*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

31.01.2015 um 12:47 Uhr

Das Haschen nach Aufmerksamkeit - oder - Vom ins Leben drängeln

 

 

Oh ja, ich kann nur über dich lachen. Dir scheint anscheinend die Sonne aus dem Arsch, wenn man so liest, was du von dir gibst. Deine Welt ist rosa und blumig und wenn mal jemand pustet, fällt dein Kartenhaus womöglich zusammen. Ich kann es nur immer wieder sagen, wenn du doch sooooooooooooo glücklich bist, warum verschwendest du dann deine Zeit auf mich? Danke, ich habe auch genug andere Menschen (und ich meine richtige Menschen, nicht Untermenschen), die mich zum lachen bringen, dafür brauche ich nicht auch noch dich. Aber ich weiß, ist sicher lieb gemeint, weil du selber selten was zu lachen kriegst, außer beim täglichen Gang vor den Spiegel. Ich werde das ganze auch nicht weiter kommentieren, nur eine Sache war mein Highlight: Wenn fremdgehen dich weiter entwickelt hat, dann tust du mir sehr sehr seeeeeehr leid. Ob du eigentlich selbst merkst, dass du mit jedem weiterem Versuch, dich in mein Leben zu drängeln, meine Aufmerksamkeit zu erschleichen, dir nur selbst ein Armutszeugnis ausstellst? Du bist traurig und witzig zugleich.

Nun ja, vielleicht kann ich es mir nicht verkneifen, diese Mail hier zu posten. Auch, wenn ich ihm nicht antworte, gebe ich ihm damit trotzdem genau, was er will: Aufmerksamkeit. Und eigentlich wollte ich ihn doch im letzten Jahr lassen, hier nichts mehr über ihn sagen. Und ich denke, genau dazu gehe ich zurück. Egal, was noch kommt (ist ja eh immer die selbe Leier), wie viele Mails oder Briefe - ich werde ihn keines Wortes mehr würdigen. Letzte Woche habe ich auch seine Sachen zur Post gebracht, die kamen gestern an und wurden einem Nachbarn gegeben, laut Sendungsverfolgung, und damit ist dieses Kapitel einfach endgültig vorbei. Seine Worte treffen mich auch nicht mehr. Er kommt nicht mehr an mich ran, egal, was er schreibt oder sagt.



Betreff: Karma?!
 
Liebe Muffin*,

ruhig ist es geworden in den letzten Tagen und Wochen, vieles ist passiert. Interessanterweise war ich bisher der Ansicht, dass dein Karma-Tick ins Reich des Aberglaubens gehört, genauso wie Kartenlegen, Horoskope, usw. Inzwischen bröckelt meine feste Ablehnung jedoch.

Seit meiner Trennung von dir geht es deutlich aufwärts in meinem Leben. Vieles, nahezu Alles wendet sich zum Guten. Scheinbar warst du mein schlechtes Karma. In den letzten Tagen dachte ich viel über unsere gemeinsame Zeit nach und komme zu dem Schluss, dass es mir nicht gut tat, dass ich dich kennenlernte und Zeit mit dir verbrachte. Zu sehr verstellte ich mich, zu sehr hatte ich dadurch mit mir selbst zu kämpfen, konnte mich nicht weiterentwickeln.

Seit Anfang Oktober habe ich mich befreit und mir Dinge gegönnt, die ich brauchte, damit ich wieder in die Spur finde. Seit meiner Scheidung engte ich mich zu sehr ein. Meine Freunde halfen wir im Oktober sehr, machten mir deutlich, dass ich in die völlig falsche Richtung lief und ich anders war als sie mich kannten.

Als ich dich kennenlernte, trieb mich die Sorge, dass ich in München ganz alleine sein könnte. Ich warf meine Ansprüche vollkommen über Bord, hoffte, dass ich über dich ein paar Freunde finden würde. Alles ein großer Irrtum, verlorene Zeit in München. Was mir blieb warst du. Eine Frau mit Träumen, aber einem instabilem Leben, konträren Ansichten und viel Konfliktpotential. Ich ergab mich eine Zeit lang meinem Schicksal, spielte das Spiel mit dir, hatte meine Ruhe. Übersah dabei aber, dass ich erneut den gleichen Fehler machte wie bei meiner Ex-Frau. Ich steckte zurück und passte mich zu sehr an.

