Südamerika-News von Jakob

21.03.2008 um 11:00 Uhr

3 Jahre später...

von: JaMue

Fast drei Jahre nach meiner Rückkehr von meiner genialen Südamerikareise, soll es nun wieder losgehen. Ab August bin ich als Student an der Universität Puebla eingeschrieben. Puebla? Puebla! Puebla ist die viertgrößte Stadt Mexikos und wird ab Juli für mindestens ein Jahr meine neue Heimat sein. Über mein Jahr Studienaufenthalt in Mexiko, über meine Planung, meine Erlebnisse, die Menschen und die Kultur, Außergewöhnlichkeiten und absolute mexikanische Gewöhnlichkeiten werde ich natürlich auch wieder schreiben. Natürlich nicht hier, denn Mexiko ist nicht Südamerika. Aber: Es ist Lateinamerika, deshalb auch hier der kleine Hinweis darauf. Ein neues Blog für Mexiko ist bereits eröffnet, auch wenn sich momentan nur in sehr seltenen Abständen da etwas tut. Ab Juli wirds da sicher aber rund gehen. eshalb jetzt schon mal ein Lesezeichen setzen und ab und zu mal vorbeischauen bei:

http://elmejicano.wordpress.com/

21.09.2005 um 11:31 Uhr

Recurrido en Alemania - Zurueck auf deutscher Scholle

von: JaMue

Stimmung: Traurig und gluecklich - dass muss sich erstmal rausstellen!
Musik: Bacilos - Caraluna

Ja, unglaublich, aber jetzt sitze ich schon wieder vor meinem eigenen Laptop im Hause meiner Eltern und bin seit ein paar Stunden wieder in Deutschland. Wie schnell doch manchmal ein halbes Jahr vergehen kann - unglaublich! Wenn ich mich zurückerinnere an meinen Abflug am 7. April, dann denke ich, dass ich im Flieger nach Quito sass und dachte: Mensch Junge, worauf haste dich da eigentlich eingelassen - ein halbes Jahr durch Suedamerika, ohne Freunde, ohne wirklich jemanden zu kennen und so weiter. Da hatte ich doch wirklich kurzzeitig schiss vor meiner eigenen Entscheidung bekommen. Aber jetzt kann ich sagen: ES WAR RICHTIG!!!! Ich habe ein halbes Jahr voller guter Erinnerungen hinter mir, habe viele neue Freunde gefunden, die teilweise auch auf der Reise waren, oder einfach nur in den Laendern lebten, die ich besuchte. Ich habe 6 Laender gesehen - zum Grossteil alles Neuland fuer mich und: Ich habe mich wohlgefuehlt. Ich habe von vielen Reisenden schlechte Sachen gehoert. Da waren eine ganye Menge Leute, denen entweder teilweise oder alles gestohlen wurde, da waren Leute, die ueberfallen wurden, da waren Leute, die bedroht wurden und eine Bekannte ist sogar bei einem Busueberfall vergewaltigt worden. Angesichts der vielen schlechten Erlebnisse, von denen mir viele Reisende auf dem Weg berichtet haben, kann ich fuer mein Glueck gar nicht dankbar genug sein. NIcht einmal habe ich mich bedroht gefuehlt, bis auf mein Taschenmesser ist mir nichts abhanden gekommen und die meisten Leute, die ich traf, wollten mir Gutes. Viele haben mir Tipps gegeben, haben mich auf Fiestas eingeladen und mir die Sprache beigebracht. Fuer all diese guten Erfahrungen und neuen Freunde und das nicht Vorhandensein persoenlicher schlechter Erfahrungen laesst mich nur eines sagen: DANKE, GRACIAS und THANK YOU - es war ne Geile Zeit!!!! Und: Ich wuerde es jederzeit wieder tun!
Noch kurz zum letzten Tag. Am Sonntag nacht haben wir Montevideo mit dem Bus verlassen und sind am Morgen in Buenos Aires eingetrudelt. Dann ging es erstmal in unser Interimszuhause - das Milonga-Hostal. Am Montag selbst haben wir dann eher ruhig gemacht, die letzten Besorgungen getroffen und den Abend mit einem Konzert in einem der bedeutendsten suedamerikanischen Konzerthaeuser - dem Teatro Colón gekrönt - was will man mehr. Gestern hat dann um 6 mein Wecker geklingelt und eine halbe Stunde spaeter stand auch schon das Taxi vor der Tuer - naja, und dann war es ja schon fast endgueltig fuer mich in Suedamerika fuer dieses Mal (!) vorbei. Eine halbe Stunde spaeter stand ich am Check-in und 2 Stunden spaeter wurde ich an Board der Boing 747-400 schon mit "ein schoenen guten Morgen" begruesst - spaetestens dann merkt man, dass der Urlaub, oder besser die Reise vorbei ist. Zawr will man sich noch mit einem trotzigen Buenos Dias dagegen wehren, aber es bringt nichts - mit dem Schritt an Board der Lufthansa-Maschine ist man eigentlich schon wieder in Deutschland. Schade eigentlich. Ich haett schon noch ne Weile so weitremachen koennen. Reisen ist wie eine Droge. Ist man einmal auf dem Trip gewesen, will man nicht mehr aufhoeren. Mit einem Untrschied zu herkoemmlichen Drogen - sie schadet nicht, sie hilft! In diesem Sinne, packt die Koffer, ich muss jetzt zum naechsten Reiseportal surfen. Und nochmal: Es war ne GEILE ZEIT!!! Muchísima Gracias!

