Anleitung zum Entlieben

30.01.2007 um 19:05 Uhr

Danke fürs Gespräch

von: Lapared

(Weiter im Reiserückblick, wir sind gelandet, haben gegessen, getrunken... Wieder ist es still, nur die Hunde bellen.)

Freitag, 26.01.07, abends

„Es wird Nacht, Signorita!“ HK prostet mir mit dem letzten Rest Valduero Tinto zu. Es ist kurz vor halb zehn. „Aber bevor wir gleich ins Bettchen gehen und ich bleibe wieder mal hinter den grenznymphomanen Ansprüchen meines Engels zurück, sollte ich eins vielleicht sagen...“ Kein Sex mit Ankündigung, ich kann es kaum erwarten. „Ich werde Dir keine Versprechungen machen.“ Halleluja. „Ich würde sie vielleicht nicht halten.“ Chears! „Und dann haben wir den Schlamassel.“ Dann doch lieber munter Saufen. „Ich höre auf, wenn ich es kann, nicht, wenn Du es willst.“ Irgendwie hatte ich mir unser Gespräch doch anders vorgestellt. „DU kannst gar nichts ändern.“ Und was is mit... The Power of Love? „Du hast keine Lust mehr aufs Texten, gut. Wenn Du daran denkst, auf Krankenschwester umzusatteln, auch gut. Kauf Dir einen hübschen weißen Kittel und reich irgendeinem Oberarzt augenklimpernd das Skalpell. Aber bei mir ist keine Stelle frei, mein Schatz.“ Mit schießt das Wasser in die Augen. Tupfer! „Ich selbst bin auch nicht glücklich über meinen Zustand, aber wann und wie ich ihn ändere, bestimmst nicht DU.“ Nicht glücklich heißt quasi Leidensdruck, das ist doch was. „Ich hoffe, ich bete, dass Du solange bleibst, bis es soweit ist.“ Beim Beten aber schön die Flasche abstellen. „Ich liebe Dich, und ich würde alles tun, um Dich nicht zu verlieren.“ Hach. „Alles, was in meiner Macht steht - Trinken liegt außerhalb meiner Macht.“ Scheiß AA, den hat er von Euch. „Aber der einzige Punkt, an dem das Ganze DICH betrifft, wo Du wirklich was davon spürst, dass ich trinke, ist im Bett! NUR im BETT.“ Und im Kopf, in meinem Kopf, ich hab von morgens bis abends Alkohol im Kopp und hatte nicht mal Hustensaft. „Aber wenn Dir Sex wirklich so wichtig ist, sorry, dann...“ Nicht das böse Wort, nicht das böse Wort! „Dann...“ Ich nehme seine Hand, nicht das böse Wort! „Dann...“ Bitte, nicht. “ Dann kriegen wir das auch irgendwie hin.“ Poeeeeh. „Aber die Karnickelquote Deines Ex kann ich nicht erfüllen, mit oder ohne Alkohol, ich werde nie so ein Super-Rammler, dafür habe ich andere Vorzüge, vergiss das nicht.“

Wäre es an dieser Stelle klug gewesen, darauf hinzuweisen, dass der „Super-Rammler“ die auch besaß? Dass er zwar unzuverlässig und schwach aber doch gleichzeitig auch ein liebenswerter, kluger Mann war. Dass ich selbst sicher keine vor Selbstwert platzende aber doch immerhin mit einem Gehirn ausgestattete Frau bin, deren Bedürfnis nach mehr als dekadenhaft stattfindendem Geschlechtsverkehr sie noch lange nicht zu einem blöden Fickhäschen macht? Dass nicht das Bett sondern dieses Gehirn der Punkt ist, wo sein Saufen mich betrifft, und zwar so lange, wie ich etwas tiefer, links, Gefühle für meinen Cognac-Schwenker hab? Ich glaube nicht.

„Ist gut“, sagte ich stattdessen, denn was soll ich anderes sagen. Und Danke fürs Gespräch.

In dieser Nacht träume ich von einem großen fremdartigen Körper, der auf einem Hügel steht und kauend zu mir rüber schaut. Ich frage einen Mann, der offensichtlich aus der Gegend stammt, was das für ein Tier ist. „Das ist ganz harmlos, streicheln Sie es ruhig.“ Als ich darauf zugehe, ruft jemand nach ihm und es trottet davon. Möglich, dass ich es im Schlaf falsch verstanden habe, mein Schnarchen macht die originalgetreue Rekonstruktion vertonter Träume manchmal schwer. Aber ich glaube, das Monster hörte auf den hübschen Namen „Konsequenzchen“.

(Fortsetzung folgt)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLexa schreibt am 31.01.2007 um 01:27 Uhr:Na die Chance, Karneval werfe ich mir ein Hasenkostüm von Hugh H. über, nenne mich Quasimodo, hangel mich von Turmruine zur Turmruine und lalle ganz laut " Wenn einem soviel schönes wird beschert, das ist einen Asbach Uralt wert".Stürze mich mit Skalpell auf die Prioritäten und hole aus dem Suffragettentorax die Totgeburt Konsequenzchen, die nach Elektroschokbehadlung zur Unterwürfigkeitsfarce mutiert. Helau. Na, gott sei dank hängt am "Arsch des Mittwochs"* der weiße Kittel und deckt alles in unschuldigem reinen Weiß wieder zu. Wünsche wohl zu ruhen und schöne Träume.
    * Das ist keine Beleidigung, sondern nur ein Wortspiel. Vergleiche mit lebenden Personen würde ich mir nie Anmaßen - schon gar nicht auf so niedrigem Niveau. LG Lexa
  2. zitierenElRayo schreibt am 31.01.2007 um 15:16 Uhr:Wach auf.

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