Seit Oktober habe ich damit endgültig aufgehört. Seit dem hatte ich mit 13 Frauen Sex, habe jetzt wieder eine feste Freundin, der ich treu bin. Ich konnte meine Leidenschaft und Phantasien ausleben, hatte Dreier, einmal zu viert. Sehr geil. Aber auch privat geht es seit dem vorwärts. Den Prozess gegen die Vermieter* habe ich gewonnen, nach kurzer Zeit habe ich eine schöne Gartenwohnung! gefunden, in die ich in den kommenden Tagen umziehe. Erste Freunde habe ich nun gefunden, die meine Interessen teilen. So bin ich in München nicht mehr alleine und auf niemand angewiesen. Mit der Fetten* habe ich eine lebensfrohe Frau in meinem Leben, die viele Interessen teilt, eine geregelte Arbeit hat und sehr weiblich aussieht und mir viele neue Dinge zeigt. So lerne ich derzeit Tanzen, damit wir die ganzen Bälle und Hochzeiten in diesem Jahr besuchen können, ohne dass ich sie bzw uns blamiere. Sie ist eine tolle Frau, passt perfekt zu mir.

Wir werden zusammenziehen und ich kann mir, anders als bei dir, vorstellen, dass ich sie eines Tages heiraten werde. Ihren Wunsch nach der Hochzeit in weiß erfüllen. Mit ihr möchte ich Kinder haben. Mit dir wollte ich das nicht. Ich wollte immer die Möglichkeit haben, unsere Beziehung zu beenden. Daher reagierte ich damals auch etwas mürrisch und schockiert.

Gesundheitlich geht es mir auch wieder deutlich besser. Ich habe wieder 5 kg abgenommen. In der Zeit mit dir nahm ich zu, deine Lebenseinstellung färbte leider auf mich ab. Das tat mir nicht gut. Ich hatte in der Zeit mit dir einige depressive Phasen. Seit Oktober keine einzige mehr. Mir gehen alle Dinge wieder leichter von der Hand. Du würdest dich wundern, wie ordentlich meine Wohnung ist. Ich bin wieder der alte, fröhliche Mensch, der ich vor meiner Ehe war. Die Fette* stützt mich und ich liebe sie von ganzem Herzen. Dich habe ich nie geliebt. Ich habe mit den Worten gespielt, wenn ich sie brauchte, damit ich nicht ganz alleine war.

Ich kann bis heute nicht verstehen, wieso du dir in deinem Studium soclhe Probleme eingehandelt hast. Du bist intelligent und kannst mit etwas mehr Disziplin ohne Probleme durch dein Studium kommen. Doch scheint bei dir im Leben ein Chaos zu herrschen, du schwankst sehr stark in deiner Motivation, vieles ist schwarz, nicht nur deine Lieblingsfarbe. Du machst so wenig aus dir. Ich verstehe es einfach nicht. Mehr Dispziplin, mehr Bewegung, 20, 30 kg weniger und du wärst eine intelligente und ansehnliche Frau. So bist du derzeit eine häufig faule, sehr kräftige Frau, die gerne mit allem und jeden fickt. Übrigens kann ich mir aufgrund einer Sendung* sehr gut vorstellen, wie dein Sex mit einem Ex* gewesen war. Dort war eine Frau, die darauf stand und sie zeigten ein Video vom Liebesspiel mit ihrem Freund*. Schon sehr krank. Aber nun gut, dir wird es egal gewesen sein, Hauptsache jemand fickt dich.