18.09.2005 um 20:21 Uhr

Wahl- ... aehm Montevideo

von: JaMue

Stimmung: Gespannt angesichts der deutschen Farbenlehre.

Deutschland hat gewaehlt und jetzt wird alles anders.... hier bleibt erstmal alles gleich! Bueno, also wir fuer unseren Teil haben die Wahl groesstenteils im Internet in Montevideo verfolgt. Nachdem es uns heute Mittag bereits nach unserem Stadtspaziergang bereits ins Wahl.... - aehm Internetlokal getrieben hatte, hatten wir nach 2 Stunden nochmal eine Wahl-watching-Pause eingelegt und uns nochmal auf die Stadt konzentriert. Leider hat Montevideo augenscheinlich nicht wirklich viel fuer den Touristen zu bieten - die Stadt wirkt im Vergleich zu Buenos Aires relativ runtergekommen, es gibt zwar ne ganze Menge Bausubstanz, aus der man hier auch sicher viel machen koennte, aber die meisten schicken Haeuser verfallen so ein bissl vor sich hin. Ausserdem faellt auf, dass kaum Leute auf der Strasse unterwegs sind, was moeglicherweise ja auch daran liegen koennte, dass Sonntag ist. Naja, auf jeden Fall hatten wir recht schnell alles gesehen, was man sich laut Footprint hier auch anschauen kann und dann wollten wir uns eigentlich auch noch den 139 Meter hohen Cerro (Berg) anschauen, der der Stadt wohl irgendwann mal ihren Namen gegeben hat. Kaum sind wir mit dem Bus ans andere Ende der Stadt gefahren, ist die Gegend noch ein wenig heruntergekommener. An einer Flussmuendung in den Rio de la Plata haeuft sich der Muell und dazwischen haben sich einige Leute Blechhuetten zusammengenagelt. Mit dem naechsten Bus geht es noch naeher an den Cerro, die Gegend wird auch nicht wirklich belebter. Dummerweise verpasst der Busfahrer auch noch, uns wie versprochen Bescheid zu geben, wo wir raus muessen und so sagt er am Ende, wir sollen mal rueber zur naechsten Haltestelle gehen und dort auf ihn warten. Dort stehen wir dann eine kurze Weile. Vor uns verfallende Haeuschen, hinter uns Blech- und Holzhuetten bis zum Wasser. Zur rechten Seite schweift der Blick zu einer alten Fabrikanlage am Ufer, bei der wir nicht sicher sind, ob sie jemals in Betrieb war und bereits wieder zusammengefallen ist, oder ob sie vielleicht nie fertig geworden ist. Zur Linken schweift der Blick rueber ueber den Industriehafen zum Zentrum, wo graue Wolkenkratzer in die Hoehe schiessen. Auch sie sehen aus, als haetten sie schon bessere Zeiten gesehen. Beim Warten fuehlen wir uns langsam wie die praedestiniertesten Ueberfallopfer. Die Strassen im Viertel wirken nicht sonderlich sicher und irgendwie ist auch schon komisch, dass wir offenbar die einzigen sind, die sich den Cerro anschauen wollen. Nach einem eher schlechten Bauchgefuehl, beschliessen wir, uns mit dem Blick aus der Ferne auf den Cerro begnuegen zu wollen und fahren zurueck in die Stadt. Nach einer Staerkung sitzen wir jetzt wieder im Internetcafé und verfolgen die Wahlprognosen - spannend, spannend, spannend.

Allerdings auch teilweise lustig. Am meisten Freude hat mir persoenlich die Sueddeutsche Zeitung gemacht, die journalistisch eher unkonventionell offenbar in einer lustigen Redaktionsrunde die Wahlsendungen (und die Lindenstrasse) online live kommentiert hat. Wer das verpasst hat, sollte sich die fuenf Minuten fuer die Lachmuskeln vielleicht nochmal goennen.

Achso  Freunde, und zum Thema Wahlbeteiligung kann ich nur sagen: An unserer Abwesehenheit kann die schlechte Beteiligung nicht gelegen haben - auf der Suedamerikanischen Seite kann ich von 100%iger Wahlbeteiligung berichten. Damit zurueck in die bunte Republik.

Stopp: Da war ja noch was. Gestern haben wir uebrigens ein sehr schoenes Stueck Uruguay gesehen. Wir sind mit der Faehre morgens rueber nach Colonia del Sacramento - eine wunderschoene koloniale Stadt am Rio de la Plata. Die Stadt ist nicht umsonst Weltkulturerbe - wunderschoene restaurierte koloniale Haeuschen saeumen die Strassen, Strassencafés laden zum entspannen in der Sonne ein und die alten Autos aus den 20iger Jahren verleihen dieser Stadt ihren eigenen Charme - super, gechillt und wunderschoen. Urteil Uruguay: Es hat wunderschoene Seiten und Montevideo - muss man sich nicht unbedingt geben.