 um 08:47 Uhr

Ich kenne dich...

ich höre diesen Satz sehr oft und ich denke genauso oft überschätze dich mal nicht, du glaubst mich zu kennen...und manchmal, wenn jemand diesen Satz nicht ausspricht, bin ich erstaunt darüber wie viel er über mich weiß, über meine Gefühle, meine Gedanken ...und ich bin geneigt zu sagen, erzähl mir etwas mehr von mir, ich habe da noch erhebliche Lücken und wiederholt denke ich, reden die wirklich über mich? Ich sehe mich ganz anders...kann man einen anderen Menschen wirklich genau kennen, alle Facetten?...ich bezweifle das...mich faszinieren Menschen, die glauben mich zu kennen... 

22.12.2010 um 15:58 Uhr

Es war einmal

Die Blätter färben

gelb sich und fahl.

Sie müssen sterben.

Es war einmal.

 

Nebelumwunden

liegt Berg und Tal;

Lenz ist entschwunden:

Es war einmal. 

 

Herz ist so trübe

voll Sorge und Qual.

Wo ist die Liebe?

Es war einmal. 

 

Rainer Maria Rilke

21.12.2010 um 20:32 Uhr

Seele aus Glas

Stimmung: melancholisch
Musik: siehe Link

Du fühlst sehr tief was keiner sieht
und kannst es doch nicht zeigen,
es kann nicht raus, wird überspielt
um Schmerzen zu vermeiden.

Du möchtest sprechen doch die Angst
raubt alle deine Sinne.
Wer hört dir zu, wer spricht denn schon
über ernste Dinge?

Oft fühlst du dich von minderem Wert
versuchst es zu verdrängen,
so lange bis die Seele bricht
und Zwänge dich bedrängen.

Viele Seelen gibt's aus Glas
man kann sie meist nicht sehen,
weil sie verletzbar sind wie du
nicht leicht durch's Leben gehen.

Wenn der Schmerz die Seele trifft
dann baue keine Mauer,
öffne, offenbare dich,
verliere deine Trauer.

Spreche aus was dich bedrückt
und such den Weg zu dir,
rede wo der Andere schweigt
deine Seele dankt es dir

Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen.
Manche lachen nur, um nicht zu weinen.

Verfasser unbekannt

http://www.youtube.com/watch?v=SF4LD-pDeeU