Interessant fand ich, dass du trotz deines Schnüffelns nie bemerkt hast, dass ich nicht ganz ehrlich zu dir war. In meiner Heimat* habe ich mich stets mit Frauen abgegeben, war dir aber bis Oktober (leider) treu. Dumm von mir. Vor dir hatte ich deutlich mehr Frauen, als ich dir erzählte. Ich war mir manchmal unsicher, welche Zahl ich dir mal genannt habe. :-D Aber aufgefallen ist es nie. Heute weiß ich nicht einmal mehr alle Namen der Frauen. Immerhin sind 17 Jahre ein langer Zeitraum und ich hatte immer etwas für den Spaß, ob Single oder nicht. Du bist übrigens die erste Frau, der ich untreu war. Und es fühlte sich gut an. Es war richtig. Das klingt nach "riesen Arschloch", aber ganz so arg ist es nicht. Ich habe mich weiter entwickelt, du leider nicht.

Du wirst mich wohl als große Enttäuschung in Erinnerung behalten. Ich reihe mich ein in deine bisherigen Beziehungen. Wenn du immer wieder so schnell jemanden hast, dann wird dir das immer wieder passieren. Daher solltest du mal eine längere Zeit Sex mit Freunden haben ohne dich zu verlieben. Du wirst dadurch deinen Ballast abwerfen können und dann bereit sein, eine aufrichtige Beziehung zu führen. Du wirst zuverlässig erkennen, ob wahre Gefühle von beiden Seiten im Spiel sind und am Ende auch glücklich werden. Stürzt du dich zu schnell in deine nächste Beziehung, wirst du wieder enttäuscht. Es ist sehr leicht, dich zu manipulieren und täuschen. Du scheinst sehr schnell die Kontrolle über deine Gefühle zu verlieren und denkst zu früh, dass es "Liebe" ist. Das kann Mann gut ausnutzen. Nun gut, so kommst du immerhin zu Sex. Das geht aber auch ohne Liebe, mit freundschaftlichen Gefühlen.

Ich wünsche dir alles Gute und setzt dich auf den Hosenboden, so dass du dein Studium schaffst. Lass dir von V.* und der anderen, ich habe ihren Namen vergessen, zeigen, wie man guten Sex ohne Liebesgefühle haben kann. Das ist das richtige für dich.

Alles Gute

der Informatiker*

 

*Namen und Textstellen wurden aus entsprechenden Schutzgründen geändert 



If you like to get in touch with me someday
I know just what you'll say
useless empty words
You close your eyes and try to talk me
through
no matter what you'll do, you know I'll
be just fine


So come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

you held me down that night so long ago
I knew you sold your soul
to that devils hole
and I was a part of licking tears from you
no matter what you'll do, you know I'll
be just fine


So come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

come on come on, come on come on, come
on come on,
come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

*Mando Diao - come on, come on* 

 

23.01.2015 um 00:22 Uhr

Höhenflug - mit Hindernissen?

Ein neues Jahr - eine neue Liebe? Ich sagte ja, ich wolle nicht darüber schreiben, bis es zu etwas Spruchreifem geworden ist und wenn du plötzlich da sitzt und dir jemand total den Kopf verdreht hat, dann ist es doch spruchreif, oder?

Ich war nun zwei Monate zu Hause, das ist viel Zeit, um sich vieler Dinge bewusst zu werden, auch, um sich zu lösen. Ich habe absichtlich auf meinem Blog eine falsche Fährte gelegt, in dem ich schrieb, dass ich Anfang Januar wieder nach München fahren wolle; schrieb auch, dass mich SMS vom Informatiker nicht erreichen und zumindest das stimmte. Ich wollte sehen, was passiert und gucke da - am 07. Januar erreichte mich eine E-Mail, dass der Informatiker just meine Sachen vor meinem Appartement abstellte und auch der Türkin Bescheid sagte. Vielleicht hat er sich wieder besonnen und zu seiner "alten" Persönlichkeit zurück gefunden. Vielleicht hat er aber auch meinen Blog gelesen und wollte mich noch immer unbedingt sehen. Wie auch immer, ich denke trotz allem, dass mit dem Abliefern meiner Sachen, dieses Kapitel abgeschlossen ist. Ich werde mein übriges tun, da ich seit ein paar Tagen wirklich wieder in München bin, war es meine erste Amtshandlung seinen Mist zusammenzupacken, mir fehlt nur noch das Buch, das er der Türkin lieh und selbstverständlich auch wieder bekommen soll. Er bekommt sogar seinen eigenen Karton zurück - Ich will nichts mehr von ihm haben, gar nichts mehr.

