Anleitung zum Entlieben

10.11.2005 um 16:24 Uhr

Ein bisschen Werbung für die Sparkasse

von: Lapared

Mein Denken kreist ja doch ganz schön um dieses leidige Thema. Geld. Dicks übrigens auch, wie ich an manchen seiner Fragen merke. Er hat - wie gesagt - keins, und ich... ach, das hab ich ja noch gar nicht erzählt, oder? Mein Sparkassen-Erlebnis neulich? Das war nicht sehr angenehm...

In dem guten Gefühl, durch den letzten Job ausreichend Geld verdient zu haben für Curds und meine Garderobe, hatte ich wohl ein bisschen zu großzügig gewirtschaftet in letzter Zeit. Am Montag wollte ich dann für Dick und mich ein Pfund Kaffee, Milch und zwei Zimtbrötchen holen, zum Frühstück, und vielleicht noch ein frisches Nussbrot und Käse für später. Ich also zum Geldautomaten... „HEUTE KEINE AUSZAHLUNG MEHR MÖGLICH“. Hmpf. Also rein in die Bank. „Der Automat gibt mir kein Geld“, sagt ich zum Schaltermann, „deshalb muss ich Sie bemühen.“ – „Ich geb Ihnen auch keins“, sagt er nach einem Blick auf meine Konto, „Sie sind mit 750 Euro im Soll!“ – „Und ich würde gern auf 850 erhöhen!“ sag ich, „aber freuen Sie sich nicht zu früh über die Zinsen, das Geld von meinem letzten Job muss jeden Tag kommen!“ - „Ich kann Ihnen kein Geld geben.“ – „Wie bitte?“ – „Sie haben keinen Überziehungskredit.“ – „Und ob! Ohne den hätte ich bei Ihnen kein Konto eröffnet!“ – „Sie haben aber keinen!“ – „Der Mann damals hat aber gesagt, ich bekäme einen!“ – „Wahrscheinlich hat er gesagt, Sie könnten einen bekommen, das stimmt auch. Sie KÖNNEN, aber Sie HABEN keinen!“

Ich war sprachlos. Ich erfuhr, dass ich als Freiberufler erst die Jahresabschlüsse vorlegen muss, bevor man mir einen Dispo-Kredit gewährt. „Gut, sage ich, das mache ich dann demnächst, aber ich brauche jetzt Geld, JETZT, oben in meinem Bett liegt ein wunderbarer Mann, der wartet auf einen Kaffee, und den hat er sich redlich verdient... also bitte, 50 Euro können Sie doch noch mal rausrücken, dann sind wir bei 800, dann ist es wenigstens rund!“ – „Nein!“- „Zwanzig?“ – „Nein!“ – „Zehn? Kommen Sie, ich bin seit zwei Jahren Kunde bei dieser Bank, ich war nie in den Miesen, das können Sie doch sehen, wenn Sie in Ihren Computer gucken, sonst hätte ich das mit dem nicht vorhandenen Dispo doch schon viel eher bemerkt!“ – „Tut mir leid. NEIN!“ – „Bitte! Ich brauche Kaffee!“ – „Nein!“ – „Darf ich Ihnen dann etwas sagen?“ – „Nein! Äh... ja!“ – „SIE SIND EINE SCHEISS-BANK!“

Die alte Dame hinter mir in der Schlange hat mir dann einen Euro geschenkt. „Dafür holen Sie drüben beim Bäcker zwei Kaffee zum Mitnehmen“, hat sie mit wehmütigem Zwinkern gesagt, „und einem schönen Gruß an den wunderbaren Mann“. Ich weiß, ich weiß... aber so was gibt´s wirklich. Ich konnte es auch erst nicht glauben, aber genau so ist es passiert. (Allerdings hat ein Euro dann nur für einenKaffee gereicht...)

Aber was ich eigentlich sagen wollte... früher wäre mir das alles ziemlich egal gewesen. Mein Universum begann bei mir und endete bei Curd. Und dafür hätte es immer irgendwie gereicht. Aber jetzt beginne ich über Zukunft nachzudenken, über Zusammenleben, und naja, vielleicht sogar über Familie (bekloppt, was?) – und in dem Zusammenhang denke ich halt auch an Geld. Nicht sehr romantisch, ich weiß... aber dafür bin ich wahrscheinlich zu alt.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenlucha schreibt am 10.11.2005 um 21:28 Uhr:Mein Vater sagte immer: Verbrecher und Blutsauger, und das, obwohl er Beamter ist! Aber wirklich, von wegen Unterstützung, wie die Hochglanzbroschüren so verheißen. Da wird soviel kreatives innovatives Potential schon von so Sesselpupsern im Keim zerfurzt; sorry, jetzt ists ein wenig mit mir durchgegangen. Natürlich müssen Sicherheiten sein, aber oft sehen es die Herrschaften echt zu eng, Rausch der Macht!!?

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