Friede den Hütten
Ich habe mit meinem neuen Freund telefoniert. Mit meinem neuen Freund 119. Gestern Abend. Drei Stunden lang, drei Stunden, in denen ich sechs Zigaretten geraucht habe. Wo hatte sie die denn her, fragt sich der aufmerksame Leser mehr als alles andere. Nun. Es gibt diese Dinge, diese Mitbringsel, die man bisweilen nach einer Nacht des Fließenlassens in seiner Wohnung vorfindet, ohne dass man sich erinnert, wie sie dort hingekommen sind. Und seien wir ehrlich, man muss froh sein, wenn sie keinen Kaffee wollen. So also waren die Zigaretten ins Haus Lapared gelangt. Samstagmorgen waren sie da. Wenn die Schachtel leer ist, hör ich auf.
Nicht rückfällig geworden bin ich übrigens auch. Erlaube ich mir mal nicht ganz ohne Stolz zu verkünden.Weil ich danach fast kein bisschen traurig war. Und wirklich gar nicht verunsichert im Hinblick auf D.. Sondern erleichtert irgendwie. Erleichtert, weil ich plötzlich wusste, dass es vorbei ist. Es ist vorbei. Und dabei war es das aufrichtigste Gespräch, das wir je hatten. Und vielleicht waren wir uns in diesen drei Stunden näher, als wir uns in zwei Jahren Beziehung gekommen sind. Natürlich ist sie noch da, die unsichtbare Mauer, zu der Liebe wird, wenn sie einseitig war. Aber zum ersten Mal habe ich nicht versucht, dagegen anzustürmen, habe nicht schimpfend dagegen getreten oder mir stumm die Seele daran blutig gerammt. Ich habe meine Jacke ausgezogen, sie auf den Boden vor der Mauer gelegt, habe mich hingesetzt und an sie angelehnt. „Hallo!“ habe ich leise gerufen und gewartet. „Hallihallo!“ kam es von der anderen Seite der Mauer genauso leise zurück. So nah, dass ich das Gefühl hatte, dass er genau an der Stelle sitzt, wo ich sitze, genau auf meiner Höhe, und dass sein Rücken auch an der Wand lehnt, nur auf der anderen Seite. Und wir haben uns drei Stunden lang über die Mauer hinweg unterhalten. Und am Ende waren die Steine in meinem Rücken ganz warm.
Was ich versuche zu sagen. Irgendwann während dieser drei Stunden, in denen wir über so vieles geredet haben, in denen ich neun Mal zur Zigarette gegriffen habe, habe ich auch etwas losgelassen. Ihn, ich habe ihn losgelassen.
Friede den Hütten.
Wie schnell so ein Schächtelchen doch leer ist...
Nicht rückfällig geworden bin ich übrigens auch. Erlaube ich mir mal nicht ganz ohne Stolz zu verkünden.Weil ich danach fast kein bisschen traurig war. Und wirklich gar nicht verunsichert im Hinblick auf D.. Sondern erleichtert irgendwie. Erleichtert, weil ich plötzlich wusste, dass es vorbei ist. Es ist vorbei. Und dabei war es das aufrichtigste Gespräch, das wir je hatten. Und vielleicht waren wir uns in diesen drei Stunden näher, als wir uns in zwei Jahren Beziehung gekommen sind. Natürlich ist sie noch da, die unsichtbare Mauer, zu der Liebe wird, wenn sie einseitig war. Aber zum ersten Mal habe ich nicht versucht, dagegen anzustürmen, habe nicht schimpfend dagegen getreten oder mir stumm die Seele daran blutig gerammt. Ich habe meine Jacke ausgezogen, sie auf den Boden vor der Mauer gelegt, habe mich hingesetzt und an sie angelehnt. „Hallo!“ habe ich leise gerufen und gewartet. „Hallihallo!“ kam es von der anderen Seite der Mauer genauso leise zurück. So nah, dass ich das Gefühl hatte, dass er genau an der Stelle sitzt, wo ich sitze, genau auf meiner Höhe, und dass sein Rücken auch an der Wand lehnt, nur auf der anderen Seite. Und wir haben uns drei Stunden lang über die Mauer hinweg unterhalten. Und am Ende waren die Steine in meinem Rücken ganz warm.
Was ich versuche zu sagen. Irgendwann während dieser drei Stunden, in denen wir über so vieles geredet haben, in denen ich neun Mal zur Zigarette gegriffen habe, habe ich auch etwas losgelassen. Ihn, ich habe ihn losgelassen.
Friede den Hütten.
Wie schnell so ein Schächtelchen doch leer ist...

Allein...ich glaub Dir kein Wort.