Ich hätte mir, als ich vor zwei Monaten Hals über Kopf nach Hause fuhr, nie träumen lassen, dass ich mich jemals wieder auf München freuen würde. Doch ich stieg aus dem Fernbus mit einem Lächeln. Ich war nicht traurig, weil da niemand war, der mich abholte. Ich hatte trotzdem etwas, worauf ich mich freuen konnte.

Nachdem es mit dem Informatiker zu Ende ging, meldete ich mich wieder in dem Datingportal an, indem ich sowohl den Friesen, als auch den Informatiker kennen lernte. Primär gar nicht, um zu daten oder mich zu verlieben. Es ging um Aufmerksamkeit, Selbstwertgefühl... ums Bauch pinseln. Es ist toll, wenn du Komplimente bekommst und es ist witzig, wenn dich jemand fragt, ob deine Augenbrauen echt seien. Es gab viele bekannte Gesichter von vor über einem Jahr. Einer, mit dem ich auch schon ein Date hatte, schrieb mich sogar wieder an und ich reagierte echt pampig, weil er es wirklich immer wieder versuchte. Mag ja sein, dass ich ein bisschen naiv bin, aber blöd bin ich nun auch wieder nicht. Ein Unmensch bin ich aber auch nicht und nach einigem Hin und Her war ich wieder besänftigt, ließ das Gespräch aber dann doch einschlafen. Ich würde mich nicht wieder mit diesem Lappen treffen wollen... der hat mir beim Küssen damals die Nase abgeleckt (bäh!) und schön ist er auch nicht, wobei ich eigentlich nicht oberflächlich bin, aber bei ihm zählt das und dann ist er doch nur einer von denen, die nur Sex wollen...möööp, nee, da hab ich keinen Bock drauf, nach wie vor nicht. 

Und zwischen all den bekannten Gesichter, hab ich auch den Soldaten wieder gefunden. Mit ihm schrieb ich vor genau einem Jahr auch, gleichzeitig mit dem Informatiker. Jedoch schrieb der Soldat recht selten und der Informatiker verzauberte mich damals mehr, eben weil er öfter schrieb. Ich bin ein aufmerksamkeitshungriges Wesen, was die Liebe betrifft. 
Das Profil des Soldaten sprach mich immer noch an. Er schrieb über sich selbst, dass er schüchtern sei und gerne Gedichte und Kurzgeschichten schreibe und noch vieles mehr und auf seinen Fotos sah er dem Friesen so ähnlich. Auch, wenn der Informatiker immer betonte, wie kotz hässlich er den Friesen fand, so fand ich ihn doch schön - so viel noch mal zur Oberflächlichkeit :D 

Ich habe mir also nichts dabei gedacht und den Soldaten (wieder einmal) angeschrieben. Er war seit zwei Wochen nicht online gewesen, aber an dem Abend, als ich meine Nachricht abschickte, kam er online. Wir schrieben dieses Mal mehr, als sonst, stellten recht schnell auf Facebook und dessen Messenger um. Ich habe ihm allerdings nicht gesagt, dass wir vor einem Jahr schon einmal miteinander schrieben und ich mich dann für einen Anderen entschied. Das würde so nach zweiter Wahl klingen und das wäre nicht der Wahrheit entsprechend, denn vor einem Jahr, schrieb ich erst mit dem Soldaten. Der Informatiker schrieb später, schenkte mir aber damals mehr Aufmerksamkeit, wie ich schon erwähnte. Ich weiß auch nicht, ob er mich wieder erkannte, wusste, dass wir schon einmal miteinander geschrieben haben - aber wenn dem so war, dann sagte auch er nichts. 

