chaos
in
meinem kopf geht mal wieder alles durcheinander. überwiegend gute bis
hervorragende ereignisse und neuigkeiten bislang, wovon zwei im
wahrsten sinne des wortes zukunftsweisend sind bzw. sein könnten. zum
einen die noten der schriftlichen gutachten, zum anderen hat mein chef
beschlossen, mich zu seiner co-autorin eines durch den spektrum verlag neu aufzulegenden, absoluten
standard- grundlagenwerks unseres fachs zu machen, mit einem prozent
verdienst des jährlichen umsatzes für jeden von uns. ist großartig und
genau das, was ich will. wissenschaft, schreiben, redigieren, etc.,
könnte also nicht besser sein. außerdem will er sich ab jetzt um die
frage des vorsitzes meiner disputation kümmern, und steigt vermutlich
erst einmal dem prüfungsamt aufs dach. die angeforderten unterlagen an
den medizinisch- naturwissenschaftlichen verlag hier vor ort sind auch
raus, die sonne scheint und die vögel pfeifen. so weit, so gut.
und doch sitzt ein kleines selbstbewertungs-teufelchen in meinem ohr und versucht permanent, das unterbewusstsein mit (selbst)vorwürfen, unsicherheit, be- und abwertung, mit ablehnung und pendelaufforderungen zu infiltrieren. ich bin mir dessen zwar bewusst, habe aber größte schwierigkeiten, das selbstbewertungs-stopschild hervorzuholen. ich glaube, es klemmt. du hast dies falsch gemacht und das, jenes hättest du besser lassen sollen und überhaupt ist jetzt alles kaputt. weil du so unrealistisch und dämlich warst und bist und sowiso nur vergessenswertes im kopf hast, zu illusorisch bist du und zu träumerisch, zu sensibel und erst recht zu haltlos und zu unsicher, um mit den bällen, die du ins spiel bringst, spielen zu können, so flüstert das teufelchen. es ist zäh, will einfach nicht weichen, hat spaß daran, mich zu quälen. zum toben fehlt mir nach wie vor die kraft, für das ziehen und zerren an mir selbst jedoch ist weißgott noch genügend energie vorhanden. ich habe das gefühl, mich mal wieder bei der welt entschuldigen zu müssen, dass es mich gibt.
ich kämpfe und kämpfe - und es kostet mich unendlich viel kraft - aber immer und immer wieder lande ich doch nur auf der nase, im zähen sumpf der selbstabwertung und der eigen-demontage. wie soll ich für andere da sein, und für mich, wenn in mir nichts ist, das dieses da-sein zu tragen imstande ist, ich nicht einmal auf mich aufpassen kann. es ist diese verfluchte haltlosigkeit, an der ich noch zugrunde gehen werde. im moment könnte mir das allerdings nicht einmal ein schulterzucken abringen.
