toben? unnötig.
das erste mal, dass ich ganz bewusst keine lust hatte, auf der couch zu toben. grund hätte ich genug gehabt, gefühlt zumindest. kein input seitens der werten frau psychoanalytikerin, ergo keinen anker und damit gefühltes hängengelassen werden, unsicherheit, spielraum zum pendeln. zum ersten mal jedoch war mir völlig klar, dass es keinen sinn hat, zu toben, dass ich mich damit lediglich von mir ablenke, mich am hinschauen und somit am weiterkommen hindere. mehr noch. ich habe es nicht nur gewusst, sondern gefühlt.
vielleicht liegt es an meiner derzeitigen lebensintensität, an der intensität, mit der ich mich wahrnehme und meinen platz in der welt. vielleicht liegt es daran, dass mir zum ersten mal wirklich bewusst ist, dass ich nur auf dieser welt bin, weil ich es sein will.
es gab momente, von denen ich bis zum wochenende geglaubt hatte, ich sei knapp davor gewesen, zu gehen. freiwillig. jetzt weiß ich, dass ich jedes einzelne mal - so furchbar, halt- und hoffnungslos ich mich in diesen momenten auch gefühlt haben mag - noch weit davon entfernt war. sehr weit. manchmal begreift man das ausmaß bestimmter situationen oder gefühle retrospektiv erst im angesicht der grausamkeit des lebens, des jetzt und des hier.