Es kam recht schnell dazu, dass wir dann jeden Abend miteinander schrieben und es war schön. Er war interessant für mich. Es war aber nicht so, wie mit dem Informatiker... mit dem schrieb ich ja Tag und Nacht und ab einem gewissen Punkt telefonierten wir auch so oft und ich war schon vorher hart verknallt. Ich muss daraus kein Geheimnis machen, es war damals einfach so. Und auch wenn ich hier einen bitteren Vergleich ziehe, der den Informatiker in ein funkelndes Licht rücken mag, so habe ich lieber einen langsamen Start, als dieses Knall auf Fall mit schadender Bruchlandung!  
Mit dem Soldaten schrieb ich also nur abends und in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester, als er zu Hause war, gar nicht. Da war ich schon wieder kurz davor, das Interesse zu verlieren. Ich warte nicht gerne auf der langen Bank. Doch im neuen Jahr wurde es recht schnell wieder heiß und interessant.

Doch wer ist eigentlich dieser Soldat? Er ist ein Bundi und siehe da, er ist auch ein Informatiker, aber ein Wirtschaftsinformatiker, wobei ich mir sagen lassen musste, dass er die Wirtschaft dabei gerne weglässt *Kopf meets Tischplatte*. Er ist noch für circa acht Jahre beim Bund verpflichtet, wird Anwendungsprogrammierer und muss somit theoretisch nicht in den Auslandseinsatz. Er ist circa ein Jahr älter, als ich und vom Sternzeichen Löwe. Zum Schützen passt das, wie der Arsch auf den Eimer :)
Er ist groß, fast riesig, sieht von hier unten zumindest so aus - liegt vielleicht auch daran, dass ich ein Zwerg bin und er war schon in seiner zweiten Nachricht an mich, überraschend ehrlich, wobei ich hier lieber nicht schreiben mag, worum es da ging. Früher hätte mich das nur sehr gestört, heute schätze ich es, wenn man(n) mir das so offen sagt. Bisher hatte er zwei feste Beziehungen, die auch alle etwa so um ein Jahr dauerten. Seine eine Ex hat wohl fremd geküsst und die andere hat sich im Auslandssemester jemand anderen gesucht. Fast wäre er mal mit einer Rothaarigen zusammen gekommen, aber die war komisch. Ich sagte ihm, dass das die Rothaarigen so an sich haben müssen :'D . Für Zwischendurch hatte er noch nie was, dafür sei er zu schüchtern und zu wenig raus gekommen, während des Studiums. Er hat übrigens schon einen Masterabschluss. Er ist Einzelkind und hat keine Haustiere, aber seine Nachbarn haben/hatten viele Tiere. Achja und er kommt aus dem hohen Norden (genau wie der Friese :'D - eigentlich sogar von noch weiter oben), aber auch das hatte schon immer einen anziehenden Effekt auf mich :) Beim Bund scheint er ein kleiner Tollpatsch zu sein, er verletzt sich oft, aber das ist schon fast wieder süß. Er hat eine recht interessante Narbe auf seinem linken Zeigefinger, weil ihm mal eine Handgranate in der Hand explodierte. 
Bisher klingt das alles ganz gut, aber jede Medaille hat auch ihre Kehrseite.  Und hier haben wir einen verdammt großen Haken - er ist nicht mehr in München. Er war hier fürs Studium und ist es jetzt, für ein paar Wochen, aber er hat sich erst vor kurzem eine Wohnung in NRW genommen, weil er fest davon ausgeht, dass sich bald entscheiden wird, dass er dort bei seiner Stammtruppe bleiben wird. Das wäre hart. Eine Fernbeziehung mit meiner Vorschädigung? Könnte ich das? Aber noch steht ja nichts fest und auch Mama sagte, es kommt erstens immer anders und zweitens, als man denkt. Abwarten.

