Uraltes Weh'n vom Meer
Uraltes Weh' n vom Meer,
Meerwind bei Nacht:
du kommst zu keinem her;
wenn einer wacht,
so muss er sehn, wie er
dich übersteht:
uraltes Weh' n vom Meer
welches weht
nur wie für Ur-Gestein,
lauter Raum
reißend von weit herein...
O wie fühlt dich ein
treibender Feigenbaum
oben im Mondschein.
Rainer Maria Rilke
auf Capri geschrieben
* * *
Menschenleerer Strand
Sand rieselt durch die Finger
Dem Himmel so nah
Himmlisch weißer Sand
Wellen klatschen an den Strand
Aufgewühltes Meer
* * *
Wenn der Geschmack des Salzes,
der vom Wind des Meeres
herüber weht und
auf deine Zunge trägt,
spürst du einen Hauch von Fernweh
und versunkene Sehnsüchte
steigen wieder neu auf.
© Laura





