Musik: Love is a mystery - Ludovico Einaudi
Gestern war schlimm.
Ich hatte noch wahnsinnig viel zu tun, obwohl es bereits sieben Uhr abends war.
Ich musste noch mehr für die Bioklausur lernen und jede Menge Hausaufgaben erledigen, alles für den heutigen Tag.
Ich hatte zudem noch lange Schule gestern, kam erst um vier nach Hause und fing dann sofort an zu arbeiten.
Um sieben, wie gesagt, schaute ich auf die Uhr..
Und sofort schoss mir durch den Kopf, wie viel ich noch zu tun hatte, obwohl ich den ganzen Tag nichts anderes gemacht hatte als zu lernen.
Ich wusste genau, dass ich das unmöglich alles schaffen konnte, zumal ich in einem Fach nicht einmal wusste, was ich genau zu tun hatte.
Ich schickte noch an zwei Freunde von mir eine SMS.. überlegte, ob ich mir wenigstens zehn Minuten eine Pause gönnen sollte.
Doch das konnte ich nicht.
Ich hörte nur noch meine eigene Stimme im Kopf, die mich anbrüllte: "Das schaffst du sowieso nicht! Du kannst das nicht! Du kannst gar nichts! Das schaffst du nicht!"
Ich wollte das ausblenden, doch das war nicht möglich, und mir wurde immer heftiger bewusst, dass ich es wohl tatsächlich nicht schaffen würde.
Irgendwann brach ich weinend zusammen, lag auf dem Boden, schluchzte.
Ich konnte nicht mehr.
Während ich heftig atemnd, mit nassem Gesicht da lag, starrte ich zur Wand und überlegte, ob ich nicht einfach mit Kopf dagegen schlagen sollte. Endlich all dem ein Ende bereiten sollte.
Ich weiß, das ist heftig... aber in diesem Moment waren das tatsächlich meine Gedanken.
Eine Weile lag ich noch da, schnappte mir mein Stofftier und presste es an mich, während ich mich wieder beruhigte.
Ich begann, langsamer zu atmen und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.
Richtete mich auf, legte mein Stofftier weg, griff nach meinem Füller.
Und ich schrieb, ganz ruhig nun, weiter an meiner Erdkundehausaufgabe. Plötzlich konnte ich die letzte Aufgabe bearbeiten, plötzlich sah ich wieder klarer.
Als hätten mich die Tränen ausgewischt, gesäubert von Allem.
Ich denke immer, dass ich eigentlich ein einfaches Leben habe. Ich meine, ich darf zur besten Schule gehen. habe Freunde, eine mich liebende Familie und lebe in guten Verhältnissen.
Aber wenn dann so etwas wie gestern geschieht, sehe ich, dass mich Vieles mehr mitnimmt, als ich mir zugestehen möchte.
Ich will kein Drama daraus machen, ich denke, so etwas haben Viele.
Auch den Anderen geht es schlecht, sie können nicht schlafen vor Sorge, sind depressiv, haben psychische Störungen und Ähnliches.
Und nun sehe ich, dass es auch mich angreift, der ganze Stress...