Am Mittwoch hatten wir dann unser erstes Date. Wir haben uns beide lange darauf gefreut, aber ich wollte das auch nicht überstürzen. Er war ja schon ein Weilchen wieder in München, aber ich habe einfach noch meine Zeit für mich gebraucht. Ich war sehr aufgeregt. Wir hatten vorher auch nicht telefoniert - ich hatte also nur Bilder und das geschriebene Wort, an das ich mich klammern konnte. Und dann war es endlich soweit - was soll ich sagen? Ich war geflasht. Es war sooo schön!
In live hatte er dann (zum Glück?) doch nicht mehr so viel Ähnlichkeit zum Friesen. Er kam zu mir, wir wollten eigentlich einen Film schauen, haben wir dann aber doch nicht. Stattdessen haben wir viel geredet, viel gelacht, viel geknuuutscht und so weiter ;) . Er küsst recht gewöhnungsbedürftig, mit offenem Mund, aber ohne Zunge - aber nicht schlecht, nur eben ungewohnt. Ich hatte das bisher nie. Die Türkin sagte aber, dass ihr Freund auch so küssen würde und sie das vorher auch nicht kannte. Man kommt sich schon ein bisschen blöd vor, wenn man jemanden seine Zunge in den Mund steckt und dessen Zunge einfach...nichts macht.
Er hatte nichts besonderes an: eine Jeans und ein schwarzes T-Shirt. Irgendwann im Laufe des Abends sagte er, dass er fast nur schwarze Sachen besitzen würde und er wusste gar nicht, wie sehr er bei mir damit punkten konnte. Von ihm werde ich bestimmt niemals zu hören bekommen, dass ich mir doch mal was farbiges anziehen sollte. Ich muss mir auch die Haare nicht färben, er mag sie so, wie sie jetzt sind - schwarz. 
Eigentlich hätte er 23Uhr gehen wollen - eher müssen - er ging dann viertel eins :)
Doch jetzt ist er mit seiner Truppe auf einer Übung und zwar bis Sonntag und wir können nicht einmal schreiben. Fühlt sich auch ein bisschen komisch an, aber ich weiß ja, dass es wegen der Übung ist und nicht wegen mir. Außerdem gehen auch diese Tage vorbei und ich freue mich schon auf ein zweites Treffen mit ihm :).

Was vorher nicht so intensiv war von meinen Gefühlen her, ist jetzt definitiv nach unserem Treffen anders. Ich bin ein bisschen verzaubert und seeehr verknallt. Es ist eben einfach meine Schwäche - Ich verliebe mich immer viel zu schnell. Aber ich kann das doch auch nicht ändern. Ich bin eben keine von der langsamen Sorte. Meine Mama meinte, ich sei ein unverbesserlicher Optimist in der Liebe. Meine Freundinnen haben schon verschiedenste Warnungen ausgesprochen und sie haben auch alle recht - aber ich kann nix daran drehen, dass ich hier sitze und total verknallt bin. Und es ist so ein schööönes Gefühl. Nur eines steht fest, den Blog habe ich schon aus meiner Favoritenleiste genommen und in einen Unterordner geschoben. Ich möchte mich hier frei bewegen können und ich brauche nicht noch einen Stalker. Ich habe mir fest vorgenommen, mein Tagebuch dieses Mal nicht mehr zu erwähnen.
Ich möchte gar nicht daran denken, was wird, wenn er wieder weg muss und im Moment muss ich das auch nicht, weil uns noch ein paar Wochen bleiben. Mit diesem unbehaglichen Gefühl setze ich mich dann auseinander, wenn es soweit ist.   Bis dahin genieße ich dieses Gefühl und die Tatsache, ständig nur grinsen zu müssen <3 .

 

Bitte, bitte liebes Universum, mach, dass er kein Arschloch ist und auch keins wird!

06.01.2015 um 17:13 Uhr

2015 - ein Jahr der Herausforderungen!


 

Dieses Jahr - oder sollte ich besser letztes sagen? - fehlt mir der Jahresrückblick, zumindest bisher. Es ist ja auch zugegebenermaßen ein wenig spät dafür, aber besser spät, als nie. Den ersten Satz des jeweils ersten Eintrages aus jedem Monat kann ich dieses Jahr nicht zitieren - dafür habe ich nicht regelmäßig geschrieben und generell ist 2014 sehr Informatiker-lastig. Und da ich es zum Glück geschafft habe, dieses Thema im Jahr 2014 zu lassen, meine/unsere Geschichte dort noch zu Ende erzählen konnte, wäre es mir ein Gräuel, den Informatiker mit in 2015 zu nehmen. Manche Dinge bleiben besser dort, wo sie sind - nämlich in der Vergangenheit. Auch, wenn ich sehr schöne Dinge mit ihm erlebt habe, über die ich schreiben könnte, werde ich dies nicht tun. Nur so viel sei noch gesagt - Ich habe viele schöne Dinge gesehen und erlebt und bin generell mehr herum gekommen. Das waren sehr schöne Zeiten in 2014. Doch für den Preis, den ich am Ende dafür bezahlen musste, hätte ich auch gut und gerne darauf verzichten können.

Schauen wir uns lieber an, was 2014 unitechnisch passierte. Da hieß es leider überwiegend Stillstand. Ich habe zwar mein kleines kuratives Praktikum machen können und habe dort auch einiges dazu gelernt, aber trotzdem musste ich aufgrund fehlender Prüfungsleistung aussetzen. Und blöderweise habe ich mir dadurch jede Menge Herausforderungen für das neue Jahr geschaffen! Mehr, denn je. Es wird enger, denn je, schlimmer, als jemals zuvor. Es ist ein heißes Eisen, das es aus dem Feuer zu holen gilt.  Mein größter zu verbuchender Erfolg war wohl die bestandene Pharmakologie&Toxikologie-Klausur im letzten Versuch. Davor hatte ich SO Bammel und zu dieser Zeit war ich am Boden, weil ich das Gefühl hatte, mit zu Hause im unreinen zu sein. Aber auch das konnten wir klären und aus der Welt schaffen. Es war nicht das erste Mal, dass ich mich von Daheim unter Druck gesetzt fühlte und es wird auch sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, aber immer können wir im Nachhinein darüber reden und es mehr oder weniger aus der Welt schaffen.
Ich war auch gezwungen viel über einen Plan B nachzudenken - und bin es noch. Nie war ich mir unsicherer, ob Tiermedizin wirklich das ist, was ich später tun will. Mich haben nie mehr Zweifel geplagt - und plagen mich noch. Aber ich weiß, dass ich nicht freiwillig aufgeben werde. Ich ziehe das durch, bin schon so weit gekommen, aber sollte ich 'gegangen werden', dann werde ich es als Chance und Zeichen sehen. Dennoch ergebe ich mich nicht kampflos.

Auch in 2014 habe ich wieder den Verlust eines geliebten Haustieres zu bedauern gehabt. Doch es kamen auch zwei neue Familienmitglieder hinzu - unsere zuckersüßen Bullys. Wenn ich nur an die beiden denke, geht mir das Herz auf :). 

Ein anderes, sehr trauriges Thema, ist meine Oma. Dass es irgendwann steil bergab gehen würde, wusste ich ja und doch fühlte ich mich nicht darauf vorbereitet. Ich hoffe und wünsche mir für sie, dass sich ihr Leid nicht ewig in die Länge zieht und doch bin ich auch für jeden Moment, den ich noch mit ihr haben kann, sehr dankbar.

Und so lasse ich das alte Jahr, wie einst Goethe, mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir und blicke erwartungsvoll in das neue Jahr.

 

Es wird mit Sicherheit kein ruhiges Jahr werden, soviel ist sicher. Es kommt viel auf mich zu, viele Herausforderungen. Die Uni habe ich ja schon angesprochen - 2015 habe ich es nicht nur mit einem letzten Versuch in Prüfungen zu tun, sondern gleich mit drei: Tierernährung, Parasitologie und Lebensmittelhygiene. Zudem liegen auch einige Zweitversuche vor mir in Reproduktion, Arzneimittelverordnung und Virologie. Ich würde jede dieser sechs Prüfungen dieses Mal gerne gleich auf Anhieb packen wollen. Wobei ich das ja eigentlich immer will. Aber sollte ich eine dieser Prüfungen nicht schaffen, bedeutet das entweder wieder zittern, wegen eines bevorstehenden Drittversuches, oder das Aus fürs Studium. Drei Mal besteht dieses Jahr also die Gefahr, mein Studium in den Sand zu setzen. Das ist enormer Druck und eine extreme Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Um meine fehlenden Praktika muss ich mich auch noch kümmern. Das Schlachthofpraktikum habe ich den vergangenen Tagen festgemacht. Da muss ich mich nun 'nur noch' um eine Unterkunft sorgen, auch wenn es erst im Januar 2016 so weit sein wird. Fehlt also nur noch das auf dem Amt. Und dann schon mal das große Kurative planen, das sich über das gesamte 10. Semester erstreckt.

Und da sind wir auch schon bei dem nächsten Problem der nächsten Herausforderung: da ich nun erst 2017 fertig sein werde, überschreite ich meine Förderungshöchstdauer beim Bafög, die nur die Regelstudienzeit abdeckt. Ich würde also praktisch ein Jahr ohne Geld da stehen. Ich muss also dieses Jahr - und das möglichst bald - zu meinem Bafögberater und schauen, ob und wenn ja, was ich da für Möglichkeiten habe. Einen Studienkredit aufzunehmen wäre mir, ehrlich gesagt, zuwider und einen Nebenjob anzunehmen ist gar nicht so einfach in unserem Studium, was mit Sicherheit keine Ausrede sein soll.

Damit aber nicht genug, auch meine Wohnzeit in der StuSta beschränkt sich bis auf Oktober 2015 und da ich hier auch einfach nichts geleistet habe, werde ich auch hier keine Wohnzeitverlängerung bekommen. Ich kann aber einen Härtefallantrag stellen und danach noch ein Prüfungssemester herausschlagen. So bliebe mir zumindest noch ein Jahr Wohnzeit. Ich denke aber auch, dass ich mich in diesem Jahr eventuell nach einer WG umsehen werde, denn mit dem Bafög, das ich bekomme, werde ich mir keine 1-Zimmer-Wohnung leisten können, da muss ich realistisch bleiben. München ist ein hartes Pflaster.

Ich stehe 2015 also vor vielen Herausforderungen und hoffe, dass ich sie alle gut meistern kann. Meine Wünsche für das kommende Jahr habe ich alle auf einen Zettel geschrieben und in der Neujahrsnacht verbrannt. Hoffentlich kommen sie beim Universum an ;)

Eine schöne Sache, auf die ich mich in den kommenden Tage freue, gibt es aber auch. Dieses Mal werde ich aber wirklich vorerst nicht darüber berichten, bis es was Spruchreifes geworden ist. Ich bin da aber mal vorsichtig optimistisch :). Dennoch: Don't feed the trolls. 

Achja, dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Glückskekssprüche mal hier festzuhalten. Das ist bei uns eine Tradition an Silvester - es gibt Glückskekse, die dir für das kommende Jahr den Weg weisen sollen. Dieses Jahr gab es drei für jeden:

1. Setzen Sie sich ein Ziel; Selbstvertrauen zeigt Ihnen den Weg.

2. Sie haben tolle Ideen und reißen alle mit.

3. Sie kommen konsequent zur Sache, punkten Widersacher aus.

Das klingt doch schon mal gar nicht so übel ;) Und das Buchorakel, zu dem ich durch die Lady inspiriert wurde, habe ich dieses Jahr auch gemacht, selbstverständlich mit meinem Lieblingsbuch, dem Faust und heraus kam: "Doch nur vor einem ist mir bang: Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang."
Klingt nach dem üblichen Problem, wenn ich es auf das Studium beziehe: Es gibt sooo viel zu tun und die Zeit rennt nur so davon.

Nun ja, schauen wir mal, was 2015 so bringen mag.